A No Brainer?

Ist es wirklich logisch, was mir die Marketingexperten und Werbefachleute erzählen? Wenn du „systematisch deine Reichweite erhöhst“, das „Instrument Soziale Medien konsequent nutzt“, „zielorientierte Werbung schaltest“ und „mit deinen Fans niveauvoll interagierst“ , „etablierst du dich als Marke“ und verkaufst eine Menge Bücher.

WTF?! Was ist, wenn ich das alles gar nicht will?

„Coaches“

Die Antwort von „Life Coaches“, „Business Coaches“ und sonstigen Schmarotzern ist immer die Gleiche: Sie schicken mir sinngemäße oder tatsächliche Fragezeichen auf diese Aussage. Vermutlich weil es Nicht-Erfolgsorientiertes in ihren Augen nicht geben kann. (Oder soll oder darf?) Was die selbsternannten Experten und die sogenannten „Coaches“ immer wieder übersehen: Ich muss keine Bücher verkaufen. Ich mag es, wenn es Menschen gibt, die lesen was ich schreibe und ich liebe es, mit meiner Schreiberei mein eigenes Regal zu füllen, doch das war auch schon (fast) alles. Dabei ist es mir herzlich egal, ob wir hier von 50 Lesern sprechen oder von 50.000.

Facebook

Ich gebe gerne zu, dass ich Facebook zu Anfang genutzt habe, um mir mit Spaß eine Fan-Basis zu schaffen und um meinen Namen ein klein wenig bekannt zu machen, doch das habe ich längst aufgegeben. Facebook ist zu restriktiv geworden, um noch Spaß zu machen. Außerdem gibt es bei so vielen „Mitlesern“ viel zu viele dumme Menschen, die mir schlicht auf die Nerven gehen. Das muss ich nicht haben.

Am Anfang habe ich durchaus mit netten Leuten über die Autorenseite selbst, über den Messenger und immer auch mal wieder in eigenen Facebook-Gruppen niveauvoll (mehr oder weniger) „interagiert“, doch – ehrlich – was bringt das, wenn Menschen alles falsch verstehen wollen, wenn sie nicht richtig lesen können oder in ihrer Naivität und/oder Dummheit nicht kapieren, dass ich weiß, warum ich etwas schreibe. Und dass es mir am Arsch vorbeigeht, wenn jemand mir Lebensratschläge geben will. Ich bin inzwischen 38 Jahre alt und mache längst mein eigenes Ding. Und das wird auch so bleiben. (Nicht das mit dem „38“. *seufz)

Ja, ich habe anfangs mit Menschen interagiert, noch nicht einmal aus Marketinggründen, sondern weil ich dachte, es würde manchen Frauen/Mädchen helfen, mit ihrem täglichen Lebensmartyrium besser zurecht zu kommen. Sinnlos. Gegen endemische Dummheit ist nicht anzukommen.

Was mir heute mögliche Online-Kommunikationen vergällt, ist das sich explosiv ausbreitende Gutmenschentum (Ja, für mich ist es ein Schimpfwort! Suck it!), das in meinen Augen bereits satirische Züge angenommen hat.

Freundschaft

Es gibt tatsächlich Leserinnen, die mir aus meinen Anfangszeiten (2012) geblieben sind. Ich nenne sie inzwischen „Freundinnen“, zumal ich mich inzwischen schon mit zwei Mädels im Café getroffen habe (Flair, Bournemouth, hi guys!) und ich eine von ihnen zu einem Rundflug über Hampshire eingeladen und ihr mein altes Häuschen aus der Luft gezeigt habe. Aber es sind nicht viele Freundinnen; es sind Frauen, die immer da waren und die mir nie auf die Nerven gegangen sind. Die all meinen Unsinn ertragen und kapiert haben, dass ich im Internet nicht kommuniziere, um mir ungefragte Ratschläge zu holen. Freunde mögen andere Ansichten haben als ich (denn wir sind hier weder bei F·R·I·E·N·D·S noch bei Sex and the City), doch sie akzeptieren auch meine. Sie verschwinden nicht im Online-Dunst, wenn sie bemerken, dass ich anders bin, als sie gedacht – oder gehofft – hatten.
Dass mein Leben und meine Geschichten nicht in jeder Hinsicht deckungsgleich sind, sollte ja eigentlich jeder Fünftklässler erahnen können!

Soziale Medien

Zugegeben: Ich vermisse einige von den Online-Freunden, die mir im Laufe der Jahre abhanden gekommen sind, doch das ist im realen Leben nicht anders: Freunde kommen und gehen. Ich will mich nicht nur über die andere Seite beklagen; ich weiß, dass zum Tango immer zwei gehören. Niemand läuft gerne jemandem hinterher. Andererseits – ich bin nie diejenige gewesen, die auf den Sozialen Medien den Kontakt zum Einzelnen gesucht hat. Das waren die Anderen.

Wobei wir beim Thema sind: Ich habe versucht, Plattformen zu finden, die mir Spaß machen. Ich habe es mit YouTube versucht und festgestellt, dass ich auf Videos grässlich wirke. Das ist ein absolutes NO-GO!
Auch Tumblr habe ich verlassen; aus Protest gegen ihr damals neu adoptiertes Tittenverbot.
Bei Instagram war es anders herum: Bis heute weiß ich nicht, warum ich hinausgeworfen wurde. Spamming lautete die Begründung. Ich habe Landschaftsfotos gepostet, die ich selbst gemacht habe und Bilder von mir, hochgeschlossen und züchtig wie eine nordkoreanische Nachrichtensprecherin. Und Privates in Textform und hin und wieder Links zu meinem Blog. So antisexuell wie ich es fertiggebracht habe. Aber Spamming? Dann eben kein Instagram mehr.
Dann ist da noch Twitter. Was ganz nett ist und das gleich aus zwei Gründen: Zum Einen ist es ein Leichtes und fordert keinen Zeitaufwand zwischendurch ein wenig Galle zu spucken. Eine kurze Stellungnahme zu Krieg, Frieden, Populisten und Fickstellungen abzugeben, zum Anderen gibt es dort so herrlich viel Porno! Kommentare auf Twitter sind natürlich unterste Schublade. Wenn man sie jedoch konsequent ignoriert und gar nicht erst liest, stören sie nicht weiter. Wer also meine reaktionären Kurz-Ausflüsse lesen will: Twitter ist das Medium.
Und was ist mit Telegram? Ich stelle fest: Niemand dort hat Lust mit mir über Profanes und Sexuelles zu quatschen. Was keine Beschwerde, sondern schlicht eine Tatsache ist. Also auch sinnlos. Oder, wie es die Schmarotzer aus der Coachfraktion sehen würden: Ich bin nicht niveauvoll und nichtssagend genug, um auf die berechtigten Bedürfnisse der Teilnehmer politisch korrekt einzugehen. (Wer kennt nicht die herrlich neutralen Emails von jeglichem Support, die einem erklären, was man sowieso schon weiß? Sie signalisieren Hilfsbereitschaft, um in keiner Weise auf die ursprüngliche Frage zu antworten. Meist, weil sie die Kundenmail gar nicht erst richtig gelesen haben, weil sie nicht an Problemen interessiert sind, oder ihre Antwortliste das angefragte Problem nicht aufweist und sie folgerichtig nicht wissen, was der Fragende eigentlich von ihnen will. DAS gefällt den Coaches!)

Sex, Drug and Rock’n’Roll

Was also für den geneigten Leser übrigbleibt, sind meine Meckereien auf Twitter und mein geliebter Blog auf http://www.tammysdiary.blog. Den behalte ich bei; denn dort kann ich tun und lassen was ich will (schreiben, nicht schreiben, Ärger machen, Geschichten erzählen, aus meinem Leben berichten, Bilder posten, etc). Was Facebook angeht: Auch das bleibt natürlich, so viele „Fans“ kann ich schlecht ignorieren. Dort poste ich hin und wieder Werbung für meine Bücher und stelle Links zu besonders interessanten Blogeinträgen ein. Das tatsächliche Tammy-/Andrea-Leben passiert jedoch hier.

Womit ich dann wieder bei meinem eigentlichen Thema angelangt bin: Ich schreibe was ich will und nicht das, was Coaching, Marketing und Werbung soufflieren – denn Letzteres passt nicht in mein Leben (und gehört ohnehin verboten).

Ich verdiene mein Geld mit Fliegen (oder habe es zumindest – anderes Thema) und Airline-Beteiligungen. Außerdem habe ich eine stinkreiche Frau (wie ich festgestellt habe) und keinen Ehevertrag. Bücher schreiben ist ein Hobby. Eines! Wenn jemand meine Geschichten lesen will, freue ich mich, wenn nicht, dann nicht. Meine Leidenschaft jedoch, gehört dem Himmel, dem Ozean und dem zügellosen Sex. In dieser Reihenfolge, nehme ich an.

Wenn jemand mein Tagebuch (und/oder das, was es darstellt) begleiten möchte: Herzlich willkommen. Wer nicht will – der weiß wo der Blog-Ausgang ist.

Was ich nicht brauche, sind Gören, Bitches, Männer oder Frauen, die mir sagen wollen, wie ich zu leben habe. Ich bin star-struck, unstet, egoistisch, arrogant und alles andere, was ihr sonst noch in mich und in mein Leben hineininterpretieren wollt. Und ich bin tierisch gut im Bett. Entweder genießt ihr das Verschiedene oder erstickt an eurem Gutmenschentum.

Eure Wahl.

Kein Bild mehr ohne Alibifarben
oder
Gutmenschentum für Anfänger

1 Kommentar

  1. steffigohs045 sagt:

    Arroganz der äußere Steinschlagschutz für ein bröckelndes Inneres.Von meinem/meiner Galaxy gesendet

    Gefällt mir

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