Eine schwierige Woche

Sie hat mit einer Übernachtung in Joanas Bett eigentlich verdammt gut angefangen. Leider musste ich dann erfahren, dass Corona nun auch unsere Firma eiskalt erwischt hat. Eiskalt vor allem, weil zwei unserer Dash 8 in Toronto bei fast zweistelligen Minusgraden die Piloten verloren haben.

Obwohl unsere Covid19-Politik ziemlich rigide ist, sind auch wir nicht vor Omikron gefeit. Zwei unserer Crews hat es in Canada erwischt. Drei unserer Piloten sind in Quarantäne geraten, weil zwei unserer hochkarätigen (infizierten) Passagieren ein Blick ins Cockpit erlaubt wurde, was nach unseren Regeln zur Zeit für jeden Fluggast strikt verboten ist. Aber manche Piloten können es vor lauter Schauspieler-Ehrfurcht eben leider nicht lassen… Was wiederum dazu geführt hat, dass zwei Filmteams in Toronto gestrandet sind.

Nach einer Stunde Betteln von Miranda habe ich mich breitschlagen lassen und bin mit unserem letzten freien Dash8-FO (First Officer = Copilot), der ebenfalls aus dem Urlaub geholt wurde, nach Toronto geflogen worden, um eine der beiden Maschinen für begrenzte Zeit zu übernehmen.

Also ging es gestern mit einem Teil der Filmtruppe nach Chicago und übermorgen weiter nach Memphis, danach nach NYC, während die Passagiere der anderen Maschine von uns Linienflüge bezahlt bekommt. (Was das kostet!!!) Wenigstens bin ich mit der Bombardier fast schon intim vertraut, dass es keine Umstellungsprobleme gab. Mein Rückflug nach Norwegen verzögert sich allerdings um mindestens eine Woche.

Der Grund für meine reduzierten Social-Media-Auftritte ist, dass ich per Videoschalte unseren übrigen Piloten und Mitarbeitern nach und nach erneut unsere Coronamaßnahmen erklären und mit Rauswurf drohen muss. (Womit wir uns natürlich ins eigene Fleisch schneiden würden, doch manche Dinge sind einfach wichtiger als Selbstsucht. Man nennt das „gesamtgesellschafliche Verantwortung“. Ja, die gibt es sogar hier. Das Wort scheinen aber nicht nur amerikanische Republikaner nicht zu kennen, sondern auch deutsche „Querdenker“. So etwas ist übrigens auch wichtiger als lächerliche, überkorrekte Alibi-Sprachveränderung. Aber ich will an dieser Stelle gar nicht politisch werden.)

In diesem Sinne: Gute Nacht.

Dash 8

Wie sich die Zeiten ändern

… und mit ihnen augenscheinlich die Umstände.


Wir verkaufen das große Haus in Palm Springs. Das Experiment mit den viereinhalb Weibern unter einem Dach hat nicht besonders gut funktioniert, bzw. nicht sehr lange.
Joana wohnt wieder in Bel Air, Gabby hat geheiratet (Einen Typ!!!) und lebt mit Eva wieder in New York, während Mazikeen mir explizit erklärt hat, zurück in ihr Haus auf Orcas Island zu ziehen. (Schon verständlich: Als Wasserratte kann man sich in der Wüste nicht wohlfühlen.)
Als ich vorgestern die Q400 in unserer Firma abgeholt habe, war ich das erste Mal seit Wochen wieder in dem verlassenen Haus. So etwas ist deprimierend. Nicht, wie sich alles entwickelt hat – das war vorauszusehen und die ganze Sache stellte ohnehin eher ein großes Experiment dar – nein, die verstaubten Räume und unsere Geister, die darin herumschweben produzieren Gänsehaut.


Ich habe den Airliner leer nach Burbank geflogen, bin in ein Taxi und habe meiner Mieterin in LA einen Freundschaftsbesuch abgestattet. Sie hat sich sehr gefreut, was ich erstaunlich finde, wenn eine Vermieterin einen Besuch abstattet. Sie hat mir die Wohnung gezeigt, die wirklich toll aussieht. Über sie kann ich mich ganz und gar nicht beklagen. Nach zwei Milchkaffee in der kleinen Bar des Komplexes, bin ich schließlich weiter Richtung Bel Air.


Joana hat mich fast aufgefressen vor Freude. Wir konnten überhaupt nicht aufhören, uns zu betatschen (vor allem ich sie). Vor allem konnten wir überhaupt nicht aufhören, zu quatschen, was ebenfalls überraschend war, berücksichtigt man, dass wir fast jeden Tag zoomen.
Die Nacht war phantastisch! Wir hatten so viel Sex wie seit langem nicht mehr, und das, obwohl wir dieser Sache eigentlich abgeschworen hatten, nachdem sie mir verkündet hatte, dass sie wieder einen (einigermaßen) regelmäßigen Stecher besaß. (Ja: besaß. Bei Joana geht alles um besitzen. Da zeigt sich nicht nur die Diva, sondern auch die verlassene Frau.) Wir versuchten vor geraumer Zeit, die Benefiz zu streichen und lediglich beste Freundinnen zu bleiben. Hat ja toll funktioniert. Aber wer weiß, wie oft wir uns in Zukunft sehen werden, vor dem Hintergrund, dass Mazikeen mir vor einigen Tagen jetzt „ganz offiziell“ mitgeteilt hatte, dass sie zurück in ihr Haus nach Orcas Island gehen würde, „ob du mir nun endlich fucking sagst, dass du definitiv mitkommst oder nicht“? Was bleibt einer armen Sterblichen schon anderes übrig, als zu nicken, wenn ihr Dämon explizit wird? Dann haben meine Tiere auch wieder ein brauchbares Zuhause und ich muss keine Angst mehr haben, dass Nala von Schlangen gebissen oder Skorpionen gestochen wird. Und dem Kater hängen hoffentlich keine Beine von handtellergroßen Spinnen mehr aus dem Hals.
(Ich darf nur nicht vergessen, meine gesamten Sozial-Media-Profile zu ändern, bevor ich wieder von irgendeiner dieser Arschlochfirmen rausgeworfen werde.)


Das Haus in Palm Springs zu behalten, macht keinen Sinn mehr. Es kostet ein Vermögen und ich kann Hitze kombiniert mit Sand sowieso nicht leiden. Also werde ich mir dort ein kleines Apartment suchen, damit ich für meine Arbeit nicht jedes Mal in ein Hotel ziehen muss. Das kann ich noch viel weniger leiden.
Apropos Arbeit: Ich bin ab 01.12. offiziell wieder 737-Pilotin. Chefpilotin unserer kleinen Airline bin ich ja von Anfang an gewesen, doch nun, da wir stolze Besitzer/Mieter von zwei 737-BCF-Frachtern (einer ab 3. Dezember, einer ab März kommenden Jahres) sowie einer 738 – seit vorgestern – sind, darf ich mich LCC (line check captain) für die 737 NG nennen. Coole Sache. Vor allem gibt es mehr Geld. Jedenfalls bis zum nächsten Virus. Dann darf ich betteln gehen – oder anschaffen, solange meine Optik das noch zulässt. (Bei der Gelegenheit: Hatte ich eigentlich erwähnt, wie geil es ist, seiner Chefin auf dem Notebook beim Masturbieren auf dem Klo zuzuschauen, während man es sich selbst macht? Nein? Ist ein anderes Thema.)
Bessere Bezahlung im Job ist für mich inzwischen wieder wichtig geworden, weil die finanziellen Abkommen mit Gabby und Joana leider nicht mehr existieren und Mazikeen zwar nicht arm ist, doch trotzdem nicht in der Lage wäre, mir jedes Mal wenn sie Sex will, solche Summen auf den Nachttisch zu legen. Alles Schöne im Leben ist vergänglich … *seufz


Mein erster Flug mit einer unserer Dash 8 hatte übrigens gleich abenteuerlich begonnen. Auf dem Leerflug von Palm Springs gab es beim Landeanflug auf Burbank ein gelbes „Master Warning“, das auf einen Fehler in der Pressurization hinwies. Was seltsam ist, weil die Pressurization während dieser Flugphase ja (fast) nicht arbeitet. Am Boden konnten wir nichts finden – also zurück in unsere Werkstatt nach Palm Springs zur Fehlersuche. Es stellte sich heraus, dass der Computer im Bleed-Air-Sytem einen nicht existierenden Fehler anzeigte. Am Ende konnten wir die hochkarätigen Fluggäste dann doch noch von Hollywood nach Denver transportieren. Alle Aufregung umsonst. Andererseits mache ich mir wegen so etwas auch nicht gleich ins Höschen. Dafür kenne ich den Job schon zu lange (und habe schon viel zu viel erlebt).


So, jetzt wird es aber Zeit an einer anderen Sache zu schreiben: An meinem neuen Buch, welches so gerne komplett fertig werden möchte.

Dildos, Videos und Simulatoren

Es fühlt sich schon ein wenig komisch an: Das erste Mal keine Tabletten seit – ewig! Und das erste Mal wieder legal im Cockpit. Ich bin ja so gesetzestreu!

Ich muss sagen, dass ich überrascht bin, dass es doch eine Menge Spaß macht, wieder in der vertrauten Umgebung zu sitzen. Zwar im Moment nur im Simulator, aber das ändert sich ja demnächst. Zumal – diese Dinger werden immer echter.

Hier passieren so viele Dinge gleichzeitig, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll zu erzählen! Und wie ich es dabei auch noch schaffe, dass mein neues Buch ernsthafte Formen annimmt – ich weiß es nicht!

„Eine kleine Geschichte über Brüste (und warum jeder welche haben sollte)“ wird es heißen. Es ist das erste Mal, dass der Titel eines meiner Bücher zu einem frühen Stadium feststeht. (Auffällig: Ich habe es geschafft ein generisches Maskulinum in den Titel zu packen und das auch noch bei einem so weiblichen Thema! Alleine schon um die Pseudofeministen und Pseudofeministinnen zu ärgern. Und die Pseudofeminist*innen auch. Cool, oder?)

Trotz Klassenzimmer, Simulator, Fabrikbesuchen, Bank- und Personalgesprächen sowie regelmäßiger Masturbation zu dem selbstgedrehten Video von meiner Chefin, bleibt mir tatsächlich noch Zeit, einen Erscheinungszeitpunkt vor Weihnachten ins Auge zu fassen! (Was unter anderem auch daran liegt, dass meine neue Autorensoftware die Editierungsphase deutlich verkürzen wird.) Und eines kann ich meinen Lesern versprechen: In dieses (kleine) Buch ist eine Menge Mösenschleim geflossen!

Aber das war gar nicht mein Thema und ehrlich gesagt, habe ich inzwischen vergessen, über was ich heute eigentlich schreiben wollte! Werde ich jetzt schon senil?

Vilnius wird mich jetzt doch noch die ganze Woche beherbergen, wenn es so bleibt. Dann geht es kurzzeitig zurück in die ungeliebten USA, in das noch mehr verhasste Florida, um genau zu sein. Mein Dämon hat mich heute Nacht schon Richtung Miami verlassen, wo sie sich – wie könnte es anders sein – Boote anschauen will. Dort trifft sie meinen Busentuntenfreund Ken, der gerade Urlaub macht. Sie klüngeln zusammen im Versuch mir ein Boot anzudrehen, auf das wir uns alle zurückziehen sollen, wenn ich Urlaub habe. Und davon habe ich mit meinem neuen Vertrag eine ganze Menge. (Ken mag es nicht, wenn ich ihn Tunte nenne, doch er nennt mich auch gerne Lesbenschlampe, das gleicht es wieder aus.)

Aber jetzt ist erst einmal eine Menge Arbeit angesagt. Vor allem im Simulator und im Klassenzimmer.

Und im Bett mit dem Video von meiner Chefin.

Cockpit einer Triple Seven

Mit Boobs und Popcorn

In jüngster Zeit ist verdammt viel passiert, und damit meine ich diesmal nicht auf der Welt. Okay, da auch. Jede Menge Katastrophen und dann dieser Irrsinn in Afghanistan. Und von den ganzen Querdenker-Idioten will ich gar nicht erst anfangen. Nein, ich meine ganz persönlich.
Joana ist nicht mehr mein Lover, sondern wieder (nur noch?) beste Freundin, diesmal mit Benefiz. Wobei ich mich mit Letzterem etwas schwertue, denke ich darüber nach, wer sich sonst noch in ihrer Möse herumtreibt. Von Gabby ist tatsächlich inzwischen nur noch Eva übriggeblieben. Ihre kleine Tochter – Sieben ist sie inzwischen geworden – habe ich allerdings auch schon eine Weile nicht mehr gesehen. Seitdem diese dämliche „Welt“reise begonnen hat, die mich irgendwie auch schon ankotzt, unter anderem auch, weil ich meine kleine Freundin Kakaofresse nur noch über Zoom sehen kann. Irgendwie auch kein Zustand.
In unser aller Haus in Palm Springs wohnen tatsächlich inzwischen nur noch Joana und ich. Eva wohnt natürlich inzwischen bei ihrer Mutter in NYC. Und Joana und ich – das ist natürlich auch eher ein Witz, denn genaugenommen steht das Haus seit Monaten leer. Ich bin auf der Reise – und mit mir mein Dämon – und Joana logiert seitdem in ihrer Villa in Bel Air. Die meiste Zeit mit ihrem neuen Stecher, wie ich höre. Die Zeit in Palm Springs hat sich erledigt. Mazikeen, mein Dämon, möchte, dass wir zusammen in ihr Haus auf Orcas Island ziehen, wobei ich mich noch nicht entschieden haben. Das hängt von so vielen Umständen, die sich im Moment gerade entwickeln. Was mich am meisten an Mazikeens Anwesen stört, ist, dass man den ganzen Sommer, wegen der ständigen Waldbrände in British Columbia und mittlerweile ja auch in Washington, das Haus nur noch mit Gasmaske verlassen kann, falls man nicht mit Lungenkrebs enden will. Es ist natürlich eine tolle Gegend fürs Segeln, oder überhaupt als Ausgangspunkt für Bootreisen, bedenkt man, dass wir einen ganz privaten Anleger hätten. Was auch Eva gefallen würden. Gabby hätte kein Problem damit, dass die Kleine viel Zeit bei mir/uns verbringen würde. Aber das Privatleben ist natürlich nicht alles.

Ich schreibe das hier in einer kleinen Bar in Barcelona, Venezuela, unweit vom Genrose A. Anzoategu Airport. Wenn ich die Schreibweise richtig in Erinnerung habe. Ich trinke schrecklich starken Espresso, und das entgegen jeglichem ärztlichen Rat. Aber das Gebräu hilft mir beim Denken. Das wäre bei mir ja nötig, sagen meine Kritiker. Ich drücke ihnen die Daumen, dass es hilft …
Mit meiner Chefin bin ich mittlerweile ernsthaft auf Sie-Oder-Ich-Basis, während Anik, meine Schwester und Hauptanteilseignerin, zu vermitteln versucht. Unsere kleine Airline ist mittlerweile ganz ordentlich gewachsen. Der Frachtbereich boomt, nicht nur auf Grund Aniks genialem Konzept der Kombination mit der Medikamentencharity und ihren guten Kontakten nach Kanada. Mittlerweile werden unsere Flugzeuge größer und meine Chefin – Miranda – hat es irgendwie geschafft, die Medikamentenverteilung mit normalem Aircargo zu kombinieren. Dank Covid-19 und den vielen Onlinekäufen ist Cargo ja inzwischen zum Riesengeschäft geworden. Aber was ich noch viel bemerkenswerter finde, ist, dass Anik und Miranda es geschafft haben, dass sie das Hauptgeschäft unserer pleite gegangen Business-Charter-Airline wieder aufleben lassen konnten! Tatsächlich konnten wir einige kleine Privatjets aufkaufen – hauptsächlich Phenom 300 und verschiedene Citation – und fliegen wieder Hollywood-Promis durch die Gegend. Wobei Joana daran natürlich auch keinen kleinen Anteil hat. Frei nach dem Motto: Hast du einen Promi, hast du alle.

Für alle Leser, die neu auf meinem Blog sind: Warum schreibe ich „unsere“ Airline? Nun, ich bin zwar nicht der größte Anteilseigner, doch auch nicht der kleinste. Und insofern, habe ich durchaus Mitsprachemöglichkeiten, obwohl mir mein Gesellschaftervertrag das ausdrücklich abspricht. Aber was kann eine Firma schon machen, wenn einer der Besitzer droht sein Kapital zurückzuziehen?
Im Endeffekt kann ich also sehr wohl mitreden, was eigentlich eine ganz nette Situation ist. Was Miranda und mich allerdings auch in diese Sie-Oder-Ich-Situation bringt.

Der Hintergrund: Ihr gefällt nicht, dass ich widerspreche und nicht mache, was sie sagt, mir gefällt nicht, dass sie überhaupt den Mund aufmacht. Vor allem, wenn sie bei Dingen mitreden will, von denen sie keine Ahnung hat. Zum Beispiel beim Thema „Fliegen“ und „Flugzeuge“. Sie mag eine tolle Betriebswirtschaftlerin und Managerin sein, doch von Aviation hat sie nicht die Spur einer Ahnung. Muss sie auch nicht, dafür hat sie ja Leute, die ihr sagen, wie diese ganze Luftfahrtsache funktioniert. Zum Beispiel mich.

Eskaliert ist das alles, als sie angefangen hat, mir vorschreiben zu wollen, mit welchen Flugzeuge ich diese „Welt“reise machen soll. Und ehrlich: Es ist mir scheißegal, welche kleinen Teufel ihr diesen ganzen Unsinn ständig in die Ohren stopfen – mit was ich fliege, ist immer noch meine Sache! Aber natürlich kommen dann ihre betriebswirtschaftlichen und marketingtechnischen Überlegungen – und nochmal ehrlich: Fick dich, Miranda, ich fliege trotzdem, was ich will. Meistens jedenfalls. Wenn ich mich breitschlagen lasse – das ist, was ein paar Mal passiert ist – wird die Sache nach kürzester Zeit unangenehm. Also fliege ich seit einigen Wochen mit meiner einmotorigen Comanche, was Miranda zum Wahnsinn treibt. Natürlich weiß ich auch warum: Wenn ich potentielle Kunden mitnehme, sitzen sie in einem sechzig Jahre alten Flieger ohne jeglichen Komfort und bangen – unnötigerweise – um ihr Leben. Miranda will, dass ich in einem ultramodernen fliegenden Computer sitze, der den Komfort eines BMW X 150 oder wie die Dinger heißen, bietet. Da scheiden sich dann unsere Meinungen. Wenn es um General Aviation geht, können bei mir die Flieger gar nicht alt genug sein. Ich habe viel zu lange 737NG und auch 777 geflogen, um Bordcomputer toll finden zu können. Und wenn ich um die Welt fliegen soll, dann will ich das Gefühl haben, wirklich zu fliegen und nicht einem Computer zuzuschauen, wie das in den großen Airlinern der Fall war.

Aber da kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema, nämlich die Anschaffung eines ersten 737-Frachters, wie es Miranda schon seit geraumer Zeit im Kopf herumgegeistert ist. Und Anik natürlich auch. Beide träumen nämlich seit geraumer Zeit von einem richtigen Hub-System, um die Verteilung von Medikamenten effektiver und vor allem kostengünstiger zu machen. Bislang wurden eine, später zwei Kurzstreckenmaschinen vom Typ Dash8 Q400 eingesetzt, um Spenden in Kanada einzusammeln und zum Verteiler in Palm Springs zu bringen. Alte Passagiermaschinen, wohlgemerkt, was für diesen Zweck zwar möglich war – Medikamente wiegen nicht viel und in unseren Mengen nehmen sie auch nicht viel Platz weg – doch dadurch, dass wir keine zusätzliche Fracht mitnehmen konnten, war das auf Dauer nicht gerade wirtschaftlich, vor allem, seitdem ich mich weigerte, weiterhin die Einstellung, Schulung und Kontrolle neuer Piloten zu übernehmen. Dafür musste ein neuer Captain eingestellt werden und Line Check Captains sind teuer. Sehr teuer. Und wie ich hörte, hat Miranda den Aktuellen gerade gefeuert. Warum, weiß ich nicht, doch ich vermute, dass es ihr hinterher, nach einem Blick auf seine Honorarabrechnungen, gar nicht so unrecht gewesen war. Leider steht sie jetzt ohne da, was den mittelfristigen Betrieb der beiden Q400 und der kurzfristig angepeilten zwei 737BCF ernsthaft gefährdet.
Und natürlich komme ich ihr sofort wieder in den Kopf. Zumal ich mich ohnehin weigere, eines ihrer hypermodernen Verteilerflugzeuge zu fliegen, und sie stattdessen Angst haben muss, dass die geplante Marketing“welt“reise dadurch zu einem werbetechnischen Disaster wird.
Nun hat sie mich einmal zu etwas „überredet“, weil sie mir in einem schwachen Moment ihre Finger in die Möse gesteckt hat – ein zweites Mal passiert das nicht. (Weder das Überreden, noch das Ficken.) Aber mit mir hätte sie, nach dem einen oder anderen Auffrischungskurs, einen Check Airman sowohl für die Dash als auch für die 737.

Merkt man mir eigentlich meinen derzeitigen Frustrationszustand an?

Ja, ich ärgere mich tatsächlich gewaltig, dass ich meine kleine, (fast) heile Bootswelt verlassen habe, um in die Luft zurückzukehren. Und dass ich so viel Geld in diese elende Airline investiert habe. Das mit der Fliegerei hat nämlich einen gewaltigen Nachteil: Man muss zu viel Zeit auf dem Boden und zwischen Menschen verbringen. Auf einer Yacht kann man nämlich so tun, als ginge einem der ganze Scheiß, den die Arschlöcher um einen herum verzapfen nichts an. An Land ist das eindeutig schwieriger. Vor allem, wenn politisch gesehen, um einen herum alles vor die Hunde geht. Leute wie Trump, Johnson und Gauland tauchen auf, verbreiten Hass und Rassismus auf der Welt, während Feminismus-Terroristinnen kreischend außer Rand und Band geraten. Und dann dieser Virus … Und dieser Klimawandel … Ich bin zur falschen Zeit an Land gekommen. Mazikeen meint dazu, ich wäre doch nun in meinem Leben wirklich genug geflogen und es wäre Zeit erwachsen zu werden, zurück aufs Wasser zu gehen und sich nicht mehr mit dem Scheiß, den Andere verzapfen, abzugeben. Sie hat leicht reden, sie ist ein Höllenwesen und muss sich deshalb nicht über menschengemachten Scheiß aufregen.
Im Prinzip gebe ich ihr ja durchaus recht: Wenn die Dumpfbacken dieser Welt nicht kapieren, dass Rassismus keine Lösung, sondern die Ursache des Problems ist, wenn Feministinnen nicht verstehen, dass Gendern Sexismus ist, wenn die Menschheit kein Interesse hat, sich vor der Klimakatastrophe zu retten und Virusleugner und Impfgegner sich selbst und Andere töten – alles nicht mein Problem. Ich kann mich jederzeit mit meinen Lieben auf ein Boot zurückziehen und aus der Ferne, mit einer Tüte Popcorn in der einen Hand und einer Titte in der anderen, zuschauen. Und es zwingt mich ja auch keiner, die Gendersprache zu benutzen.
Warum das alles nicht mein Problem ist? Weil ich nicht lange genug lebe, um die wirklich ernsten Konsequenzen mittragen zu müssen. Und weil ich weit weg sein werde, wenn sich die Katastrophen nähern. „Gesunder Egoismus“, nennt Mazikeen das. Und was geht mich das an, wenn künftige Generationen unsere Rücksichtslosigkeit ertragen müssen? Niemand zwingt die Menschen, Nachwuchs in diese sterbende Welt zu setzen. Ich tue es nicht, Andere tun es nicht und wenn Leute Kinder bekommen, müssen sie schließlich wissen, dass sie Nachwuchs nur aus Egoismus produzieren. Weil Babys so süß sind und sie glauben, dass zwei Menschen mit Hund und Katze keine Familie sind. Ihr Pech. Ich weiß schon, warum ich Eltern nicht leiden kann. Und ich habe mir fest vorgenommen, keine mehr zu ficken. Dass auf den Ozeanen ein paar mehr Stürme blasen als früher, macht die ganze Sache nur spannender. Und was sollte ich gegen wärmeres Wasser haben. Was die Verschmutzung angeht: Der ganze Plastikmüll landet in größeren Mengen sowieso hauptsächlich an den Stränden und baden kann ich auch vom Boot aus.

Ich habe meine Tage. Merkt man das?

Gar nicht mal so anders

Deutsche Politik vor der Bundestagswahl!

Genaugenommen ist sie auch nicht wirklich besser als die amerikanische. Gut, es fehlen die ganzen persönlichen Beleidigungen (die gibt es bestenfalls unterschwellig), doch wenn man sich so anschaut, wie sich die Politiker gegenseitig das Wort im Mund herumdrehen… Und natürlich stürzen sich die Medien wie Geier darauf und machen brav mit. Das gibt eben schöne Schlagzeilen.

Noch besser sind natürlich die Kommentare in den sozialen Medien. Da sind sie dann, die Beleidigungen, die Morddrohungen und die Verschwörungstheorien. Aus dem Ausland betrachtet, bekommt man den Eindruck als wollte der Durchschnittsdeutsche jeder für sich ein kleiner Trump sein. Und da ist es vollkommen egal, zu welcher Farbe er tendiert.

Nein, Deutschland ist in dieser Hinsicht nicht besser als die USA. Die Politik wirkt nur zivilisierter – solange man keine Bürgerkommentare liest.

Antisemitismus, Rassismus, Verschwörungstheorien – alles da. Quer“denker“, Antifa, Neonazis, Anarchisten, Waffenfanatiker, Untergrundmilizen, Bombenbauer, Islamisten, Todesstrafenfanatiker, radikale Feministinnen, Antidemokraten, Reichsbürger, radikale Umweltaktivisten, QAnon-Spinner – alles da. Im Prinzip die gleiche Bevölkerungsmischung wie bei uns. Der Unterschied: In Deutschland gibt es den kleinen Waffenschein für Schreckschusspistolen und bei uns Militärwaffen für jedermann. (Wir sind schließlich auch diejenigen mit den Atomwaffen.)

Wundert sich da noch einer, wenn ich mich ganz weit draußen auf dem Ozean immer noch am wohlsten gefühlt habe?

Zurück in der Neuen Welt

Wow! Das war mal wieder eine Aktion, das mit London!

Was mich am meisten genervt hat: Das Herumsitzen in einer 777. Immerhin wurde ich von Business- zu Erster Klasse hochgestuft. Und für alle, die es wissen wollen: Nein, ich leiste mir KEINE Erste Klasse. Jedenfalls nicht, wenn ich es selbst bezahlen muss. In der Regel werde ich sowieso hochgestuft, wenn ich meine ATP-Lizenz für Airliner vorzeige. Auf dem Hinflug hat mich der Captain sogar auf einen jump seat im Cockpit eingeladen. Leider musste ich ablehnen, weil es mir wirklich nicht gut ging. Auf dem Rückflug war das Cockpit voll.

British Airways First Class:
Ganz okay, aber nicht, wenn man mit Krankheiten zu kämpfen hat (Wobei ich nicht darüber nachdenken will, wenn ich in der Holzklasse hätte sitzen müssen!)

Jedenfalls bin ich froh, dass ich wieder meinen Steuerknüppel zwischen den Beinen habe. (Der Erste, der einen dummen Spruch macht, schiebt sich dabei bitte einen Dildo in den Arsch!)

Ich bin übrigens wirklich von meiner Diamond überrascht, so souverän wie ich sie in Ranger Creek zum Stehen bringen konnte, und so simpel, wie ich sie wieder in die Luft bekommen habe – krass gut! Ich bin wirklich gespannt, wie sie sich auf Gras oder Schotter macht!

Mazikeens Überraschung für mich, ist übrigens ziemlich schief gegangen. Es lag nicht an mir und auch nicht an ihr. Die momentanen Umstände passen einfach nicht.

Die Umstände… Unsere Firma bekommt derzeit weniger Aufträge, da wir weniger Impfstoff verteilen und auch weniger Testkits. Was in erster Linie an Nevada und Texas liegt, dort ist man ja der Meinung, dass die kleine Grippe vorbei ist und nie mehr wiederkommt. Und seltsamerweise stockt auch der Medikamentennachschub aus Kanada etwas. Es ist nicht so, dass wir auf eine Pleite zusteuern – Arbeit gibt es für die Charity und die Airline nach wie vor genug – nur die Überschüsse werden kleiner. Und unsere Werbereise durch Nordamerika und Europa ist nicht billig.

Aber zurück zur Überraschung. Mazikeen hat eine wirklich coole, und vor allem generalüberholte Aerostar 600 für uns aufgetan. Ein Flieger, der mir wirklich sehr liegt und der unglaublich viel Spaß macht. So eine Art Youngtimer.

Eine Aerostar aus den 70ern

Ich stehe auf ältere Pistontwins, bei denen es noch ein kleines Abenteuer ist, wenn einer der Motoren ausfällt, doch ich habe nie etwas Brauchbares finden können. Alte Twins gibt es genügend, doch selten in dem Zustand, wie ich sie haben möchte. Und vor allem mit den Avionics (den Bordinstrumenten) auf die ich nicht verzichten möchte. Das Problem: Miranda hat so heftig mit dem Kopf geschüttelt, dass sie jetzt mit Gehirnerschütterung flach liegt. So ein alter Twin braucht eben eine Menge Sprit. Einer der Motoren alleine frisst deutlich mehr als die beiden Diesel der Diamond ZUSAMMEN! Schon krass. „Das können wir uns nicht leisten. GAR NICHT!“ Und dann hat sie aufgelegt. Das ist nämlich der Punkt: Die Kosten für unsere Reise trägt die Firma. Alles. Sprit, Unterhalt, Versicherung, Reparaturen, Gebühren. Alles. Also keine Aerostar 600.

Vorerst.


Mehr zu unserer aktuellen Reise hier:
Über den Wolken

Für was Dämonen Vibratoren brauchen

Das ist eines der Dinge, die einem kirre machen können: Dauersommer. Oder besser: Dauerofen. So wie hier in Palm Springs.

Ich will mich ja wirklich nicht über den Sommer beklagen, doch hier geht es dann doch ein wenig zu weit! Es ist so heiß, dass selbst das Motorradfahren nur noch eine Tortur ist – selbst in Jeans und T-Shirt!
Und nein, ich habe mir meinen Wohnort nicht wirklich selbst ausgesucht: Anik war der Meinung, sie müsse unsere Firma hier ansiedeln. Was blieb mir übrig? Jeden Morgen und Abend eine Stunde von Burbank/Hollywood aus über die Wüste zu fliegen, war schließlich auch keine Lösung. Und vor allem viel zu teuer.

Ich darf mich natürlich nur leise beklagen, schließlich ist Joana nur wegen mir auch in diesen Brutofen gezogen, und das, obwohl sie eine phantastische Villa in Bel Air besitzt. Und Gabby kam sogar aus New York (wobei die wirklich selbst daran schuld ist, eingeladen habe ich sie nämlich nicht).

Langer Rede kurzer Sinn: Wie sehne ich mich nach Winter und nach den Bergen von Norwegen. (Und nach dem Meer, aber das ist ein anderes Thema.) Aber gut, ich will ja nicht meckern: Über den Wolken ist es auch ganz nett. Zumindest ist es nicht so heiß wie am Boden.

Und da ich gerade von „über den Wolken“ spreche: Morgen früh geht es tatsächlich los. Zuerst natürlich mit dem Langweilerflug nach Burbank. Eine Stunde nur Wüste unter uns. Ob wir direkt weiterfliegen, ist noch nicht ganz raus, doch ich bezweifle es. Joana ist übrigens bei diesem einen Flug noch dabei, denn sie übernachtet zwei Tage in Bel Air. Sollten wir nicht gleich weiterfliegen, bleibe ich dann natürlich noch eine Nacht bei ihr.

Ich muss zugeben, ich bin schon ein wenig nervös; es ist schon ein kleines Abenteuer, was uns da bevorsteht. Nicht etwa wegen der Flüge in den Staaten und in Europa, sondern hauptsächlich, weil wir es mit sehr vielen unterschiedlichen Menschen zu tun haben werden, und an Orte kommen, von denen wir zuvor nie gehört hat. Das gleiche gilt für die einzelnen Staaten hier: Nach einigen davon hat es mich noch nie verschlagen, das ist schon irgendwie spannend. Und natürlich habe ich auch Europa noch nie in dieser Ausgiebigkeit kennenlernen können. Was das Ganze aber noch aufregender macht, ist die kleine Chance, dass es uns vielleicht doch noch nach Asien und in den Pazifikraum verschlagen könnte.
Was übrigens alles nicht heißt, dass wir non-stop unterwegs sein werden. Es wird Pausen geben, ganz klar. Aber soweit sind wir noch nicht – es hat ja noch nicht einmal begonnen!

Mazikeen wird übrigens meine Mieterin in Los Angeles treffen und im Apartment nach dem rechten sehen, der Termin war schon länger vereinbart. (Schon geil, wenn man eine eigene Dämonin hat, die einem die nervigen Dinge des Alltags abnimmt!) Ist es doch eine der lästigen Pflichten eines Vermieters, seine Wohnung im Auge zu behalten. Aber ich schätze, den Mietern gefällt das mindestens genauso wenig wie mir …

Aber ich bin abgeschweift. Von was eigentlich? Ich fürchte, dieser Eintrag hat irgendwie gar kein wirkliches Thema und noch nicht mal einen roten Faden. Aber müssen Tagebucheinträge so etwas wirklich haben? Ich kann doch auch einfach aufschreiben, was mir durch den Kopf geht, oder etwa nicht?
Zum Beispiel, dass mir der gestrige Abend mit Zoe fast den Rest gegeben hat. Es war wirklich übel – kaum-zu-beschreiben-übel. Ich bin gespannt, wie sie das alles machen wird, wenn ich unterwegs bin. Aber ich fürchte, sie wird auch dann Wege finden, um mich zu quälen. Andererseits – übler als gestern kann es wohl kaum werden.
Es gibt mir jedoch immer wieder zu denken, dass diese Dinge ihr auch noch Spaß zu machen scheinen … Allerdings weiß ich, dass das nur so ausschaut.

Wer verstehen will, was ich meine, der sollte sehr aufmerksam „J. – Forever“ lesen. Falls es jemanden interessiert und er sich in menschliche Abgründe stürzen will.

Bei der Gelegenheit: Ein neues Buch in dieser Art ist in Arbeit, ich hoffe, der Gedanke gefällt denjenigen, die sich „J. – Forever“ zugelegt haben …
Zuerst werde ich aber wohl doch noch die deutsche Übersetzung von „She Doesn’t Do Girlfriend“ fertig bekommen. Ich muss mich eben ein wenig zusammenreißen, damit ich täglich ein paar Absätze zu Papier bringe. Ich hasse Übersetzungen! Vor allem vom Englischen ins Deutsche … In Englisch klingt alles so viel besser und sprachliche Möglichkeiten gibt es in der Regel auch mehr. Zumindest bilde ich mir das ein. Aber ich werde es zu Ende bringen, zumal mir das Buch wirklich gut gefällt. Ich hoffe nur, während der Hotelstopps werde ich tatsächlich so viel Zeit haben, wie ich es mir vorstelle. Meistens bleiben wir ja nicht nur einen Tag und ich bin sicher, dass ich kaum mehr als eine Nacht durch die Gegend ziehen werde – zumal das in dieser Scheiß-Pandemie ja ohnehin kaum möglich ist. Wir werden sehen.

Was das Nervigste an so einer Reise mit einem kleinen Flugzeug ist: Wenn du Passagiere mitnehmen musst, bleibt für eigenes Gepäck kaum Gewicht übrig. Was für mich bleibt, ist eine zusätzliche Stoffhose, eine Bluse, ein Shirt, etwas Unterwäsche, mein Handy und mein Kopfhörer, den ich mir nicht nehmen lassen. Natürlich noch ein wenig Sexspielzeug, das Maze und ich uns teilweise teilen. Für mein Notebook bekommt Mazikeen eine Hose, ein Shirt und einen Dildo weniger.

Ich frage mich sowieso, wofür Dämonen Vibratoren brauchen.

Viel Kleidung werden wir wohl nicht dabeihaben (aber größere Titten)

What’s up in California?

Heute haben wir endlich wieder Nacktfotos gemacht. Im Freien. Mitten in der Stadt.

Natürlich nicht so, dass es jemand gesehen hat, darin sind wir inzwischen ziemlich gut geworden. Ich kann es mir nicht leisten, dass sich meine Titten kreuz und quer durch das Internet arbeiten. Zuhause ja, heimlich in der Öffentlichkeit ja, im Nackttanz-Käfig im Club ja – aber das war es mehr oder weniger auch schon. Frau muss es ja nicht übertreiben!

Endlich mal wieder ein paar Innenstadt-Nacktfotos gemacht!

Morgen Abend ist es dann wieder so weit: Der erste Abend mit Zoe seit – ich weiß nicht, es ist lange her, doch für mich fühlt es sich an, als wäre es gestern gewesen. Na ja, ich sollte nicht darüber nachdenken, ich brauche meine positive Einstellung zum Leben noch für ein paar Jahrzehnte. Hoffe ich.

Apropos „brauchen“: Miranda, Anik und ich haben entschieden, dass die Weltreise abgesagt oder zumindest für einige Jahre verschoben wird. Stattdessen werden wir eine kombinierte Europa/Nordamerika-Rundreise machen und dabei unsere wichtigsten Kunden, bzw. Repräsentanten besuchen. Und zwar vermutlich mit meiner Diamond, um zu zeigen, wie sparsam und vielseitig das Flugzeug ist. (Ja, mit meiner, was bedeutet, dass ich die Reise machen werde.)

Miranda und meine Schwester bestehen darauf, dass es ein Flugzeugtyp sein muss, den wir aktuell oder in der Zukunft in unserer Flotte einsetzen wollen. Keine Rede mehr davon, dass wir mit einem Oldtimer fliegen werden, um Aufsehen und Interesse der Medien zu erzeugen. Alles wird still und leise ablaufen. Dafür werden wir die Familienangehörigen unserer Kunden einladen, damit sie auf einzelnen Etappen dabei sein können. Also werde ich Kindermädchen spielen müssen. Aber ich gebe zu, dass die Sache interessanter ist, als mit der Dash immer nur zwischen Hollywood-Burbank, Denver und Houston hin und her zu fliegen.

Eine Diamond DA62

Natürlich hängt die ganze Sache auch von der aktuellen Corona-Lage ab. Wir sind uns jedoch einig, dass wir so schnell wie möglich starten wollen, was sich für mich ziemlich gut trifft, da ich ja durch die Trennung von Gabby und den neuen Dauerfreund von Joana mehr Zeit für andere Sachen als Sex habe. Außerdem hoffe ich (SEHR!), dass sich dadurch die Zoe-Geschichte wieder bessert.

Bei uns in Kalifornien wird jetzt übrigens darüber gesprochen, eventuell im Juni wieder alles zu öffnen. Und zwar komplett. Wäre das nicht traumhaft? Aber wir wollen uns mal nicht zu früh freuen, so viel habe ich in dieser elenden Pandemie schon gelernt. Trotzdem…
Aber ich kann mich tatsächlich nicht beklagen, denn wir können wieder in Cafés sitzen. Mittlerweile sogar wieder drinnen. Und einkaufen gehen. Alles ein wenig beschränkt, doch ohne Reservierungen und das alles. Und zwar rund um die Uhr. Es fühlt sich alles schon ein wenig normaler als noch vor ein paar Wochen an.

Die Cafés sind wieder rund um die Uhr geöffnet

Wobei sich das natürlich auch ganz schnell wieder ändern kann. Aber immerhin klappt das Impfen in Kalifornien besser als in vielen anderen Staaten. Hier gibt es nicht ganz so viele Idioten. Und ab dem Fünfzehnten können auch wir uns endlich auch impfen lassen, denn dann sind alle ab 16 berechtigt. Und mit der Impfstoffversorgung läuft es auch gar nicht mal so schlecht. (Was natürlich daran liegt, dass die USA der Welt die Impfstoffe klaut, genauso wie die Briten das mit den übrigen Europäern machen.)
Also werde ich mich bald in Mazikeens Porsche setzen können und in einen Impf-Drive-In fahren. Motorräder sind dort nicht so gern gesehen (was ich übrigens als diskriminierend empfinde).

Mit dem Auto zum Impfen. Motorräder müssen leider draußen bleiben

Habe ich jetzt ernsthaft seitenweise über den Covid-Scheiß geschrieben? Eigentlich wollte ich doch nur sagen, wie geil das Wetter zur Zeit ist…

Wie auch immer…

Gibt es heute noch etwas Interessantes? Ach ja, Ken hat angerufen. Er hat jetzt das Kommando über dreißig Seeleute einer Megayacht eines Arabers. Ihm fehlen aber die Segel, sagt er. Und ich. Ich gebe zu, er fehlt mir auch. Jede anständige Lesbe hat Anspruch auf mindestens einen jederzeit greifbaren schwulen Freund, finde ich. Aber immerhin ist er auf dem Weg in die Karibik und wird uns wohl in ein paar Wochen besuchen kommen. (Vermutlich bin ich dann jedoch auf „Welt“reise. Manchmal passen die Dinge auch wirklich perfekt. Grrr…)

Die kleine Eva ist übrigens immer noch bei mir, denn Mama dreht gerade in London und das wird wohl noch ein paar Tage dauern. Gabby und ich haben uns übrigens geeinigt, dass die Kleine künftig immer bei mir sein wird, wenn ihre Rabenmutter auf längeren Drehs ist. Außerdem zusätzlich an mindestens einem Wochenende im Monat. Und ich erwäge, sie mit auf die Reise zu nehmen. Gabby hat prinzipiell nichts dagegen, solange sie ihre Tochter ebenfalls zwischendurch sehen kann.
Mit der Schule ist das kein Problem, weil Eva ihren Privatlehrer und die Privatschule ohnehin meistens nur online sieht. Corona hat in diesem Bereich einiges bewegt. Immerhin auch mal was Positives, wenn man es dann so nennen will.
Unter Kontaktarmut leidet das kleine Biest übrigens nicht, weil Eva sowohl in New York wie auch hier ein paar Freunde hat, die sie regelmäßig sehen kann. Alle aus Familien, die aufgrund der Pandemie sehr vorsichtig sind mit wem sich ihre Kinder treffen.

Einzelheiten für das alles haben Gabby und ich jedoch noch nicht besprochen, doch immerhin gibt es keine großen Meinungsverschiedenheiten, was Eva angeht. Gabby weiß genau, wie sehr das kleine Kakao-Monster an mir hängt. Was ich absolut nicht verstehen kann.

Sei’s drum.

Ich denke, jetzt habe ich mich und alle Anderen, die das hier lesen, genug gelangweilt. Aber ein Tagebuch ist nun einmal ein Tagebuch.


Tennis

Kindergeld ist für die USA ein vollkommen neues Konzept.

Nicht, dass sie es nicht kennen würden – jedenfalls die etwas Interessierteren – ein Blick über den grossen Teich genügt. 17 europäische Staaten leben seit Jahrzehnten recht gut damit. Jetzt also auch die Amerikaner. Biden sei Dank, oder besser gesagt den knappen demokratischen Mehrheiten in Kongress und Senat. Denn schließlich haben alle Republikaner – ausnahmslos – dagegen gestimmt. Jetzt bekommen alle Eltern, die weniger als 12.500 Dollar im Monat verdienen, bis zu 300 Dollar dicke Schecks. (12.500!!!) Und zwar per Kind! Geht doch!

Nicht, dass es mir persönlich gefallen würde. Vermutlich führt das zu noch mehr ungezogenen Bälgern auf den Straßen, in Geschäften und nicht zuletzt in den Restaurants, wo ich doch die vorhandenen Nervensägen schon nicht ausstehen kann!

Apropos Nervensägen …

Gabby hat mir mal wieder Kakaofresse überlassen. Sie hat mich gebeten, mich auch ein wenig um ihre Hausaufgaben zu kümmern.

HA!

Als ob! Das Biest macht Home Schooling und hat zusätzlich noch einen Privatlehrer! Was, bitteschön, soll ich denn da noch machen? Ich bin ja selbst kaum in der Lage drei Wörter in der richtigen Reihenfolge zu schreiben und von Rechnen will ich gar nicht erst anfangen!
Da gibt der Lehrer ihr die Aufgabe, drei Wörter mit der Endung „-nis“ zu Papier zu bringen. Ich helfe der kleinen Analphabetin und wir schreiben: „Kenntnis“, „Ereignis“ und „Tennis“ und werde von ihm angemault. Echt jetzt? Alles mit „-nis“. Was will der Arsch von mir?
Außerdem finden Eva und ich, dass die Aufgabe korrekt gelöst ist. Und die Kleine ist sowieso besser als ich: Wer mit 6 in der dritten Klasse ist, hat immer Recht! Ich frage mich ernsthaft, ob dieser Privatlehrer mit 6 noch im Kindergarten war! Arsch!
Oder die Sache mit den Pronomen, Adjektiven, Verben und noch irgendwas: Der Mist hat mich zwei Stunden gekostet und ich hab’s immer noch nicht kapiert!

Nope, wir brauchen nicht noch mehr Minis. Ich brauche meine Zeit für entspannendere Dinge. Und die funktionieren nicht mit einem Balg im selben Zimmer!

Bitte nicht stören!

Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

MAGA ist überall

Unity. Einheit.

Joe Bidens Rede drehte sich nur um dieses eine Thema. Keine Politik, keine Planungen, nichts was bislang die Amtseinführungsreden der neuen Präsidenten ausmachten.

Einheit als Rezept für das Wiedererlangen der unter Trump verlorenen Größe.

Wir sind eins

Nun, ich bin keine Amerikanerin. Bewahre! Ich lebe in Palm Springs/Kalifornien mit meinen Girlfriends, meinem Hund und meiner Katze. Aber ich bin keine Amerikanerin. Ich könnte eine sein – doch ich wollte nie eine sein und ich werde nie eine sein wollen. Mir „genügt“ die Green Card. Ich bin sehr stolz darauf einen deutschen Pass zu haben und was meinen englischen angeht – der war auch einmal Grund für Freude. Aber das ist hier nicht das Thema.

Der Gedanke Amerikanerin zu werden, ist für mich genauso abwegig, wie hetero zu werden.

Joe Biden ist also nicht „mein“ Präsident.

Einheit.

Ich hätte ihn gewählt, wenn ich gedurft hätte. Ich habe die Kampagne Biden/Harris unterstützt (wie vorher die von Bernie). Also irgendwie doch „mein“ Präsident?

Joe Biden, Lady Gaga, Kamala Harris

Ein wenig schon. Genauso wie der Gangster, der in den vergangenen vier Jahren das Weiße Haus besetzt hatte, ebenfalls ein wenig auch mein Präsident war – widerlich! Aber wer A sagt…

Ich muss hier immer noch – oder erst recht – mit MAGA-Hüten und Trump-Aufklebern auf Köpfen und Autos leben. Die gibt es überall. Was daran liegt, dass annähernd die Hälfte des Landes den orangen Möchtegern-Diktator gewählt hat und jetzt beleidigt ist. Genauso gibt es auch Waffen überall. Und die Todesstrafe. Alles Widerlichkeiten mit denen ich mich entschieden habe zu leben. (Ja, ich gebe zu, in meiner Handtasche lauert auch eine Sig-Sauer.)

Und alles nur, damit ich mit meinen Schauspielerinnen leben kann.

Lady Gaga, J Lo: Die schöne Seite Amerikas

Einheit.

Was hat das mit mir zu tun?

In den vergangenen vier Jahren habe ich alle Mühe gehabt, den in mir aufsteigenden Hass zu unterdrücken. Hass ist nicht gut. Hass ist hässlich. Ich will nicht hässlich sein.

In den vergangenen vier Jahren habe ich mehr als einmal täglich mein Handy und mein Tablet angeschrien. Ja, angeschrien. Wörtlich. Und alles nur, weil ich die Nachrichten gelesen habe. Das Anschreien hatte geholfen, den Hass in Grenzen zu halten.

Vier Jahre voller Widerlichkeiten

Und jetzt spricht „mein“ Präsident von „Einheit“?

In der Tat: In meinen Augen gibt es weder von Grund auf böse, noch von Grund auf gute Menschen. Unsere Farben bestehen aus einer unendlichen Palette von Graustufen. Die Basis für Einheit?

In der Tat: Ich war und bin heute noch immer wieder erstaunt, wer so alles MAGA-Mützen trägt oder sie zumindest auf der Küchenablage liegen hat. Menschen, von denen ich solche moralischen Abgründe nicht erwartet hätte. Menschen allerdings, die ganz sicher auch nicht das Capitol gestürmt hätten. Graustufen.

Moralische Abgründe

Das Problem: Menschen sind grundsätzlich dumm. Wir alle sind dumm. Mehr oder weniger. Die Frage ist lediglich der Grad der Dummheit und was sie anrichten kann.

So oder so: Der Präsident möchte, dass wir „Einigkeit versuchen“. Was schlicht „Vergebung“ bedeutet, wenn man es genau nimmt. Kann ich das?

Das Problem: Es gibt die Menschen, die in den vergangenen vier Jahren rücksichtslos ihre eigene Agenda verfolgt haben. Und es gibt diejenigen, die ihnen blind gefolgt sind: Die Dümmsten der Dummen.

Versöhnung ist denkbar, doch nicht ohne Konsequenzen für die eine, wie für die andere Gruppe.

Wie unverbesserlich sind Lemminge?

Ja, Mr. Präsident, ich werde Einheit versuchen, versprochen. „Wir müssen einander zuhören“, sagt er.

Okay, ich versuch’s, selbst wenn es mir dabei schlecht wird. Aber wer mir dumm kommt, bekommt trotzdem eine aufs Maul!

Howdie!

Zuviel zu tun.

Jedenfalls zuviel von dem, was man just in diesem Moment gerade nicht tun möchte. Wer kennt das nicht?

Klar fliege ich gerne. Es macht auch nicht weniger Spaß. Es ist nur – zuviel. Jedenfalls für den Moment.

Eigentlich möchte ich mich viel intensiver mit dem Problem beschäftigen, das ich gerade mit Joana und Gabby habe. Noch viel lieber würde ich mit Mazikeen herumreisen und mir Boote anschauen und Planungen für eine Pandemie- und USA-freie Zukunft/Gegenwart machen.

Geht nicht.

Weil ich ja mithelfen muss, Mensch und Land am Leben zu erhalten.

Schon doof.

Aber nicht mehr lange, das kann ich versprechen. Vielleicht noch über Weihnachten und Sylvester, dann ist Schluß, behaupte ich vor mir selbst.

Texas ist übrigens genauso grässlich wie immer. Das tolle Bild, dass man so oft von Houston, Dallas und den blühenden Wüstenoasen mit Kleinstadtflair im Fernsehen zeichnet, ist genauso falsch wie Trumps Presseverlautbarungen.

„Howdie!“ Wenn ich das schon höre! Dabei denkt man an endlose glückliche Rinderherden auf endlose grüne Weiden, stattdessen vegetieren die traumatisierten Viecher in den Miniboxen der hochtechnisierten Fleisch- und Milchproduktionsfabriken vor sich hin. Kein grünes Gras vohin das Auge blickt. Stattdessen leben die obdachlosen Texaner in endlosen Zeltstädten am Rand der verdreckten und zugemüllten Landstraßen. Oder, die Glücklicheren, in verrotteten Caravansiedlungen am Rand der endlosen Wüstenweiten. „Howdie!“

(Aber gegen soziale Gesundheitssysteme sind sie alle. Sowas hält zwar gesund, doch scheint wehzutun. Motto: Krank aber stolz. Ausserdem spenden ja die Kanadier ihre überflüssigen Medikamente.)

Überhaupt ist das ein tolles System: US-amerikanische Pharmaunternehmen lassen billige Medizin in Mexiko produzieren, verkaufen sie teuer nach Kanada, von wo aus sie billig an die Armen der Vereinigten Staaten verkauft werden. Damit profitiert jeder. Interessantes, virenresistentes Geschäftsmodell.

Howdie.

Wüstengruft

Gestern ist irgendwie gar nichts passiert.

Palm Springs im Winter ist zwar erträglicher als sonst, aber kein bisschen aufregender als im Sommer.

Es trauen sich mehr Rentner auf die Straße. Was immer man von dem Geklapper der Stöcke und dem Rattern der Rollatoren halten mag. Vor dem Virus kam man sich hier in den Cafés wie auf einer Palliativstation vor.

Am Samstag hatte wir 25 Grad. Im Schatten, wohlgemerkt. Und da es Wolken in der Wüste ziemlich selten gibt, kann man die Höchsttemperaturen hier getrost verdoppeln.

Alles weitere Gründe um hier zu verschwinden. Ich schätze, man muss sein halbes Leben in Bel Air gewohnt haben, damit man diese Wüstengruft ertragen kann.

Ich finde, es ist ein Muss, dass es wenigstens ein paar Monate im Jahr kalt ist. Sonst bekommt man doch den Eindruck, dass jemand das Wetter abgeschafft hat, damit Trump beim Golfspielen nicht friert. Und sind wir ehrlich: Es reicht doch, wenn wir im Winter unsere Wohnungen gnadenlos überheizen, damit wir im Wohnzimmer gemütlich ficken können.

Momentan tendiere ich doch wieder zu Europa. Ich glaube dafür, dass es an der nordwestlichen Küste von Nordamerika nur die Fjorde von Kanada und Alaska gibt, lohnt sich der Pazik mit seinen unendlich vielen, viel zu heißen Atolls nicht. Zumal man ewig braucht, um die zu erreichen. Und Asien brauche ich ganz sicher nicht. Und Australien und Co mit ihren viel zu giftigen und viel zu gefräßigen seltsamen Tieren auch nicht. Mir reichen ja schon die Schlangen, Schakale und Geier von Palms Springs.

Norwegen wäre dann wieder meine Wahl, vielleicht auch die schwedischen Berge. Schweden hätte den Vorteil, dass man dort mit Englisch weiter kommt als im Land der Fjorde. Und dass mir dann Daddy nicht ewig auf den Keks gehen würde, dass ich doch wieder zu ihm ziehen soll.

Oder ich wohne einfach nirgends und bleibe auf dem Boot. Wobei Gabby das ganz sicher nicht gefällt. Sie braucht eine Basis, meint sie. Und Joana will in Nordamerika bleiben. Und Mazikeen sagt, sie braucht Wasser vor der Tür.

Und ich will alles.

HILFE!

Gibt es denn niemanden, der mir – ganz uneigennützig – raten kann?

Blut im Cockpit

Natürlich will ich nicht aufhören zu fliegen und natürlich werde ich auch den Job in unserer Firma machen – solange es sie noch gibt. Ich mag es, kleine Airliner zu fliegen und ich liebe es noch viel mehr, privat und/oder beruflich mit meiner Bonanza herumzustreifen.

Aber frau muss sich schließlich für den Moment wappnen, in dem Trump die UBA* vollkommen ruiniert hat.

Deshalb auch die Überlegungen von Mazikeen eher ein hochseetüchtiges Boot zu kaufen, als eines, mit dem wir nur an der kalifornischen Küste herumshippern können. Und die Idee von Gabby sich eventuell daran zu beteiligen.

Ich kann ja nicht. Was so etwas angeht, bin ich vollkommen pleite. Meine alte Ketch steht immer noch in Reunion auf Reede und lässt sich nicht verkaufen, was meine derzeitigen finanziellen Mittel nicht nur bindet, sondern nach und nach weiter reduziert. So ein altes Boot kostet selbst dann Geld, wenn es eingemottet ist und zum Verkauf steht. Ich hatte einen Käufer, doch der hat sie ziemlich schnell wieder zurückgebracht: Sie war ihm zu langsam. Der Rest meines Geldes steckt in Aniks Firma und mir bleibt nur noch mein Grundeinkommen aus einem Hamburger Mietshaus.

Nein, ich will nicht meckern: Finanziell geht es mir ja gut (ich bin unabhängig, wie es so schön heißt), die Situation bedeutet lediglich, dass ich an meine Investitionsgrenzen gelangt bin.

Und jetzt macht auch noch unsere Airline Probleme. Und wieder ist das Arschloch aus Washington schuld! Na ja, nicht wirklich: Es ist ja Mirandas und Aniks Aufgabe Lösungen für die Scheiße zu finden, die dieser Gangster absondert. (Angeblich ist es ebenfalls mein Job, Ideen beizusteuern, doch ich bin Pilotin, mehr nicht! Als Unternehmerin tauge ich nicht, wie man ja in der Vergangenheit gesehen hat.)

Besonders ärgerlich ist in diesem Zusammenhang, dass unsere Firma sich gerade eine Option auf eine nahezu fabrikneue 737 NGX zum Spottpreis gesichert hat, eine Maschine, die ich in und auswendig kenne und die ich genauso gerne fliege, wie unsere Dash 8. Wir waren gerade dabei einen Major Deal mit zwei Studios in Hollywood und einem in LA zu machen, doch jetzt müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht übernehmen. Solange Trump sich im Weißen Haus an seinem Schreibtisch festbeißt, weiß kein Mensch mehr, was in den nächsten Wochen und Monaten in den UBA* passieren wird. Und wenn unsere Umsätze zurückgehen, stürzen wir mit der NGX schneller ab als ich „Wir hassen diesen Wichser“ sagen kann. Solche Kosten können wir nur tragen, wenn unsere Umsätze solide bleiben, hat mir Miranda erklärt. Abgesehen davon, scheint Anik in der momentanen Situation ohnehin Schwierigkeiten zu haben, eine Bank zu finden, die den Deal finanziert.

Solche Auswirkungen haben Trumps Widerlichkeiten!

Die Sache mit dem hochseetüchtigen Boot ist so eine Art Notnagel, wenn die Situation hier unerträglich wird. Derzeit verschlimmert sich ja alles nahezu täglich.

Leider musste ich meinem Dämon sagen, dass ich ihr momentan nicht weiterhelfen kann. Weder kann ich investieren, noch kann ich ihr bei der Auswahl ihres Bootes helfen. Blauwassertauglich oder nicht, zwei Kabinen, drei, oder vier? Wie groß? Was für ein Typ? Ich habe keine Ahnung, wir müssen beobachten was passiert. Oder sie muss kaufen, was sie für richtig hält. Ich weiß, dass sie ein Wasserdämon ist.

Zwischenzeitlich muss ich unbedingt versuchen, mir von diesem Arschloch nicht mein Sexleben kaputtmachen zu lassen.

Im Moment geht allerdings die Bluterei so richtig los, da brauche ich mich darum nicht zu sorgen, da bin ich ohnehin unausstehlich. Übrigens auch, weil ich im Morgengrauen mit der Dash rüber nach New Orleans muss. Arbeiten also auch noch! Was bedeutet, dass ich in zwei Stunden in meiner Bonanza sitze und nach Burbank fliege, wo sie stationiert ist.

Sollten heute die Krämpfe richtig losgehen, möchte ich nicht in der Haut der Passagiere und vor allem nicht in der meines Copiloten stecken!


  • UBA: United Banana Republics of America

Straßenterror

Ich weiß, das Thema nervt, doch mich nervt es noch viel mehr, glaubt mir.

Ich bete, dass diese Wahl bald vorbei ist, denn die Stimmung hier wird immer explosiver und ich kann versichern: Diese Trumpfanatiker sind so aggressiv, wie ich Amerikaner bislang noch nicht erlebt habe! Wenn ich mir vorstelle, das nochmal 4 Jahre erleben zu müssen…

Das Land ist total kaputt. Der orange Gangster hat es wirklich geschafft, es zu spalten und den Straßenterror zur politischen Waffe zu machen. Aber wem sage ich das…

Eine Zukunftsvision für Deutschland, wenn dort die AfD weiter Boden gewinnt.

Was aber nicht passieren wird, wenn die anständigen Menschen – und vor allem auch die Jugend – endlich zu den Wahlen gehen! Noch ist die Kristallnacht weit hinter dem Horizont, doch die Deutschen müssen dafür sorgen, dass sie dort auch bleibt.

Zurück nach Kalifornien: Ich kann keine verdammten Pickups mit amerikanischen Fahnen und Fahrer mit Rotmützchen mehr sehen! Es ist unfassbar, wie viele dumme Menschen es hier gibt. Wobei ich durchaus verstehen kann, dass Menschen legitime Ansprüche haben, reale Sorgen und Ängste und ein tiefes Misstrauen gegen das Establishment hegen. Doch auf einen Rassisten, Lügner und Betrüger hereinzufallen – oder seine Taten schulterzuckend zu akzeptieren – statt echten politischen Diskurs zu suchen – das ist einfach nur dumm! Dazu stehe ich.

Nicht, dass ich selbst jemals politische Diskussionen suchen würde. Ich schreibe, aber diskutiere nicht. Eine sehr bequeme Position. Spart Nerven.

Wie auch immer…

Ich mache ab morgen frei. Diese Arbeiterei hält man ja im Kopf nicht aus. Außerdem habe ich nicht vor, nochmal auf die Straße zu gehen, bis der Bürgerkrieg vorbei ist.

Ich schaffe es einfach nicht, von etwas Anderem zu reden, richtig? Ich hasse das!

Na ja, wird auch vorbeigehen.

Befriedigt und sorgenfrei

Wow! Die Geschäfte in den USA machen sich für bürgerkriegsartige Zustände nach der Wahl bereit. Sie räumen vorsorglich Waren aus den Auslagen und installieren neue Metallgitter oder lagern Holzplatten um damit am Wahltag ihre Schaufenster zu barrikadieren.

Das verleiht dem Wort „shithole country“ eine echte Bumerang-Bedeutung. In die wievielte Welt sind die Staaten inzwischen abgerutscht? Lediglich in die zweite oder mittlerweile schon in die dritte?

Der Möchtegern-Diktator im Weißen Haus macht’s möglich! (Der übrigens gerne erklärt, dass es so viele Coronavirus-Fälle gibt, weil Doktoren mehr verdienen, wenn sie „Covid-19“ auf den Totenschein schreiben.)

Es wird alles immer noch unfassbarer: Nicht nur was der Mann so von sich gibt, sondern vor allem auch was die Menschen bereit sind, ihm zu glauben.

Was übrigens alle Menschen interessieren sollte, nicht nur uns, die wir in den Staaten leben.

Nicht umsonst glauben die meisten Leute hier – Liberale wie Ewiggestrige – die USA seien das größte, beste und fortschrittlichste Land der Welt und leiten daraus einen Führungsanspruch ab. Solches Gedankengut führte in der Vergangenheit zu den schlimmsten Kriegen der Menschheit. Wer heute glaubt, die „zivilisierte Menschheit“ sei inzwischen davor gefeit, der sei gewarnt: Noch nie sind die Vereinigten Staaten davor zurückgeschreckt, für ihre Ziele Unschuldige zu opfern.

200.000 grausam getötete alte Menschen, Frauen und Kinder in Hiroshima und Nagasaki sind der beste Beweis, den es geben kann. (Und dass die Vereinigten Staaten, selbst unter Obama, sich bis heute nicht dafür entschuldigt haben.) Man muss dafür gar nicht den Völkermord an den Indianern heraufbeschwören. Und von all den anderen Kriegen, die die USA als Agressor gesehen haben, will ich gar nicht erst anfangen!

Wer glaubt da ernsthaft daran, dass ein notorische Lügner und Betrüger irgendwelche Skrupel gegenüber irgendwem hat?

Na ja, genug aufgeregt für heute.

Ich werde mich jetzt zum Wandschrank begeben und mir dort aussuchen, mit was ich mich – endlich – vergnügen werde. Tip: Meine Wahl wird sich wohl bewegen können, wird zwei (!) lange Stangen und verschiedene Aufsätze haben, und wird sich von mir mittels Fernbedienung ganz bequem steuern lassen.

Und wird dafür sorgen, dass ich heute Nacht befriedigt und sorgenfrei schlafen kann.

Seelenstriptease

Ganz Hollywood läuft mit „VOTE“-Shirts durch die Gegend und die Gaga zeigt sich sogar ultralang bebeint und ultrahoch beschuht im Tesla-Wahlvideo. Krass sexy, übrigens. Die Gaga, nicht der Bonzen-Tesla.

Gaga-Wahlvideo auf Instagram
Eines von unzähligen Gaga-Wahlvideos auf Instagram

(Besser als ihre üblichen Videos, mit denen sie nahezu ununterbrochen versucht, ihr überteuertes Make-up ihrer jugendlichen Fangemeinde anzudrehen.)

Wobei ich sagen muss, dass Lady Gaga alles in allem ohnehin ein Widerspruch in sich ist. Aus einem Auto auszusteigen, das von einem Trump-Fan gebaut wird und dabei Werbung für Vernunft zu machen… Na ja.

Auch Jennifer Aniston, Julia Roberts und Co versuchen ihren Followern politischen Verstand beizubringen, was leider schon 2016 nicht funktioniert hat. Alle vernünftigen Menschen in den USA zittern dem Wahltag (und den Tagen danach) entgegen, in der Hoffnung, dass sich nicht erneut die Dummheit durchsetzt.

Scheiß-Stimmung im Land.

Apropos Stimmung:

Ich hatte vorhin zwei Stunden Zeit um intensiv zu schreiben. Ich war relativ früh aus Redding zurückgekommen.

Leider zeigt sich immer mehr, dass ich es nicht schaffe, diese verdammte Anna-Nebengeschichte zu Ende zu bringen. Daran hänge ich jetzt schon locker zwei Jahre! Ich habe mich da wohl an ein Genre gewagt, das mir überhaupt nicht liegt: Fantasy. Das lasse ich besser. Ich werde Anik fragen, ob sie eine Idee hat, die ansonsten coole Story zu retten.

Trotzdem: Wenigstens EINE neue Kurzgeschichte sollte ich ja wohl für Weihnachten schaffen! Dann könnte ich nämlich endlich einen Kurzgeschichten-Sammelband herausbringen und so denjenigen, die immer noch E-Books boykottieren, die Chance geben, alle meine Shortstorys zu lesen.

Ich muss da wohl intensiver herangehen und vor allem über etwas schreiben, das mir leichter fällt.

Ganz sicher jedoch, wird es kein drittes J. – Buch werden, denn an J. – Forever habe ich sieben Jahre geschrieben! (Aber wenigstens bin ich mit dem Ergebnis richtig zufrieden, was noch nie passiert ist.)

Soviel übrigens zum Thema „intensive Recherche“, „Undercover-Einsätze“ und „Seelenstriptease“. Alles für ein einziges Buch. Ein sehr dickes, zugegeben.

Wie auch immer…

Nebenbei: Wer Gefallen an diesem Tagebuch hat, der kann mich gerne per Email (andrea@andrealauenburg.com) um den Link zu meinen nicht öffentlichen Kurznachrichten bitten.

Aber bitte keine Fragen per Email, ich sende lediglich den privaten Link!

Andrea/Tammy News auf Telegram. Noch mehr Privates geht nicht!

Wie man Waffen sicher aufbewahrt

Wie schön Republikaner und Demokraten bei ihren Diskussionen immer wieder das Thema „gun control (Waffenkontrolle)“ umgehen! Warum nur, warum nur?

Es ist ja auch zur Zeit kein Medienthema, um fair zu bleiben. Hier geht es um den Virus und bestenfalls noch um die „präsidialen“ Steuern. Vermutlich liegt der letzte Massenmord schon eine Woche zu lange zurück. (Wobei es, statistisch gesehen, täglich eine Schießerei mit mindestens vier Toten oder Verletzten gibt.)

Wie krank ist eigentlich ein Land, in dem es solche Inserate gibt:

„Waffen sicher aufzubewahren, rettet Leben. Hier steht, wie es geht.“ (Inserat in der New York Times von heute)

Andererseits – die größte Bedrohung der Amerikaner (wenn nicht der Welt) sitzt ja derzeit im Weißen Haus. Da kann man das Thema Waffenkontrolle schon einmal übersehen.

Ganz ehrlich: Die frei verkäuflichen Waffen und der Fakt, dass es in den USA so viele Waffen wie Einwohner gibt, zeichnet kein gutes Bild der Politiker. Auch nicht der Einwohner von Texas oder Colorado, wo gefühlt jeder Zweite eine Handfeuerwaffe mit sich herumschleppt. Es macht mir fast mehr Sorgen als der Virus. Was natürlich auch wieder Blödsinn ist. Aber wer kann sich denn wirklich von den eigenen Ängsten befreien?

(Wenn es nach mir ginge, dürften es gerne auch so viele Morde wie Einwohner sein. Etwas, für was es sich fast zu sterben lohnen würde…)

Kalifornien ist von Waffennarren umzingelt und ich werde ständig in eine dieser Kriegszonen geschickt!

Und jetzt mal schnell geschlafen, denn morgen geht es wieder nach Denver, Colorado, und ich muss noch meine Automatik ölen.

Exhibitionismus

Mist.

Die Dash fällt wohl noch länger aus. Da ist man mal happy, dass man seine Lieblingsmaschine wieder fliegen darf…

Miranda hat mich gebeten, solange die B120 zu übernehmen. Schöner Flieger, doch ich habe es rundweg abgelehnt. Das Ding ist einfach nur langweilig. Wegen mir übernehme ich die Endverteilung der Meds, doch nur mit meiner Bonanza, da weiß ich wenigstens, wie der Status des Fliegers aussieht. Ich habe es noch nie leiden können, mich fast ausschließlich auf Mechaniker verlassen zu müssen. Was ja leider bei jeder größeren Maschine der Fall ist.

Ich habe sowas von keinen Bock auf den ganzen Mist!

Party: Ist auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei! Sie kennen mich alle: Joana, Gabby, Maze. Die einzige, die noch ein wenig starrt, wenn ich nackt zwischen ihnen herumlaufe, ist Miranda. Das kann eine Exhibitionistin nicht wirklich befriedigen. Echt nicht! Wie ich die großen Clubs und die Tanzkäfige und die sabbernden Männer vermisse! Scheiße.

Ich hasse Viren!

Hier werden die Rassenunruhen übrigens immer schlimmer. Rassenunruhen – so kann man das inzwischen wirklich nennen. Und Trump gießt ununterbrochen Öl ins Feuer! Klar, seine Strategie. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und jetzt fordert er auch noch seine Anhänger auf, ihn doppelt zu wählen. Ist ja egal, ob sie dafür 5 bis 10 Jahre hinter Gitter wandern. Ich wünsche diesen Idioten ja auch die ein oder andere Lektion – doch nicht, dass sie wegen diesem Arschloch ihr Leben und ihre Familien ruinieren. Letztlich muss man sich immer wieder vor Augen halten, dass diesen Menschen einfach nur die Intelligenz fehlt, um zu begreifen was sie tun. Und wem sie da hinterher rennen. Es ist wie mit den Schwimmern, die zu blöd sind zu kapieren, wie gefährlich es ist in einem Fluss zu schwimmen. Und einmal in einen Sog geraten, ist es zu spät. Wie mit den ganzen schwachsinnigen Verschwörungstheorien. Aber an der Wahlgeschichte erkennt man mal wieder, wie skrupellos dieser Verbrecher im Weißen Haus ist. Wie war das? Die Demokraten können nur durch Wahlbetrug gewinnen? Nette Vorbereitung auf einen Bürgerkrieg.

Wie auch immer – wie heißt es so schön:

„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen und dann würde, was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.“

Das Lied ist zwar schau-der-haft, doch der Text trifft es.

Ich muss fliegen. Irgendwann werde ich ja wohl endlich meinen Exhibitionismus wieder ausleben dürfen!

Ganzkörperkondome

Entgegen landläufiger Meinung sind Schauspielerinnen Frühaufsteher. Jedenfalls meistens.

Heute Morgen haben beide angerufen. Erst Gabby, dann Joana. Das lässt nicht auf frühes Aufstehen, sondern auf spätes Zubettgehen schließen: Gabby klingelte gegen halb Eins am Morgen aus NY und Joana gegen Viertel vor Zehn am Abend aus Bel Air durch. Jeweils Ortszeit.

Dabei sollten beide doch eigentlich zeitzonenerprobt sein. Sie wollten mich nicht wecken. Als ob… Da ich ja meist die Schicht am frühen Morgen – zeitzonenunabhängig* – übernehme, ist das kaum möglich.

Wie auch immer…

Gabby fragt was sie immer fragt: „Wie geht’s Eva?“ Ich dachte ja, mir würde die Kleine auf die Nerven gehen, wenn ihre Mutter nicht da ist… Nein, das Gegenteil ist der Fall: Kakaofresse ist cool, ihre Mutter geht mir fernmündlich verstärkt auf den Keks!

Und Joana berichtet von „üblen Zuständen“ in LA. Was auch immer sie unter „übel“ versteht. Sie hätte gar nicht erst gehen sollen, meint sie. (Finde ich auch, aber auf mich hört ja keiner.) Es würde in den Sternen stehen, wann in Hollywood irgendwas weitergeht. Sie vertreibt sich die Zeit damit, notleidenden Schauspielern zu helfen.

„Ich dachte, du wolltest dich unter Männer legen?“

„Lass die blöden Witze!“

„Sex mit Maske“, grinse ich: „Gibt’s eigentlich Ganzkörperkondome mit Reservoir?“

Aufgelegt.


* Wir leben hier nach UTC-Zeit, egal wo wir sind, sonst würden wir bei den Schichteinteilungen nur Chaos erleben

Gewisse Verpflichtungen

Ken hat mich gefragt, ob…

…wir nach Jamaika abdrehen um den Raketen meiner Schwester auszuweichen oder um ihrem Rat nachzukommen.

Für gewöhnlich folge ich Aniks Ratschlägen und es braucht außerdem kein Genie wie meine Schwester um in diesen Tagen gerade den Süden der Staaten zu meiden. Mit solch gigantischen Zustimmungsraten für ihren Kriegspräsidenten, sind die USA nicht mehr nur virus-toxisch sondern auch komplett MAGA-toxisch geworden.

Nein, wir machen einen letzten Zwischenstopp in Jamaika (etwa eine Tagesreise von hier) und dann geht es ab in den puddelwarmen Südatlantik, bevor dort die Geburten der Hurrikane beginnen. Ich hoffe nur, wir schaffen das rechtzeitig.

Ziel Indischer Ozean und Australien – ganz wie Anik mir das geraten hat. Die US und Europa machen in diesen Zeiten keinen Sinn. Und Südamerika steht als nächstes auf der Corona-Liste. Also kann ich meinen Traum von Argentinien auch erst einmal ad akta legen.

Was ich am erschreckensten finde: Ich habe nicht mehr so oft Lust auf Sex am Tag!

Ob das an den Nachrichten aus der Welt, an den Umtrieben von Zoe oder an der fehlenden Zeit im Moment liegt, ist mir nicht ganz klar. Vermutlich, wie üblich, eine Kombination aus allem.

Es ist jetzt halb Eins am Morgen und ich hatte am Abend noch nicht… Nein, ernsthaft: Mit drei so tollen Frauen an Bord, ist das nicht nur schwer zu verstehen, sondern auch schwer zu verantworten.

Da nämlich alle in der Regel nur mit mir wollen, bestehen da auch gewisse Verpflichtungen. Ich sollte diese Verpflichtungen öfter mal zusammenlegen und Gemeinschaftstermine vereinbaren.

Ich werde ja schließlich auch nicht jünger!


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

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Alles eine Papierfrage

Wir diskutieren, ob wir zum jetzigen Zeitpunkt wirklich in den Golf fahren sollten.

Wirklich zur nordamerikanischen Küste…?

Sollen wir wirklich ein Land betreten, das Trump zum Hotspot einer Pandemie gemacht hat?

Bis wir die Südküste erreicht haben, hat sich vermutlich alles derartig verschlimmert, dass wir den Virus schon bekommen, ohne überhaupt an Land zu gehen. Figurativ gesprochen.

Jetzt allerdings umzudrehen und…

Panamakanal und Pazifik? Südatlantik und Australien? Oder vielleicht sogar Kap Horn?

Alles irgendwie krumm und schief und vor allem für unsere beiden Schauspielerinnen ziemlich kontraproduktiv, denn all das würde wochenlange Isolierung bedeuten – selbst wenn ihre Produktionen wieder starten würden.

„Was ich für die kommenden Wochen extrem bezweifle“, ist mein Argument. „The show must go on“, ist ihres.

Letztlich sind es ihre Jobs, nicht meine.

Aber es ist mein Boot.

Und unser aller Virus.

Aussitzen oder nicht, das ist hier die Frage.

Und dann kommt noch ein weiteres Argument hinzu: Der Klimawandel. In der heutigen Zeit habe ich irgendwie keine Lust die Hurrikan-Saison in der Karibik zu verbringen.

Alles krumm und schief.

Ausserdem bin ich mir nicht sicher, ob wir genug Klopapier an Bord haben.

Ken meinte jedoch, dass wir immer noch den Arsch ins Meer halten können.


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Digitales Leid

Gabby und Joana landen um Neun.

Die kleine Eva auch.

Noch sieben Stunden und die Ruhe hier ist vorbei. Göttin hilf!

Im Morgengrauen bereiten wir das Boot vor, um sofort verschwinden zu können.

Sofern bis dahin auch die neuen Seeleute eingetroffen sind.

Einfach weg hier so schnell es geht. Unsere gesamte Reiseplanung können wir ja komplett in die Tonne stopfen.

Inselhüpfen ist nicht mehr drin, weil wir davon ausgehen, dass sich viele kleine Staaten komplett abschotten werden. Momentan ist unsere beste Option, Kurs auf die Staaten zu nehmen, weil wir alle amerikanische Staatsbürger sind, bzw. eine Green Card besitzen.

Maze und ich haben viele Möglichkeiten diskutiert, doch für uns scheint wirklich nur die eine zu bleiben: Ab nach Norden in den Golf und an die amerikanische Südküste.

Uns bliebe noch der Panamakanal (für viel, viel Geld), denn noch ist er offen. Rüber in den Pazifik zur Westküste und nach Hawaii. Los Angeles oder die Bay Area sind in der Regel eine bessere Wahl als die zerklüftete Küste mit den Fanatikern der Südstaaten.

Nur, ganz ehrlich, was passiert wenn irgendwelche Bekloppten den Kanal dichtmachen und alle, die gerade drin sind, festsetzen? Die Chance ist gering, doch ich will keine Pferde kotzen sehen!

Ausserdem – wie sicher wird der Pazifik sein? Schon jetzt gibt es Anzeichen erhöhter Piratenaktivität im indonesischen Raum und ich möchte mir wirklich die Chance offenhalten, nach Europa zu segeln. Wenn das Theater dort einmal ein Ende gefunden hat.

Und die vielen kleinen Inselstaaten im Pazifik werden nicht anders handeln, als die in der Karibik: Tür zu, abschließen und Schlüssel wegwerfen.

Und hier über den Atlantik kann ich Europa und auch Australien erreichen. Und Südamerika, wenn z. B. Argentinien oder Chile es schaffen, die Sache unter Kontrolle zu halten.

Nein, der Atlantik scheint derzeit die bessere Wahl zu sein.

Maze, ich und der immer noch hustende Ken sitzen an Deck und genießen ein paar warme Schauer. Wie hatten wir uns auf die verdammte Karibikrundreise gefreut! Aber meckern dürfen wir nicht: Uns geht es verdammt gut, verglichen mit anderen.

Maze und ich sind nackt, wie meist, wenn keine Gefahr besteht, dass prüde Behörden uns Ärger machen. Es ist zu dunkel für ordinäre Ferngläser.

Ken hingegen hat sich eingepackt und trägt sogar einen Schal. Er will „diese verfickte Grippe“ endlich loswerden.

Kann ich verstehen. Klingt nicht lustig.

Ich bin müde. Irgendwie sogar zu müde für alles, inklusive Rumfummeln. Zu müde für alles was Spaß macht.

Ich lese zu viel Nachrichten. Das macht müde in dieser Zeit.

Ich will Sex, doch mein Kopf ist gerade in Italien, Spanien und der UK, wo gerade die Welt untergeht.

Die Welt ist digital geworden und damit irgendwie auch das Leid.


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Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

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Quo vadis, Welt?

Meine Schwester hat mich gerade angerufen und mir erzählt, dass unser Geschäft boomt.

Kein so tolles Zeichen, wenn die Leute mit Geld keine Linie mehr fliegen, sondern auf Privatjets umsteigen…

Nicht nur für die Umwelt…

Sie sagt, ich soll keinesfalls nach Deutschland reisen, wenn ich in absehbarer Zeit da nochmal herauskommen wolle.

Warum sollte ich das wohl tun?

Anik sitzt im Flieger nach NY, sie kann es sich natürlich nicht leisten im Odenwald festzusitzen. Ob sie jemanden herausholen soll? Noch geht es, sagt sie.

Göttin, wie sich das anhört! Ich bin nicht sicher, ob ich in so einer Krise lieber in Europa als in den Staaten sein würde! Andererseits… Würde ich jetzt wirklich in Trumps Amerika sein wollen?

Auf jeden Fall habe ich gerade Joana auf Knien angelegt ihr Traumschloss in Bel Air zu verlassen und zu mir aufs Boot zu kommen.

Vielleicht übertreibe ich ja, doch im Moment fühle ich mich auf dem Wasser am wohlsten. (Na gut, tue ich sowieso meistens…)

Nicht wegen dem Scheißvirus per se, sondern wegen staatlicher Repressalien oder was auch immer sich die Welt noch so einfallen lassen wird um die Reichen reicher und die Armen ärmer zu machen.

Ist das nicht immer so?

Warum mich das eigentlich alles interessiert?

Weil ich doch eigentlich nur meine Ruhe haben will!


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Das Turmdings in Paris

Ich finde, das, was zum Tequila dazugehört, immer noch am Besten.

Vor allem, weil sich dann auch gleich die Möpse verdoppeln.

Maze sagt, ich hätte Joana nochmal angerufen und ihr vorgeschlagen, sich eine Pauschalreise zu buchen, wenn ihr unser Boot nicht passt. Die Türkei wäre noch ganz akzeptabel um die Jahreszeit.

Sowas soll ich gesagt haben?

N. I. E. M. A. L. S!

Erstens ist die Türkei zu keiner Zeit akzeptabel, noch nicht mal betrunken und zweitens ist Joana Amerikanerin und wüsste nicht, was die Türkei eigentlich ist.

Wahrscheinlich würde sie ihre Kosmetikerin fragen, ob das wohl Türkei/Alabama oder Türkei/Montana sei.

Für die Amis gibt es nämlich nur  die USA (inklusive dem Bundesstaat Kanada), den Mond und seit Trump auch noch Mexiko hinter der Mauer und den Zwergstaat China zwei Meilen westlich von Apple.

Der Rest ist – well, Saudi Arabien mit dem Öl und den Kamelen, mit dieser Terror-Provinz Iran mit Mister Ferdogan und seiner Frau Putin. So hieß die doch, oder? Die, die immer die Raketen in diesen Gala-Streifen schießt?

Und Neuschwanstein direkt an dem Turmdings in Paris, wer kennt das nicht, right? Da gibts Schnitzel! Mmh!

Neuschwanstein, direkt an dem Turmdings

Berlin? Was ist Berlin? Wohnt da nicht dieser Hitler?

Anyway…

Maze sagt, Joana hätte mich „Fuckyou“ genannt. Das Thema sollten wir weiterverfolgen.