Mit Boobs und Popcorn

In jüngster Zeit ist verdammt viel passiert, und damit meine ich diesmal nicht auf der Welt. Okay, da auch. Jede Menge Katastrophen und dann dieser Irrsinn in Afghanistan. Und von den ganzen Querdenker-Idioten will ich gar nicht erst anfangen. Nein, ich meine ganz persönlich.
Joana ist nicht mehr mein Lover, sondern wieder (nur noch?) beste Freundin, diesmal mit Benefiz. Wobei ich mich mit Letzterem etwas schwertue, denke ich darüber nach, wer sich sonst noch in ihrer Möse herumtreibt. Von Gabby ist tatsächlich inzwischen nur noch Eva übriggeblieben. Ihre kleine Tochter – Sieben ist sie inzwischen geworden – habe ich allerdings auch schon eine Weile nicht mehr gesehen. Seitdem diese dämliche „Welt“reise begonnen hat, die mich irgendwie auch schon ankotzt, unter anderem auch, weil ich meine kleine Freundin Kakaofresse nur noch über Zoom sehen kann. Irgendwie auch kein Zustand.
In unser aller Haus in Palm Springs wohnen tatsächlich inzwischen nur noch Joana und ich. Eva wohnt natürlich inzwischen bei ihrer Mutter in NYC. Und Joana und ich – das ist natürlich auch eher ein Witz, denn genaugenommen steht das Haus seit Monaten leer. Ich bin auf der Reise – und mit mir mein Dämon – und Joana logiert seitdem in ihrer Villa in Bel Air. Die meiste Zeit mit ihrem neuen Stecher, wie ich höre. Die Zeit in Palm Springs hat sich erledigt. Mazikeen, mein Dämon, möchte, dass wir zusammen in ihr Haus auf Orcas Island ziehen, wobei ich mich noch nicht entschieden haben. Das hängt von so vielen Umständen, die sich im Moment gerade entwickeln. Was mich am meisten an Mazikeens Anwesen stört, ist, dass man den ganzen Sommer, wegen der ständigen Waldbrände in British Columbia und mittlerweile ja auch in Washington, das Haus nur noch mit Gasmaske verlassen kann, falls man nicht mit Lungenkrebs enden will. Es ist natürlich eine tolle Gegend fürs Segeln, oder überhaupt als Ausgangspunkt für Bootreisen, bedenkt man, dass wir einen ganz privaten Anleger hätten. Was auch Eva gefallen würden. Gabby hätte kein Problem damit, dass die Kleine viel Zeit bei mir/uns verbringen würde. Aber das Privatleben ist natürlich nicht alles.

Ich schreibe das hier in einer kleinen Bar in Barcelona, Venezuela, unweit vom Genrose A. Anzoategu Airport. Wenn ich die Schreibweise richtig in Erinnerung habe. Ich trinke schrecklich starken Espresso, und das entgegen jeglichem ärztlichen Rat. Aber das Gebräu hilft mir beim Denken. Das wäre bei mir ja nötig, sagen meine Kritiker. Ich drücke ihnen die Daumen, dass es hilft …
Mit meiner Chefin bin ich mittlerweile ernsthaft auf Sie-Oder-Ich-Basis, während Anik, meine Schwester und Hauptanteilseignerin, zu vermitteln versucht. Unsere kleine Airline ist mittlerweile ganz ordentlich gewachsen. Der Frachtbereich boomt, nicht nur auf Grund Aniks genialem Konzept der Kombination mit der Medikamentencharity und ihren guten Kontakten nach Kanada. Mittlerweile werden unsere Flugzeuge größer und meine Chefin – Miranda – hat es irgendwie geschafft, die Medikamentenverteilung mit normalem Aircargo zu kombinieren. Dank Covid-19 und den vielen Onlinekäufen ist Cargo ja inzwischen zum Riesengeschäft geworden. Aber was ich noch viel bemerkenswerter finde, ist, dass Anik und Miranda es geschafft haben, dass sie das Hauptgeschäft unserer pleite gegangen Business-Charter-Airline wieder aufleben lassen konnten! Tatsächlich konnten wir einige kleine Privatjets aufkaufen – hauptsächlich Phenom 300 und verschiedene Citation – und fliegen wieder Hollywood-Promis durch die Gegend. Wobei Joana daran natürlich auch keinen kleinen Anteil hat. Frei nach dem Motto: Hast du einen Promi, hast du alle.

Für alle Leser, die neu auf meinem Blog sind: Warum schreibe ich „unsere“ Airline? Nun, ich bin zwar nicht der größte Anteilseigner, doch auch nicht der kleinste. Und insofern, habe ich durchaus Mitsprachemöglichkeiten, obwohl mir mein Gesellschaftervertrag das ausdrücklich abspricht. Aber was kann eine Firma schon machen, wenn einer der Besitzer droht sein Kapital zurückzuziehen?
Im Endeffekt kann ich also sehr wohl mitreden, was eigentlich eine ganz nette Situation ist. Was Miranda und mich allerdings auch in diese Sie-Oder-Ich-Situation bringt.

Der Hintergrund: Ihr gefällt nicht, dass ich widerspreche und nicht mache, was sie sagt, mir gefällt nicht, dass sie überhaupt den Mund aufmacht. Vor allem, wenn sie bei Dingen mitreden will, von denen sie keine Ahnung hat. Zum Beispiel beim Thema „Fliegen“ und „Flugzeuge“. Sie mag eine tolle Betriebswirtschaftlerin und Managerin sein, doch von Aviation hat sie nicht die Spur einer Ahnung. Muss sie auch nicht, dafür hat sie ja Leute, die ihr sagen, wie diese ganze Luftfahrtsache funktioniert. Zum Beispiel mich.

Eskaliert ist das alles, als sie angefangen hat, mir vorschreiben zu wollen, mit welchen Flugzeuge ich diese „Welt“reise machen soll. Und ehrlich: Es ist mir scheißegal, welche kleinen Teufel ihr diesen ganzen Unsinn ständig in die Ohren stopfen – mit was ich fliege, ist immer noch meine Sache! Aber natürlich kommen dann ihre betriebswirtschaftlichen und marketingtechnischen Überlegungen – und nochmal ehrlich: Fick dich, Miranda, ich fliege trotzdem, was ich will. Meistens jedenfalls. Wenn ich mich breitschlagen lasse – das ist, was ein paar Mal passiert ist – wird die Sache nach kürzester Zeit unangenehm. Also fliege ich seit einigen Wochen mit meiner einmotorigen Comanche, was Miranda zum Wahnsinn treibt. Natürlich weiß ich auch warum: Wenn ich potentielle Kunden mitnehme, sitzen sie in einem sechzig Jahre alten Flieger ohne jeglichen Komfort und bangen – unnötigerweise – um ihr Leben. Miranda will, dass ich in einem ultramodernen fliegenden Computer sitze, der den Komfort eines BMW X 150 oder wie die Dinger heißen, bietet. Da scheiden sich dann unsere Meinungen. Wenn es um General Aviation geht, können bei mir die Flieger gar nicht alt genug sein. Ich habe viel zu lange 737NG und auch 777 geflogen, um Bordcomputer toll finden zu können. Und wenn ich um die Welt fliegen soll, dann will ich das Gefühl haben, wirklich zu fliegen und nicht einem Computer zuzuschauen, wie das in den großen Airlinern der Fall war.

Aber da kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema, nämlich die Anschaffung eines ersten 737-Frachters, wie es Miranda schon seit geraumer Zeit im Kopf herumgegeistert ist. Und Anik natürlich auch. Beide träumen nämlich seit geraumer Zeit von einem richtigen Hub-System, um die Verteilung von Medikamenten effektiver und vor allem kostengünstiger zu machen. Bislang wurden eine, später zwei Kurzstreckenmaschinen vom Typ Dash8 Q400 eingesetzt, um Spenden in Kanada einzusammeln und zum Verteiler in Palm Springs zu bringen. Alte Passagiermaschinen, wohlgemerkt, was für diesen Zweck zwar möglich war – Medikamente wiegen nicht viel und in unseren Mengen nehmen sie auch nicht viel Platz weg – doch dadurch, dass wir keine zusätzliche Fracht mitnehmen konnten, war das auf Dauer nicht gerade wirtschaftlich, vor allem, seitdem ich mich weigerte, weiterhin die Einstellung, Schulung und Kontrolle neuer Piloten zu übernehmen. Dafür musste ein neuer Captain eingestellt werden und Line Check Captains sind teuer. Sehr teuer. Und wie ich hörte, hat Miranda den Aktuellen gerade gefeuert. Warum, weiß ich nicht, doch ich vermute, dass es ihr hinterher, nach einem Blick auf seine Honorarabrechnungen, gar nicht so unrecht gewesen war. Leider steht sie jetzt ohne da, was den mittelfristigen Betrieb der beiden Q400 und der kurzfristig angepeilten zwei 737BCF ernsthaft gefährdet.
Und natürlich komme ich ihr sofort wieder in den Kopf. Zumal ich mich ohnehin weigere, eines ihrer hypermodernen Verteilerflugzeuge zu fliegen, und sie stattdessen Angst haben muss, dass die geplante Marketing“welt“reise dadurch zu einem werbetechnischen Disaster wird.
Nun hat sie mich einmal zu etwas „überredet“, weil sie mir in einem schwachen Moment ihre Finger in die Möse gesteckt hat – ein zweites Mal passiert das nicht. (Weder das Überreden, noch das Ficken.) Aber mit mir hätte sie, nach dem einen oder anderen Auffrischungskurs, einen Check Airman sowohl für die Dash als auch für die 737.

Merkt man mir eigentlich meinen derzeitigen Frustrationszustand an?

Ja, ich ärgere mich tatsächlich gewaltig, dass ich meine kleine, (fast) heile Bootswelt verlassen habe, um in die Luft zurückzukehren. Und dass ich so viel Geld in diese elende Airline investiert habe. Das mit der Fliegerei hat nämlich einen gewaltigen Nachteil: Man muss zu viel Zeit auf dem Boden und zwischen Menschen verbringen. Auf einer Yacht kann man nämlich so tun, als ginge einem der ganze Scheiß, den die Arschlöcher um einen herum verzapfen nichts an. An Land ist das eindeutig schwieriger. Vor allem, wenn politisch gesehen, um einen herum alles vor die Hunde geht. Leute wie Trump, Johnson und Gauland tauchen auf, verbreiten Hass und Rassismus auf der Welt, während Feminismus-Terroristinnen kreischend außer Rand und Band geraten. Und dann dieser Virus … Und dieser Klimawandel … Ich bin zur falschen Zeit an Land gekommen. Mazikeen meint dazu, ich wäre doch nun in meinem Leben wirklich genug geflogen und es wäre Zeit erwachsen zu werden, zurück aufs Wasser zu gehen und sich nicht mehr mit dem Scheiß, den Andere verzapfen, abzugeben. Sie hat leicht reden, sie ist ein Höllenwesen und muss sich deshalb nicht über menschengemachten Scheiß aufregen.
Im Prinzip gebe ich ihr ja durchaus recht: Wenn die Dumpfbacken dieser Welt nicht kapieren, dass Rassismus keine Lösung, sondern die Ursache des Problems ist, wenn Feministinnen nicht verstehen, dass Gendern Sexismus ist, wenn die Menschheit kein Interesse hat, sich vor der Klimakatastrophe zu retten und Virusleugner und Impfgegner sich selbst und Andere töten – alles nicht mein Problem. Ich kann mich jederzeit mit meinen Lieben auf ein Boot zurückziehen und aus der Ferne, mit einer Tüte Popcorn in der einen Hand und einer Titte in der anderen, zuschauen. Und es zwingt mich ja auch keiner, die Gendersprache zu benutzen.
Warum das alles nicht mein Problem ist? Weil ich nicht lange genug lebe, um die wirklich ernsten Konsequenzen mittragen zu müssen. Und weil ich weit weg sein werde, wenn sich die Katastrophen nähern. „Gesunder Egoismus“, nennt Mazikeen das. Und was geht mich das an, wenn künftige Generationen unsere Rücksichtslosigkeit ertragen müssen? Niemand zwingt die Menschen, Nachwuchs in diese sterbende Welt zu setzen. Ich tue es nicht, Andere tun es nicht und wenn Leute Kinder bekommen, müssen sie schließlich wissen, dass sie Nachwuchs nur aus Egoismus produzieren. Weil Babys so süß sind und sie glauben, dass zwei Menschen mit Hund und Katze keine Familie sind. Ihr Pech. Ich weiß schon, warum ich Eltern nicht leiden kann. Und ich habe mir fest vorgenommen, keine mehr zu ficken. Dass auf den Ozeanen ein paar mehr Stürme blasen als früher, macht die ganze Sache nur spannender. Und was sollte ich gegen wärmeres Wasser haben. Was die Verschmutzung angeht: Der ganze Plastikmüll landet in größeren Mengen sowieso hauptsächlich an den Stränden und baden kann ich auch vom Boot aus.

Ich habe meine Tage. Merkt man das?

Wie bunt ist bunt?

Ich kann mir nicht helfen, doch ich fand die Frau schon ziemlich cool.

Sie war zwischen 50 und 60 Jahre alt, also laut heutiger Definition mitten im Leben stehend. Ihre Aussage bei der Umfrage fand ich ziemlich beeindruckend: „Früher gab es nur zwei Geschlechter, heute, glaube ich, schon drei. Ich schätze, in den nächsten Jahren kommen wohl noch ein paar dazu.“

Ich musste so lachen.

Nicht etwa über die Frau, oder über ihren Gedanken, sondern dass es jemand so perfekt auf den Punkt bringt und ich die Gesichter so vieler Buchstabensammler aus der ehemals noch übersichtlichen LGBT-Gemeinde quasi vor mir sehen kann. Ich selbst habe, offenbar genauso wie die befragte Frau, längst aufgegeben, dabei noch durchzublicken. Obwohl es ja eigentlich ganz einfach sein sollte, wie unlängst jemand meinen Artikel „Einbahnstraße Feminismus“ kommentierte: „Selbst ich als CIS-Mann verstehe das. Es ist ganz sicher keine Raketenwissenschaft.“ Nein, ist es nicht, denn Raketenwissenschaften verstehe ich als Pilotin zumindest ansatzweise. Aber was, zum Teufel, ist ein CIS-Mann?*

In das einst so klar umrissene LGBT, drängen immer mehr Queer-Gruppen und verlangen eine Beteiligung an der Überschrift, die sich dadurch mittlerweile wie ein Randgruppen-Alphabet liest. Ich möchte mich jetzt lieber nicht über den Sinn und Unsinn von unverständlichem Buchstabensalat auslassen, sondern eher über das nachdenken, was die mutige Frau in der Umfrage so treffend auf den Punkt gebracht hat: Brauchen wir das alles wirklich? Was kommt als Nächstes? Ein „F“ für Fetischist, ein „M“ für Masochist, ein „S“ für Sadist, ein „P“ für Polyliebhaber, ein weiteres für Pferdchen, ein „F“ für Fußfetischist? (Vorschlag: Wenn sich die Buchstaben wiederholen, hängen wir einfach eine Zahl dran.)
Ein dummer Witz? Mitnichten, denn das alles sind Menschen, die so oft sagen, „Hier stehe ich und kann nicht anders“. Schon einmal gehört? Haben diese Gruppen keinen Buchstaben verdient? Sind Masochisten (M) oder Subs (S) etwa weniger wert als Nonbinäre (N) oder Agender (A)? Ich vögele in der Regel auch durch die Gegend, und lebe selten mit nur einer Frau zusammen, ich brauche aber deswegen keinen eigenen Buchstaben. Und schon gar kein eigenes Geschlecht.

„RMF“ für rauchende, masochistische Fetischistin

Ich kapier’s nicht. Ich, als (ehemalige) Grünen-Wählerin in England, kapier’s nicht! Daher kommt übrigens auch das „ehemalige“. Wer heutzutage „grün“ ist, muss auch die Buchstaben verstehen – und wenn schon nicht verstehen, dann doch wenigstens akzeptieren. Und natürlich auch den ganzen Terror-Feminismus, den die einst bunte Quotenpartei propagiert… Wer da nicht mitzieht, oder in Deutschland gar das generische Maskulinum benutzt, ist – zumindest macht es zwischenzeitlich diesen Eindruck – nicht einfach anderer Meinung, sondern ist ein äußerst unliebsamer Zeitgenosse, ein Gegner gar. Nein, für mich hat die Farbe Grün heute einfach zu viel Ähnlichkeit mit Braun bekommen. Nicht, dass das bei anderen „fortschrittlichen“ Parteien anders wäre…

Wen wundert da eigentlich noch der wild wuchernde Populismus? Wenn ich, als bekennende Feministin, nicht mehr sagen darf, dass Männer und Frauen verdammt verschieden sind, wenn ich nicht mehr anzweifeln darf, ob es Sinn macht, wenn Frauen nachts im kurzen Kleidchen durch einsame, dunkle Hinterhofstraßen wandern, oder ich feststelle, dass ich kein Problem damit habe, dass mir ein Mann auf den Arsch haut, wenn er auch die anschließende Ohrfeige aushält, dann stimmt in dieser Gesellschaft tatsächlich Einiges nicht.
Und angehende Schauspielerinnen, die sich ficken lassen, um einen Job zu bekommen, nur um danach… Nein, den Kommentar spare ich mir an dieser Stelle, dazu komme ich in einem anderen Eintrag, das sind zu viele Baustellen auf einmal.

Warum soll Frauen mehr geglaubt werden als Männern?

Ich wäre gar keine Feministin, wird geschrieben. Ich wäre vielmehr eine reaktionäre Sklavin des Patriarchats. Wow! Wenn ihnen sonst nichts mehr einfällt, werden meine Geschlechtsgenossinnen (und -genossen?) gerne zu Fremdwortspezialistinnen.

Aber sind Sternchen in Wörtern und Schauspielerinnen, die sich an die Spitze ficken, wirklich wichtiger, als dass Frauen nach einem Herzanfall erst eine Stunde später ins Krankenhaus kommen, weil ihre Symptome andere sind und es kaum jemand weiß? Dass Medikamentendosierungen in den Packungsbeilagen auf Männer abgestimmt sind und den unterschiedlichen Körperfettanteil von Frauen nicht in Rechnung stellen? Dass weibliche Dummys bei Crashtests in der Regel auf den Beifahrersitz gesetzt werden, und Frauen dadurch bei Unfällen als Fahrerin häufiger sterben? Dass die Schlangen vor Frauenklos länger sind, weil ihnen für die naturbedingte Sitzpinkelei nur der gleiche Raum als Männern eingeräumt wird und nicht etwa, weil sie mehr Zeit brauchen? Dass Bürotemperaturen auf den durchschnittlichen Männerkörper abgestimmt sind? Und so weiter und so fort.
Ja, ja, ich weiß: Zuerst die zugrunde liegenden historischen Ursachen behandeln und nicht die Symptome… Blablabla… Ich fühle mich in keiner Weise gesamtgesellschaftlich weniger beachtet, die Zeiten sind vorbei, ich stehe nur nicht gerne in langen Schlangen am Weiberklo an! Und dass mir jetzt bloß keiner mit Unisexklos kommt, wir sind hier nicht bei Ally McBeal!
Es wird lediglich Zeit, die althergebrachten Rollenungerechtigkeiten abzuschaffen. Und dafür brauchen wir Handlungen und keine Sternchen. Und schon gar keine grünen oder roten Politiker, die sich anhören, als würden sie sich bei jedem dritten Satz am Doppelpunkt verschlucken.

Genaugenommen entwickeln sich grüne und rote Parteien tatsächlich zu dem, was ihre rechten Kontrahenten ihnen vorwerfen: Sie werden zu Ausschlussparteien. Wer nicht mit der Parteilinie übereinstimmt, wird angefeindet, verleumdet und er/sie/es wird mundtot gemacht. Wobei sich mir dann immer die Frage stellt: Wer legt eigentlich die „Parteilinie“ fest und wer gibt grünen und roten Aktivisten das Recht, ihre eigenen Ansichten als die Vollendung von Frauen- und Minoritätenrechten zu reklamieren und ihre politische und gesellschaftliche Umsetzung mit Mobmentalität zu betreiben?

In dieser Hinsicht sind grün-rote und schwarz-braune Aktivisten und Sympathisanten kaum noch voneinander zu unterscheiden. Sei es in Europa oder den USA. Dass sich im grün-roten Morast mehr scheinbar intelligente Frauen sammeln als im schwarz-braunen Sumpf, macht die Sache für mich nicht akzeptabler: Es ist vollkommen egal, wer im Endeffekt dafür verantwortlich ist, dass Stimmen unterdrückt und Menschen und Meinungen mundtot gemacht werden; die Ergebnisse sind immer gleich: Hetze, Ausgrenzung und Verfolgung.
Die sozialen Medien machen das heute besonders einfach.

Ohne Worte

Für mich jedenfalls sind Frauen und Männer so unterschiedlich wie zwei Geschlechter nur sein können – und das nicht nur in optischer Hinsicht. Ich wehre mich gegen jede Form von Gleichmacherei und ich habe nicht vor, mich dem grün-roten Feminismusdiktat zu unterwerfen und mich von Leuten erziehen zu lassen, denen ich jegliche Kompetenz in Geschlechterfragen** abspreche, weil sie die Realitäten der Gesellschaft längst aus den Augen verloren haben. Als Frau, die Frauen liebt (das L in LGBTxyz) und als Frau, die im Leben „ihren Mann“ steht (das P in Pilotin und das A in Autorin), unterwerfe ich mich weder linkem noch rechtem Meinungsdiktat. Wer Beschimpfungen und Ausgrenzungen als Mittel des politischen Diskurses betreibt, der verspielt damit sein Recht als Demokrat*** ernst genommen zu werden.

In den sozialen Medien stelle ich mich solchen Diskussionen längst nicht mehr. Aus Prinzip antworte ich nicht mehr auf hämische Kommentare oder aggressive Nachrichten. Ich schreibe meine Blog-/Tagebucheinträge und wer sie nicht lesen mag, der muss es nicht und wer meint, sich in hässlichen Anfeindungen echauffieren zu müssen, hat jede Möglichkeit dazu.
Ich jedenfalls diskutiere meine Äußerungen nur noch im richtigen Leben mit richtigen Menschen und auch nur mit solchen, die immer noch an den bunten Idealen der 70er, 80er und 90er festhalten und andere Ansichten und Ideen respektieren.

Was jetzt nicht bedeutet, dass mir ein Typ ungestraft an den Arsch fassen darf!

Meine Titten gehören mir. Frauen sind völlig anders als Männer und doch so gleich. Wir brauchen keine Sternchen und keine neuen Buchstaben – wir brauchen grüne und rote Parteien, die sich endlich wieder auf ihren ehemaligen Grundwert der Diversität besinnen.

* Vorsicht: Ironie bzw. Sarkasmus. Heute muss man so etwas ja leider erklären, wenn es nicht irgendwelchen Parteilinien entspricht
** Solchen „Geschlechterfragen“ werde ich mich in späteren Einträgen eingehender widmen
*** Vorsicht: generisches Maskulinum!

Ganz ehrlich? Nein!

Ich lese das neuerdings immer wieder: Wir sollen einander zuhören. Den Anderen ausreden lassen. Versuchen, ihn zu verstehen.

Ganz ehrlich? Nein!

Ich sehe ein, dass es verschiedene Meinungen geben kann und muss. Ich sehe auch ein, dass manche Gedanken fundierter sind, aber sie deswegen nicht richtiger sein müssen. Aber muss ich mir deshalb die „Meinung“ von einer Person anhören, die einen anderen mit „Der gehört standrechtlich erschossen!“ beschimpft?

Ganz ehrlich? Nein!

Auch bei Menschen, die nicht unbedingt gleich zu Beleidigungen und Morddrohungen greifen, liegt die Sache manchmal nicht besser.
Ich höre mir durchaus auch schon einmal Argumente von Republikanern an. Ich höre mir sogar Argumente von Menschen an, die politisch den Äußerungen von Trump nahestehen. Wo es bei mir allerdings aufhört, sind Leute, die Gestalten wie Trump wählen. Warum? Ich kann niemanden akzeptieren oder gar achten, der Lügner und Bullys wählt. Da hört es dann einfach auf!

Lasst es euch schmecken

Ähnlich ist es mit Anhängern von solch extremen Verschwörungstheorien, wie die von QAnon. Hier geht es schlicht darum, dass jede Diskussion überflüssig ist. Wenn jedes Argument gegen die Verschwörungstheorie als Beweis für die Verschwörungstheorie genommen wird, dann wird jede Unterhaltung sinnlos.

Ich könnte noch eine ganze Reihe weiterer Beispiele nehmen, könnte von Rassisten reden, oder von Nazis und ähnlichen Menschen. Doch das ist sinnlos, wirklich sinnlos, denn solche Leute sind Argumenten nicht zugänglich.

Wer erfindet die beste Verschwörungstheorie?

Ich will nicht mit ihnen reden, ehrlich!

Aber vermutlich liegt meine Sprachlosigkeit, bzw. meine fehlende Diskussionsfreudigkeit, auch daran, dass ich generell keine Lust auf Gespräche habe. Egal mit wem, egal über was.

Ich schreibe, was ich denke. Wenn Leute es lesen möchten, können Sie das tun. Wenn nicht, dann lassen Sie es.

Aber diskutieren?

Ganz ehrlich? Nein!

Manchmal hat die Dummheit keine Grenzen. Da hört es dann einfach auf.

Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Ich stehe auf Handarbeit

Jetzt ist es also soweit: Die Trumpblase ist geplatzt.

Allerdings werde ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, es wird sowieso schon alles gesagt und geschrieben. (Mehr dazu auf meinem Telegram-Newschannel)

Vielleicht nur noch so viel, dass wir alle mit Entsetzen die Geschehnissen in Washington vor dem Fernseher unseres Nachbarn verfolgt haben. Ausnahmsweise – wir selbst besitzen kein TV. Aber wir befinden uns in Zeiten, in denen man das aktuelle Geschehen nicht einfach ignorieren kann.

Ansonsten musste ich mir die Diamond tatsächlich antun. Sie zwangen mich einen Probeflug zu machen und ernsthaft darüber nachzudenken. Dass Erste habe ich gemacht, am Zweiten hapert es noch. Was für einen Sinn macht es, ein Flugzeug zu „steuern“, das dir sämtliche interessante Arbeit abnimmt? Ich stehe auf Handarbeit. Ich glaube, wenn es in den Dingern Heizung gäbe und es nicht ewig dauern würde von A nach B zu kommen, würde ich einen Doppeldecker aus den 20er Jahren fliegen.

FADEC, dass ich nicht lache! Ich will, verdammt nochmal, selbst entscheiden, wieviel verdammte Luft zum Atmen ich den verdammten Motoren erlaube und welche Stellung die verdammten Propeller einnehmen sollen! Und ich will keine verdammten, schicken Riesenbildschirme mit vielen verdammten Farben, sondern verdammte, alte Rundinstrumente mit richtigen Zeigern, auf die man, verdammt nochmal, klopfen muss, um zu sehen ob die verdammte Nadel hängt. Und verdammte Mercedes-Dieselmotoren will ich schon überhaupt nicht! Herrgott nochmal, ist das so schwer zu kapieren?!?

Ein Lichtblick: Miriam hat angerufen und gefragt ob wir Lust auf Dinner haben.

Auf Dinner eigentlich nicht…

Dauerbeschallung

So, nun ist es also fast offiziell: Trump is out!

Man kann das kollektive Aufatmen fast körperlich spüren. Einatmen ist ja nicht so angeraten derzeit. Wegen Covid und so.

Ich habe das Gefühl als müsse ich deswegen ständig tanzen (was ich aus weniger politischen Gründen aber ohnehin tue). Die einzigen Zeiten zu denen ich nicht herumzappele sind beim Lesen, in der Oper, in der Luft und beim Segeln.

Ansonsten lässt mich der Rhythmus einfach nicht los. Geht beim Aufstehen los: Fast die erste Handlung ist nach den Ohrhörern greifen. (By the way: ich brauche wasserdichte. Mental notice.) Fast, weil zuerst der Griff nach irgendwelchen verfügbaren Titten verpflichtend ist.

Geht wirklich den ganzen Tag: Beim Schreiben, Essen, Shoppen, Gassigehen, Baden, Zähneputzen, Fotografieren, bei Rollenspielen (nicht „Spülen“, igitt, wer macht denn sowas) und bei Allem, was ich sonst noch so treibe.

Zuhause bläst Musik entweder aus der Streaming- oder – besser – aus meiner Plattenspieler-Röhrenanlage. Falls es irgendwem zu laut ist, sind Ohrhörer gefragt (ich sage nur „Melomania“) oder, noch besser, meine Sennheiser-Kopfhörer. Geschlossene natürlich: Wen interessiert schon das dumme Gequatsche der Mitmenschen! Ich habe auch kein Problem damit, sie unterwegs zu tragen; sexy bin ich damit immer noch. Und selbst wenn nicht: Musik ist wichtiger als alles Andere. Ja: Alles. Sex kommt danach (oder dabei, wie man’s nimmt).

Immer, wenn meine Chefin mit mir redet, gestikuliert sie, dass ich gefälligst die Ohrhörer rausnehmen soll. Wenn mir danach ist, drehe ich die Lautstärke etwas runter.

Die Dauerbeschallung macht übrigens schwerhörig. Angeblich. Sogar taub, wie meine Umwelt behauptet. Ist eine gute Ausrede, um die Menschen um mich herum selbst ohne Musik zu ignorieren.

Angeblich ist mein Musikfimmel der Grund, warum die Weiber hinter mir her sind und ich die freie Auswahl habe: weil ich von morgens bis abends mit den Hüften wackele. Dadurch natürlich auch mit dem Arsch. Und bei Clubmusik hüpfen zusätzlich die Titten. Vor allem, weil BHs für mich bestenfalls akzeptabel sind, wenn ich für Halbnackt-Fotos posiere.

Na ja, jetzt habe ich einen weiteren Grund zu tanzen: Danke, Mr. Biden.

J. – Forever, mein Plattenspieler und ich

Mehr von mir hier:

Schräglage

„Keine Segelboote mehr. Oder wenn, dann bezahl sie selbst aber erwarte nicht, dass wir für mehr als einen Tagesausflug an Bord kommen.“

„Hä? Spinnst du?“

„Das kommt von uns beiden: Joana und mir“, erklärt Gabby.

„Was soll der Mist?“

„Wir haben genug davon, die Tage und Nächte in Schräglage zu verbringen. Das ist nicht mehr witzig!“

„Ich finde schon.“

„Wie gesagt: Bezahl die Boote selbst und segle alleine.“

Hmh…?

„Und was sagst du dazu?“, frage ich meinen Dämon.

Doch Mazikeen zuckt nur mit den Schultern: „Nicht meine Baustelle.“

„Du bist eine verdammte Seglerin!“

„Ich bin ein verdammter Dämon.“

Die sind alle verrückt geworden: „Lest ihr eigentlich die verdammten Nachrichten? Seht ihr nicht, was in diesem Land los ist? Diese elenden MAGA-Dummköpfe verlieren jeden Tag mehr Hemmungen! Das gesamte hirnlose Ungeziefer ist unterwegs!“

„Hier in Palm Springs?“, fragt Gabby trocken.

„Vielleicht nicht unbedingt hier…“, gebe ich zu: „Aber sonst…“ Mir fällt nichts Brauchbares ein: „…sonst überall!“

„Und was hat das mit Segelbooten zu tun?“

„Ich will hier weg!“, fluche ich.

„Reisende soll man nicht aufhalten“, meint Gabby gleichgültig.

Fuck!

Poolgedanken

Falls jemand wissen möchte, was aus Zoe geworden ist: Sie ist ein Opfer von Covid-19 geworden.

Nein, nicht sooo. Sie ist schlicht verschwunden, doch ich mache mir keine Illusionen: Egal wo sie sich gerade herumtreibt – sie schmiedet Pläne für ihre Rückkehr. Und ich möchte nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn sie hier wieder auf der Matte steht!

Zwischenzeitlich mache ich das Beste daraus, genieße meine neue Freiheit und erfreue mich an der Tatsache, dass es derzeit keinen einzigen Ort auf der Welt gibt, an den sie sich zurückgezogen haben könnte: Die Viren sind überall und haben Zoe das Betätigungsfeld entzogen. Sie hat ihre Daseinsgrundlage verloren.

Wobei natürlich ihr Verschwinden ein Grund weniger für mich ist, mich erneut auf ein Boot zurückzuziehen. (Was mich jedoch ganz sicher nicht daran hindern wird.)

Bis dahin werde ich Miranda noch ein wenig im Vorweihnachtsgeschäft aushelfen. Eigentlich dachte ich ja, um diese Jahreszeit wäre kaum etwas zu tun, doch da habe ich mich wohl gewaltig vertan: die Menschen gehen immer weniger zum Arzt, weil sie Angst haben, sich dort den Virus einzufangen. (Eine Angst, die gar nicht so unberechtigt ist, wie mir ein Arzt heute versichert hat.) Umso mehr sind sie aber auf billige Medikamente angewiesen, die sie unkompliziert bekommen können, d. h. in der Regel, dass sie ihnen von privaten oder staatlichen Initiativen an die Haustür gebracht werden.

Da kommt dann unsere Dash ins Spiel. Nachdem die Banken uns nun auch noch einen Deal für einen 737-Frachter haben platzen lassen, fliegt unsere arme Bombardier Überstunden, wofür Miranda nach wie vor die Piloten fehlen. Es ist eine ganz schöne Plage, Berge von Medikamenten in Kartons auf Sitzen festgebunden zu transportieren, statt sie auf Paletten in den Bauch eines Frachters zu verladen. *seufz (Gar nicht davon zu reden, wie schwierig und langwierig Zollkontrollen werden.)

Wie auch immer…

Die Moody habe ich mir immer noch nicht angeschaut. Sie liegt brav vertäut in ihrer Marina und Mazikeen geht mir damit auf die Nerven, dass sie dort nicht ewig bleiben wird. Jaja…

Ich weiß nach wie vor nicht, ob es Kanada oder Europa werden wird. Einerseits – ach was, nicht schon wieder! Ich sollte mir darüber erst einmal im Stillen klarwerden. Es ist ja nicht so, dass uns jemand in absehbarer Zeit aus Palm Springs vertreiben würde und die Rotmützen sind auch etwas leiser geworden: Sie scheinen in einer Art Post-Election-Blues zu stecken. Mir ist das mehr als recht. Aber ich mache mir auch keine Illusionen: Jede depressive Phase findet irgendwann ein Ende, selbst wenn es nur vorübergehend ist. Spätestens zum Treffen der Wahlmänner werden sich die Trumpers wieder lautstark Gehör verschaffen und dann erneut beim Auszug ihres Idols aus dem Weißen Haus. Er wird schon dafür sorgen.

Bis jetzt jedenfalls, ist es auf den kalifornischen Straßen ruhiger als erwartet geblieben. Derzeit könnte man fast in einer nächtlichen, schwach beleuchteten Seitengasse von LA ficken, ohne Wachen aufstellen zu müssen. Völlig nackt kann man das, aufgrund der Temperaturen, jedoch nur tagsüber und auch nur hier in Palm Springs. Nachts wird es in der kalifornischen Wüste schon weihnachtlich kühler, wobei das Quecksilber heute Mittag schon wieder fast an der 30er Marke gekratzt hat. Für nackt am Pool zu liegen hat es immerhin gereicht.

Wobei ich mich inzwischen schon ins Haus zurückgezogen habe. Am Abend ist Schluss mit lustig. Da funktioniert Nacktsein nur noch beim schweißtreibenden Joggen. Aber obwohl ich durchaus nichts gegen fliegende Titten habe: nicht bei bewegungsintensiven Sportarten.

Joana kommt

Ich habe mich von unserer kleinen Feier verabschieden müssen, ich bin einfach zu müde. Jetzt sitze ich in meinem Zimmer und schaue raus aufs Meer. (Ja, unsere Suite hat Zimmer. Solange ich es nicht bezahlen muss…)

Die Stimmung ist ohnehin etwas gedrückt, weil wir uns nicht einigen können, wohin unsere Reise gehen wird. Außerdem gefällt es keiner von uns, dass Joana nicht hier ist, bzw. nicht mit uns geht.

Schon komisch, wenn mehrere Frauen so gut miteinander können…

Gabby stimmt allerdings mit mir überein, dass es höchste Zeit ist hier zu verschwinden – Biden hin, Biden her. Die Luft in den Staaten ist verseucht und verpestet und keine von uns hat Lust den Scheiß noch weiter einzuatmen.

Joana hingegen ist wie immer optimistisch und ist überzeugt, dass die Dinge sich jetzt zum Positiven ändern werden. Biden wird es schon richten.

Mein Problem mit den USA ist allerdings ein schwerwiegenderes: Die Menschen hier sind größenwahnsinnig und das wird auch der neue Präsident nicht ändern! Außerdem ist die Spaltung der Gesellschaft so groß geworden wie nie zuvor. Ich glaube, das Erste, was die Leute sich fragen, wenn sie einen Menschen sehen, ist, ob er Demokrat oder Republikaner ist und danach richtet sich dann alles weitere. Nicht wie früher, als man ganz unschuldig darüber nachgedacht hat, wie er oder sie wohl beim Masturbieren aussieht.

(Ich sehe übrigens geil dabei aus, so richtig mit Räkeln, Zucken und lautem Stöhnen und so.)

Außerdem bin ich weder Republikanerin noch Demokratin, falls es jemanden interessieren sollte. Ich bin Grüne. Schon immer gewesen. Und ja: die gibt es auch in den USA. Und in England. Und in Deutschland, klar.

Abgesehen davon, dass ich nicht mit allem übereinstimme, was grüne Politiker so von sich geben, bin ich mit meiner Einstellung ganz zufrieden. Nicht, dass ich besonders engagiert wäre, bewahre, nichts liegt mir ferner. Aber jeder braucht doch so eine Art politische Heimat. Außerdem ist grün heute eine meiner beiden Lieblingsfarben. (Die andere ist orange. Kaum zu glauben, oder?)

Wobei mir aufgefallen ist, dass grüne Vibratoren echt schwer zu bekommen sind. Warum? Weil grüne Weiber durchweg befriedigter sind? Oder einfach nur flinkere Finger haben?

Ich habe für Bernie gespendet, dann für Biden. Beides nur, damit Trump endlich in das Klo der Geschichte gespült wird. Sonst spende ich für Obdachlose. (Jeder sollte ja ein Thema haben, für dass er regelmäßig ein wenig von seinem Schwerverdienten abzweigt, richtig? Seien es nun ein Dollar oder tausend. Der Gedanke macht’s.)

Jetzt gerade habe ich wieder die Finger zwischen meinen Beinen. Die von der linken Hand, die Schmerzen in der Schulter sind weniger geworden. Mit der Rechten tippe ich auf dem Handy, wobei ich immer mehr korrigieren muss, weil ich immer zappeliger werde. Und nasser. Keine Ahnung warum eigentlich. Ich denke an nichts Bestimmtes. Jedenfalls nicht wirklich an Sex. Aber es geht auch so bei mir. Ich kann an Lasagne denken und einen Orgasmus bekommen. Oder an Lachsschinken. Oder an Volksbefragungen, ganz egal. Ich kann meine Finger gar nicht so schnell hineinstecken, wie ich nass werde! (Eigentlich eine feine Sache.) Während des Orgasmus sehe ich dann aber eigentlich immer Joana vor mir. Schon schräg.

Ich muss jetzt aufhören: Joana kommt.

Gesunder Menschenverstand und anderes Unwissen

Oh ja, ich habe einige andere Ansichten zum Thema „Lockdown“.

Ich würde Dinge anders handhaben, würde andere Maßnahmen treffen, würde Manches erlauben und Anderes verbieten. Einiges, was verboten wird, finde ich schlechtweg kontraproduktiv für Gesundheit und Wirtschaft. Und vor allem bin ich der Meinung, dass das Zerstören von Existenzen nicht wirklich der perfekte Weg ist. Andererseits glaube ich auch nicht an Appelle, denn zuviele Menschen sind schlichtweg dumm und unverantwortlich.

Aaaaber – und das ist ein ganz dickes ABER – das ist meine ganz persönliche Meinung. Eine ganz persönliche Meinung unter vielen ganz persönlichen Meinungen und noch dazu ist sie subjektiv und vollkommen frei von jeglichem virologischen oder epidemologischen Wissen.

Meine Ansichten sind geprägt vom sogenannten „gesunden Menschenverstand“, dem gefährlichsten aller Denkprozesse, weil er auf nichts anderem basiert als auf Bauernschläue. Und bei manchen basiert die Meinung zusätzlich auf etwas noch viel Gefährlicherem: Auf YouTube, wo Bauernschläue und selbstvermarkterische Meinungsmache eine Hochzeit nach der anderen feiern!

Menschen, die etwas studiert haben – zumindest die meisten – haben gelernt, sich das Wissen von Experten anzueignen und danach zu handeln, bis es von Anderen widerlegt wird. Oder sie es selbst widerlegen, wenn es sich um ihr eigenes Feld handelt.

Und viele Andere, die nicht studiert haben, verstehen genauso, dass Anmaßung die Mutter aller Dummheiten ist.

Wie kann ich mir einreden (lassen), Dinge besser wissen zu wollen, als diejenigen, die das Feld intensiv studiert haben und sich tagtäglich damit beschäftigen?

Und ja: Auch Experten machen Fehler. Aber selbst wenn sich manche meiner Meinungen und Ideen im Nachhinein als „richtig“ herausstellen sollten, so darf man eines nicht vergessen: Sie sind nur „richtig“ gewesen im Rahmen anderer Entscheidungen, die von Experten und Politikern getroffen worden sind! Und genau das entgeht dem „gesunden Menschenverstand“ gerne.

Wobei ich beim Thema „Politik“ angekommen bin.

Anders als bei einer Trump-„Regierung“, die in den USA für so viele Tote verantwortlich ist, verlassen sich europäische Demokratien auf das, was ihnen anerkannte Experten mitteilen. Dass zwischen Wissenschaftlern und Regierung oft verschiedene Verwaltungseinheiten liegen, dass Minister und Staatschefs aufgrund einer wissenschaftlichen Sachlage handeln, die ihr von ihren Verwaltungen präsentiert wird, vergessen die Menschen gerne. Diese Vorgehensweise mag Nachteile bei der Reaktionsgeschwindigkeit haben, doch Verwaltungshierarchien haben auch klare Vorteile: Sie sammeln unterschiedliche Informationen, die sie dann gebündelt „nach oben“ weiterreichen. Das wird gerne vergessen.

Auf diese Weise reagiert die Politik oft langsam (Behörden mahlen langsam aber sicher), doch Politiker entscheiden dadurch nicht aufgrund einer einzelnen wissenschaftlichen Basis, sondern mit verschiedenen Expertenmeinungen als Grundlage.

Da dummerweise auch Politiker nur Menschen sind, passieren an dieser Stelle der Informations- und Entscheidungskette auch Fehler.

Doch ganz ehrlich: Ich handele lieber aufgrund Entscheidungen, die zumindest als Basis unterschiedliche Expertenmeinungen haben, als aufgrund von Hirsehitlern und ähnlichen Scheuklappen-Spezialisten und Selbstvermarktern auf YouTube.

Andere Ansichten zu manchen Themen habe ich weiterhin. Das sei mir belassen. Äußern darf (und vielleicht sollte) ich sie auch. Aber ich bin hier nicht die Entscheidungsträgerin.

Der Göttin sei Dank!

Verschwörungsvirus

Das Perfide bei Verschwörungstheorien ist, dass, einmal unter ihren Einfluss geraten, die Menschen keinen Ausweg mehr finden. Unter dem verbalen Dauerfeuer der anderen Verschwörungslemminge, scheint rationales Denken vollkommen abgeschaltet zu sein. Außerdem will niemand sich die Blöße geben, falsch gelegen zu haben. Die abstrusesten Ideen werden auf diese Weise per sozialen Medien zum Mantra hochstilisiert und die Gesellschaft wird dabei dauerhaft gespalten.

Das Gefährliche dabei: Es ist eine Einbahnstraße, was bedeutet, dass niemand unter den Einfluß der Realität geraten kann, denn diese ist viel zu langweilig um dem angeborenen Geltungsbedürfnis des Einzelnen gerecht werden zu können. Nur als Mitglied einer Gruppe, die bedeutsames Wissen teilt, ist der Einzelne mehr als nur ein Rädchen im Getriebe. Und wer will das nicht sein? Was im Endeffekt bedeutet, dass die Verschwörungstheoretiker immer mehr und die vernünftig denkenden Menschen immer weniger werden.

Das gilt für Trumpers und „Querdenker“ gleichermaßen.

Und da wundert es noch jemanden, dass ich zurück aufs Meer will? Dort kann ich mir das Ganze erst noch eine Weile von Weitem anschauen, bevor die Auswirkungen des Verschwörungsvirus am Ende auch meine Existenz zerstören.

Wenigstens kann ich mich bis dahin noch ganz morbid über die Dummheit der Menschen amüsieren.

Der Verschwörungsvirus ist dabei deutlich gefährlicher als SARS-CoV-2. Alles, was Menschen selbst produzieren, scheint gefährlicher für die Menschheit zu sein, als das was die übrige Natur derzeit zu Stande bringt.

Wo ist der Tequila?

Für Boote muss ich mich nicht ausziehen

Schlaf gibt es erst morgen Früh.

Die Ereignisse überschlagen sich hier. Während Trump versucht die einzelnen Regierungen der republikanischen swing states zu erpressen, damit sie im Dezember republikanische Wahlmänner statt der vorgeschriebenen demokratischen nach Washington schicken, tanzt hier in Südkalifornien ein ganz anderer Bär: „Nächtliche Ausgangssperre“ heißt er und stört meine Kreise!

Das reicht dann jetzt mal!

Ich muss mir keine Trumpers mehr antun, die die ganzen USA mit Covid-19 anstecken; ich muss mir Trump selbst nicht mehr antun und schon erst recht keine nächtliche Ausgangssperre wegen diesen Arschlöchern!

Gesund zu bleiben ist hier ein verdammtes Glücksspiel.

Mazikeen und ich fliegen morgen nach Florida, um dort Gabby und Eva zu treffen, damit wir gemeinsam besprechen können, wie es weitergeht. Denn ich habe nicht mehr vor, hierzubleiben. Was zuviel ist, ist zuviel! Natürlich ist mein Dämon an meiner Seite und ich bin schon ein klein wenig verwundert, dass auch Gabby dabei ist. Meine beste Freundin Joana hingegen, bleibt – vorerst – in Palm Springs. Ich nehme aber an, dass sie sich eher in ihre Villa in Bel Air zurückziehen wird. (Wobei ich ziemlich sicher bin, dass sie so oft sie kann, zu Besuch kommt.)

Warum Florida?

Mazikeen hat von einer Freundin einen Katamaran ausgeliehen (Ich und ein Katamaran! Yuck!), mit dem wir erst einmal die Keys entlangsegeln werden, weil mein Dämon in Key West ein Boot gefunden hat, das sie uns zeigen möchte. Ich möchte jedoch bezweifeln, dass es etwas für uns ist. Wir werden sehen.

Nach wie vor stehen immer noch Kanada, Norwegen, Sardinien und Gotland als neue Heimat zur Auswahl. Allerdings hängt es wohl auch ein wenig davon ab, wo wir das passende Boot finden können. Eine Hallberg-Rassy wird es wohl auch diesmal nicht werden; ich denke eher in die Richtung einer Decksalon Segelyacht. Neuere Modelle dieses Bootstyps sind allerdings eher schwierig zu finden. Warum Decksalon? Weil es Winter wird und ich keine Lust habe, dass mir Eiszapfen von den Wimpern hängen, weil ich die ganze Zeit auf Achtern an einem Ruder im Freien stehen muss.

Meine Schwester ist natürlich stinksauer. I fucking don’t care! Natürlich muss sie in den Staaten bleiben, denn als CEO kann sie die Firma nicht einfach verlassen. Ich schon. Ich fliege ja nur ihre Flugzeuge.

Trotzdem schickt sie mir einen kleinen Jet, der uns nach Fort Myers bringen wird. Natürlich will sie nicht, dass ich mich in einem Airliner anstecke. Danke dafür, Schwesterchen. In einer Embraer 300 kann man ganz bequem schlafen (und Sonstiges machen natürlich auch). Ohne Betten zwar, aber auf ultragemütlichen Sitzen. Außerdem schafft die Maschine es ohne Zwischenstopp nach Florida.

Um das noch einmal klarzustellen: Ich flüchte weder vor Ausgangssperren, dem Virus selbst und schon gar nicht vor den Bekloppten. Bewaffnet bin ich selbst.

Ich muss mir das nur alles nicht mehr antun! Warum sollte ich auch? Ich kann auch anders und das nutze ich. Vor allem wenn mein Dämon ein Boot kauft und ich nur die Unterhaltskosten zahlen muss. „Ich weiß zwar noch nicht, wie ich das mache“, sagt sie: „Doch mir wird schon etwas einfallen.“ Gute Einstellung. Aber nachdem Gabby jetzt ebenfalls mit von der Partie ist, muss sie sich vermutlich gar nicht mehr viel einfallen lassen.

Am liebsten wäre mir nach wie vor Kanada. Leider ist man dort von den Staaten eingekreist und irgendwie habe ich auch nicht wirklich auf die endlosen Weiten des Pazifik Lust. Weiter draußen wird es zwar schön warm, aber auch wochenlang ganz schön langweilig. Wenn einem nicht gerade ein Typhoon versenkt. Außerdem will ich ja in die Kälte. Oberhalb von Seattle kommt allerdings leider nicht mehr viel Kanada, sondern ganz schnell Trump-Country Alaska.

Mein Vater sagt, so traumhafte Landschaften wie in Squamish/Kanada, gäbe es in Norwegen an jeder Ecke. Auch die Sache mit der Demokratie, den vielen Elektroautos und dem Nicht-Populismus, spricht eindeutig für die Fjorde im Norden Europas. Außerdem gibt es dort nicht so viele Menschen. Nicht nur im Covid-Zeitalter ein Vorteil. Und die USA mit Trump, den Verschwörungsfanatikern und den Atomraketen sind ein paar tausend Meilen entfernt.

Letztlich kommt wohl alles auf das Boot an. Ist wie Würfeln. Nur muss ich mich für die Bootssache nicht nach und nach ausziehen. Für’s Würfeln in der Regel schon.

Mit meinem Spieleglück ist es nicht so weit her.

Schluss mit Arbeit. Ab in den Dauerurlaub!

Roter Grapefruitsaft

Trump scheint es langsam zu kapieren, dass die Leute die Schnauze von ihm voll haben. Immerhin.

Oder sagen wir so: Er scheint immer mehr zu verstehen, dass sich selbst die republikanisch regierten Staaten, durch seine rechtlichen Manöver nicht dazu bringen lassen, die Wahlen als gescheitert zu erklären, um den Wählerwillen umgehen zu können.

Und immer mehr Kanzleien weigern sich, seine Vertretung zu übernehmen. Trump behauptet hierzu, dass „der demokratische Mob“ über solche Kanzleien hergefallen sei…

Aber es besteht Hoffnung, dass das Theater bald ein Ende hat.

Vielleicht überlebt unsere Firma dann ja doch noch? Denn dann wäre, neben dem Virus, immerhin die zweite Plage weg, die vernünftige Menschen daran hindert, auf die Straße zu gehen. Außerdem gäbe es dann eine echte Chance die Pandemie zu besiegen.

„Ich gebe so schnell nicht auf“, sagt meine Schwester, die behauptet, die Umsatzeinbrüche im Moment, seien lediglich ein vorübergehendes Symptom. Leider eines, dass uns daran hindert, uns Risikokapital zu sichern.

Mirandas CEO-Posten wackelt natürlich, weil uns in spätestens einem Monat das Geld ausgeht, um Gehälter zu zahlen. Ich soll alle Flüge übernehmen, die mir von den Flugzeiten her erlaubt sind: Sie will externe Piloten einsparen. Bei unserer ersten Firma – bei der ich noch etwas zu sagen hatte – habe ich so etwas unterbunden. Jetzt halte ich mich geflissentlich raus und mache was Miranda sagt. Also muss ich morgen wieder ran. Soviel zum gemütlichen Wochenende.

Gerne würde ich dazu noch mehr schreiben, doch da jeder dieses Tagebuch mitlesen kann, muss ich leider darauf verzichten, weitere Hinweise zu der Strategie unserer Firma zu geben. Ja, selbst auf Deutsch!

Ein anderes Thema: Gabby macht mich verrückt! Sie kam vorhin in einem schwarzen, metallisch glänzenden, hautengen und durchgehenden Anzug in die Küche. Ohne jeglichen Schmuck und ganz offensichtlich auch ohne jegliche Unterwäsche.

„Spinnst du?“, habe ich sie gefragt: „Ich habe meine Tage und du willst mich zum Wahnsinn treiben?“

„Deine Tage hindern dich ja auch nicht daran, hier nackt herumzulaufen.“

„Das ist etwas Anderes“, habe ich geantwortet: „Mit ist warm.“

„Und mir ist kalt“, hat sie gegrinst.

Ich finde, solche Bekleidung gehört verboten. Sie terrorisiert die Umwelt. Klamotten bei denen man jede Titte einzeln sieht, die Nippel wie Artilleriegeschütze herausstechen und die Schamlippen sich bei jeder Bewegung wie zwei brünstige Schlangen aneinander reiben! Vom Arsch und der Spalte in der Mitte will ich gar nicht erst anfangen.

Da verdünnt sich das Blut zwischen meinen Beinen, bis es aussieht wie roter Grapefruitsaft! Das geht doch nicht! Wieso kann sowas erlaubt sein?!

Egal…

Apropos Blut: Neulich schrieb mir eine Frau, ich solle doch nicht so viel über Menstruation schreiben. Das würde meine Leser abschrecken. Vor allem auch die männlichen.

Moment. Mal. Es. Schreckt. Meine. Leser. Ab?

Ich kann gar nicht so schnell FUCK OFF schreien, wie ich lachen muss!

Und: Wieso Männer? Wer will den schon Männer auf seiner Seite wissen?

Blut im Cockpit

Natürlich will ich nicht aufhören zu fliegen und natürlich werde ich auch den Job in unserer Firma machen – solange es sie noch gibt. Ich mag es, kleine Airliner zu fliegen und ich liebe es noch viel mehr, privat und/oder beruflich mit meiner Bonanza herumzustreifen.

Aber frau muss sich schließlich für den Moment wappnen, in dem Trump die UBA* vollkommen ruiniert hat.

Deshalb auch die Überlegungen von Mazikeen eher ein hochseetüchtiges Boot zu kaufen, als eines, mit dem wir nur an der kalifornischen Küste herumshippern können. Und die Idee von Gabby sich eventuell daran zu beteiligen.

Ich kann ja nicht. Was so etwas angeht, bin ich vollkommen pleite. Meine alte Ketch steht immer noch in Reunion auf Reede und lässt sich nicht verkaufen, was meine derzeitigen finanziellen Mittel nicht nur bindet, sondern nach und nach weiter reduziert. So ein altes Boot kostet selbst dann Geld, wenn es eingemottet ist und zum Verkauf steht. Ich hatte einen Käufer, doch der hat sie ziemlich schnell wieder zurückgebracht: Sie war ihm zu langsam. Der Rest meines Geldes steckt in Aniks Firma und mir bleibt nur noch mein Grundeinkommen aus einem Hamburger Mietshaus.

Nein, ich will nicht meckern: Finanziell geht es mir ja gut (ich bin unabhängig, wie es so schön heißt), die Situation bedeutet lediglich, dass ich an meine Investitionsgrenzen gelangt bin.

Und jetzt macht auch noch unsere Airline Probleme. Und wieder ist das Arschloch aus Washington schuld! Na ja, nicht wirklich: Es ist ja Mirandas und Aniks Aufgabe Lösungen für die Scheiße zu finden, die dieser Gangster absondert. (Angeblich ist es ebenfalls mein Job, Ideen beizusteuern, doch ich bin Pilotin, mehr nicht! Als Unternehmerin tauge ich nicht, wie man ja in der Vergangenheit gesehen hat.)

Besonders ärgerlich ist in diesem Zusammenhang, dass unsere Firma sich gerade eine Option auf eine nahezu fabrikneue 737 NGX zum Spottpreis gesichert hat, eine Maschine, die ich in und auswendig kenne und die ich genauso gerne fliege, wie unsere Dash 8. Wir waren gerade dabei einen Major Deal mit zwei Studios in Hollywood und einem in LA zu machen, doch jetzt müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht übernehmen. Solange Trump sich im Weißen Haus an seinem Schreibtisch festbeißt, weiß kein Mensch mehr, was in den nächsten Wochen und Monaten in den UBA* passieren wird. Und wenn unsere Umsätze zurückgehen, stürzen wir mit der NGX schneller ab als ich „Wir hassen diesen Wichser“ sagen kann. Solche Kosten können wir nur tragen, wenn unsere Umsätze solide bleiben, hat mir Miranda erklärt. Abgesehen davon, scheint Anik in der momentanen Situation ohnehin Schwierigkeiten zu haben, eine Bank zu finden, die den Deal finanziert.

Solche Auswirkungen haben Trumps Widerlichkeiten!

Die Sache mit dem hochseetüchtigen Boot ist so eine Art Notnagel, wenn die Situation hier unerträglich wird. Derzeit verschlimmert sich ja alles nahezu täglich.

Leider musste ich meinem Dämon sagen, dass ich ihr momentan nicht weiterhelfen kann. Weder kann ich investieren, noch kann ich ihr bei der Auswahl ihres Bootes helfen. Blauwassertauglich oder nicht, zwei Kabinen, drei, oder vier? Wie groß? Was für ein Typ? Ich habe keine Ahnung, wir müssen beobachten was passiert. Oder sie muss kaufen, was sie für richtig hält. Ich weiß, dass sie ein Wasserdämon ist.

Zwischenzeitlich muss ich unbedingt versuchen, mir von diesem Arschloch nicht mein Sexleben kaputtmachen zu lassen.

Im Moment geht allerdings die Bluterei so richtig los, da brauche ich mich darum nicht zu sorgen, da bin ich ohnehin unausstehlich. Übrigens auch, weil ich im Morgengrauen mit der Dash rüber nach New Orleans muss. Arbeiten also auch noch! Was bedeutet, dass ich in zwei Stunden in meiner Bonanza sitze und nach Burbank fliege, wo sie stationiert ist.

Sollten heute die Krämpfe richtig losgehen, möchte ich nicht in der Haut der Passagiere und vor allem nicht in der meines Copiloten stecken!


  • UBA: United Banana Republics of America

Farewell-Donald-Party

New York.

Straßenpartys mit halbwegs vernünftigen Menschen, doch ich mag und will nicht bleiben. Auf den Straßen ist es mir wegen des Virus zu gefährlich. Bei den Tablettenmengen, die ich nehme, weiß man ja nie.

Wir haben uns heute in Gabbys New Yorker Apartment einquartiert und bereiten uns auf eine Siegesfeier vor, die eine uns allen bekannte Sängerin, eine gute Freundin von Joana, in einem Club veranstaltet. Geschlossene Gesellschaft mit Masken und Abstand natürlich. Sie ist die einzige Berühmtheit, die von Joana und mir weiß. (Und das wird leider auch so bleiben.)

Die Frau hat eine megageile Stimme und ist unglaublich sexy. Leider mag ich sie nicht besonders. Sie mich angeblich schon. Aber irgendwie scheint sie jeden zu mögen – außer Trump natürlich.

Endlich wieder tanzen! Sie würde sich freuen, wenn ich das nackt mache. Ob ich… Eine selten dämliche Frage!

Eine Farewell-Donald-Nach. Mit Suff und fliegenden Titten! Ist das nicht herrlich? Nur der Sex muss noch eine Woche warten.

Bring it on

Gestern war tatsächlich der erste Tag, an dem ich keinen Eintrag in dieses Tagebuch gemacht habe. Aber kann man es mir verdenken?

Mein Adrenalinspiegel blubbert irgendwo knapp unter meinen Ohren und die Beseitigung von Trump ist schließlich auch einen fehlenden Eintrag wert.

Wenn er dann auch wirklich beseitigt wird. Der Gangster. Auf welche Weise ist mir eigentlich egal. Dieser Mann ist schlimmer für die Welt als eine globale Ebola-Epidemie.

(Jaja: Eine „globale Epidemie“ ist eine Pandemie. Aber es hat gerade so gut gepasst.)

Ich kann nicht arbeiten, weil ich nicht vorm Fernseher wegkomme. So etwas ist mir auch noch nicht passiert. Und das, wo wir gar kein TV, sondern nur einen Monitor für Blueray und Streaming haben! Ich muss also die meiste Zeit in der Küche im Untergeschoss sitzen, (wo unsere Haushälterin einen Kabelanschluss hat). Auf einem harten Holzstuhl. Ich schwöre: Meine Arschbacken brauchen nach jeder Politiksendung erst einmal eine Tracht Prügel, um sie wieder in ihre normale, schicke Form zu bekommen.

Jetzt fliege ich also auch nicht nach Frisco um mich mit einer alten Freundin zu treffen. Wir haben das verschoben, bis wir sicher sein können, dass wir nirgends zwischen rivalisierende Sturmgewehre geraten.

Lesley war übrigens schon immer Republikanerin, doch Trump hat sie nicht gewählt. Sie ist beim letzten Mal nicht hingegangen und diesmal hat sie – angeekelt – ihr Kreuz bei Biden gemacht. „Sobald das Arschloch weg ist, wähle ich wieder richtig“, sagt sie. Na ja, immerhin. Obwohl ich Republikaner eigentlich nicht leiden kann, bewundere ich doch ihre Loyalität zu den Menschenrechten.

Früher war Politik nie ein Thema bei uns gewesen. Darum haben wir immer einen großen Bogen gemacht und uns auf unsere Spezialität – Gerüchte in die Welt setzen – konzentriert. Das konnten wir immer gut.

Sie ist eine von den Heteros, die sich vor Ekel schütteln, wenn sie an weibliche Geschlechtsorgane denken. Aber dass ich eine Lesbe bin, hat sie noch nie gestört. Im Gegenteil: Sie wollte immer genau wissen, mit wem ich gerade ins Bett ging. Vermutlich hat sie dann mit einer anderen Freundin darüber gelästert. Aber – tun wir das nicht alle?

Wie komme ich jetzt eigentlich auf sie?

Ach ja, weil ich sie morgen nun doch nicht treffe.

Morgen wird wieder so ein Tag mit viereckigen Augen, plattgesessenem Arsch und viel zu viel Schokolade. Für die Nerven.

Bring it on!

Feuchte Küsse

Da schlägt man sich den halben Tag und die halbe Nacht um die Ohren und was kommt dabei heraus? Nichts!

Immer noch weiß niemand, ob wir diesen Verbrecher in D.C. endlich losgeworden sind! Muss das wirklich noch ewig weitergehen?

Müssen wir uns wirklich noch tagelang anschauen, wie er versucht den Amerikanern ihre legitimen Stimmen abzunehmen, nur weil so viele Biden gewählt haben und er das genau weiß? Und dann stellt der Arsch sich auch noch hin und erklärt sich zum Sieger! Das ist genauso unverschämt wie beispiellos in der amerikanischen Geschichte, wenn noch mehrere Millionen Wahlzetteln ausgezählt werden müssen! Und mehrere Millionen sind verdammt viel, wenn es sich nur um rund 100 Millionen Wähler handelt!

Na ja, wir wissen ja, mit wem wir es zu tun haben.

Aber ich muss wirklich sagen, dass ich meine sonst so ruhige Joana, selten so aufgebracht gesehen habe. Und ich wusste auch nicht, wie viele Schimpfworte sie im Repertoire hat. Schon beeindruckend. Und sexy. Bei Gabby bin ich das ja gewohnt. Sie hätte diesmal allerdings beinahe den Fernseher eingetreten. (Wobei ich nicht weiß, ob man so ein Plasmading, oder was immer das ist, überhaupt eintreten kann.)

Joana hatte sich vorher noch mit einer Kollegin getroffen, die sich heute den ganzen Tag noch aktiv für Biden eingesetzt hat. Ich möchte gar nicht wissen, wie die den Abend erlebt hat!

Nachdem ich jetzt endgültig wach bin, werde ich mich wohl mal um meine beiden Wahlkämpferinnen kümmern. Kaffee für sie kochen, sie wachküssen und so. Vielleicht lenkt sie das ja ein wenig von diesem Chaos ab. Ich habe ohnehin das Bedürfnis nach minutenlangen, feuchten Küssen. Alternativ auch ein wenig Nuckeln. Aber das mag leider keine der beiden am frühen Morgen. „Ab 18 Uhr“, sagt Gabby: „Nicht früher! Dann aber gerne ausgiebig.“

Ich habe mir den Wecker gestellt!

Macht euch bereit

Wenn ich mich so umschaue, müsste man annehmen, dass Trump die Wahl mit Pauken und Trompeten verliert. Aber das hier ist Hollywood. Und hier ist die Welt genausowenig echt wie die Betontitten der Möchtegern-Schauspielerinnen,die überall in den Kneipen bedienen. (Nebenbei: nicht anfassenswert.)

Fakt ist: Niemand weiß wirklich wer gewinnt. Ob 2016 oder 2020: Alle Umfragen sagen, dass Trump verliert, ausser einer: die von Robert Cahaly. Eine kleine Firma, The Trafalgar Group, sieht Trump in Führung.

Nun könnte man das als statistischen Ausreißer sehen, wenn da nicht – ja, wenn da nicht die unleugbare Tatsache wäre, dass es 2016 genauso war: Alle Umfragen sahen Hillary Clinton bis zum bitteren Ende als Siegerin, nur die von Robert Cahaly nicht.

Und der Horror nahm seinen Lauf.

Nun will ich ja nicht die hübsche Unke spielen, doch wir sollten zumindest die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das amerikanische Volk – und mit ihm die Welt – vier weitere Jahre leiden muss. Dass der Populismus von Trump-Anhängern, wie der von Boris Johnson in England, Marine Le Pen in Frankreich oder der von Alexander Gauland in Deutschland, uns so schnell nicht wieder loslassen wird. Trump hat viele Verbündete.

„Brace yourself“ heißt es im Englischen, „Macht euch bereit“, dass es übel werden könnte, aber hofft auf das Beste.

Hofft, dass genügend anständige Amerikaner zur Wahl gehen.

Straßenterror

Ich weiß, das Thema nervt, doch mich nervt es noch viel mehr, glaubt mir.

Ich bete, dass diese Wahl bald vorbei ist, denn die Stimmung hier wird immer explosiver und ich kann versichern: Diese Trumpfanatiker sind so aggressiv, wie ich Amerikaner bislang noch nicht erlebt habe! Wenn ich mir vorstelle, das nochmal 4 Jahre erleben zu müssen…

Das Land ist total kaputt. Der orange Gangster hat es wirklich geschafft, es zu spalten und den Straßenterror zur politischen Waffe zu machen. Aber wem sage ich das…

Eine Zukunftsvision für Deutschland, wenn dort die AfD weiter Boden gewinnt.

Was aber nicht passieren wird, wenn die anständigen Menschen – und vor allem auch die Jugend – endlich zu den Wahlen gehen! Noch ist die Kristallnacht weit hinter dem Horizont, doch die Deutschen müssen dafür sorgen, dass sie dort auch bleibt.

Zurück nach Kalifornien: Ich kann keine verdammten Pickups mit amerikanischen Fahnen und Fahrer mit Rotmützchen mehr sehen! Es ist unfassbar, wie viele dumme Menschen es hier gibt. Wobei ich durchaus verstehen kann, dass Menschen legitime Ansprüche haben, reale Sorgen und Ängste und ein tiefes Misstrauen gegen das Establishment hegen. Doch auf einen Rassisten, Lügner und Betrüger hereinzufallen – oder seine Taten schulterzuckend zu akzeptieren – statt echten politischen Diskurs zu suchen – das ist einfach nur dumm! Dazu stehe ich.

Nicht, dass ich selbst jemals politische Diskussionen suchen würde. Ich schreibe, aber diskutiere nicht. Eine sehr bequeme Position. Spart Nerven.

Wie auch immer…

Ich mache ab morgen frei. Diese Arbeiterei hält man ja im Kopf nicht aus. Außerdem habe ich nicht vor, nochmal auf die Straße zu gehen, bis der Bürgerkrieg vorbei ist.

Ich schaffe es einfach nicht, von etwas Anderem zu reden, richtig? Ich hasse das!

Na ja, wird auch vorbeigehen.

Befriedigt und sorgenfrei

Wow! Die Geschäfte in den USA machen sich für bürgerkriegsartige Zustände nach der Wahl bereit. Sie räumen vorsorglich Waren aus den Auslagen und installieren neue Metallgitter oder lagern Holzplatten um damit am Wahltag ihre Schaufenster zu barrikadieren.

Das verleiht dem Wort „shithole country“ eine echte Bumerang-Bedeutung. In die wievielte Welt sind die Staaten inzwischen abgerutscht? Lediglich in die zweite oder mittlerweile schon in die dritte?

Der Möchtegern-Diktator im Weißen Haus macht’s möglich! (Der übrigens gerne erklärt, dass es so viele Coronavirus-Fälle gibt, weil Doktoren mehr verdienen, wenn sie „Covid-19“ auf den Totenschein schreiben.)

Es wird alles immer noch unfassbarer: Nicht nur was der Mann so von sich gibt, sondern vor allem auch was die Menschen bereit sind, ihm zu glauben.

Was übrigens alle Menschen interessieren sollte, nicht nur uns, die wir in den Staaten leben.

Nicht umsonst glauben die meisten Leute hier – Liberale wie Ewiggestrige – die USA seien das größte, beste und fortschrittlichste Land der Welt und leiten daraus einen Führungsanspruch ab. Solches Gedankengut führte in der Vergangenheit zu den schlimmsten Kriegen der Menschheit. Wer heute glaubt, die „zivilisierte Menschheit“ sei inzwischen davor gefeit, der sei gewarnt: Noch nie sind die Vereinigten Staaten davor zurückgeschreckt, für ihre Ziele Unschuldige zu opfern.

200.000 grausam getötete alte Menschen, Frauen und Kinder in Hiroshima und Nagasaki sind der beste Beweis, den es geben kann. (Und dass die Vereinigten Staaten, selbst unter Obama, sich bis heute nicht dafür entschuldigt haben.) Man muss dafür gar nicht den Völkermord an den Indianern heraufbeschwören. Und von all den anderen Kriegen, die die USA als Agressor gesehen haben, will ich gar nicht erst anfangen!

Wer glaubt da ernsthaft daran, dass ein notorische Lügner und Betrüger irgendwelche Skrupel gegenüber irgendwem hat?

Na ja, genug aufgeregt für heute.

Ich werde mich jetzt zum Wandschrank begeben und mir dort aussuchen, mit was ich mich – endlich – vergnügen werde. Tip: Meine Wahl wird sich wohl bewegen können, wird zwei (!) lange Stangen und verschiedene Aufsätze haben, und wird sich von mir mittels Fernbedienung ganz bequem steuern lassen.

Und wird dafür sorgen, dass ich heute Nacht befriedigt und sorgenfrei schlafen kann.

Kapitalismus funktioniert

Ich rege mich auf.

Ich rege mich richtig auf! Da sitzt man im Wartezimmer und hat es wieder mit hirnamputierten männlichen und weiblichen Krankenschwestern zu tun, die meinen, sie wären die Göttin persönlich.

Okay, ich sehe ja ein, dass sie zur Zeit einen Scheißjob haben, doch das gibt ihnen noch lange nicht das Recht, mich wie ein Kleinkind zu behandeln!

Es reicht gerade, wenn meine Frauen sagen, ich würde mich wie ein Kleinkind benehmen.

Die weiblichen Nurses sind übrigens wesentlich schlimmer als ihre männlichen Kollegen, doch das ist ja immer so. Ich bin ja auch viel biestiger als ein Mann.

Trotzdem…

Wenigstens muss ich hier nicht lange warten. Oder?

Hier sitzen drei fette Weiber und zwei Typen, die vermutlich draußen ihre Pick-ups stehen haben und die, sobald sie wieder freilassen werden, zweifelsfrei wieder ihre MAGA-Mützchen aufsetzen. Um dann erneut vier Jahre auf Amerikas nie eintretende Herrlichkeit zu warten.

Hinter mir rollen sie zwei Coronaopfer vorbei, die gerade von Sanitätern gebracht wurden: Sauerstoffmaske auf den Gesichtern und begleitet von vier Menschen, deren Geschlecht ich infolge ihrer Ganzkörperkondome nicht bestimmen kann. Einen schlappen Meter hinter mir! Die denken sich wohl auch, wer in diesen Zeiten freiwillig ein Krankenhaus betritt, ist selbst schuld!

Im Wartezimmer und mir gegenüber kotzt der eine Typ seinen apokalyptischen Husten und sein theatralisches Niesen in seine kleine Maske, die inzwischen von seiner Rotze getränkt ist.

Als nach zwei Minuten der dritte Coronafall röchelnd an mir vorbeigeschoben wird, platzt mir der Kragen: Ich stehe auf, stampfe erneut zur Anmeldung und fordere ultimativ kapitalistisch mein Privileg ein, welches mir von meiner superteuren Krankenversicherungskarte versprochen wird.

Wirkt.

Ein paar Minuten später sitze ich in einem privaten Behandlungszimmer und schreibe diesen Eintrag.

Ein gehetzter, überarbeiteter Doktor kommt rein, verbeugt sich, und entschuldigt sich bei mir mehrfach für die „Unannehmlichkeiten“. Dabei versucht er meine Füße zu küssen.

Kapitalismus funktioniert.

Dystopia

Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal erwähnt habe, doch in meiner Schublade liegt ein Roman, der vom CDC und einer globalen Virusnotlage handelt. (Und natürlich von den Frauen, die auf die eine oder andere Weise davon betroffen sind und auf ihre ganz eigene Weise damit umgehen.)

Begonnen habe ich ihn in 2016, zirka zwanzig Prozent davon ist bereits geschrieben.

Nun kann ich ihn recyceln, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, denn die Wirklichkeit hat mich überholt und die sieht schlimmer aus, als mein Roman sie darstellt. Oder ich schreibe ihn um, doch dann kann ich ihn auch gleich neu beginnen.

Was ich nicht einkalkuliert habe, ist der Trumpfaktor. So etwas hätte man sich beim besten Willen auch nicht vorstellen können: Dass in Regierungen, vor allem auch in der amerikanischen, Intrigen und Machtmissbrauch vorherrschen, sich Interessenverbände gegenseitig zerfleischen und Menschenleben dabei keine Rolle spielen, war mir ja klar gewesen. Doch dass ein amerikanischer Präsident seine Macht auf so unfassbare Weise für seine Wiederwahl missbraucht – das wäre mir nicht eingefallen. Meine Fantasie hat Grenzen. Das Volk zu einer düsteren wirtschaftlichen und gesundheitlichen Zukunft zu verdammen um seine Macht zu erhalten? Das Schicksal der Welt ganz offen mit Füßen zu treten? Die eigenen Behörden auszuhebeln? Den Experten vorzuschreiben, was sie zu tun und zu sagen haben? Wow!

Autoren wird oft vorgeworfen, dass sie die Wirklichkeit eskalieren und Betroffene antworten gerne mit der Tatsache, dass sie nur Beobachter sind und die Wirklichkeit oft noch ihre Romane überholt – aber, hey, das? Ernsthaft?

Natürlich gibt es in Romanen auch Dummköpfe und Verschwörungstheoretiker, die den größten Schwachsinn glauben; es mag sogar den einen oder anderen Autor geben, der die Fantasien diese Leute bedient – doch das ist ein anderes Genre und hat nichts mit dem zu tun, was der übliche Belletristik-Autor zu Papier bringt. Der sieht sich als Abbilder der Wirklichkeit – so auch ich. Aber das was die Menschheit im Moment erleben und teilweise ertragen muss…?

Die Geister, die ich rief…

Und dann die Leute, die ihm hinterher rennen… Selbst angebliche Christen hängen diesem Verbrecher an den Lippen; es ist alles nur doch schwer zu glauben. Dystopia?

Langer Rede kurzer Sinn: Mein angefangener Roman über einen Virus, dessen Ursprung in den eisigen Weiten Sibiriens zu finden ist, bleibt da wo er ist: auf Eis.

Dystopische Zustände: Die Wirklichkeit hat mich überholt

Trump im Krankenhaus

Soso – es läuft nicht so toll für den Maskenverweigerer.

Die Verschwörungsspinner haben einen Verbündeten verloren.

Meine sonstigen Gedanken zu diesem Thema behalte ich für mich. Ich kann mich ja einigermaßen beherrschen.

Es nervt

Hier wird es mehr und mehr crazy!

Ich meine, nicht hier in Palm Springs, da halten sich die Rotmützen in Grenzen, weil hier die ganzen Hollywood-Rentner gelagert werden, doch ansonsten… Man fühlt sich ein wenig an die braunen Horden erinnert, die seinerzeit die Deutschen terrorisiert haben. Nur in einer anderen Farbe.

Natürlich gibt es Unterschiede in den einzelnen Landesteilen, doch tatsächlich nicht so extrem viele. Am Morgen fliege ich wieder rüber nach Burbank-Hollywood, wo meine Dash inzwischen wieder steht und dann gibt es erneut einen kurzen Trip nach Denver hin und zurück.

(Ich frage mich ja, was diese Filmleute ständig in Colorado wollen. Western sind doch out heutzutage! Obwohl – wenn ich mir die ganzen beflaggten Pick-ups anschaue, die sich rund um Denver tummeln, kann man sich die Staaten durchaus 150 Jahre in der Vergangenheit vorstellen…)

In Burbank-Hollywood halten sich die roten (braunen) Horden tatsächlich noch in Grenzen, doch ich bin mir sicher, dass sie am Wahltag aus dem rassistischen Schlamm kriechen werden, um auch in der Filmhauptstadt die Wähler ohne Hut zu terrorisieren.

Okay, das mag jetzt alles ganz schlimm klingen, doch tatsächlich sind die Trumpers eine Minderheit, so wie damals die Nazis in Deutschland eine Minderheit waren. Sie machen nur – genau wie damals – besonders viel Krach. Was auch mit der Gehirnkapazität zu tun hat: Wer Unrecht hat, schreit (und schleppt Fahnen mit sich herum).

Was mich nur immer wieder erschreckt ist, wie sorglos das Ausland zu sein scheint. Kapiert denn keiner, was für eine Gefahr von einer (DER!) atomaren Supermacht ausgeht, an deren Spitze ein skrupelloser, demagogisch geschulter, selbstherrlicher Diktator steht?

Natürlich dürfen sich Politiker nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einmischen, doch intern dürfen sie diesen Terrorclown durchaus kritisieren. Und trotzdem kriecht die ganze Welt ihm in den Arsch. Kein Wunder, dass es überall immer brauner wird! Die Scheiße stinkt ja weltweit immer mehr.

Egal. Wo war ich?

Ach ja: crazy. Es ist später Abend und alles schläft. Nur ich nicht.

Warum, kann sich jeder denken. Nein, es hat nichts mit der Wahl zu tun!

Tittenhüpf

Nein, ich habe nicht zugeschaut. Ich muss mir den Clown nicht auch noch eineinhalb Stunden am Stück antun.

Joana sass vor der Glotze und hatte Redebedarf. Ich habe gesagt, sie sollte in unsere Firma kommen, da gäbe es genügend Leute, die jeden Tag tonnenweise überflüssigen Schwachsinn von sich geben.

Die Zeit kann man sich wirklich sparen. Es gibt genügend erfreulichere Dinge mit denen man sich beschäftigen kann. Titten, zum Beispiel.

Während sie sich die Debatte angeschaut hat, haben Gabby und ich uns im Badezimmer vor den Spiegel gestellt und haben Tests durchgeführt. Zum Beispiel sind wir auf der Stelle gehüpft, um festzustellen, wessen Möpse noch besser in der Lage sind, in die gleiche Richtung mitzuhüpfen. Ab einem gewissen Alter macht das Sinn. Ausserdem ist es lustiger als die Dinger hochzuheben und zu stoppen, wessen Teile schneller unten ankommen.

Aber wer kennt das nicht…

Wie beim TV-Duell, besteht auch über die Siegerin beim Mopssprung Uneinigkeit.

GOTCHA!

Die Veröffentlichung von Trumps Steuerunterlagen ist die beste Nachricht des Jahres. PUNKT.

Der Bastard im Weißen Haus knabbert vermutlich vor Wut gerade seinen Schreibtisch an.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch: Einerseits ist es eine tolle Sache, dass ENDLICH ans Licht kommt, was der Gangster im Weißen Haus seit Jahren versucht zu verbergen, andererseits bin ich nicht zufrieden bei dem Gedanken, dass die New York Times keine Unterlagen vorlegen kann. Die Betonung liegt auf KANN.

Das Recht der Öffentlichkeit auf Informationen über ihre Politiker und der Schutz von Informanten der Medien, ist einer der Grundpfeiler der amerikanischen Verfassung. Andererseits können Trumps Mitverschwörer und seine Mitläufer genau diesen Fakt zum Anlass nehmen, um die Aussagen der Times als politisch motiviert und komplett falsch zu denunzieren. (Genau das hat Trump schon Minuten nach Veröffentlichung des Atikels getan.)

Es wird ihnen jedoch nicht reichen.

Es ist selten bei der NYT, dass Überschriften KOMPLETT FETT UND IN GROSSBUCHSTABEN geschrieben werden. Es passierte beim Bankencrash in 2007 und bei den Attacken vom 11. September 2001. Das sind jedenfalls die letzten Male, an die ich mich erinnere. Ob es bei Trumps Wahl zum Präsidenten passiert ist – wenn ja, habe ich es erfolgreich verdrängt.

Erwischt!

Dass die Steuerunterlagen nun ENDLICH von Journalisten eingesehen werden konnten, ist für viele Amerikaner eine große Befriedigung und der Zeitpunkt der Veröffentlichung – zwei Tage vor der ersten Kandidatendebatte – ist für Trump eine Katastrophe.

Niemand macht sich hier Illusionen, dass der Zeitpunkt ein Zufall ist. Jeder in den USA kann sich denken, dass die Unterlagen die NYT nicht ausgerechnet jetzt erreicht haben, bzw. der Artikel jetzt erst fertiggestellt wurde. Natürlich liegt er schon Wochen oder gar Monate im Redaktionssafe.

Das Datum der Veröffentlichung, der 27. September, konnte gar nicht besser gewählt werden! Das Steuerthema wurde damit zum beherrschenden Thema der in etwas mehr als einem Monat anstehenden Präsidentenwahl und drängt Trump massiv in die Defensive.

Machen wir uns nichts vor: Trumps Anhänger, die „Trumpers“, werden wie Lemminge in sein „Fake-News“-Gezeter einstimmen; kein noch so gut recherchierter Artikel wird dieser gehirngewaschenen Masse die roten Kappen vom Kopf stoßen.

Die Katastrophe für den Möchtegern-Diktator sind die Auswirkungen auf die unzähligen unentschlossenen Wähler, die sogenannten Swingvoters in den sogenannten Swingstates, Staaten, die in den vergangenen Jahrzehnten mal demokratisch, mal republikanisch gestimmt haben.

Aber das ist nicht die einzige Katastrophe für Trump. Wenn sich rechtsgerichtete Medien, wie z. B. der „Drudge Report, von ihm abwenden (heutige Schlagzeile: „DER FALSCHE MILLIARDÄR“) dann brechen ihm deren Leser/Zuschauer weg. Und damit Wähler. Er ist bereits dabei, solche Medien aufs Schärfste anzugreifen, was diese natürlich veranlasst, noch mehr auf Distanz zu ihm zu gehen.

Das nahezu Schlimmste für den kleinen Diktator in Washington jedoch, ist der toxische Niederschlag, der sich über das politische und parteispendenfreudige Washington legt. Wenn ihm bislang blind ergebene Kongressleute und Senatoren weglaufen, dann grenzt das an eine politische Apokalypse. Wenn. Erste Anzeichen waren jedoch bereits kurz nach Veröffentlichung zu erkennen, als sich erste „Parteifreunde“ zu Krisensitzungen in Hinterzimmern trafen. Was weniger damit zu tun hat, dass man ihm jetzt gar nichts mehr glaubt – kein Mensch bei klarem Verstand kann annehmen, dass die Republikaner das jemals getan haben – oder damit, dass sich bei den Politikern jetzt plötzlich Anstand und Würde durchsetzen – bewahre! Die Damen und Herren aus den Red States – den republikanisch regierten Staaten – haben lediglich Angst um ihre eigenen Wahlkampfspenden und damit um ihre eigene Wiederwahl.

Für die NYT ist diese Enthüllung sicherlich eine der größten Genugtuungen seit Jahrzehnten. Vier Jahre haben sie Trumps Attacken („Fake-News-Media“, „the failing New York Times“, „so-called journalists“, etc.) klaglos über sich ergehen lassen und haben in aller Stille darauf hingearbeitet, Trump kurz vor der Wahl den größtmöglichen Schaden zuzufügen.

Was sie gerade getan haben.

Weitere Informationen zu Trumps Steuererklärungen und seinen geschäftlichen Transaktionen hat die NYT über den gesamten US-Wahlkampf hinweg angekündigt.

Die Präsidentenwahl ist damit zwar noch nicht entschieden, doch Trumps Wiederwahl ist – zumindest für den Moment – in weite Ferne gerückt.

Well done, boys and girls – gut gemacht!

Keine Politik heute

Ich würde ja gerne mal wieder einen politischen Kommentar abgeben, doch das funktioniert einfach nicht.

Alles was hier so passiert, macht mich einfach nur sprachlos. Und ein sprachloser politischer Kommentar macht nicht besonders viel Sinn. Hier ist alles skurril und unfassbar und irgendwie habe ich das Gefühl aus der Zeit gefallen zu sein. Die Vereinigten Staaten haben sich zu einem „Shithole“ entwickelt. Nicht meine Wortkreation, die stammt von Nummer 47. („Präsident“ kann man diese orangefarbene Karikatur eines Möchtegerndiktators ja nicht nennen. Immerhin schafft er es, das Land in Brand zu setzen. Es wird Zeit, dass diesem dauerbeleidigten Mafiaboss mal selbst Feuer unter dem Arsch gemacht wird.)

Jetzt werde ich doch politisch? Quatsch, das ist lediglich Notwehr.

Was viel wichtiger ist: Nachher bin ich endlich aus dem Backofen raus. Ich nehme Eva mit. Die ist nämlich auch schon fast durch. Joana scheint etwas robuster zu sein, die soll ich am Freitag abholen, zusammen mit Miranda und ihrem Mann, während Gabby schon wieder nach NYC unterwegs ist. Und wo lasse ich dann Eva? Soweit ich nämlich zählen kann (es ist nicht weit, ich gebe es zu), sind fünf Leute mindestens einer zuviel für eine viersitzige Bonanza. Was übrigens nicht nur verboten ist, sondern an einen Selbstmordversuch grenzt. Aber sowas überlässt man natürlich mir.

Ich werde den Typ im Backofen lassen, soviel ist klar. Wen denn sonst? Wenn ich das nicht machen würde, könnten die Leute ja nicht mehr wirklich behaupten, ich wäre männerfeindlich.

Apropos männerfeindlich: Männer sind toll! Vor allem, wenn sie vor dem Fernseher herumgrölen, weil irgendwer mit dem Fuß nicht die Lederkugel, sondern einen anderen Mann getroffen hat. Oder wenn sie prügelnd durch die Städte ziehen. Oder irgendwem den Krieg erklären. Oder ungefragt an Frauen herumfummeln. Frauen sind auch toll, doch das liegt meistens an den falschen Klamotten oder einem unpassenden Lippenstift. (Lassen wir mal die Thatcher außer Acht, denn eine große Handtasche macht noch keine Frau.)

War das jetzt männerfeindlich genug?

Genaugenommen mag ich nette, friedliche und intelligente Männer durchaus. Nur nicht in meiner Möse und so. Am liebsten mag ich Männer, wenn sie weit weg sind.

Ich nehme an, das war jetzt auch wieder männerfeindlich. Was soll ich sagen? Bei Typen muss ich immer gleich an Trump denken, obwohl der natürlich kein Mann ist. Womit wir bei der Definition „Mann“ angelangt wären.

Aber das Definieren überlasse ich den Heteroweibern, die verstehen mehr davon.

Wo war ich? Ach ja: Politik.

Gibt’s heute nicht. Sag‘ ich doch!

Dildo oder Sturmgewehr?

Hier ist wirklich der Teufel los.

Nicht HIER hier, denn Palm Springs ist im Großen und Ganzen ein Ort in dem sich intelligente Menschen zur Ruhe setzen. Von daher sind Trumpers nicht sonderlich willkommen.

Aber die Vereinigten Staaten an sich, rüsten sich langsam für eine Art zweiten Bürgerkrieg, den Trump ganz offensichtlich forciert um seine Macht nicht zu verlieren. Denn auf reguläre Weise, das zeigt sich immer mehr, kann er sein Amt nicht halten. Er ist auf seine höchst gewalttätigen Anhänger angewiesen. Denn auch sie wollen Trumps Posten auf jede erdenkliche Weise sichern und sie schrecken vor Gewalt nicht zurück. (Dann können sie auch endlich mal ihr Lieblingsspielzeuge, ihre Sturmgewehre, ohne große Angst vor den Behörden, einsetzen.) Außerdem wissen sie, dass Liberale selten bewaffnet sind. Leichtes Spiel also, glauben sie.

Ob Trump das wirklich gefällt ist unklar. Denn eigentlich hat er sich diese Situation erst für eine ungesetzliche dritte Amtszeit gewünscht. So steht es zumindest zu vermuten.

Ich bin gespannt, wohin mich Miranda morgen schickt. Und ich bin gespannt, wie es dort aussieht. Ich komme ja rum. Wobei den Osten habe ich bislang noch nicht gesehen. Jedenfalls nicht, seitdem ich wieder an Land bin.

Aber je mehr ich mich umschaue, desto unzufriedene bin ich mit meiner Entscheidung. Ich hätte auf mich hören und dieses grässliche Land erst wieder betreten sollen, wenn dieser Verbrecher aus dem Weißen Haus verschwunden ist.

Ganz ehrlich: Ich kann keine US-Flaggen mehr sehen und bei roten Kappen kommt mir das große Kotzen! Und selbst die armen Pick-ups fangen an mir auf die Nerven zu gehen.

Wie kann nur ein halbes Land aus ungebildeten Menschen bestehen?

Führungsanspruch der USA?

Hat jemand etwas gegen Übelkeit?

Eines steht auf jeden Fall fest: Wenn die Ballerei weiter zunimmt, verziehe ich mich nach Europa. Da hält sich die Revolution der Dummköpfe ja noch in Grenzen. Joana hin, Gabby und Eva her, aber mit schußsicherer Weste gefalle ich mir nicht.

Und im Ernstfall bleiben immer noch Kanada und Australien. Oder eine gemütliche Pazifikinsel.

Immerhin habe ich das Glück finanziell halbwegs unabhängig zu sein, bzw. als Senior Pilot immer mal wieder einen Job abstauben zu können.

Okay, genug herumgenölt. Es wird Zeit, dass ich einen Blick auf den Flugplan werfe und dann eine Runde Schlaf bekomme.

Wo ist der verdammte Vibrator wieder? (Notiz an mich selbst: Niemals einen roten kaufen!)

Die Conway-Schlampe

Es brennt.

Vielleicht ist es doch gar nicht so schlecht nach Houston zu fliegen, statt nach Südkalifornien, wo allerdings im Moment noch alles ruhig ist. Es brennt im Norden, und soweit ich weiß, waren auch Flüge in die Gegend von Sonoma geplant, doch das kann man wohl für die nächste Zeit vergessen…

Ja, ich fliege tatsächlich nach Houston, ich kann es selbst kaum fassen. Ich habe gerade mal keine Lust auf Streit. Gibt’s auch. (Vermutlich, weil die Scheißbluterei schon wieder losgeht.)

Gabby allerdings ist längst weiter nach New York geflogen, wo sie an irgendeiner Projektdingens teilnehmen muss. Ja, „…dingens“, ich höre bei sowas nie richtig zu, ganz einfach, weil es mich nicht interessiert, was Superstars so machen – außer wenn es in meinem Bett stattfindet oder sie sonst irgendwie fast oder ganz nackt sind. Ja, so oberflächlich bin ich.

Oberflächlich sein hat durchaus Vorteile: Man muss sich nicht ununterbrochen über Trump und Konsorten aufregen, sondern kann sich einige herausragende Momente aussuchen und dann ist es wieder gut. Hauptsache man wählt richtig (was ich hier leider nicht darf) oder/und spendet an die Richtigen.

Außerdem: Welches Land hat solche Problem nicht? Frankreich mit seiner Front National, Deutschland mit der AfD oder die UK mit Boris und seiner Gangsterbande. Um nur mal ein paar zu nennen, deren Namen ich richtig schreiben kann, weil ich irgendeinen Bezug zu ihnen habe oder sie nicht so schwierig sind wie Ne-tan-ya-hu.

Es brennt nicht nur in Nordkalifornien, sondern auch in den „Demokratien“ der Welt. In manchen Ländern, weil in deren politischem System mehr das Geld als das Volk regiert und in anderen, weil der Anteil der Menschen mit klarem Intelligenzdefizit doch gefährliche Größenordnungen erreicht hat. Zum Beispiel in den USA. Wer sich diesen Mann betrachtet und ihn dann noch unterstützt, braucht wirklich dringend eine Intelligenzinjektion. Vom Rassismus will ich mal gar nicht erst anfangen. Man fühlt sich tatsächlich an die dunkelsten Zeiten des 20. Jahrhunderts erinnert.

Und dann das Thema Religion… Da könnte man (und es werden auch) Bände darüber schreiben, wie sehr Religion die Menschen verblöden kann. Nicht falsch verstehen: Ich selbst trage inzwischen ein Kreuz um den Hals, weil ich vom Judaismus zum Christentum gewechselt bin, wobei ich nicht sage, das ersteres die schlechtere Religion ist. Ja, ich sage „die schlechtere“, weil ich Religion tatsächlich nicht als das Übel aller Dinge ansehe. In meinen Augen ist sie wichtig, nicht nur, weil Menschen etwas brauchen, um mit ihrer eigenen Sterblichkeit oder ihrer Lebenssituation besser zurechtkommen zu können. Ich selbst trage das Kreuz unter anderem um zu zeigen, dass ich als Angehörige des westlichen Kulturkreises im 21. Jahrhundert zu Frieden und Nächstenliebe stehe.

Wenn es sich nicht gerade um meine Chefin handelt, doch das ist ein anderes Thema.

Was sind das denn eigentlich für ernste Themen? Das mache ich doch sonst nicht? So viel denken, meine ich. Liegt wahrscheinlich daran, dass die verdammte Wahl näher rückt und dieser verdammte Kriminelle im Weißen Haus schon seine verdammten Waffen putzt.

Ich muss wieder zu meinem wahren Ich zurückkehren: der selbstsüchtigen Pilotin/Seglerin mit der oberflächlichen Schreibe. Vermutlich muss ich das Wörtchen „Fotze“ wieder öfter benutzen. Nicht nur für die Conway-Schlampe.

Ich denke zuviel