Seltsame Strategie

Ich finde es spannend, wie sehr heute das Schwulen– und Lesbenthema in den Hintergrund geraten ist. Heute heißt es nur noch Corona, Corona, Corona und Trump, Trump, Trump. (Interessant, wie mein Spracherkennungsprogramm den Namen „Trump“ mit „Krampf“ gleichsetzt!)

So als ob die anderen wichtigen Themen unserer Zeit nicht mehr existieren. Aber das ist natürlich nur ein Eindruck, weil man zumeist nur die ersten paar Meldung in einer Zeitung liest.

Immerhin: Dumme Sprüche, wenn ich auf der Straße Frauen küsse, wie sie noch vor wenigen Jahren gang und gäbe waren, begegnen mir so gut wie gar nicht mehr. Blicke, verstohlen oder offen, ja die gibt es noch. Aber auch die sind weniger geworden und ich glaube, das wird sich auch nie ändern, weil viele Leute es einfach sexy finden (was ich nachvollziehen kann). Außerdem schauen die Menschen auch durchaus mal hin, wenn sich attraktive Heteropaare küssen.

Was jetzt alles nicht bedeutet, dass es in allen Bereichen besser geworden wäre. Das Thema selbst, ist einfach in den Hintergrund geraten. Wenn der Virus unschädlich gemacht und Trump kastriert worden ist, werden unsere Forderungen hoffentlich wieder besser beachtet. Die vergangenen vier Jahre haben unsere Situation nicht gerade verbessert und wenn ich bedenke was für Gestalten jetzt im Supreme Court sitzen, sehe ich für meinesgleichen einen langen Kampf kommen.

Wenn es hier nicht nur so viele religiöse Spinner geben würde! Und so viele rote Hüte …

Warum jammere ich eigentlich hier herum? Das ist vermutlich der Trennungsschmerz: Joana und Gabby sind immer noch nicht wieder zurück. Aber das ändert sich ja nun auch bald wieder. Hoffentlich. Es sind ja Eva nicht nur die Filmdrehs sondern auch die vielen Auftritte in Talkshows, Interviews vor Ort, Galas oder Sponsorveranstaltungen. Und was es sonst noch so alles gibt, was eine persönliche Anwesenheit von ihnen fordert. Es gibt jedoch auch Einiges, was für die beiden optional wäre, doch gerade Joana ist für Talkshows, Fotoshootings und Interviews immer zu haben. Ein Hobby, sagt sie. Das glaube ich ihr aufs Wort! Gabby, auf der anderen Seite, steht vor allem auf Sponsorveranstaltungen – sie nimmt jede Gelegenheit war, zusätzliches Geld zu verdienen. Motto: Wer hat, will mehr.

Naja, auf jeden Fall wollen sie spätestens bis Ende kommender Woche wieder zu Hause sein. Ich bin gespannt. Klein-Eva jedenfalls, fühlt sich hier auch ohne Mutter wohl. Was ja schon irgendwie bezeichnend ist …

Morgen wollen Eva, Mazekeen und ich uns übrigens wieder Boote anschauen. Maze lässt bei diesem Thema nicht locker. Mir soll es Recht sein, Spaß macht es auf jeden Fall und hin und wieder springt auch ein kleiner Segeltörn dabei heraus (oder eine kleine Runde mit einem Motorboot).

Auf jeden Fall wird es bestimmt ein ganz nettes Wochenende, vor allem weil ich jetzt auch die Schmerzen in meiner Schulter mit Tabletten ganz gut unter Kontrolle gebracht habe. Ich kann mich wieder freier bewegen. Wurde auch Zeit!

Miranda hat mich gebeten, nächste Woche zu arbeiten, was ich mir überlegen werde. Die Hollywood-Studios beginnen langsam wieder zu arbeiten, nicht weil alles besser geworden ist, sondern weil sie jetzt in der Lage sind, tagtäglich ihre Mitarbeiter zu testen. Was für uns bedeutet, dass wir immer mehr mit Teams unterwegs sind, wofür leider unsere Kapazitäten nicht reichen. Denn außer unserer großen Dash und ein paar kleineren 30-Sitzern steht uns nur unsere kleine Flotte an Businessjets zur Verfügung. Und abgesehen davon, dass wir die kleineren Flugzeuge brauchen, um Medizin auszuliefern, fliegen höchstens Produzenten, Regisseure und die Stars im Luxus. Was wir jetzt brauchen, sind größere Passagiermaschinen, die wir uns aber (noch) nicht leisten können. Es ist schon schwierig genug, die laufenden Kosten für die Bombardier aufzubringen. Zumindest sagt Miranda das. Langer Rede gar kein Sinn: die Firma braucht Kapital für Flugzeuge und spart an Piloten! Seltsame Strategie …

Naja, außer Romane zu schreiben habe ich im Moment ja ohnehin wenig zu tun.

Soviel zum Thema Tagebuch. Und morgen schreibe ich dann wieder einmal etwas Intelligenteres …

Im Prinzip kein Unterschied

Wusstet ihr, dass auch Megastars Auto fahren? Sie haben zwar meist einen Bodyguard neben oder hinter sich sitzen – aber immerhin…

Es könnte also durchaus sein, dass ihr schon einmal Megan Fox, Jennifer Aniston oder Anne Heathaway den Finger gezeigt habt. Zumindest, wenn ihr viel in Hollywood unterwegs seid. (Oder sie euch.)

Aniston auf Tour: Manchmal sind die Autos etwas schicker

Ich will damit sagen, dass sie durchaus ein ganz ordinäres Leben leben, mit dem Unterschied, dass sie in besseren Restaurants essen und ständig auf der Flucht vor Paparazzi sind.

Na gut, nicht ständig. Ein bisschen Publicity kann nie schaden. Was Stars & Co allerdings nicht gefällt: wenn sie fotografiert werden, wenn sie nach einer durchzechten Nacht zum Zigarettenholen unterwegs sind. Ausser natürlich Sandra Bullock und Lady Gaga – die können gar nicht schmuddelig genug aussehen für ihren Geschmack. Sie finden das hip.

Zuhause sind sie natürlich alle wie du und ich. Die Häuser und die Flugzeuge sind zwar etwas größer, das Silber polierter, die Wasserhähne vergoldeter und der Pool etwas sauberer – aber sonst…

Und ihr Personal machen sie genauso dumm an, wie wir das mit unseren Haushaltshilfen und Gärtnern auch tun.

Im Prinzip also kein Unterschied.

Die Nackte in den Cowboystiefeln

„Du bringst Verstärkung? Brauchst du beim Ficken ein Kindermädchen?“

WOW! Ich bin sprachlos. ICH!

„Antworte ihr!“, zische ich und gebe Gabby nach einer Schrecksekunde einen leichten Stoß mit dem Ellbogen.

Doch Miriam hat uns längst in der Tür stehen lassen und wackelt mit ihrem nackten Arsch zurück ins Haus.

„Ach, geh schon rein!“, stößt Gabby mich – nach ihrer eigenen Schrecksekunde – kopfschüttelnd in den Flur.

„Pah!“, motze ich und stolpere vorwärts. Ich bin nicht ganz sicher, ob „vorwärts“ die richtige Richtung ist, denn Frauen, die unverschämter sind als ich, machen mich nervös. Nervös ist nicht gut.

„Tür zu!“, ruft Miriam ohne sich umzudrehen.

Gabby tritt sie mit einem Rückwärtskick zu.

„Was, wenn wir ganz schnell abhauen müssen?“, flüstere ich.

„Halt den Mund, Tammy!“ Sie gibt mir erneut einen kleinen Stoß, weil sich meine Beine offenbar noch nicht sicher sind, ob sie der nackten Sängerin folgen, oder doch lieber ihr Heil in der Flucht suchen sollen.

Als wir die monströse, lichtdurchflutete Eingangshalle betreten, habe ich mich entschieden: Wollen wir doch mal sehen, wer unverschämter ist – die nackte Frau in den Cowboystiefeln auf dem einsamen Sofa oder ich!

„Und wer von euch schiebt jetzt wen?“, grinst sie.

Scheiße, das wird nicht einfach werden!

Wenn Frau Sex braucht

„Du weißt, wie es ist, wenn man Sex braucht.“

Natürlich weiß ich das. Gerade ich weiß das, wie ich inzwischen festgestellt habe. Andere jedenfalls kommen mit weniger aus. Weitaus weniger.

„Und deswegen fliegst du extra hierher?“ „Hier“ ist Vancouver, wo ich neue Medikamente verlade um dann zwei Stunden später nach Palm Springs zurückzukehren. Ich meine: ernsthaft? Die fliegt nach Kanada um mit mir Sex zu haben?

Doch sie schüttelt den Kopf: „Nicht um dich zu ficken, sondern um dir zu zeigen, dass ich es ernst meine. Gabby meinte ja, dass man dich beeindrucken müsse.“

DAS hat Gabby gesagt? Krass!

„Ist dir gelungen. Und woher wusstest du, wo ich war?“

„Deine Chefin. Ein kleines Plappermäulchen. Und ein Fan, wie sich herausstellte. Ich musste ihr eine signierte Vinyl versprechen.“

Ich nicke. Alle Achtung! SIE, ernsthaft, SIE macht sich so einen Stress um mich bei einem Zwischenstopp zu überraschen!

„Du hättest genauso heute Abend nach Palm Springs kommen können. Mit einer signierten Vinyl für mich“, schlage ich vor. Oder mir ein Nacktfoto mit einer Einladung schicken können, denke ich.

„Du machst dir was aus sowas?“

Ich schüttele den Kopf: „Nur wenn du einen gebrauchten Slip dazugepackt hättest.“

„Iiiih!“, lacht sie.

„Okay, ein gebrauchter Lippenstift hätte es auch getan“, grinse ich.

„Schon besser. Willst du einen?“

„Ich will einen Milchkaffee. Du auch?“

„Um diese Zeit?“

Mmh… Es ist Nachmittag, denke ich.

„Wie wäre es mit einem Joint?“ Sie kramt in ihrer Handtasche und hält mir eine kleine gedrehte Zigarette hin.

„Danke, ich bleibe bei Kaffee“, wehre ich ab.

Sie zuckt mit den Schultern und zündet ihn an. Und dann bestellt sie ein Glas Wein. „Ach ja, ich vergaß, du musst ja noch fliegen.“

Und selbst wenn nicht… „Über Sex können wir reden. Aber nicht über Drogen!“

„Das sind doch keine Drogen“, wundert sie sich: „Da habe ich schon ganz andere…“

Ich halte beide Hände hoch: „Erspar’s mir, ich will es gar nicht wissen! Das Thema ist für mich ein rotes Tuch!“

„Du rauchst nicht?“

„Noch nicht mal Zigaretten.“

Jetzt zuckt sie mit den Schultern und drückt den Joint auf einem Teller aus: „Okay. Akzeptiert. Besser?“

Ich schaue auf die Kippe und nicke.

„Aber Wein darf ich?“

Ich lache: „Wenn ich nicht noch ins Cockpit müsste, würde ich einen Tequila bestellen.“

„Gut zu wissen, Baby“, nickt sie. Sie schaut traurig auf den Aschenbecher.

Sie nennt mich „Baby“. Interessant.

Und dann merke ich, dass das Café erstaunlich leer ist. Und dass drei Bedienungen uns von hinter der Theke aus anstarren. Okay, die wissen wer sie ist! Das erklärt auch die Sache mit dem Joint. Hier herrscht nämlich überall absolutes Rauchverbot! Sie hat das Café extra für sich schließen lassen!

Nicht, dass ich das nicht kennen würde, doch so etwas schockt mich jedes Mal aufs Neue! Ist schon krass, welche Privilegien diese Frauen genießen!

„Und jetzt?“, frage ich: „Ich muss nämlich bald wieder los?“

„Kommst du freiwillig zu mir, oder muss ich dich in eurem Haus flachlegen?“

Ich seufze: „Woher willst du wissen, dass ich mit dir ins Bett gehen werde?“

„Oh, komm schon, Süße!“ Sie schüttelt lachend den Kopf.

Eingebildet, UNFASSBAR eingebildet!

„Ernsthaft…“

„Du bist kein bisschen anders als ich“, erklärt sie: „Du kannst gar nicht anders.“

„Du nutzt also aus, dass du weltberühmt bist und ich eine simple Pilotin?“

„Auch ich muss mir ab und zu eine kleine Freude gönnen, findest du nicht?“ Ihr Gesicht ist todernst, doch ihre Augen grinsen.

Und ich muss lachen!

„Außerdem stehst du genauso auf mich, wie ich auf dich.“

Ich ergebe mich meinem Schicksal: „Na, dann müssen wir wohl.“

„Das sehe ich auch so“, nickt sie und schiebt mir eine kleine Karte mit ihrer Adresse zu.

Warum passieren eigentlich immer ausgerechnet MIR solche Sachen?

Dieses tiefgründig-lesbische…

Es ist für mich kaum nachvollziehbar, warum ich so auf Schauspielerinnen stehe.

Muss so ein unterbewusstes Ding sein. Ein Fehler in meiner Matrix. Tatsache jedoch: Allein der Anblick mancher Schauspielerinnen macht mich auf der Stelle nass.

Ich habe das jetzt schon ein paar Mal festgestellt: Sehe ich eine hübsche Frau auf Instagram, denke ich „schick“. Bekomme ich dann mit, dass sie berühmt ist: Bäng! Überschwemmung!

Lerne ich sie dann privat kennen, muss ich idealerweise feststellen, dass sie genauso ein Miststück ist, wie wir Anderen auch. Mindestens.

Bei Normalsterblichen nervt mich diese Bitcherei gewaltig; bei Schauspielerinnen macht sie mich nass!

Schon Scheiße.

Momentan ist es mit dem Privatkennenlernen allerdings nicht so weit her. Wer ist Schuld? Der Virus, klar. Der ist ja heute an allem Schuld. Vor allem daran, dass es keine Partys mehr gibt. Jedenfalls keine geilen.

Kennengelernt habe ich die meisten Hollywoodbitches nämlich auf Partys. Zu denen mich Joana heute gar nicht mehr mitschleppen muss – ich bekomme mittlerweile meine eigenen Einladungen. Offenbar glauben manche Leute inzwischen, dass ich auch jemand wäre. Jemand Bekanntes. Dabei bin ich wirklich nicht mehr als eine Partyschlampe, ehrlich! Ein Edelgroupie sozusagen.

Dabei ist es gar nicht mal so sehr die Sache mit der Berühmtheit. Wenn eine Schauspielerin nicht wenigstens so genial aussieht wie die Aniston, interessiert sie mich nicht. Was man übrigens auch daran sieht, dass Sängerinnen nicht mein Thema sind. Die können zwar was, doch sie bedienen meine Sucht nach oberflächlicher Schönheit nicht. Siehe Pausbäckchen Britney oder Kinderschreck Adele. Es gab jedoch zwei oder drei – das gebe ich gerne zu – bei denen hat es gepasst. Die waren zwar nicht ansatzweise so sexy wie die Johansson aber sie hatten dieses tiefgründig-lesbische… Wobei das dann wieder den Nachteil hat, dass sie oft nicht eingebildet genug sind (eine weitere Grundvoraussetzung um mich mit einem Wort feucht zu machen). Wobei ich betonen muss, dass ich zwischen Arroganz und Dummheit durchaus Unterschiede mache.

Worum ging es jetzt eigentlich? Ach, keine Ahnung. Vermutlich wollte ich mich nur nass schreiben.

Arroganz ist eine Grundvoraussetzung

Doppelgängerin

Das kann ja wohl nicht wahr sein! Gerade erst nach Hause gekommen, nachdem ich erst um 22 Uhr Ortszeit den letzten Schalter der Dash umgelegt habe!

Es ist 23.10 und ich bin müde und nervös. Ich muss diese Arbeiterei sein lassen. Unter diesem Job leidet sogar mein ganz privates Sexleben. Wieder nur Vibrator?

Morgen ist der letzte Tag ohne eine meiner Frauen und damit für eine Weile die letzte Chance die Fickmaschine zu entstauben.

Joana hat heute wieder ein Fernsehinterview aufgezeichnet, das dann in ein paar Tagen gezeigt wird. Zur Göttin, ist das wieder ein Schwachsinn gewesen! Wieso glauben die Menschen diese unfassbaren Lügenpotpourris der Stars? Alles nur Marketing, Marketing! In Selbstvermarktung sind sie alle noch besser als in ihrem eigentlichen Job. Na ja, ist ja auch eine Dauerrolle, in die sie hineinwachsen können.

Am Geilsten finde ich ja immer diese Beziehungsgeschichten, die Hochzeiten und Trennungen. Schon mal Jemandem aufgefallen, dass die meisten Hochzeiten der Stars „im kleinen Kreis“ an „unbekanntem Ort“ stattfinden? Und die meisten Trennungen nach wunderschön von Paparazzi dokumentierten öffentlichen Disputs in Restaurants? Und das öffentliche Hand-In-Hand-Laufen scheinen sie ja auch erfunden zu haben…

So geil!

Inszeniertes Leben. Oh, wie ich das hassen würde!

Das, was sie wirklich sind und so, wie sie wirklich leben, wird mit einer Paranoia versteckt, die mir schon fast ausserweltlich erscheint. Je berühmter sie werden, desto ausgeklügelter werden die Tricks. Alleine das Thema Doppelgänger: Diese Leute verdienen sich goldene Nasen!

Meine beiden Frauen gehören zu den trickreichsten. Wobei Gabby versucht weniger öffentliches Marketing zu betreiben, obwohl die Studios sie immer mehr dazu drängen.

Aber Joana – wow! Selbst ich muss sie manchmal fragen, ob das jetzt echt oder inszeniert ist. Manchmal glaube ich, sie weiß es selbst nicht mehr so genau.

Sie hat es selbst damals, während der langen Zeit auf unserem Boot geschafft, sich für die Außenwelt perfekt zu inszenieren! Und ganz krass: Selbst manche Talkshowhosts können sie nicht von ihrer Doppelgängerin unterscheiden! DIE Frau sollte die Auszeichnungen bekommen, nicht Joana! Es kursieren mittlerweile mehr Bilder in den sozialen Medien von Joanas gut bezahltem Double als von ihr selbst.

Ich bin ja nur mal gespannt, wann sie ihre Doppelgängerin bittet, einen Film an ihrer Stelle zu drehen. Joana findet, das sei „eine gute Idee“. Natürlich im Spaß, aber immerhin – der Gedanke ist gepflanzt.

Joanas Art und Weise sich ein Leben zu erkaufen. Sie hat mit ihrer Doppelgängerin aber auch wirklich einen Glücksgriff getan. Gabby ist noch auf der Suche, da ihre beiden Double längst nicht so überzeugend, sondern eher dazu angetan sind, Paparazzi von Gabbys tatsächlicher Fährte zu locken.

Das echte Leben der Stars – irgendwie ist es manchmal schon spannend, das muss ich zugeben.

Aber ich bleibe dann doch lieber, wer ich bin. Glaube ich.

Filmsets sind laaaaangweilig

Diese Drehorte…

Ganz ehrlich, sie gehören zu den langweiligsten Orten überhaupt! Rumsitzen, rumsitzen, rumsitzen.

Gabby musste noch zwei Szenen nachdrehen und ich durfte sie hinfliegen. Natürlich konnte ich mitkommen, bevor ich einen ganzen Tag außerhalb herumgammeln musste.

Ich kenne das zwar schon, doch ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es vielleicht doch nochmal spannend wird.

Gestern war es das nicht. Das Dümmste ist die Warterei bis Gabby geschminkt ist uns ihre Haare gemacht worden sind. Da sitzt du nebendran und bist so hübsch wie überflüssig.

ICH HASSE ES überflüssig zu sein! (Hübsch geht.)

Und man kann noch nicht mal über Sex reden, weil ja keiner wissen darf, dass dich die weibliche Hauptrolle fickt.

Außerdem vermutet natürlich jeder, dass man so ein Stargroupie ist, das Gabby aus Mitleid aufgegriffen und dem sie aus lauter Herzensgüte einen Tag auf dem Set spendiert hat.

„Ist es nicht aufregend hier?“, fragt mich die Friseuse.

„Ungefähr so aufregend, wie den Klodeckel hochzuklappen.“

Gabby verdreht die Augen und bekämpft einen Lachanfall.

Wenn die Leute aber auch immer so unglaublich dämliche und noch dazu impertinente Fragen stellen müssen!

„Und was machen Sie beruflich?“ Vermutlich tippt sie auf Grundschullehrerin.

„Busfahrerin“, antworte ich und bekomme diesmal von Gabby nur verdrehte Augen. Offenbar war das nicht witzig.

„Oh, das ist bestimmt aufregend!“, freut sich die Blondierte.

Ich nicke: „Man weiß nie, was einen erwartet, wenn man die Türen aufmacht.“

„Tammy…“ Gabbys Stimme klingt immer etwas heiser, wenn sie droht.

„Ich habe sie im Bus getroffen“, erkläre ich und zeige auf Gabby: „Sie hat eine Jahreskarte vom Verkehrsverbund.“

„Du weißt schon, dass ich dir den Hals umdrehen werde, sobald ich aus diesem Stuhl herauskomme?“ Gabbys Stimme klingt jetzt SEHR heiser.

„Ich bin schon still.“ Ich gebe auf. Bevor sich Gabby die Frisur versaut und ich mir nochmal drei Stunden lang den Arsch plattsitzen muss!

Charlize Theron

„Joana?“

„Ja, Baby?“

„Weisst du noch?“

„Ja. Natürlich. Wie sollte man so etwas vergessen können?“

Joana weiß immer, was ich meine, wenn ich sie das frage.

„Bist du nass?“, fragt sie.

„Ich bin immer nass.“

„Zugegeben: Blöde Frage.“ Joana lächelt, prüft aber trotzdem vorsichtig mit einem Finger.

„Wie machst du das nur?“ Sie lächelt und dann gleitet ein Finger hinein. Sie drückt ihn nach oben.

Ich stöhne ein wenig.

„Mehr“, fordere ich.

Sie macht das gleiche mit zwei Fingern.

Ich stöhne ein wenig mehr.

„Ist es schlimm?“, fragt sie: „Zoe, meine ich?“

Ich ignore ihre Frage.

„Ich will mehr. Viel mehr!“

„Sicher?“

„SCHEISSE! WARUM FRAGST DU DAS IMMER?“

„Okay.“

„Der Abend. In der Bar…“

„Als der Barkeeper mich gefragt hat ob ich…“

„…ob du Charlize Theron bist!“ Ich lache laut auf und sie schiebt drei Finger in meine Möse.

„Und der Kracher war noch, dass du genickt hast…“

„…und ich ihm ein Autogramm gegeben habe!“ Joana brüllt los und fickt mich dabei.

„Und… Du…“ Sie zieht die Finger heraus und beginnt vorsichtig vier Finger in mich zu schieben.

„UND ICH NICHT WUSSTE, WIE MAN DIESEN VERFICKTEN NAMEN SCHREIBT!“

Joana kreischt los vor Lachen und eigentlich will ich das auch, doch ihre vier Finger drängen sich vorwärts und ich weiß, dass sich der Daumen unter ihnen versteckt und es ernst wurde.

Ich wimmere und versuche mich und meine Beine in die richtige Position zu bringen, wenn es die überhaupt gibt.

Tammy

„Bist du sicher, Baby?“

Joana weiß, dass ich sicher bin. Natürlich weiß sie das. Zwar kommt es nicht so oft vor, doch hin und wieder gibt es Momente, in denen hilft nur noch – das.

Ich nicke.

„An dem Abend hast du mir von ihr erzählt.“

„Ja, und je. E. ETZT…“ Joana schiebt mehrfach alle fünf Finger bis zu den Knöcheln in mich hinein: „jEetzt läuUUuft…“ Ich reiße mich zusammen: „Jetzt läuft da einer herum, der…Autogramm… Charlize… von dir… glaubt…“

„Jetzt, Baby?“

„VERDAMMT, MACH SCHON!!!“

Ich packe mit beiden Händen ihren Unterarm und zerre ihn in mich hinein.

Ich werde fast ohnmächtig. JEDES VERDAMMTE MAL werde ich fast ohnmächtig! Ich verbeiße mich in das Kissen, das ich mir auf das Gesicht gedrückt halte, das meinen Schrei aufhält.

„Nicht bewegen!“, bettele ich: „Nicht bewegen!“

„Heulst du?“, fragt sie.

Ich lege das Kissen zur Seite. Ich heule nicht. Dafür öffne ich die Beine ein Stück weiter um ihren Arm besser sehen zu können. Ich atme schwer, glaube ich.

„Sie ist… Hier. Sie ist hier!“, stammele ich.

„Hier?“ Joana starrt mich an: „Auf-Dem-Boot-Hier?“

„Geh raus. Geh raus!“

Joana beginnt ganz vorsichtig sich zurückzuziehen.

„Sie ist richtig hier?“

Ich weiß, dass die Nachricht sie schockiert. Ich weiß, dass die Nachricht ihr Angst macht. Doch ich bin einfach nicht stark genug, es ihr zu verschweigen.

„Richtig hier“, nicke ich.

„Fuck!“

„Jetzt!“, sage ich und ich nehme das Kissen.

Dilemma

Nein, ich schreibe nicht ständig über den Scheißvirus!

Aber manche Sachen lassen sich einfach nicht umgehen, er ist nunmal allgegenwärtig – selbst in meinem Leben – was allerdings hauptsächlich an den anderen liegt.

Z. B. an Joana. Die hat sich nämlich – ENDLICH! – entschieden, doch wieder aufs Boot zu kommen.

Was in erster Linie daran liegt, dass sie keine Lust auf eine Ausgangssperre hat, die unweigerlich auch Bel Air treffen wird. Und da helfen ihr weder Status noch Geld. Kalifornien kennt bei so etwas nämlich keinen Spaß.

Nachher sitzt sie im Flieger hierher. Hauptsache, die Luft wieder ein bisschen mehr verpesten. Hätte ja auch gleich hierbleiben können! (Aber Anik und ich müssen schließlich auch leben, richtig?)

Dummerweise will sie eine Freundin und Kollegin – nennen wir sie Gabby – und ihren Mininachwuchs mitbringen!

Gabby! Das Megaweib, dass sich an Sylvester bei der Hollywoodparty in mich verguckt hat. Warum auch immer. Auch ’ne Hete. Klar. So alt wie ich und sexy as hell!

Problem: Ich kann Kinder nicht ausstehen und schon gar nicht auf einem Boot, auf dem ich mich nicht vor ihnen verstecken kann!

Allerdings hätte ich nicht das Geringste dagegen, ihre Mutter zu ficken.

Und nun?

Dilemma

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Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

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Drittes Weib gesucht (Erster Teil von 3/3: Von Diven und Dämonen)

Ja, 3/3 bin ich noch schuldig.

Mir schuldig – oder wem auch immer.

Heiratsgeschichten brauchen in der Regel etwas länger. Was am Hintergrund liegt, den man gerne ins Hochzeitsalbum packt.

Oder daran, dass zum Heiraten im Regelfall mindestens zwei Bräute gehört. Ich stehe nicht gerne einsam und alleine vor dem Altar herum. Und die zweite Braut fehlt mir noch.

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich diesen ersten Teil vom dritten Teil (Cool, oder?!) geschrieben habe. Nicht nur, weil mir im Moment die Zeit für eine tiefergehende Geschichte fehlt*, sondern weil der dritte Teil – die Suche nach der Braut – schlicht der schwierigste von den dreien ist.

Ich habe zwei wundervolle Frauen, die – jede auf ihre ganz besondere Art – einzigartig, besonders und sensationell sind.

Zugegeben: Beide sind nicht wirklich Frauen im herkömmlichen Sinn.

Die eine, die Schauspielerin – wer würde es wagen eine solche Diva jemals „nur“ als Frau zu bezeichnen?

Und die andere, Mazikeen, ist tatsächlich keine Frau. Sie ist ein Dämon – oder in politisch korrektem Neudeutsch: eine Dämonin – und hat deshalb so viel mit einer Frau gemeinsam, wie ich mit einer Nonne.

Arsch, Fotze, Titten – das war’s.

Uh, ich höre sie schon wieder, die erhobenen Zeigefinger**: Wie kann man sich nur selbst auf die Geschlechtsorgane reduzieren?

Also erstens ist der Arsch kein Geschlechtsorgan – er funktioniert aber sexuell mindestens so gut wie die Möse und zweitens ist das ja wohl meine Sache, oder?

Mit Hirn habe ich es nämlich nicht so. Mich stört das meistens. Wenn ich denke, muss ich nämlich schreiben und dabei kann ich nicht ficken. (Oder jedenfalls nicht so viel.) Dumme Sache.

Aber irgendwie schweife ich gerade vom Thema ab.

Welches dritte Weib suche ich denn nun eigentlich? Oder wie sollte es sein, das dritte Weib?

Stellen wir also fest: Da ist die Diva, da ist die Dämonin und da bin ich.

Okay, ich muss aufhören Joana „Diva“ zu nennen. Das ist nicht nett. Eine Diva ist sie wirklich nur manchmal. Ansonsten ist sie der liebste Mensch, den man sich vorstellen kann and I love her to bits. Actually habe ich noch nie jemanden so geliebt und ich fürchte, ich werde auch niemals mehr einen anderen Menschen so lieben können. Joana ist alles was ich jemals wollte und alles was ich jemals wollen werde. Joana ist die Personifikation des Lieben, des Guten, des Schönen. Sie ist meine Aphrodite.

Ausserdem ist sie ein verdammtes Miststück.

Aber das ist okay so, denn das bin ich ja auch.

Mazikeen läuft außer Konkurrenz. Sie ist ja schließlich keine Frau sondern ein Dämon (jaja… Dämonin…). Von daher muß ich sie ja nicht wirklich lieben, es reicht ja, wenn sie für mich da ist. Und Dämonen sind das lebenslang. Was praktisch ist, denn sie sind unsterblich. Zumindest behaupten sie das. Dämonen sagen, sie besäßen keine Seelen und wären lediglich bestimmungsfixiert. Oder sowas. Ich habe das noch nie richtig verstanden.

Ist ja auch egal. Hauptsache man kann sie ficken und sie machen was man will.

Auf dem Gebiet macht Mazikeen ihren Job wirklich gut, das muss ich zugeben. Eigentlich macht sie ihren gesamten Job ziemlich gut.

Ich finde, jede Frau sollte eine Dämonin*** besitzen!

Da wäre dann noch das ewige Thema mit dem Alter.

Joana ist ja nun um Einiges älter als ich. Nicht nur botoxälter, sondern definitiv schon liftingälter als ich. Wobei sie beides verabscheut und beides nicht macht. Was ihr niemand glaubt, weil sie locker 15 Jahre jünger aussieht als sie ist und nach wie vor zu den schönsten Frauen der Welt zählt.

Die Leute, die wissen, dass sie diese ganze Spritzerei und Schnippelei hasst und niemals tun würde, schütteln da nur den Kopf. Es sind der Neid und die Missgunst der Menschen, die den Eindruck erwecken, dass nicht sein kann was nicht sein darf.

Und Mazikeen? Dämonen ( … innen … Ach, fuck it!) haben kein Alter. Keine Seele, kein Alter, kein Botox. Sie sind ein bisschen derb, aber das kommt vom jahrtausendelangen Prügeln. Da wundert man sich aber doch, wie sie es schaffen, trotzdem so eine babyweiche Haut zu besitzen…

Wie auch immer…

Kommen wir zur Sache. Weib Nummer drei: Warum will ich eins?

Mein Hauptproblem ist eigentlich Joana.

Denn Joana ist nicht nur viel zu oft – für meinen Geschmack – in Sachen Arbeit unterwegs, sondern hat auch noch die unangenehme Eigenschaft, dass sie zwischendurch Männer ficken muss.

Ich meine – ich verstehe es ja: Wenn der Körper nach lebendigem Penis mit Eiern und Sauce schreit, dann muss man dem Ruf eben auch manchmal folgen.

Ich hätte ja auch prinzipiell nichts dagegen, wenn sie nicht vor der Welt behaupten würde, sie sei hetero und ich nur eine Freundin. Und sie, zu allem Überfluss, zwischendurch auch noch auf die Idee kommt, irgendwelche Penisse zu heiraten. (Mit meinem Segen übrigens. Sie gehört mir ja nicht.)

Trotzdem finde ich es manchmal schon ein wenig befremdlich, zumal ich es war, die die Reste von ihr, nach ihrer vorletzten Ehe, jahrelang vom Boden aufwischen musste. (Die letzte Scheidung war nicht so schlimm. Der Typ war einfach nur ein Trottel, das musste sogar sie selbst zugeben.) Wobei ich mich frage, warum diese Hollywoodstars immer gleich heiraten müssen. Würde exzessives Dauerficken nicht auch reichen?

So oder so: Diese Penis- und Arbeitsfixiertheit qualifiziert Joana natürlich als reguläres Beziehungsmaterial ein wenig ab. Als Lover: geil; als Ehefrau: nicht so sehr.

Und Dämonen sind bei dem Thema sowieso raus.

Also muss was zum Heiraten her!

Und davon schreibe ich jetzt tatsächlich, großes Tammy-Ehrenwort im zweiten Teil von Teil 3/3.

Wenn jemand noch versteht was ich meine.

Weib Nummer Drei: Warum will ich eins?

*Um den Spöttern gleich zuvorzukommen: Ja, ja… Was ist bei mir schon tiefergehend…?

**Ich nenne Menschen, die anderen versuchen ihre Moral aufzuzwingen gerne „die erhobenen Zeigefinger“. Übrigens sind diese Finger auch sehr oft nass und schleimig… (Aber nur heimlich.)

*** Irgendwann lerne ich diese geschlechterorientierte Sprachverunglimpfung doch noch. Was tut man nicht alles um politisch korrekt zu erscheinen.


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Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

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So einfach ist das

Es war kein richtiger Streit.

Es war ein kleiner Schlagabtausch. Ein Klarmachen der Positionen.

Natürlich weiß Joana wer Mazikeen ist – dass man mit einer Dämonin keine dummen Witze machen sollte und Mazikeen weiß, wer Joana ist und dass eine Diva niemals wirklich etwas von anderen annehmen wird.

Manchmal von mir.

Aber nur, wenn ich ihr damit drohe, sie zum Teufel zu jagen. Nein, nicht zu Maze, sondern sie wegzuschicken.

Ich glaube, davor hat Joana, seit ihrer letzten Trennung, die meiste Angst: dass sie weggeschickt wird. Sie hält es nicht mehr aus allein zu sein und sie will nicht alleine alt werden. Mit 51 Jahren ist das bereits ein großes Thema, nehme ich an.

Und sie traut Ehen im Allgemeinen nicht mehr und Männern im Besonderen. Ich kenne ja die Gründe, warum bei ihr alles schief ging und das hatte nichts – oder nicht viel – damit zu tun, dass sie eine Diva ist, ihre Typen waren ja auch welche. (…die ich mit der Feuerzange nicht angefasst hätte.)

Bei mir scheint sie das alles etwas anders zu sehen. Ich bin in ihren Augen vertrauenswürdiger, vermutlich weil ich ihr von Anfang an sagte, was ich von ihr hielt und sie um mich kämpfen musste und nicht ich um sie.

Was das damit zu tun hat? Nichts, aber es klingt gut. Ausserdem kann ich so schön damit angeben.

Tatsächlich habe ich sie nie fallenlassen, egal was sie angestellt hatte, egal wie sie sich mal wieder daneben benommen hatte. Was daran lag, dass ich sie immer liebte (…was sich bis heute dummerweise nicht geändert hat.)

Sie ist so verletzlich.

Es gibt Dinge, die kann und/oder will sie nicht. Solche Dinge haben wir alle.

Keiner der Typen, die sie sich ausgesucht hatte, wollte das akzeptieren. Sie waren es einfach nicht gewohnt, dass Frauen, außerhalb eines Filmsets, sprechen können.

Joana kann.

Joana weiß, dass ich immer für sie da sein werde. Solange sie lebt (solange ich nicht ins Wasser falle und von einem Hai gefressen werde).

Sie ist sich dabei sicher, weil sie weiß, dass ich für gewöhnlich mein Wort nicht breche. Jedenfalls nicht mein ernst gemeintes. (Deswegen lese ich ihr und Maze auch gerade meinen neuen Roman auf Englisch vor. Scheißarbeit.)

Dass Dumme ist, dass ich mein Wort ihr gegenüber verdammt ernst gemeint habe und sie mit mir keine Angst haben muss, alleine alt zu werden.

J. – Forever

So einfach ist das.

Easy

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Wurfgeschosse

Das gibt wieder mal einen Tag… *seufz

Reparaturen, Reparaturen, Reparaturen… Aber das war ja zu erwarten. Gerade bei so einem Boot!

Whatever.

Joana hat sich im Schlafzimmer vergraben und wirft jedesmal, wenn jemand reinkommen will, irgendetwas Schweres gegen die Tür. Wenn sie sauer ist, ist sie sauer. Und sie kann es nicht leiden, krank zu sein.

„Miststück!“, flucht Mazikeen: „Als ob ich nicht Besseres zu tun habe, als auch noch Türen zu reparieren!“

Diven! Wie ich schon sagte…

Was sie wohl alles werfen wird, wenn sie merkt, dass wir nicht morgen ankommen, sondern frühestens in 4 Tagen?

Ich will meine Ruhe. Und Sex.

Scheiße!


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Grippales Bedürfnis

Da sitzt sie im Schneidersitz, in Jogginghose und Socken auf dem Bett und blättert fluchend auf ihrem Tablett herum.

Die vollgerotzten Taschentücher hat sie um sich herum verteilt. Nasensprayfläschchen rollen auf dem Boden hin und her und schlagen rhythmisch gegen den vorsorglichen Kotzeimer. (BITTE, BITTE NICHT!!!)

Ihre Haare sind stränig und fettig und verklebt. Der Geruch ist auch schon etwas – seltsam. Körperpflege ist bei dem Seegang nicht wirklich drin. Und das bei einem Weib, das im Leben kaum etwas anderes im Kopf hat, als Körpercremes und Bodylotions. (Ich bin sicher, das ist nicht das Gleiche, oder?)

Sie schimpft auf alles was mit Booten, Meer, Wind, Wellen und Wasser im Allgemeinen und mit mir im Besonderen zu tun hat.

Und mein Bedürfnis dieses fünfzigjährige, unnatürlich erotische Weibsbild hier und jetzt zu ficken wird von Minute zu Minute größer.

Was stimmt nicht mit mir?


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

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Die eingebildete Kranke

Wie man so krank und gleichzeitig so eingebildet sein kann…

Aber bei dem Telefonat mit ihrem Anwalt vorhin, als ich den Tequilawitz gemacht und der Typ ganz leise angefangen hat zu gickeln, hab ich mich nur gefragt, wie tief so ein Stock wohl sitzt. Und wie sie es schafft, mit solchen Leuten umzugehen.

„Ich rede nicht mit ihnen“, hat sie mir dann erklärt.

„Du redest nicht mit ihnen?“

„Nein“, hat sie mir – völlig ernstgemeint – erklärt: „Ich sage ihnen, was sie tun sollen.“

„Und wenn sie darauf antworten?“

„Seit wann höre ich zu?“

„Stimmt auch wieder.“ Anderen hört sie tatsächlich so gut wie nie zu. Vermutlich noch nicht einmal dem Regisseur. Oder gerade dem nicht. Nur ihrer Kosmetikerin. Und mir manchmal.

„Aber Anwälte sind doch dazu da zu beraten. Und dazu musst du ihnen ja zwangsläufig zuhören, oder nicht?“

„Nope. Du hörst ihnen doch zu. Das reicht doch wohl, oder?“

Ist sie nicht süß?

Aber wenn die so weitermacht, kann sie sich um ihre Scheiß-Steuern selbst kümmern!

Zuhören

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J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

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Traumbilder

Sie ist da. Tatsächlich.

Es ist jedes Mal wie eine kleine Auferstehung, wenn wir uns so lange nicht gesehen haben. Was aber bislang recht selten vorgekommen ist. Meistens waren wir nur drei oder vier Tage getrennt, weil ich ihr meist zu den Sets gefolgt bin. Zumindest wenn ich keinen Dienst hatte.

Sie kam allein, ohne SJ, die sich allerdings schon für Bermuda oder die Bahamas angekündigt hatte. Wobei unklar war, welche Route wir überhaupt nehmen würden.

Mit Joanas Ankunft ist Zoe natürlich verschwunden. „Sie war tatsächlich da, richtig?“, hatte Joana gefragt. Ich wusste langsam überhaupt nicht mehr, was ich zu diesem Thema noch sagen konnte oder wollte.


Joana liegt in meinem Bett und schnarcht leise vor sich hin. Natürlich behauptet sie, dass sie das nicht tut. Ich glaube aber kaum, dass es jemanden in ihrem Alter gibt, der noch geräuschlos schlafen kann, oder?

Ich hätte sie ja wahnsinnig gerne auf dieses dämliche (und interessante) Interview angesprochen, doch das hebe ich mir für eine Situation auf, in der wir mit zehn Knoten Fahrt und dreißig Grad Kränkung durch Drei-Meter-Wellen feuern. Genau dann, wenn sie sich an die Reling klammert und sich den alten, gemütlichen Zweimaster herbeiwünscht. Dann werde ich sie über ihre Traumbilder ausquetschen!


Wie auch immer – jetzt brauche ich noch einen Tee. Ostfriesisch. Mit Sahne. Und Kluntje.


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J. – Forever

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Alternative Fakten

Immer wenn ich ein Buch beginne, dann begebe ich mich in eine andere Welt.

Nach ein paar Seiten wird dann klar, dass ich meine nie verlassen habe. Warum ist das so? Ist das eine philosophische oder eine psychologische Frage? Weil ich die andere Realität eigentlich gar nicht möchte und meine nicht verlassen will? Weil ich sie nicht verlassen kann? Oder weil ich einfach nur vollkommen phantasielos bin?

Phantasielos? Na ja, so ganz stimmt das nicht, doch Wirklichkeiten kann man auch umschreiben. Zum Beispiel mit alternativen Fakten (falls sich jemand an diese herrliche US-amerikanische Wortkreation erinnert).

Wie dem auch sei… Wie komme ich jetzt auf Bücher?


Die Nachricht ist: Heute Abend kommt Joana.

Ich werde wohl mal ernsthaft mit ihr reden müssen – so raffiniert sie mich in das jüngste Interview eingebaut hat, das sie gegeben hat: Was das wohl jetzt wieder bedeuten soll? Hat sie sich einfach mal wieder nur einen kleinen Scherz erlaubt oder ist diesmal was dran?

Ich weiß noch nicht mal mehr, ob ich eigentlich noch will, dass etwas dran ist. Will ich nicht viel lieber, dass alles bleibt wie es ist und ich meine Ruhe habe, statt plötzlich alles ins Rampenlicht zu tragen?

Ich meine – ficken geht auch so. Und das auch noch wesentlich ungestörter.

Will ich das?

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J. – Forever

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Wenn die Kameras die Looser zeigen…

Noch drei Tage mehr im Hafen und das Boot rostet im Wasser fest.

Und diese Windstille! Sowas nervt!


Anyway…

Ich habe es mir dann doch angeschaut – was ich wirklich nicht tun sollte – und habe wieder das grosse Kotzen bekommen. Bekomme ich jedes Mal, wenn ich sie bei diesen Gelegenheiten sehe, wenn ich ehrlich sein soll

Ich verdränge es nur.

Deshalb gehe ich möglichst auch nicht mehr zu den Sets: diese Selbsbeweihräucherung! Diese furchtbare Heuchelei! Dort ist es nämlich so ähnlich wie bei den Oscars.

Aber das gestern… Natürlich hab ich sie gesehen: Beide. Joana und ihr Mitbringsel. Lol…

Wie kann man so einen Abend nur ertragen? Die glänzenden Make-up-Gesichter und die ganze Pomade…

Und wenn die Kamera dann die Looser zeigt, wie sie klatschen und sich freuen und doch die ganze Welt hassen.

Widerlich!

Und dann diese Reden! Von denen will ich gar nicht anfangen. Von diesen vorbereiteten Dankesreden bei denen sie ihren Brüdern und Schwestern, dem Team, der Göttin und der/dem Ex danken und dabei denken: Seht her, ihr Arschlöcher, beim nächsten Film kassiere ich ein paar Millionen mehr.

Das sind dann immer die Momente, in denen ich mich frage, warum ich dieses Weib eigentlich noch aufs Boot lasse!

Weil ich sie liebe?

Menschen sind komisch.


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Nervensäge

Flaute.

Ist das nicht herrlich? Nein, ist es nicht!

Wie auch immer, wir müssen sowieso die Oscars abwarten und dann geht es Richtung Süden in die Westwinde. Nicht, dass das in absehbarer Zeit der Fall sein könnte: Richtung Süden treibt sich noch eine Weile die Windstille herum und im Norden lauern die Stürme: Atlantik im Winter.

Aber Joana hat sich angesagt. Und da meine Diva ein Geschenk mitbringen will, würde ich sowieso warten. Und Zoe ertragen. Die gibt nämlich keine Ruhe.

Wie auch immer…

Joana hat mich mal gefragt, was wäre, wenn sie nicht berühmt wäre.

„Dann wärst du wohl ziemlich unerträglich“, habe ich geantwortet: „Das geht wohl allen Diven so.“

„Lustig, Tammy, wirklich lustig. Und jetzt bitte eine richtige Antwort!“

“ Woher soll ich das wissen? Kenne dich ja nur berühmt.“

„Aber wenn…!“

Keine Ahnung, du Nervensäge!“

„Das ist keine sehr nette Antwort!“

„Soll ich schleimscheißen wie die ganzen Arschkriecher um dich herum?“ Für die Antwort musste ich nicht lange überlegen. Schleimscheißen war das Letzte! Lügen, Betrügen, Verraten um eine heiße Tussi ins Bett zu kriegen – alles okay. Aber Schleimscheißen? Niemals!

„Das heißt also wir wären nicht zusammen!“

„Solange du keine Bedienung bei dieser Gala gewesen wärst – vermutlich nicht.“

Joana musste einen Moment überlegen: „Das heißt also doch?“

„Das heißt: Geh mir nicht länger auf die Nerven!“


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Eiszeit

Und dann wurden wir beste Freundinnen.

Wir verbrachten so ziemlich jede wache Minute – in der nicht eine von uns gerade Sex hatte – miteinander und quatschen die Nächte durch. Ich besuchte sie auf dem Set, ging mit ihr zu Galas und Filmpremieren, sie flog mit mir in meiner kleinen Piper, holte mich vom Flughafen ab, wenn ich mit der 737 ein Overlay hatte und betrachtete staunend und schulterzuckend jedes neue Buch von mir (das sie nicht lesen konnte…). Und einmal hat sie es sogar gewagt, sich auf mein Motorrad zu setzen…

Das Meiste davon veränderte sich ziemlich drastisch, als ich bemerkte, dass sie „aktiv verschwieg“, dass ich lesbisch war. Sobald irgendwo jemand etwas intensiver auf mich zu sprechen kam, wechselte sie blitzschnell das Thema. Es durfte nicht sein, was nicht sein durfte: Dass irgendjemand auf die Idee kommen könnte, dass wir etwas miteinander haben könnte!

Daraufhin brach eine Eiszeit zwischen uns an.

Eiszeit

Nicht, dass wir nicht miteinander redeten, doch unsere Gespräche drehten sich meist um ein und dasselbe Thema: ihre irrationale Angst vor den Fans und die Panik keine Filme mehr drehen zu können.

Wir versuchten alles Mögliche, doch es lief alles auf ein- und dasselbe hinaus: Sie verstand mich nicht und ich sie schon gar nicht. Und dabei waren wir ja noch nicht einmal ein Paar. (Was wir, genaugenommen, auch heute noch nicht sind.)

Die Veränderung kam viel, viel später.

Und ganz ehrlich: ich glaube nicht, dass die neue Situation Bestand hat. Aber wie soll ich jemals ohne sie zurechtkommen?

Sie ist die Einzige – Die Einzige, wirklich! – die Zoe und alles andere kennt.

(Und seit meinem neuen Buch auch ihr. Aber das ist ein anderes Thema.)


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Wie es wohl wäre…

Und wie bekomme ich jetzt ihren Mund wieder zu?

Sie sass ausdrucks- und regungslos wie eine Statue vor mir. Wenn sie jetzt jemand angestupst hätte, wäre sie vom Stuhl gefallen.

Ob sie vielleicht die braune Kacke in direktem Zusammenhang mit ihrer grünen Kotze nicht vertragen hat? Sie kommt ja im Fernsehen immer so brav und anständig rüber?

„Pieps“, sagte ich vorsichtig.

Sie hob die Augenbrauen. Immerhin eine Bewegung.

„Und das verliebte Mädchen bist natürlich du, richtig?“

Puh! Sie spricht noch. Scheinbar auch mit mir!

Ich nickte und schaute mich um: „Ist ja sonst keine da.“

Joana atmet hörbar aus: „Machst du eigentlich ständig Witze?“

Ich schüttelte den Kopf: „Nicht immer. Beim Sex manchmal nicht.“

„Manchmal?“

„Okay, hin und wieder. Maze sagt, es käme schon vor.“

„Ich frage jetzt nicht weiter…“ Joana verdrehte die Augen.

„Kannst du nicht mal was anderes trinken? Mir wird echt schlecht von dem Zeug!“

„Von meinem Smoothie?“

Ich nickte: „Muss sowas transzentrales sein.“

„Du meinst transzendentes.

„Ja, das auch. Auf jeden Fall kommuniziert diese grüne Plörre direkt mit meiner Galle.“

Joana wirkte ein wenig als müsse sie ein Bäuerchen machen und schob das Glas von sich. Ich schob es sicherheitshalber ganz an die Seite des Tisches. Vielleicht würde es ja versehentlich runterspringen? Das widerliche grüne Zeug sah ja durchaus lebendig aus.

„Und ganz schön unverschämt bist du auch noch.“

„Nur ehrlich“, sagte ich stolz: „Und das findest du ziemlich gut.“

Joana schüttelte den Kopf: „Ich finde es lediglich interessant, wie jemand so unverschämt sein kann.“

„Lügner.“

„Und was glaubst du, was ich denke?“

„Du verfluchst gerade, dass du hetero bist.“

Sie starrte mich mit aufgerissenen Augen an.

„Und du überlegst wie es wohl wäre, wenn ich dich küssen würde“, fuhr ich fort.

„Eigentlich überlege ich eher, ob ich dir meinen Smoothie ins Gesicht schütten soll.“

„Das hatten wir doch schon“, grinste ich.

„Und nein, ich verfluche nicht, dass ich hetero bin.“

„Du wirst es spätestens tun nachdem ich dich geküsst habe.“

Jetzt fing sie an zu lachen: „Tammy, träum weiter!“

„Erzähl mir nicht, du würdest nicht gerne wissen, wie es ist.“

„Und wenn ich es schon gemacht habe?“

„Mich geküsst? So betrunken kann ich nicht sein, dass ich mich daran nicht erinnern würde.“

„Witzbold! Bildest du dir ein, mit dir ist es besser als mit anderen Frauen?“

„Pah! Ich mache doch hier keine Werbung. Du kommst schon von selbst.“

„Vergiss es!“

„Joana?“

„Ja?“

„Lust auf eine Wette?“

„Nein. Aber hast du Lust am Samstag mit mir in einen Club zu gehen?“

Ich zucke mit den Schultern: „Solange du keine Scheiß-Smoothies trinkst…“

Mit dem Kopf gegen die Wand

Ja, Joana hatte mich rausgeworfen.

Ganz ernsthaft. Einfach so. Und die Tür hatte sie hinter mir zugeknallt.

Ich stand mitten in der Nacht in Bel Air, meine Lederjacke lag neben meinem Motorrad auf dem Boden und mein Helm rollte die Straße entlang. Danke schön. Den durfte ich neu kaufen.

Scheiß Stars!

Perfekt gemacht, Tammy!

Mein erster Gedanke war Chris (heute Maze) anzurufen und ihr zu sagen: „Du glaubst nicht, wer mich eben rausgeworfen hat.“ Andererseits hatte ich ihr auch nichts von Joana erzählt, also ließ ich es. Nicht, dass sie eifersüchtig werden würde, so war sie nicht, aber ich hatte keine Lust auf lange Erklärungen.

Also habe ich meinen Helm eingesammelt und bin nach Hause gefahren.

Zuhause würde ich dann meinen Kopf so lange gegen die Wand hauen, bis ich vergessen hatte, was ich mir eben versaut hatte. Und dann würde ich mich drei Tage lang besaufen und es selbst mit dem Heulen versuchen.

Wie dämlich kann eine einzige Lesbe eigentlich sein?

Falsche Antwort

Kaum ist man hier mal beschäftigt…

Konnte noch nicht mit Maze reden. Der Wind ist viel zu stark und Schmitz‘ Katze macht ihrem Namen alle Ehre.

Für die nächste Zeit werden wir getrennt schlafen müssen denn mindestens eine von uns wird an Deck gebraucht.

Anyway…


Joana ist damals durch eine echt schlimme Zeit gegangen.

Ihr (Traum)Mann – Sachen gibt’s – hatte sie verlassen und der Mensch, der sie immer wieder aufgebaut hatte, war kurz bevor wir uns getroffen haben, gestorben.

Ihre Freunde haben sie bemitleidet und ununterbrochen das berühmte Es-Wird-Alles-Wieder-Gut-Lied gesungen.

Ich eben nicht.

Wir hatten nur gesoffen.

Was noch wichtiger gewesen war: Ich hatte sie nicht angehimmelt! Was allerdings, das muss ich zugeben, am Alkohol und meinem Lesbeninstinkt gelegen hatte: Ich himmele keine Frauen an, wenn ich mit ihnen ins Bett will, ich lasse anhimmeln. Da machen auch Superstars keine Ausnahme.

Also hatten wir offensichtlich – soviel wir beide aus unseren Erinnerungsbruchstücken zusammensetzen konnten – tatsächlich nichts weiter getan als gesoffen, anzügliche Witze gemacht und uns gegenseitig erzählt, welche Dinge wir im Leben mochten – sie Kleider, ich Titten – und nicht ausstehen konnten – sie Kinder, ich Kinder.

Letzteres reichte für ein Wiedersehen. („Endlich mal ein Weib ohne diesen Mutterfimmel!“)

Aber zurück zum Es-Wird-Alles-Wieder-Gut-Lied: „Kannst du ignorieren, wenn ich heule?“ Das waren ihre ersten Worte, als sie mir in ihrer Residenz (Wie beschreibt man ein Schloß sonst?) gegenüber stand. Und: „Du bist doch die, die keine Kinder will, oder?“ Offensichtlich erinnerte sie sich an auch nicht viel mehr als ich.

„Bin ich?“, hatte ich gefragt, nicht sicher was ich ihr in dieser Suffnacht alles erzählt hatte um an ihre unerreichbaren Titten zu kommen.

„Bist du“, hatte sie bestätigt: „Ich erinnere mich an deine panische Miene als ich ‚Kinder‘ gesagt habe.“

Ich hatte genickt. Dann war ich das wohl gewesen.

Zu meiner Verwunderung sind wir nicht auf Barhockern an irgendeiner hauseigenen Bar gelandet, sondern im Schneidersitz vor einer Tasse Tee an einem offenen Kamin.

„Willst du nicht wissen, warum ich heule?“, hatte sie gefragt, bevor wir überhaupt richtig gesessen hatten.

Aha, eine Frau. Eine richtige Frau: Erst soll ich es ignorieren und dann…

Solche Fragen sind meistens gefährliche Fallen, das wusste ich. Warum ich als frauenliebende Frau bisher überlebt hatte lag daran, dass ich einfach sagte, was ich dachte – scheiß auf die Konsequenzen. Das ging mir durch den Kopf als ich nicht wusste was ich sagen sollte.

„Eigentlich hätte ich viel lieber Sex mit dir. Dann würde es dir sowieso gleich besser gehen.“ Okay, keine sehr tiefgehende Antwort aber immerhin eine ehrliche. Erst der Spaß, dann kann ich wegen mir auch mal mitfühlend werden.

„Ich heule und du redest von Sex?“

Ich nickte.

„Du baggerst mich ernsthaft an?“

Ich zuckte mit den Schultern.

„Ist das die Lesbenantwort auf alles?“

„Ist Heulen die Schauspielerantwort auf alles?“

BÄMM!

Und schon hatte sie mich rausgeworfen. Dumm gelaufen.

Falsche Antwort

Menopause?

Wir haben unter der Bank im Salon eine ganze Batterie Treibstoffkanister untergebracht. Ausserdem unter einem Doppelbett.

Der Tank ist aber auch wirklich lächerlich klein!

Was hat der Vorbesitzer sich nur dabei gedacht keinen zweiten einzubauen?

Obwohl – wenn er keine Ozeanüberquerung vorhatte, würde vermutlich auch der Winztank reichen! Sofern er den Generator nicht überbeanspruchen muss. Wobei – fur genügend Solar- und Windenergie hat er ja gesorgt!

Na dann…

Joanna habe ich angerufen und ihr gebeichtet um wieviel ich gestern ihr Konto erleichtert habe.

„Okay“, hat sie gesagt. Einfach nur „okay“. Sie hat noch nicht einmal gefragt, wann sie das Geld zurückbekommt. Obwohl sie so ein Geizkragen ist – mir vertraut sie in diesen Dingen blind. Womit habe ich das eigentlich verdient?

Dann habe ich ihr die Sache mit meiner Ketsch, der Anny X, erklärt, dass sie sie mir abkaufen muss, weil ich eine 50ft-Luxusyacht gekauft habe. Die Differenz überweise ich ihr dann direkt am Montag.

„Du hast was gekauft?“

„Eine moderne Yacht. Für dich.“ Ich hätte jetzt auch „Für dich und deine Kolleginnen“ sagen können, aber man muss ja nicht alles aussprechen.

„Ernsthaft?“

„Habe ich in meinem Leben jemals Witze gemacht?“

„Aber du hast doch gesagt…“

„Tja…“

„Du hast mich mit Absicht zu Kreuze kriechen lassen…“

„Irgendwer muss es ja tun.“

„Du wolltest, dass ich zuerst nachgebe…“

Schlauberger: „Ich entscheide selbst was ich für ein Boot fahre.“

„Unsinn! Du wolltest mir zeigen, wer der Boss ist…“

Wer ist hier die Chefin?

„Wenn du das unbedingt sooo ausdrücken willst…“

„Bist du jetzt zufrieden, Tammy?“

Oh-oh – sie nennt mich ‚Tammy‘: „War ich. Jetzt irgendwie nicht mehr so.“

„Gut. Ich finde das nämlich nicht in Ordnung von dir!“

„Ich dachte…“

„Hör schon auf! Hast du wirklich geglaubt, ich würde das gut finden? Wie lange kennst du mich jetzt?“

Hat die ihre Tage?

„Natürlich finde ich das mit dem Boot gut. Was das andere angeht, fühle ich mich ein wenig verarscht.“

Die HAT ihre Tage!

„Am liebsten würde ich jetzt sagen, dass du das Boot zurückgeben sollst!“

Menopause. Das MUSS die Menopause sein!

„Aber dazu freue ich mich viel zu sehr!“

Hä?

„Und mit dem kann man jetzt nicht untergehen?“

Nicht die Menopause. Es muss irgendwas mit ihrem Kopf sein!

„Kannst du mal Bilder schicken?“

Ganz bestimmt NICHT!

„Tammy?“

„Ja? Ähem… Hier?“

„Danke!“

„Für was?“ Frau kann nicht vorsichtig genug sein, wenn die andere ihre Tage hat!

„Dass du das gemacht hast! Für so etwas liebe ich dich! Kein Mensch sonst würde so etwas tun!“

Dass mir die nie jemand von ihren Traumschloss holt: „Ich liebe dich eben! Ich könnte mit dem Gedanken, dass du ständig Angst haben würdest, nicht leben.“

„Ich liebe dich!“

Puh! Geschafft!

Apropos Groupie

Tief drinnen weiß ich ja, dass Joanas Kosmetikerin recht hat:

Meine Anny X taugt für die gelegentliche Blauwassertour, wenn sie nicht länger als eine Woche dauert, und ist mit ihren 1.60m Tiefgang ein ganz netter Bahama-Kompromiss – aber für die große Tour, ganz ehrlich, gibt’s heute Besseres.

Ich mag sie halt, ich mag das ganze Tuch und dass vieles noch von Hand erledigt wird, ich mag das Knarren der Planken, die Enge unter Deck, das dunkle Holz und… Na ja – alles eben.

Aber die 4 Tonnen drei Meter unter Wasser geben einem auf so einer hochseetauglichen modernen Yacht dann für den Atlantik schon ein viel besseres Stehauf-Männchen-Gefühl.

Und für die Bahamas? Wofür gibt es anständige Dinghis?

Jaja, ich weiß das alles.

Manchmal will man Dinge einfach nicht wahrhaben. Aber nachdem Joana so darauf beharrt hatte, war mir tief drinnen schon klar gewesen, dass ich das nicht mehr machen konnte: Sie auf Reisen mitschleppen, die sie eigentlich nicht wollte und das noch – ganz ehrlich – wider besseren Wissens.

Es war nur wichtig gewesen, dass ich diejenige war, die das Sagen behielt. Gerade bei jemandem wie Joana, die es gewohnt war, dass jeder das tat, was sie verlangte.

Ausser mir. Dieser Status Quo musste bleiben.

Ausserdem: Hätte ich nicht mehr das Gefühl, dass Joana und ich in unserer Beziehung MINDESTENS gleichberechtigt wären, würde ich sie beenden. Ich mag ein Groupie sein, doch werde ich mich nie komplett wie eines verhalten!

Apropos Groupie:

Ich sehe sie schon ziemlich oft in ihren Filmrollen, wenn wir Sex haben und weil sie das weiß, spielen wir das schlicht und einfach immer mal wieder. Spielen kann sie ja. 😂

Sie hat nicht das Geringste dagegen, Schauspielern macht ihr ja Spaß und sie sagt, so könne sie die Rollen tatsächlich auch mal weiterspielen ohne beim Küssen aufhören zu müssen.

Das Wichtigste ist nur, dass es auch manchmal nur um sie geht und nicht um die Rollen. Ich weiß nicht, welches von beiden den Groupie ausmacht – ich jedenfalls sehe sie als beides: als ihre Filmrollen und den Mensch Joana. Wobei der Mensch Joana ein etwas melancholischer, trauriger ist. Etwas, das sie nach draußen hin niemals (mehr) zeigt. Jedenfalls nicht in vollem Umfang.

Ein Groupie muss nicht beim Küssen aufhören

Mist, jetzt bin ich schon wieder horny…

Happy?

Wir wissen im Endeffekt doch gar nicht so genau was wir eigentlich wollen.

Oder wissen wir es?

Was mich betrifft: Ich möchte mein Boot behalten, Cornelia soll weiter kochen (aber vegetarisch bitte), Joana soll zu mir aufs Boot ziehen und ich will Sex mit halb Hollywood. Der weiblichen Hälfte, bitteschön.

Und Maze hat auf alles aufzupassen.

Nicht zuviel verlangt, oder?

Na gut, ich werde also Abstriche machen. Ich werde mein Boot verkaufen, ich werde Cornelia kündigen und ich werde – mal wieder – Ken suspendieren. Oder nicht?

Ken hat sich das sowieso schon gedacht. Spätestens als ich mit Schweden telefoniert hatte, war ihm das klar geworden. Andererseits tue ich mich bei dem Thema immer noch schwer. Von der Freundschaft einmal abgesehen – will ich wirklich auf seine Erfahrung verzichten, gerade auch wenn ich vorhabe um das Kap zu segeln?

Ich muss darüber noch einmal nachdenken.

Mal sehen.

Offen gesagt, seit meiner Jugend habe ich immer nur drei Dinge genau gewusst: Ich wollte fliegen, segeln und ich wollte Joana. Hat funktioniert. Der Rest hat sich ergeben. Das Schreiben auch.

Schreiben war immer dabei, d.h. geschrieben habe ich immer irgendwas, doch das ich jetzt unbedingt Bücher schreiben wollte – nein, das war und das ist nicht so.

Ich mache es eben. Es macht Spaß. Das ist alles.

Manchmal glaube ich, dass ich das, was ich erreicht habe, mit meinen Krankheiten bezahlt habe. Komischer Gedanke und natürlich barer Unsinn. Aber manchmal kommt einem sowas in den Sinn, wenn man sich gerade mal wieder damit herumschlagen muss. Vor allem, wenn man sich umschaut und feststellen muss, dass von den Reichen und Schönen keiner tatsächlich zufrieden und glücklich ist. Sie tun alle nur so. Für die Öffentlichkeit.

Von Reichen und Schönen

Und dann stellt man fest, dass offenbar diejenigen von uns, die nicht so hoch klettern, tatsächlich in der Regel nicht so tief fallen. Und wenn sie fallen, stehen sie leichter wieder auf. Von Ausnahmen abgesehen. Gut, Vergleiche hinken und Verallgemeinerungen sitzen in Rollstühlen. Trotzdem: Geld und Ruhm und Schönheit machen nicht glücklich.

Joana ist vielleicht nicht das Musterbeispiel, ihr geht es – wieder – relativ gut, doch von glücklich kann auch bei ihr keine Rede sein.

Ich bin vom Thema abgeschweift. Was war eigentlich mein Thema?

Ach, egal: es ist ja mein Tagebuch und ich kann schreiben was ich will. Wie schön!

Also wie jetzt weiter? Ich werde mich wohl erst einmal mit Maze besprechen. Aber die weiß sowieso schon wieder, was ich vorhabe. Das weiß sie immer. Wie macht sie das?

Das Turmdings in Paris

Ich finde, das, was zum Tequila dazugehört, immer noch am Besten.

Vor allem, weil sich dann auch gleich die Möpse verdoppeln.

Maze sagt, ich hätte Joana nochmal angerufen und ihr vorgeschlagen, sich eine Pauschalreise zu buchen, wenn ihr unser Boot nicht passt. Die Türkei wäre noch ganz akzeptabel um die Jahreszeit.

Sowas soll ich gesagt haben?

N. I. E. M. A. L. S!

Erstens ist die Türkei zu keiner Zeit akzeptabel, noch nicht mal betrunken und zweitens ist Joana Amerikanerin und wüsste nicht, was die Türkei eigentlich ist.

Wahrscheinlich würde sie ihre Kosmetikerin fragen, ob das wohl Türkei/Alabama oder Türkei/Montana sei.

Für die Amis gibt es nämlich nur  die USA (inklusive dem Bundesstaat Kanada), den Mond und seit Trump auch noch Mexiko hinter der Mauer und den Zwergstaat China zwei Meilen westlich von Apple.

Der Rest ist – well, Saudi Arabien mit dem Öl und den Kamelen, mit dieser Terror-Provinz Iran mit Mister Ferdogan und seiner Frau Putin. So hieß die doch, oder? Die, die immer die Raketen in diesen Gala-Streifen schießt?

Und Neuschwanstein direkt an dem Turmdings in Paris, wer kennt das nicht, right? Da gibts Schnitzel! Mmh!

Neuschwanstein, direkt an dem Turmdings

Berlin? Was ist Berlin? Wohnt da nicht dieser Hitler?

Anyway…

Maze sagt, Joana hätte mich „Fuckyou“ genannt. Das Thema sollten wir weiterverfolgen.

Gelobt sei was nass macht

„Wer nicht kommen will, der lässt es. Wie beim Sex.“

„Witzig, Maze, wirklich witzig!“

„Es ist doch das Wichtigste, dass Joana hier ist, oder nicht?“

„Frag nicht so blöd!“

„Und wenn die Scheiß-Award-Season vorbei ist, hängt sie doch sowieso dauernd bei uns rum!“ Maze atmet theatralisch aus.

„Genaugenommen hängst du aber bei UNS herum, selbst wenn dir ein kleiner Teil vom Boot gehört.“ Das war gemein, ich weiß. Doch irgendwie stimmt es ja auch. Wenn Joana Maze nicht geholt hätte, würde sie immer noch zu Hause auf Orcas sitzen und auf meine Sachen aufpassen.

„Warum trittst du eigentlich immer in alle Richtungen aus, Tammy, wenn dir was nicht passt?“

Tja, das frage ich mich auch. Es ist nicht nett. Andererseits – seit wann bin ich nett? „Damit ich wenigstens einen treffe. Irgendeinen.“

„Whatever…“

„Stell dich nicht so an, Maze, tue nicht so als könntest du es nicht vertragen!“

„Ertragen kann ich alles – solange ich auch austeilen darf.“

„Mach doch!“, fordere ich sie auf.

„Pah! Verbal bist du doch jedem überlegen. Und prügeln? Ich schlage keine Weiber! Und schon gar keine, in die ich meine Finger stecke.“

„Dachte ich mir schon.“

„So verunstaltete Weiber sind wenig erotisch.“

„Auch klar“, nicke ich.

„Im Übrigen mag ich Joana wirklich. Ist natürlich lustig, dass sie dich mit ihren Freundinnen erpresst. Aber du bist ja selbst schuld!“

„Warum?“

„Weil du jedem auf die Nase binden musst, dass du jedem Sternchen hinterher rennst.“

„DAS TUE ICH ÜBERHAUPT NICHT!“, empöre ich mich.

„Jaja, ich weiß: Unter einem Golden Globe tust du es nicht!“

Hat sie recht? Keine Ahnung, es ist mir auch egal. Gelobt sei was nass macht.

„Stört es dich?“, frage ich etwas gemäßigter.

Maze zuckt mit den Schultern: „Das bist du, es gehört zu dir.“

Auch eine Antwort…

„Maze?“

„Ja?“

„Jetzt ein klein wenig schneller. Nur ein bisschen. Und dann sag bitte nochmal ‚Golden Globe‘!“

Blog exklusiv: Ihr zwei reicht!

„NO FUCKING WAY!“

Maze grinst nur.

„SOLL SIE DOCH ALLEINE KOMMEN!“

Maze grinst nur.

„ICH BRAUCHE KEINE ANDEREN WEIBER!“

Maze grinst nur.

„IHR ZWEI REICHT!“

„Nur wir beide? Joana und ich? Bist du dir da sicher?“ Maze grinst immer noch.

„ACH LASS MICH DOCH IN RUHE!“

Zornsex

Wir haben uns wieder gestritten.

Über das Boot. Über was sonst?

Joana ist sauer, weil sie endlich meine Bücher kennenlernen will und sich nicht auf unser Boot traut. Manchmal glaube ich, dass es weniger mit dem Fakt zu tun hat, dass die Anny schon so alt ist, sondern damit, dass sie Maze und mir gehört. Wobei das auch wieder nicht passen würde, weil sie ja diejenige war, die wollte, dass Maze und ich wieder…

Wie auch immer…

Auf jeden Fall werde ich langsam sauer, weil ich weder vorhabe wieder eine 50ft-Luxusyacht mit Einhandbedienung zu segeln, noch mit 30ft durch die Weltmeere zu ballern. Noch nicht mal durch die Karibik.

Was die Luxusyacht betrifft: Hatte ich schon, brauche ich nicht mehr, ausserdem ist das kein Segeln. Das ist, als würde man behaupten, auf einer Gold Wing zu sitzen wäre Motorradfahren. Und was die kleinen Boote betrifft – bin ich lebensmüde? Ich versuche so schon jedem Wetter aus dem Weg zu gehen (Wer tut das nicht?), doch wenn ich mir vorstelle, dass uns auf sowas ein Hurrikan erwischt…

Und jetzt ist sie mir mit einem Rennboot gekommen! Zum Thema „abwettern“! „Abwettern“ bedeutet NICHT, my love, sich gar nicht erst von einem Sturm erwischen zu lassen, sondern ihn irgendwie zu überleben. Aber versuch das mal jemand einer störrischen Diva zu erklären!

Whatever…

Auf jeden Fall will sie unbedingt ein anderes Boot kaufen, damit wir „eine schöne Zeit haben können“.

Ein Rennboot! Göttin!

Nochmal: Wer „berät“ diese Frau? EIN RENNBOOT! Sie wäre schon beim ersten Luftzug im Wasser! Himmelkreuzdonnerwetternochmal!

Wie auch immer. Maze jedenfalls hält sich mittlerweile raus, schaut sich das alles aus dem Hintergrund an und fragt, wenn wir aufgelegt haben schelmisch, ob sie mich ficken soll.

NATÜRLICH SOLL SIE! Was denn sonst?

Das brauche ich um mich abzuregen. Wobei ich mich währenddessen immer wieder erneut aufrege. Maze hat dann ihre liebe Not mit mir.

Aber ich brauche das. Das einzige, was in so einer Situation bei mir hilft ist Sex. Entweder mit einer Frau oder einem Vibrator. Oder mit beidem.

Zornsex.

Ich meine – klar – ich verstehe ja, dass das Weib endlich mal irgendwo genauso wie wir anderen sein möchte, was in diesem Fall unter anderem bedeutet sich an- und auszuziehen wann SIE will und zwar ohne nach Paparazzi oder Smartphones Ausschau halten zu müssen. Und auf so einem Boot geht das eigentlich recht gut.

Aber mal ehrlich: Ihre Möpse sind ja ganz nett, aber…

Nicht nett, ich weiß. Aber seit wann bin ich nett?

Momentan weiß ich nicht so genau was ich machen soll, außer die Zunge von Maze zu genießen und mir vorzustellen, ich würde gleichzeitig Joana küssen.

Alle Welt redet von Versöhnungssex. Ich finde Zornsex viel geiler, denke ich, als Maze mir einen Dildo in den Hintern rammt und ich tausend Tode sterbe.

Wie konnte ich nur jemals ohne meinen Dämon?

Läufige Bitches

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich mich bei sexy Harakiri einmischen sollte.

Tine und Harakiri klingen so frischverliebt. Zumindest beim Ficken. Den Rest scheinen sie ja vor uns verheimlichen zu wollen. Den Lesbenpart.

Ist das alles kompliziert…

Ach was, ich werde morgen einfach mal den Holzhammer auspacken. Das funktioniert immer und macht Spaß.

Der Sturm kam früher als gedacht. Soviel MAL WIEDER zum Wetterbericht. Die Karibik ist ziemlich unberechenbar. Das hat Ken vorher schon gesagt. Der Scheiß-Wind würde Joana vermutlich in allem bestätigen und ich gebe zu, es ist schon eine ganz schöne Aufgabe sich bei so einem Wetter um so viel Tuch kümmern zu müssen. Und das bei ein Boot mit so wenig Tiefgang. Da bekommst du schon bei 30-35 Knoten Wind Probleme halbwegs dem Kurs zu folgen. Vor allem, wenn auch noch die Dünung ungünstig kommt!

So oder so: es würde ihr gerade mal nicht gefallen! Bzw. hätte ihr nicht gefallen, denn das Wetter hat sich einigermaßen beruhigt und erst am Dienstag frischt es wieder auf. ANGEBLICH! Bis dahin liegen wir aber längst in der Goodman Bay.

Anyway…

Ein Tag ohne Sex. Wie machen die Leute das? Ich meine – Masturbieren eingerechnet. Wenn man so zu gar nichts kommt? Ich rede jetzt nicht vom ganzen Monat, sondern von den beiden Wochen nach der Periode in denen die Hormone uns zu läufigen Bitches machen. (Ich nehme mal das englische Wort. Das deutsche provoziert noch mehr Kreischerei von den Frauen, die behaupten, unsere Triebe und Launen wären ohne Pille steuerbar… Weil wir ja keine Tiere sind… WUFF!)

Wenn ich jedenfalls in den beiden hormonflutenden Wochen bin, brauche ich Frauen oder Batterien. Oder beides.

Langer Rede kurzer Sinn: Bei mir ist gerade Tsunami. (Was nicht heißt, dass zu anderen Zeiten gar nichts geht… Aber da sieht es dann eher so aus wie bei den armen Weibern, die die Pille nehmen. Langweilige Mitte.)

So… Wo genau ist jetzt Maze?

MAZE! MAZIKEEN! WO BIST DU? MAZE!