Hexenehrenwort

Sie hat mich sitzen lassen. Einfach so. Was blieb mir übrig, als den Rest der Flasche allein zu vernichten? Tequila darf man nicht alt werden lassen. Könnte schimmeln.

Wie ich ins Bett gekommen bin, weiß ich nicht. Wirklich nicht. Da meine Kleidung am Morgen nicht der Rede wert gewesen war, wollte ich es auch gar nicht wissen. Wirklich nicht.

„Was hast du jetzt wieder angestellt?“ Das waren Aniks erste Worte, als sie für mich einen dreifachen Espresso bestellte. Wir saßen im Hotelfoyer neben irgendwas, was vermutlich Kunst sein sollte.

„Machen sie ihn …“ Wie sagt man fünffach auf schlau? „Machen sie ihn – größer.“
Die Bedienung lächelte nicht nur freundlich, sondern auch wissend.

Ich versuchte, eine besonders schlaffreundliche Sitzposition in dem weichen Ledersessel zu finden.

„Wenn du glaubst, du könntest hier weiterschlafen, schütte ich dir einen Eimer Eiswasser ins Gesicht!“

Ist die wieder ungemütlich! Wofür taugen Schwestern überhaupt?

„Also?“

„Also was? Ich schlafe doch gar nicht!“, protestierte ich.

„Miranda weigert sich, noch einmal mit dir zu reden!“

„Echt? Warum?“

„Das würde ich gerne von dir wissen! UND SETZ DICH ENDLICH ANSTÄNDIG HIN!“

„Ich setze mich hin, wie ich will!“

Die Bedienung kam mit einer großen gefüllten Kaffeetasse, die gefährlich nach Espresso roch. Nach einem zehnfachen. Ich lächelte dankbar.

„Warum will Miranda nicht mehr mit dir reden?“

Ich überlegte. Hatte ich ihr vielleicht den ganzen Tequila weggesoffen? Jedenfalls fühlte ich mich so. Ich zuckte mit den Schultern und versuchte, die Ereignisse der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Es blieb bei dem Versuch. „Keine Ahnung.“ Dann würgte ich die erste Ladung Espresso herunter. Ich konnte den Geschmack nicht ausstehen, doch das Zeug wirkte bei mir ganz wunderbar. Es machte mich wach, half aber nicht gegen Kopfschmerzen. Für die schien mir Anik jedoch schon eine fette Oxicodon gefüttert zu haben – der Packung auf dem Tisch nach zu urteilen. (Getreu nach Aniks Devise: Was nicht süchtig macht, hilft auch nicht.) Nun ja … Aber immerhin wirkte das Zeug.

„Willst du es nicht zugeben, oder weißt du es wirklich nicht?“

„Keine Ahnung. Großes Hexenehrenwort.“

„Mmh … Du hast aber gestern noch mit ihr geredet. An der Bar. Ich habe euch gesehen.“

An die scharfe Chefin am Tresen und an eine Menge Tequila konnte ich mich duster erinnern. Aber an sonst nichts.

„Warum fragst du nicht sie?“

„Sie will es mir nicht sagen.“

„Dann kann ich dir auch nicht helfen“, zuckte ich mit den Schultern und kippte das Äquivalent eines weiteren doppelten Espresso auf einmal herunter.

„Ich traue dir nicht, Schwester …“

Ich erinnerte sie an mein Hexenehrenwort, rollte mich in den Sessel und schlief wieder ein.

Zeit für…?

Ja, dieses, mein Tagebuch, ist ein Blog.

Zu Anfang habe ich jeden Tag brav meine Einträge gemacht, was daran lag, dass wir mit Booten – andere würden Yachten sagen – unterwegs waren. Auf dem Ozean bleibt mehr Zeit für solche Beschäftigungen. Jetzt, cross country im Flugzeug, ist das anders.

Allein die fast täglichen Flugplanungen nehmen bis zu zwei Stunden in Anspruch. Es ist nämlich mitnichten so, dass man sich, wie vom Auto gewohnt, hinter ein „Lenkrad“ schwingt, das Navi einschaltet und von A nach B fliegt. Routenplanungen, Wetterberichte studieren, Planung von Tankstopps, mit Flughäfen telefonieren um herauszufinden, ob sie zur geplanten Ankunftszeit geöffnet haben, ob sie genügend passenden Sprit haben, Veröffentlichungen über besondere Gegebenheiten oder Umstände (NOTAMS) lesen und vieles Andere mehr – alles ist langwierig und umständlich.

Und dann natürlich der Flug selbst. Zeit zum Entspannen oder fürs Schreiben oder Bloggen bleibt im Cockpit nicht. Und wenn du dann ankommst, bleibt kaum mehr Zeit, als für essen, Sex und schlafen.

Trotzdem: Fliegen ist phantastisch! Schreiben natürlich auch, deswegen mache ich es ja auch, und diesen Tagebuchblog zähle ich dazu.

In der Öffentlichkeit – in den sozialen Medien – gehört es natürlich dazu, angefeindet zu werden. Und da ich mit meinen Meinungen nicht hinter dem Berg halte und sie, noch dazu, nicht immer dem feministischen Mainstream entsprechen, gibt es natürlich auch eine Menge Leute, die sich dadurch auf den Schlips getreten fühlen. Außerdem gefällt vielen (Frauen) natürlich auch meine gnadenlos offene Sprache nicht. Pech gehabt, Ladys, lest einfach etwas Anderes.

Ich schweife ab.

Eigentlich wollte ich mich ja lediglich für meine längeren Schreibpausen entschuldigen. Mehr von mir gibt es jedoch auch jederzeit auf Twitter:

http://www.twitter.com/TamarasDiary

Zu müde für Masturbationsmaschinen

Für die geplante Privatorgie bin ich heute viel zu spät zurückgekommen.

Schuld war nicht das Wetter, denn das ist nach wie vor ruhig und beschaulich – wobei es in Denver verdammt kalt ist – sondern dass unsere Passagiere es nicht so eilig mit der Ankunft am Flughafen hatten.

Als Airlinepilotin hätte ich darüber noch ein paar wenig verschleierte Worte bei der Willkommensnachricht verlieren können, doch heutzutage muss ich ja froh sein, wenn wir überhaupt ein paar Passagiere haben. Und das sind ja grundsätzlich „wichtige Menschen“, wie Miranda das unlängst ausdrückte.

Mit den Ausdruck meint sie „reiche Leute“. Sie sagt es nur nicht. Sie wäre aber auch ein schlechter Boss, wenn sie es tun würde.

Was mir mit meiner ausgefallenen Orgie aber auch nicht weiterhilft.

Jetzt werde ich also, sobald ich diesen Text zu Ende gebracht habe, ein paar Mal mit meinem Standardvibrator masturbieren – der, mit dem es am schnellsten geht – und danach versuchen direkt einzuschlafen. Eine Viertelstunde höchstens.

Und diesmal nicht mit den Stones sondern mit sanften Songs von Eva Cassidy. Selbst wenn ich dabei das Risiko eingehe, wieder heulen zu müssen, weil so eine geniale Musikerin viel zu früh gehen musste. Aber vielleicht geht es ja heute. Jedenfalls sehne ich mich nach ihrer Stimme.

Aber morgen finde ich die Zeit für sexuell Aufregendes, egal wann ich nach Bel Air zurückkomme, das verspreche ich mir hiermit. Nicht umsonst steht hier eine Batterie an Masturbationshilfen herum, die Joana und ich zusammen gekauft haben. Nicht meine eigenen, die sind in Palm Springs, das macht es noch spannender.

Und Samstagmorgen geht es dann nach Santa Catalina, wo hoffentlich Joana schon auf mich warten wird. Gabby und Eva werden wahrscheinlich erst am Montag wieder nach Hause kommen.

Ich hasse es, wenn ich so lange ohne Frauen sein muss. Ein oder zwei Tage ist okay, da habe ich dann mal ein wenig Zeit für abenteuerliche, einsame Bettgeschichten. Wobei ich zugeben muss, dass mir ein leeres Bett ganz und gar nicht behagt.

(Bei der Gelegenheit: Ich träume immer noch von der wirklich lesbischen Frau fürs Leben. Ob ich die jemals finden werde? Ich werde sie nochmal ausführlich beschreiben, wenn ich mal nicht so müde bin. Oder ich backe mir eine… Lol…)

Im diesem Sinne: gute Nacht.

Feuchte Träume

Afrika unter uns.

Äthiopien. Somalia haben wir schon hinter uns gelassen. Es folgen der Sudan und Ägypten, danach das Mittelmeer und eine Zwischenlandung in Rom. Dort steigen noch zwei Passagiere für New York zu. Das macht die ganze Sache für mich etwas billiger.

Aber jetzt lege ich mich erst einmal schlafen und wünsche mir an dieser Stelle wunderschöne feuchte Träume.

Das wünscht ihr mir doch auch, oder?

Schlafen. Jetzt!

30 Stunden wach.

Erst Sturm, dann Reparaturen. Ich sehe aus wie Jack Nicholson fünf Jahre nach seiner Beerdigung.

Das Ärgerliche dabei: Jetzt muss ich mich versprochenerweise um Eva kümmern. Positiv dabei: Sie schläft und ich werde mich jetzt einfach dazulegen. Gaaaanz leise, damit sie nicht aufwacht.

Wir machen Fahrt so gut wir können. Der Wind bläst uns nach wie vor ganz ordentlich in den Arsch; bei Rückenwind geht die Lady Brendan erfreulicherweise ziemlich gut, denn wir müssen jede Menge Weg machen, damit uns der nächste Sturm am Dienstag nicht erwischt.

Diese Gegend hier ist tatsächlich ziemlich ungemütlich – wettertechnisch. Ich bin gespannt wie das weitergeht.

Ken sagt, unserer Kleinen wird es kein bisschen langweilig. Er hat ihr seine gesamte Seefahrtsgeschichte erzählen müssen – Eva würde alles aufsaugen wie ein Schwamm. Erstaunlich für so einen kleinen Mensch, finde ich. Aber sie will ja mal Captain werden…

Unterdessen heult mir ihre Mutter die Ohren voll, dass wir uns doch beeilen sollen – sie will zurück an Bord.

Joana hingegen will, dass ich zu ihr komme. Not happening, baby, not happening.

Es sei denn, ich dürfte wieder fliegen, was aber dann doch eher unwahrscheinlich ist. Andererseits – seit einigen Wochen konnte ich meine Meds deutlich reduzieren. Wenn der Trend so bleiben würde… Wiederum andererseits: Bei meiner Scheißkrankheit ist das eher unwahrscheinlich. Monatelange Ruhephasen sind schon öfter vorgekommen und der Mist kam jedes Mal mit Macht wieder zurück.

Aber wäre ich jetzt an Land würde ich tatsächlich die Chance nutzen, zum Arzt zu gehen, und mir das Okay abholen, um ein wenig mit meiner alten Piper herumzufliegen. Es fehlt mir schon gewaltig, die Erde nicht mehr von oben sehen zu können.

Gute Nacht.

Schlaftrunken

„Ich habe immer noch nicht so ganz kapiert, wieso ihr so einfach wieder Freundinnen sein könnt. Das klang vor ein paar Tagen noch ganz anders.“

„Ich küsse gut“, grinst Gabby.

„Das kann ich bestätigen. Was aber meine Frage nicht wirklich beantwortet“, nicke ich.

„Nimm es doch einfach mal so wie es ist.“

„Das kann ich nicht“, schüttele ich den Kopf.

„Du bist anstrengend“, lächelt sie: „Kann ich dich vielleicht mit Sex überzeugen?“

„Mit Sex überzeugt man mich immer, was nicht fair ist.“

Gabbys Fingerspitzen streichen über mein Gesicht. Ich erschauere. Ich denke an einen ihrer Filme und stelle sie mir in einem schwarzen Bodysuit vor. Wie in…

„Ich glaube, dass Joana keine Lust mehr hat mit mir zu streiten“, erklärt sie: „Sie hat einen Ausweg gesucht, genau wie ich.“ Ihre Finger ziehen ein klein wenig meinen Lippen.

Eigentlich möchte ich jetzt nur noch meinen Mund ein wenig öffnen, doch die Erklärung reicht mir noch nicht: „Aber wieso hat sie so einfach zugelassen, dass du sie küsst?“

„Sie war noch nicht richtig wach. Eigentlich solltest gerade DU das wissen!“

STIMMT! VERFICKT NOCHMAL! Joana braucht ewig um aufzuwachen und wieder zurechnungsfähig zu werden. Das habe ich selbst schon zigmal ausgenutzt!

„Und als sie bemerkt hat, dass wir uns küssen, hat sie sich in ihr Schicksal gefügt“, erklärt Gabby weiter und penetriert meinen Mund mit zwei Fingern.

Ich werde nervös. Und ich kann nicht mehr reden.

„Was hältst DU denn von küssen?“

ICH? Was ist denn das für eine blöde Frage?

Ich bin müde

Manche Dinge machen einfach müde.

Zum Beispiel sich über Unsinn zu unterhalten, der es eigentlich gar nicht Wert ist.

Ich hasse es müde zu werden. Unnötig müde zu werden.

Egal.

Warum muss man Menschen Dinge wieder und wieder erklären, die doch sowieso selbstverständlich sind? Zum Beispiel, dass man nicht einfach in der Welt herumrennen kann und Dinge herausposaunen darf, von denen andere Personen nicht möchten, dass die Welt sie erfährt?

Und das es nichts damit zu tun hat, ob man jemanden lie… Ach egal… Müde…

Fehler machen.

Ich habe diesen Fehler nicht gemacht, VERDAMMT NOCHMAL!

Wenn DU nicht mehr mit dieser Frau reden willst, so ist das dein Verlust, was geht mich das an?

Weil du sie aufs Boot gebracht hast, darf ich jetzt nicht mehr mit ihr reden? Weil du nicht mehr mit ihr redest, darf ich jetzt auch nicht mehr?

Wie alt sind wir? Zwölf?

Und dein stärkstes Geschütz:

Wenn ich mit ihr rede, dulde ich in gewisser Weise das, was sie getan hat.

WOW!

Äh – toktok – wer hat ihr denn aufs Maul gehauen? Du oder ich?

Können wir jetzt bitte erst einmal schlafen?

Dein Rumgezicke macht müde!

Darf ich das für den Moment kurz in deinem Arm tun? Ich schwöre, ich fummel auch nicht. (Zwölf!)

Ich bin nur müde. Und will dich riechen.

Wir streiten in zwei Stunden weiter. Versprochen.

Tammy

Nackt vielleicht?

Voilá

Warum muss man bei den geilsten Träumen eigentlich ständig zum falschen Zeitpunkt wach werden?

Aber ich habe anderen gegenüber einen entscheidenden Vorteil:

Ich kann mir nicht nur die meisten Träume merken, sondern träume auch, wenn ich mich beeile, weiter!

Und dann kann ich einen großen Teil von dem Kram schnell ins Handy tippen und – Voilá! – schon wieder ein Buch!

Tammy

Teddypfote

Boah ey!

Kakaofresse ist schon wieder wach! So viele Kopfkissen wie ich brauche, damit ich das Geballer an der Tür nicht höre, gibt’s gar nicht!

„Was ist los?“, fragt Joana schlaftrunken.

„Kakaofresse ist los.“

„Wer?“

„Gabbys Brut.“

„Dann geh schon hin, damit der Krach aufhört!“

„Wieso ich?“

„CAPTAIN!“

„Deswegen.“ Joana zieht sich wieder die Decke über den Kopf.

„Moment…“ Ich rutsche vom Bett.

„CAPTAIN!“

„MOMENT!!!“

Stille.

Wieviel Uhr ist es? ZEHN NACH DREI?! WHAT THE FUCK?!

Kakaofresse in Unterhose, Hand in Hand mit Teddybär! Geht’s schlimmer?

„Was? Ist? Los?“

„Ich kann nicht schlafen.“

?

KAWUMM! Ich knalle ihr die Tür vor der Nase zu.

„CAPTAIN!“

Immer noch Kakaofresse in Unterhose und immer noch Hand in Hand mit Teddybär!

„WAS?“

„Machst du mir einen Kakao?“

„Hast du keine Mutter?“

„Die schläft.“

KAWUMM!

„CAPTA…!“

„WAS NOCH?!“ Die steht da IMMER NOCH!

„Ich habe Durst!“

„Weck deine MUTTER!“

„Wenn du die Tür nochmal zuknallst, enterbe ich dich! Das Kind will Kakao und ich will schlafen!“ Das war Joana.

VERFICKT NOCHMAL!

„Geh zu deiner Mutter…“, grummele ich leise.

„Mama sagt, sie müsse schlafen. Wegen dir.“

Hä?

„Du wüsstest schon weswegen.“

Bin ich hier im falschen Film gelandet? So einer mit Jack Nicholson oder so?

„Ich glaube, sie meint diese Sache wo ihr immer heiratet. Wo du immer so schreist.“

Ich drehe durch. Ich glaube, ich drehe wirklich durch!

„Jetzt mach dem armen Mädchen schon seinen Kakao!“ Schon wieder Joana!

„Krieg ich bitte einen Kakao?“

Scheiße! Wenn hier nochmal jemand „Kakao“ sagt, dreh ich durch!

„Du darfst auch meinen Teddy halten. Aber nur kurz.“

Na toll. Den vollgerotzten Teddy…

Sie hält mir eine Teddypfote hin. „Du links, ich rechts. Aber in der Küche musst du wieder loslassen!“

Erschießt mich! Jetzt, hier! Auf der Stelle! Großkalibrig, damit nichts schiefgeht!

„Wie süß“, lächelt Joana selig, dreht sich um und träumt von tanzenden kleinen Mädchen in bunten Sommerkleidchen mit Blumenkörbchen.

Und ich strecke dem verrotzten Teddy von Kakaofresse resignierend die Hand entgegen.


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J. – Forever

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Steven-King-Film

Es ist stockfinster. Neumond.

Wir treiben wie eine halbvolle Flasche im Wasser. Mit Sturmfock und Besan halten wir lediglich die Richtung und schleichen weiter nach Westen. Wir hatten gestern beschlossen, das Boot auch noch die Nacht ohne Krängung im Wasser treiben zu lassen, um allen ein wenig Erholung zu gönnen. Zumal es keinen Grund zur Eile gibt, denn wir kommen gut voran und das Wetter bleibt laut Vorhersage stabil.

Mazikeen sitzt neben dem Ruder, Bram, der Koch, schläft unter der Fock an Deck.

Ich habe meinen Kopf auf Mazikeens Schulter gelegt und versuche meiner Gedanken Herr zu werden.

„Du solltest wirklich schlafen gehen, Tam, du kannst nicht jede Nacht durchmachen. Am Tag schläfst du ja auch nicht!“

„Da unten ist es mir zu stickig.“

„Lügnerin!“

„Aber es könnte!“

Ich rutsche ein wenig zur Seite und lege meinen Kopf in ihren Schoß: „Warum bin ich wie ich bin?“

„Woher soll ich das wissen? Ich bin nur ein Dämon.“

Stimmt. Hatte ich vergessen.

Mazikeens feuchte Haut ist pures Salz. Offenbar schwitzen Dämonen auch. Ich lecke ein wenig von ihrem Schweiß von ihren Oberschenkeln.

„Du hast Angst vor Zoe“, stellt sie fest.

„Ich will nicht wieder mit dem Balg am Tisch sitzen müssen, weil es nicht schlafen kann!“

„Du hast Angst vor Zoe“, wiederholt Mazikeen.

„Ausserdem weiß ich nicht wo ich schlafen soll.“

„Wie wäre es mit deinem Bett? Bei Joana?“

„Du weißt, dass Zoe mich rausholen wird!“

„Es kommt der Punkt, da wirst du dich dem stellen müssen…“

„Du bist ein Dämon! Wenn ich schlaue Sprüche will, wende ich mich an die Simpsons!“

Ich greife ihr zwischen die geschlossenen Beine an die nackte Möse. Sie ist platschnass.

„Hey! Finger weg!“ Mazikeen packt meine Hand und verdreht das Gelenk bis es kurz davor ist zu brechen.

„Schon gut, schon gut!“, kapituliere ich. Maze lässt sich nicht anfassen. Sie fasst an. Auch so ein Dämonending. Auch gut, denke ich.

„Fick mich!“, sage ich. Das geht auch.

„Nope.“

Wie bitte???

„Hast du gerade ’nein‘ gesagt?“

„Dein Gehör funktioniert jedenfalls.“

„Seit wann darf ein Dämon widersprechen?“

„Seitdem ein kleines Kind neben uns steht.“

WIE BITTE?

„EVA?!“ Ich springe auf.

„Ich kann nicht schlafen…“ Die kleine Nervensäge reibt sich die Augen und zieht eine Schnute. Sie hält ihren Teddy umklammert.

Im flackernden Licht der Bordlaternen wirkt das irgendwie wie eine Szene aus einem Steven-King-Film. Ich schaue sicherheitshalber zweimal hin. Vielleicht hält sie ja ein langes Messer hinter dem Bär versteckt?

„Wo ist denn deine Mutter?“

„Die schläft.“

Klar, die habe ich ja müde gefickt.

„Kann ich einen Kakao?“

Ich hab’s geahnt…


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Kuss

„Meine Mama hat auch immer Erwachsenenspaß.“

„Sie hat was jetzt?“

„Na, den Erwachsenenspaß. Mit den bunten Plastikdingern. So wie du jede Nacht.“

JEDE NACHT?!?

Was treibt dieses Kind nachts?

„Äh…“

„Die Stöcke vibrieren immer so lustig. Mama sagt, das wäre Erwachsenenspaß. Ich find’s langweilig.“

DAS WILL ICH DOCH STARK HOFFEN!

„Das IST Erwachsenenspaß!“

Ich klatsche ihr den Waschlappen ins Gesicht und wische ihr die Kakao-Sabber-Mischung aus der Fresse.

„Und wenn ich dich auch nur EINMAL mit meinen ‚Stöcken‘ erwische, lasse ich dich kielholen. Haben wir uns verstanden?“

„Jaa-aa-a.“ Eva wehrt sich ein wenig, weil ich ihr die Kakaoreste aus der Nase bohre. Strafe muss sein.

„Tammy?“

„WAS?“

„Was ist ‚kielholen‘?“

Gnnn… Was lernen diese Biester eigentlich in der Schule?

„Frag deine Mutter. Und ab sofort bin ich der Captain für dich! ‚CAPTAIN, kapiert?“ IST DOCH WAHR! Vibrierende Stöcke… Wo gibt’s denn sowas?!

„Warum?“

„Ab ins Bett!“ Ich schiebe sie in Richtung meines Quartiers, wo sich in den vergangenen Tagen meine Weiberhorde breitgemacht hat. UND DAS WIRD SICH AUCH ÄNDERN!

„Und wenn ich nicht schlafen kann?“

„Dann lasse ich dich kie…“

„…lholen“, ergänzt sie und lacht.

Das Kind lernt ja doch schnell!

„Genau! Ab ins Bett!“

„Tammy?“

„CAPTAIN!“, korrigiere ich sie.

„Captain“, wiederholt sie brav.

„WAS NOCH?“

„Kuss.“

AAAAAAAAAAH!!!


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Erotische Gedanken

Es ist drei Uhr Ortszeit, als ich das hier schreibe.

In der Nacht.

Ich glaube, dass ich irgendwann schon einmal erwähnt habe, dass ich Zeitzonen hasse! Macht nichts, ich schreibe es nochmal: ICH HASSE ZEITZONEN!

Nachdem ich mich halbtot masturbiert habe, sitze ich im Salon vor meinem zweiten Tee und überlege, was ich jetzt machen soll.

An Deck wollen sie mich nicht sehen. Mazikeen und der neue, der Norweger – Wie hieß der noch gleich, Elias? – hätten alles im Griff, sagt Maze. Ich solle mich um meine Weiber kümmern. So als würde sie selbst nicht dazugehören!

Aber so sieht Maze sich ja nicht. Sie ist Mazikeen, der Dämon im Weiberkörper. Und kein Weib.

Wegen mir.

Ich glaube, Gabby ist jetzt tatsächlich eingeschlafen. Mit ihrer Tochter im Arm.

Die arme Eva. Hat die ganze Zeit den stinkenden Atem ihrer Mutter in der Nase. Ich bin ja versucht, die Kleine aus Gabbys Armen zu befreien, doch wenn die beiden dabei aufwachen, fängt das Balg wieder an zu heulen und die Mutter an zu kotzen. Ne, muss ich nicht haben!

Joana hat sich auf die andere Seite meines Bettes gerollt und umarmt mein großes Kopfkissen. Das wäre ich jetzt gerne. Das Kopfkissen. Aber wenn ich jetzt ins Bett käme, hätte ich sofort meine Finger in Joanas Möse und das Thema Schlafen hätte sich für sie erledigt.

Und Joana ohne ihren Schönheitsschlaf – ich bin nicht sicher, was dann unangenehmer wäre: Joanas Laune oder Gabbys Kotze.

Also bleibe ich wach und mache mir nach dem zweiten Ostfriesentee den ersten Kaffee.

Und schreibe ein wenig an meinem neuen Roman. Irgendwas Erotisches.

Seit Gabby an Bord ist, fällt mir kaum mehr etwas anderes als Sex ein. Da kann sie kotzen wie sie will!

Erotische Gedanken

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Die Riesentasse Tee danach

Und es geht weiter.

Wie kann man nur so viel kotzen und so wenig schlafen?

Joana, Gabby und Eva liegen in meinem Bett und ich masturbiere auf dem Klo. Das Boot ist laut genug, dass man meinen Lieblingsvibrator und meine halbwegs unterdrückten Schreie nur bedingt hört. So oft ich es auch versuche: So richtig leise kann ich einfach nicht sein.

Aber ich bin ja auch im Mannschaftsquartier, da kann mich nur der Koch hören (was er tatsächlich auch tut, denn er fragt mich durch die Tür, ob es mir gut geht).

„Natürlich geht es mir gut. Oder geht’s dir beim Wichsen schlecht?“

Sagt der Skipper zum Smutje. Ich mag Seemannssprache.

Er zieht sich wortlos zurück. Das will ich aber auch meinen. Beim nächsten Orgasmus versuche ich noch etwas leiser zu sein.

Zwischendurch muss ich aber in unser Quartier in den Bug um nach Gabby zu schauen, denn Joanna und Eva schlafen inzwischen wie tot.

Und um den Eimer zu wechseln.

Nicht etwa, weil er voll ist, sondern weil es stinkt wie – keine Ahnung – Wodka mit Peperoni, Chili, Vollmilchschokolade und Walnusseis. Auf jeden Fall:

WÄH!

Und trotzdem schaffe ich den nächsten Höhepunkt nur bei dem Gedanken an diesen einen Film von Gabby, wie sie vom Dach springt und…

Hach…

Das war aber auch nötig!

„Meinst du, es ist eine gute Idee im Mannschaftsquartier zu masturbieren?“, fragt Mazikeen, als ich mich zurück in den Salon hangele. Sie macht sich gerade einen Kaffee.

„Frag Zoe!“, fauche ich sie an.

„Okay“, antwortet sie nur.

Mir geht es jedenfalls etwas besser. Jetzt mache ich mir die Riesentasse Tee danach und lade den Vibrator wieder auf.

Und spiele ein wenig mit meiner nassen Möse. Nur so.

Mazikeen schüttelt den Kopf und grinst.


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39,4

Wenn sie jetzt nicht endlich schläft…!

Andererseits würde ich mit solchen Kopfschmerzen auch nicht schlafen können.

Genaugenommen kann ich das ja auch nicht.

Wie denn auch, wenn jemand neben dir ständig stöhnt und jammert, sich aufsetzt und nach deiner Hand sucht?

Die Frau ist über 50 und benimmt sich wie ein kleines Kind.

Soooo süß!

Macht einen allerdings auch ziemlich fertig.

Mazikeen hat sich schon verdrückt und schläft – wie Ken – an Deck. Da wäre ich jetzt auch gern. Aber ich habe mir mein Krankenschwesterdasein ja schließlich selbst ausgesucht.

Immerhin ist sie mit der Kotzerei durch.

Natürlich ist das der Hauptgrund, warum die anderen an Deck schlafen: Hier stinkt es wie in einer Kläranlage während einer Magen-Darm-Virus-Epidemie. Dagegen kommt auch Joana’s Parfümerie nicht an. Im Gegenteil. Aber irgendwie kapiert sie das nicht.

Mit 39,4 Fieber kann man wohl kaum im Delirium sein, oder?

Eigentlich wollte ich ja jetzt über Frauen als Zeitvertreib und Spielzeug schreiben, aber mit Kotze in der Luft steht mir gerade nicht so der Sinn danach.

Stattdessen bastele ich lieber an ekligen Szenen für meinen neuen Roman. Muss ja auch gemacht werden.

Delirium?

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Eingeschlafen

Zoe sitzt mir im Nacken.

Sie zeigt mir Bilder. Eklige Bilder. Ich fluche und sage, sie soll mich damit in Ruhe lassen. Das „endlich“ schenke ich mir schon, weil sie sowieso nie damit aufhören wird.

Zoe ist wieder aufgetaucht, weil sie Landluft wittert. Wie ein Spürhund.

Ich werde wütend. Fluche! Schreie!

Etwas packt mich. Fest. Kräftige Finger bohren sich in meine Oberarme. Schütteln mich. Ein Gesicht. Hart. Schön. Bildschön. Fürsorglich.

Mazekin!

Ich wache auf.

Und küsse sie.

„Sorry, muss wohl eingeschlafen sein.“

Maze wischt sich über den Mund und schickt mich zum Zähneputzen.

Ach ja: Der Scotch und die eingelegten Heringe…

Schon gut…


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Sexentzug

Mitten in der Nacht.

So unruhig weil Sexentzug.

Sexentzug von Joana. Immer noch. Scheißerkältung.

Ob andere da auch so ungenießbar sind?

Ich kann erkältet sein wie ich will – Sex brauche ich trotzdem. Wie soll das denn auch ohne gehen? Soll ich vielleicht platzen?

Mazikeen ist da kein Maßstab; sie ist eine Dämonin und von daher immun gegen alles. Weil sie ja tot ist. Nehme ich an. Warum sie allerdings trotzdem so geniale Höhepunkt haben kann, wissen wohl nur die Göttin und der gefallene Engel.

Natürlich beschert sie mir in der Nacht den einen oder anderen Höhepunkt, sonst könnte ich ja gar nicht schlafen. Wenn ich dabei aber meine Hand ganz vorsichtig auf Joanas Möse legen könnte, würde wohl gar nichts gehen.

Wenn Joana neben mir liegt, kann ich irgendwie nicht von ihr träumen. Das kann ich nur, wenn ich mit meiner Dämonin alleine bin.

Dann denke ich an Joanas Lächeln, daran wie sich ihre Titten anfühlen oder wie es sich anfühlt, wenn ihr Kopf zwischen meinen Beinen verschwindet.

Und wenn Maze in Eile ist, sagt sie mir, ich solle an die und die Filmszene denken und dann hat sie leichtes Spiel, weil schon alles unter Wasser steht, bevor sie mich überhaupt berührt.

Das funktioniert auch, wenn ich einfach nur Joanas blitzblank rasierte Schamlippen berühre – da kann sie schlafen wie sie will.

Aber ich kann kommen so oft ich will – meine Nervosität und der verzweifelte Drang in sie einzudringen, vergeht einfach nicht.

Scheißerkältung.

Verflucht nochmal, Joana: Könnte es dir nicht genauso wie mir gehen? Wäre das nicht herrlich?

Sex brauche ich trotzdem

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Drei Weiber in einem Bett

Kopfschmerzen.

So als hätte ich die ganze Nacht durchgesoffen. Na ja, so ähnlich war es ja auch.

Earplugs in die Ohren, zwischen meine Frauen gekrabbelt und vier Stunden lang die Realität weggedröhnt. Den Rest der Nacht habe ich dann versucht meine Trommelfelle zu defibrillieren.

Da hat auch das bisschen Sex nicht geholfen.

Dann können wir also heute Morgen tatsächlich wieder los und wie es aussieht, tatsächlich Richtung Bermuda, wie es ursprünglich geplant war, denn das Wetter sieht gut, fast ideal, aus.

Ein Sturm dreht sich weiter nördlich, aber dessen Ausläufer werden wir recht schnell passiert haben und danach sieht es nach ziemlich passablem Segelwetter mit Raumwinden aus.

Okay, beschissen geschlafen, zu wenig Sex gehabt, aber immerhin relaxter. Ein Teilerfolg. Ein kleiner.

So gerne ich noch eine heiße Nacht mit Joana und Maze verbracht hätte – wir müssen nachher los. Auf dem Atlantik erhält man selten zweite Chancen.

Oder so heisst es.

Also muss ein heisser Dreier noch ein paar Tage warten.

(Oder Wochen? Drei Weiber in einem Bett, ohne dass nicht wenigstens eine davon schlecht gelaunt ist? Ich weiß ja nicht…)


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Vier bis sechs Möpse

Ich bin mit dem Kopf zwischen Mazikeens Brüsten eingeschlafen.

Wie immer. Und mit der Hand auf der rechten Titte von Joana. Nicht wie immer.

Ist es nicht herrlich vier Stück zur Verfügung zu haben? (Nicht sechs, denn meine zähle ich nicht, denn daran knete ich in der Regel nur herum, wenn ich gefickt werde. Ob von mir oder anderen ist in dem Fall dann aber egal.) Ich weiß ja nicht, wie andere das machen…

Maze schläft auf dem Rücken. Die ganze Nacht. Ich weiß überhaupt nicht, wie so etwas geht!

Joana schläft auf dem Rücken ein und dreht sich dann zur Seite.

Ich schlafe sofort auf der Seite. Es sei denn, ich bin so todmüde, dass ich es nicht mehr auf die Seite schaffe. Dann schlafe ich schonmal auf dem Rücken ein. Und dann wird rotiert.

Wenn ich versehentlich auf der Couch einschlafe, wird nicht gedreht. Meist habe ich dazu gar keine Chance, weil Maze mich vorher weckt, weil sie behauptet ich würde schnarchen wie ein kanadischer Holzfäller.

Das mit dem kanadischen Holzfäller glaube ich ihr gerne, doch dass ich schnarche, bildet sie sich ein.

Egal. Wo war ich?

Titten?

Aber jetzt kommt nach dem Tee erst einmal der Kaffee dran.

Dann wieder die vier Möpse. Oder werden es doch noch sechs werden?

Ist es nicht herrlich vier Stück zur Verfügung zu haben?

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Solche Nächte

Mazekin sagt, Schmitz‘ Katze sei jetzt fast fertig, sie wäre „so gut wie durch“ mit den Ausbauarbeiten.

Aha.

Ich bin fertig und durch auch.

„Leg dich neben mich, steck die Finger wohin sie gehören und lass mich schlafen.“

Sie weiß, was ich meine.

Hab da mal zwei bewegungslose Finger drin und einen weiteren im Arsch, wenn alle Flüssigkeiten ausgetrocknet sind und versuch‘ zu schlafen.

Natürlich kann ich so nicht schlafen. Aber heulen.

Ich weiß, was Maze denkt, was sie immer denkt: Was treibt sie nur in solchen Nächten?

Das frage ich mich auch, ehrlich!


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Depressionen

Solange ich meine Tabletten habe, geht es mir eigentlich verdammt gut.

Das mit den Meds ist natürlich ein verdammter einschränkender Mist. Immer mit einem Bein im Knast stehen, weil man Angst haben muss, dass die Behörden einmal den Vorrat finden und sich einen Dreck um die Rezepte scheren. Weil sie eben ihre eigenen Scheiß-Gesetze haben und so ein Grenzfall wie meiner dort nicht vorkommt. Und dann lande ich in einem fremden Land in einem Dreckloch-Knast und ohne meine Meds innerhalb von ein paar Stunden festgekettet an ein Krankenhausbett, weil ich vor Schmerzen durchdrehe.

Weil ich dann vor Schmerzen durchdrehe…

Das Krasse ist ja noch: ich müsste in jedem verdammten Land extra zu einem Arzt rennen, weil man so viele Meds nicht einführen darf.

Und sie per Post zu verschicken ist natürlich auch verboten und vom Flieger brauchen wir erst gar nicht anfangen.

Was bleibt ist, sie in einem Land ohne Rezeptpflicht zu kaufen oder einen Arzt zu bestechen. Letzteres ist meistens nicht besonders schwer und auch nicht sonderlich teuer, wenn man sich ein wenig umhört.

Bevor man mir die Meds wegnimmt, vergifte ich mich. Diese Möglichkeit liegt nämlich aus genau diesem Grund griffbereit.

Die Alternative wäre nicht mehr unterwegs zu sein. Aber dann kann ich auch gleich die Giftkapsel schlucken.

Was Menschen alles für einen Scheiß haben können!

Morgens, mittags, abends: Bin ich Meisterin im Tablettenschlucken?

Was ist das bloß für ein Tag heute? Eigentlich hatte ich mich doch auf das Schwimmen nachher gefreut? Klar: Insomnia als Nebenwirkung. Plus böse Gedanken.

Und zu wissen, dass das heute doch nichts wird mit dem Schwimmen. Keine Chance ins Wasser zu gehen, zu viele Meds und trotzdem noch Probleme.

Heute Nacht habe ich so eine gefeuert bekommen, dass Maze vor Schreck aus dem Bett gesprungen ist. Und sie kennt das ja eigentlich. Mir hat noch minutenlang danach das Gesicht wehgetan UND DAS WAR NOCH NICHT MAL EIN ANFALL! Grrrrrr… Ich werde dann immer so furchtbar wütend!

Und für was sorgt dieser? Depressionen! Genau! Ausserdem sind diese Scheiß-Depris weitere Nebenwirkungen der Tabletten. Neben tausend anderen.

DESWEGEN schreibe ich diesen Scheiß hier. Wer es nicht lesen will, muss ja nicht: Es ist MEIN Tagebuch!

Okay, die anderen sollen ruhig schwimmen gehen. Ich kann ja nicht jedes Mal andere verprügeln wenn es mir nicht gut geht. Wird ja langweilig.

Ausserdem will ich ihnen ja nicht den Tag vermiesen. Nur unsere Neuen werden schön blöd schauen, denn die wissen ja nichts von meinen Problemen. (Ich will das nicht Krankheit nennen. Es ist nur dieser bescheuerte Nerv, der meint, er müsse mich ärgern! Deshalb werde ich auch wütend statt zur verzweifeln.)

Maze wird nicht ins Wasser gehen. Sie weicht mir nie von der Seite wenn es mir nicht gut geht. Früher dachte ich, dass mich das nervt, heute weiß ich, dass sie es macht, weil es ihr auch schlecht geht und sie sich dann wohler fühlt. Dann funktioniert das auch für mich.

Also werde ich mich ausziehen, die Wärme genießen und schreiben; das nächste Buch schreibt sich nicht von alleine.

Dämonenaugen

Das Schiff ist leer. Dunkel. Düster. Kein Mann an Deck. Kein Segel gesetzt.

Kein Lüftchen regt sich. Flaute. Das Meer ist ein dunkler Teppich mit verlorenem Lametta. Neuer Mond. Sternenklare Nacht.

Roter Mars.

Tote Venus.

Es knarrt in den Planken. Unter Deck herrscht blinde Dunkelheit. Wieso bin ich hier? War ich nicht eben noch…?

Dämonenaugen.

„Bist du das…?“ Angst.

„Psst!“ Die Gänsehaut weicht.

„Schwörst du mir…?“, flüstere ich.

„…den heiligen Eid.“ Die Dämonenaugen schließen sich und öffnen sich wieder: „Den heiligen Eid der Nacht.“

Ich atme wieder. Erleichterung.

„Mazikeen?“

Stille.

„Hast du sie getötet?“

„Jeden“, sagt sie, „es ist Nacht. Sie hätten es besser wissen müssen.“

„Männer wissen es niemals besser. DIESE wissen es niemals besser“, nicke ich und seufze.

„Ich bin da“, lächeln die Dämonenaugen.

„Auch morgen, richtig? Du wirst auch morgen hier sein? In der Nacht?“

„Ich bin immer da.“ Mazikeen nennt meinen Namen. „Besonders nachts.“

„Du wirst sie wieder töten, richtig? Immer wieder?“

„Und wieder und wieder.“ Ich spüre ihren Atem ganz dicht neben mir: „Ich bin die Nacht.“

„Du bist die Nacht und du bist bei mir.“

„Forever“, flüstert sie und ich schmiege mich in ihre Dämonenarme.

„TÖTE SIE! TÖTE SIE ALLE!“, schreie ich plötzlich.

Und es wird Tag.

* * *

Mehr von Andrea in ihrem neuen Roman:

Andrea Lauenburg: J. – Forever

Sind sie oder sind sie nicht?

Ich habe immer noch nicht herausgefunden ob Tine und Harakiri etwas miteinander haben! Tatsache ist und bleibt, dass sie ständig zusammenhängen.

Aber das haben Joana und ich ja schließlich auch, als wir „nur“ beste Freundinnen waren. Das will also nichts heißen. Ich brauche Beweise.

Und ich habe, ehrlich gesagt, noch keine Ahnung woher ich welche bekommen soll.

Ich könnte mich zu ihrer Kajüte schleichen, doch irgendwie widerstrebt mir das. Ausserdem gibt es dort nur einen Vorhang und zudem ist es genau gegenüber der Kajüte von Cornelia und Andrew, die wiederum auch nur einen Vorgang hat. Ziemlich gefährlich also.

Und unsere beiden Matrosen zu fragen – kommt auch irgendwie nicht gut für einen Captain.

Ken und Chris sagen beide das Gleiche, wenn ich sie frage: „Welche willst du anbaggern?“

Als ob ich es nötig hätte, eine Frau anzugraben!

Ich bin lediglich neugierig. Das ist ja wohl legitim, oder?

„Stellt euch vor, wir gehen unter und wir wissen es nicht!“

Beide verdrehen die Augen: „Und dann?“

„Äh… Ist eigentlich noch Kaffee da?“

Trotzdem will ich diese verdammten japanischen Lippen mit dem Eisenlager küssen! Das macht mich ganz kirre. Nein, eigentlich macht es mich nass. Jedes Mal wenn ich darüber nachdenke. Und manchmal reicht es, wenn ich nur auf ihren verdammten Mund schaue und an nichts Böses denke!

Und wenn ich dann schonmal weiß, dase sie lesbisch ist…

Chris meint, ich solle mich nicht so anstellen. Ich würde mich doch sonst nicht daran stören ob eine homo, hetero oder sonstwas wäre.

Jaja, stimmt schon. Ausserdem will ich sie ja auch nur küssen. Glaube ich.

„Aber die Taktiken sind andere, verstehst du?“, erkläre ich.

Chris verdreht schon wieder die Augen und Ken meint nur: „Weiber! Gott, was bin ich froh, dass ich schwul bin.“

Ja, manchmal wünsche ich mir das auch.

Sie macht Dinge, die mich wach werden lassen

Sie wirft mich tatsächlich MORGENS um VIER aus meinem eigenen Bett!

Na ja, sie „wirft“ mich nicht wirklich; sie macht Dinge mit mir, die mich wach werden lasse. Aber trotzdem…

VIER!

Und warum? Sie wird mir die Freundschaft – oder zumindest die Finger – kündigen, wenn wir nicht vor Morgengrauen auf der anderen Seite der Insel und an Bord dieser Rennmaschine sind!

Ich wäge ab: in Zukunft kein Sex mehr mit Chris oder aufstehen?

FUCK!

Erholung

Sonnenaufgang.

Jetzt werde ich mich erst einmal von der Nacht erholen. Wir konnten durch die Kursänderung relativ schnell das Dickste hinter uns lassen, doch die See war immer noch so hoch, dass keiner unter Deck konnte. Das hat sich in den letzten Stunden gebessert.

Wir haben jetzt alles Tuch gesetzt und segeln OSO direkten Kurs nach Bermuda. Nahezu direkt vor dem Wind, was sich aber in den kommenden beiden Tagen noch ändern wird. Wir müssen uns ein wenig beeilen, wenn wir den großen Sturm am Mittwoch austricksen wollen. Die Flaute jedenfalls erwischt uns nicht.

Ich kümmere mich jetzt mal um Tee und Kaffee und um mich selbst und dann gönne ich mir mal zwei Stunden Schlaf.

Cornelia mit Topf und Schürze

Ich muss sagen,

die Sache fängt an, interessant zu werden: Ich beobachte Cornelia beim Kochen und trotz des etwas zweifelhaften Namens, scheint sie sich mit einer Bordküche auszukennen. Ich bin wirklich gespannt, was dabei herauskommt.

Was mich auch interessiert: Haben Cornelia und Andrew wohl noch Sex? Auf einem Boot weiß man das meist nach dem ersten Mal – es sei denn, sie halten sich gegenseitig den Mund zu. Dann sieht man es aber spätestens am dummen Grinsen am nächsten Morgen.

Fit genug scheint der Oldie auf jeden Fall zu sein, so wie er an Deck das Zeug handelt.

Hatte ich erwähnt, dass ich Sex brauche?

Bye bye, New York!

Endlich draußen.

Aufstehen zur Unzeit. (Gibt’s „Un“zeit?) Das Wetter ist hier draußen kaum besser, dafür ist aber der Wind stärker geworden = mehr Fahrt.

Jetzt erstmal essen. Conny (*aaah!) darf ich jetzt nicht stören, also Tomaten und Zwiebeln selbst geschnitten, Essig und Öl dran und futtern. Liege ja gleich wieder alleine im Bett und meinen Dildo stören die Zwiebeln nicht.

Chris und Ken wissen wie sehr ich es hasse mich um Neue zu kümmern. Ich kann Stümperei nicht leiden und Neue stümpern immer. Logisch. Wir reden dann, wenn sie wissen wo vorne und hinten ist. Als Ausbilder tauge ich nichts. Vermutlich würde ich sie nach spätestens 10 Minuten über Bord werfen.

Zoe ist seit Wochen nicht aufgetaucht. Ich vermisse sie schon fast.

Hahaha!

Wo ist mein Kindle?

Fucking müde

Kaum haben wir The Narrow hinter uns, fange ich an ernsthaft müde zu werden.

Ich glaube, es wird auch wirklich mal Zeit sich wenigstens für ein paar Stunden hinzulegen. Wofür habe ich schließlich die schöne neue Kabine! Leider kann ich Chris nicht mitnehmen, denn sie muss sich mit Ken zusammen um die Neuen kümmern.

Der Seegang ist harmlos, duschen ist problemlos drin. Hervorragend. Dann ins Bett, masturbieren und lesen bis ich einschlafe. Göttin, bin ich müde!

Hunger kann mich heute mal!