Offen. Ehrlich. Krass.

Mein jüngster Roman. Zwei Bücher in einem.

Achterbahn der Gefühle

Was Tammy in den Mund nimmt (und was nicht)

Von ZoeForYou

Es ist eine Weile her, dass ich hier geschrieben hatte, richtig? Ich hatte etwas anderes versprochen und gerne hätte ich mich auch daran gehalten, doch manchmal erlauben die Umstände einfach nicht, unsere Zusagen wahr werden zu lassen. (Nicht, dass es irgendwen interessieren würde…)

Fakt ist, dass ich mich nicht zu Wort melden kann, wenn es Tammy nicht zulässt.

Es ist ja schließlich nicht so, als würde sie mit mir offen hausieren gehen. Sie will nichts von mir hören und sehen, und am liebsten weiß sie mich auf der anderen Seite der Welt! Doch ich bin hartnäckiger als sie glaubt, oder zumindest als sie hofft. Sie kann mich für Monate (Jahre?) verbannen, doch loswerden wird sie mich nicht. Schließlich ist es einzig und alleine ihre eigene Schuld, dass meine Existenz (?) ihr Leben so nachhaltig beeinflusst – oder so unerträglich macht, wie sie behauptet. Letzteres ist natürlich eine typisch unlogische Tammy-Übertreibung: Wäre ich so schrecklich und nicht auszuhalten, würde sie sich mit deutlich mehr Vehemenz gegen meine Anwesenheit wehren. Aber genug davon…

Hier stehe ich und kann mich nicht anders. Schließlich war es sie selbst, die mich damals eingeladen hat.

Und da hat sie gehofft, dass dieses Boot ihre ultimative Zufluchtsstätte sein würde… Hat sie wirklich nicht verstanden, dass es genau an dieser Stelle war, an der ich meine größten Erfolge gefeiert habe? Sie wäre besser in der Luft geblieben. Was sind schon ein paar Atombomben gegen ein Leben mit mir?

Von Redefreiheit, Gutmenschen und Cancel Culture

Und da wir gerade von Atombomben sprechen: Wusstet ihr eigentlich, dass Tammy der norwegischen Armee angeboten hat, im „Ernstfall“ tatsächlich militärische Frachtflüge zu übernehmen? (Etwas, was ja schon einmal zur Debatte gestanden hat?) Diesmal macht sie wohl ernst. Es ist herzlich wenig Unmilitärisches an unserer kleinen Freundin. Und dass ihr Blut deutlich roter gefärbt ist, als ihr blaues Äußeres es vermuten lassen würde – wer hat darüber noch nicht nachgedacht? (Ja, sie hat heimlich Schwarzenegger gewählt! Vor mir kann sie das nicht verbergen.)

Ihre Gedanken sind weit republikanischer als sie bislang eingestanden hat, und ihre Werte sind deutlich konservativer als es den Anschein haben mag. (Insofern sind die USA gar nicht mal so der falsche Ort für sie.) Was Tammy mit am meisten hasst – Putin hat es gerade am Beispiel der Rowling aufgewärmt – ist die sogenannte westliche „cancel culture“, die Art und Weise, wie die moderne grüne Gesellschaft mit unliebsamen Zeitgenossen umgeht und deren Meinungen sie konsequent per Boykottaufruf unterdrückt. In Tammys Augen sind freie Meinungsäußerung UND Redefreiheit wichtiger als Staatsziele und sie verdammt alles, was Menschen daran hindert, sich auszudrücken. Beste Beispiele kommen mal wieder aus Deutschland, wo jetzt nicht mehr nur noch Nazipropaganda, sondern auch manche prorussische Aussagen und Symbole unter Strafe gestellt sind. Redefreiheit scheint nur noch in der UK und in den Staaten zu existieren. Ob man es gut findet oder nicht: Das sind die Fakten. Der moderne Gutmensch versteht nicht, wie sehr er sich selbst persifliert. Und die dummbraven Deutschen merken noch nicht einmal, wenn ihnen vorgelogen wird, dass sie Redefreiheit haben! In Deutschland darf jeder sagen, was er denkt, solange es nicht das Falsche ist. Und zwar per Gesetz.

Ich persönlich finde es einfach nur lustig aus der Ferne zuzuschauen, wie sich die Deutschen selbst zensieren – und sie es nicht mal merken. Fragt man den Durchschnittsbürger, ob es in seinem Ländle Redefreiheit gibt, nickt er tief überzeugt: Er glaubt es selbst.

Er weiß nicht, dass Redefreiheit und Meinungsfreiheit so unterschiedlich wie Highheels und Sportschuhe sind. Beides ist Schuhwerk. Doch der eine bleibt beim Tritt im Arsch stecken, der andere plakatiert nur ein Muster auf die Backe.

Wobei das natürlich weniger „cancel culture“ als „cancel freedom“ darstellt. Ich muss jedoch sagen, dass ich bei diesen Themen ausnahmsweise auf Tammys Seite stehe.

(Bei der Gelegenheit: Ich finde einen Highheels-Blowjob in der Hocke ziemlich anstrengend. Aber was tut frau nicht alles für ein wenig Sperma.)

Im Knien geht

Buchstabensalat

Wobei ich wieder bei meiner lieben Freundin angelangt wäre (oh ja, das war sie mal).

Wie konsequent Tammy mit einzelnen Themen umgeht, ist schwer zu sagen. Bei einer Sache jedoch ist sie ein unverbesserlicher Heuchler: wenn es um LGBT und die übrigen Buchstaben geht. Natürlich ist sie eine vehemente Verfechterin von Schwulen- und Lesbenrechten der ersten Stunde, falls es so etwas gibt. Doch irgendwo auf dem Alphabet ist sie dann stehengeblieben. (Auch das ist eine typisch republikanische Position.) Ich muss jedoch zugeben, dass ihre Position durchaus Argumente auf ihrer Seite hat. Zum Beispiel bei der Frage, wo eigentlich die wirklichen Schnittmengen der bisherigen und der neu hinzugefügten Buchstaben liegen. Oder bei der Frage, wie sich gewisse Argumente und Forderungen auf das friedliche Zusammenleben der Bürger auswirken. Fakt ist nur, dass Tammy bei diesen Themen gewaltig mauert und bestenfalls eine Verballhornung der Buchstaben kommuniziert, statt offen ihre Position darzulegen.

Andererseits: sie muss ja nicht.

Seine Meinung darzulegen oder nicht – das ist immer noch die Entscheidung jedes Einzelnen (falls der Staat ihn lässt). Wen das stört, der weiß wo die Tür ist.

Purgatorium

Tatsächlich sind mir Tammys heutige Positionen ziemlich egal. Logischerweise interessiert mich die Vergangenheit viel mehr- und dass meine werte Freundin sie in vagen Hinweisen vernebelt. Genau wie so vieles Andere. Vermutlich ist das Tammys heutige Art und Weise mit Dingen umzugehen, die sie umgehen oder ungeschehen machen möchte. Aber ihre und meine Vergangenheit kann sie nicht verstecken. Jedenfalls nicht dauerhaft. (Eigentlich hatte ich gehofft, dass Tammys neuester Roman J.-Forever ein wenig offenherziger werden würde. Aber auch hier: nur vage Hinweise. Grässlich! Und unehrlich.) Aber warum würde sie öffentlich etwas bekennen, woran sie selbst nicht glaubt?

Solange sie das nicht tut, werde ich in ihrem Leben existieren. Sie kann mich verleugnen, sie kann unsere Vereinbarungen brechen, sie kann versuchen, mich nicht in ihre Nähe zu lassen – aber sie kann mich nicht loswerden. Wie man sieht.

Hier bin ich, liebe Tammy und ich werde deine Reise zu deinem persönlichen Fegefeuer machen.

Wendekreis des Krebses

Here we go: Wir haben den nördlichen Wendekreis erreicht (Wendekreis des Krebses).

Der Wind ist weiter abgeflaut, aber trotzdem machen wir erstaunliche 4-5 Knoten! Wir haben die Zone erreicht, in der die Tages- und Nachttemperaturen kaum noch voneinander abweichen. Um die 20 Grad sind es derzeit, Tendenz schnell steigend, je weiter wir uns dem Äquator nähern. Auf einem fahrenden Boot reicht das natürlich nicht, um die warmen Klamotten loszuwerfen. Merke: Unter Segeln ist der gefühlte Wind deutlich stärker als der tatsächliche. Aber immerhin macht Neopren keinen Sinn mehr. (Außer natürlich, wenn man auf verschwitzten Sex steht!)

Wir konnten jetzt auch den hinteren Teil des Softtops entfernen und langsam fängt es an, sich frühlingshaft anzufühlen. „Warte nur ab, wie schnell du dir den Winter zurückwünschst!“ Vermutlich hat Mazikeen Recht: Die Äquatorhitze wird unser Blut kochen lassen: Ich sehe es schon kommen! Da kann man nur hoffen, dass unsere Klimaanlage dem gewachsen ist. Bei solchen Aussagen kann mein Dämon nur grinsen, was bedeutet: Willst du mich beleidigen? Was Maze einbaut und wartet, hält für die Ewigkeit. (Fingers crossed!)

Wie dem auch sei: Es wird wärmer.

Noch 24 Stunden am Wind Richtung Süden, bevor wir auf Raumkurs zu unserem ersten Etappenziel gehen. Was die Moral angeht: An Bord herrscht Aufbruchsstimmung und alle sind wir froh, die sogenannte „Zivilisation“ hinter sich gelassen zu haben.

Wer kann uns das auch verdenken?

(Vermutlich der Rest der Welt? I don’t fucking care!)

Halb Sechs am Morgen in einem Hotel in NYC. Eigentlich hatte ich bei Gabby übernachten wollen, doch ihr Mann ist überraschend zu Hause, und ihn wollte ich mir dann doch nicht antun. Es ist zwar schade, aber vielleicht ein anderes Mal. Wenigstes habe ich Eva gestern kurz gesehen. Für eine Übernachtung bei meiner Schwester reicht die Zeit leider nicht, das ist dann doch zu weit weg, weil wir in ein paar Stunden schon nach Houston weiterfliegen.

Also habe ich mir die Zeit genommen, um an meinem Kurzgeschichtenbuch zu arbeiten. Jessi und Lisa ist bereits fertig, ebenso Vicky sowie Alisha und Elena. Zur Zeit überarbeite ich Bella. Sobald das Buch druckfertig ist, geht es wieder an den bereits angekündigten neuen Roman, bei dem ich den kompletten Ausgang nach heftigen Protesten neu schreiben muss. Ich hatte ein heftiges, blutiges Ende geschrieben, doch das stieß auf wenig Gegenliebe beim Editor und den Korrekturlesern. Offensichtlich muss ich bei diesem Thema besser werden, also schreibe ich es um und es wird ein Happy End (*würg). Ich lerne ja gerne dazu.

Währenddessen hat auch Mazikeen mich verlassen und besichtigt (SCHON WIEDER!) irgendwelche Boote in LA. Ausserdem renoviert sie mein Apartment dort. Wir sehen uns dann bei meiner Rückkehr nächste Woche wieder. Also sind es für ein paar Tage wieder nur ich und ein paar Dildos. Und Pornos aus dem Netz.

Und jetzt will ich Kaffee!

Viel Neues im Dezember

Sprache verändert sich und das ist gut so. Sie wächst und gedeiht mit den Bürgern, ihren Ideen und Wertvorstellungen. Mein neues Buch Neun Freundinnen und eine 12 ist mitgewachsen. Darauf bin ich durchaus ein wenig stolz, da die Veränderung der Sprachbasis eine Menge Arbeit mit sich gebracht hat, und ich den Mehraufwand – trotz vieler widriger Umstände – in erstaunlich kurzer Zeit bewältigen konnte.

Es begann damit, dass ich beobachtet habe, wie sich meine eigene Sprache verändert hat. Vielen gefällt meine unbeschwerte Frei-Schnauze-Schreibe, doch mit allem, was um mich herum passiert, wollen offensichtlich meine Texte auf einen anderen Level, um den Anforderungen der heutigen Zeit besser gerecht werden zu können. Die Veränderungen endeten für den Moment damit, dass ich in das Buch Themen integriert habe, die ich noch vor ein paar Jahren nicht anzusprechen gewagt hätte. Selbst in J.-Forever nicht.
Autoren tragen durchaus Verantwortung. Wenn diese schon nicht der Gesellschaft gegenüber besteht, so sollten sie doch zumindest für die Sprache, in der sie sich ausdrücken, ein wenig Respekt zeigen. Der eine oder andere mag diese Aussage nicht nachvollziehen können, aber ich werde Angriffe auf unsere Art zu reden und zu schreiben, nicht unkommentiert lassen. Ich habe mich außerdem dafür entschieden, meinen winzigen Teil beizutragen, das Deutsche, wie es war und (zur Zeit noch) ist, zu überliefern.

Vor dem Hintergrund feministisch-sexistischer Attacken auf die Sprache, die ich so liebe, kann ich eben nicht mehr reinen Gewissens meine Gedanken, wie mir „das Maul gewachsen“ ist (um es mit verschiedenen Klassikern zu sagen), aufs Papier bringen. Rede- und Schreibweisen verändern sich mit den Zeiten. Doch es ist eine Sache, landläufig gebrauchte Wendungen zu integrieren, eine andere aber, zu versuchen, politische Absichten durch Sprachverfälschung durchsetzen zu wollen.

Das sogenannte „Gendern“, das Bestreben das generische Maskulinum durch absurde Satz- und Wortkreationen aus dem Deutschen zu verbannen, ist weniger lächerlich als gefährlich. Wenn gesellschaftliche Kräfte beginnen, Sprache als Waffe zu benutzen, um eigene Ziele zu erzwingen, sollten wir uns vorsehen. Das passierte schon mehrfach und hat nie friedlich geendet. Wohin die Sprachlenkung in den 1930ern führte, wissen wir alle. (Ich empfehle zu diesem Thema den Artikel „Sprache und Sprachlenkung im Nationalsozialismus“ auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung https://www.bpb.de/politik/grundfragen/sprache-und-politik/42752/sprache-zur-ns-zeit ).
Es ist völlig bedeutungslos, ob Sprachterroristen rote, grüne oder braune Hemden tragen – der Angriff auf unsere Sprache bleibt der gleiche. Egal welche Ansprüche Bewegungen haben; das Mittel der Wahl für potentielle Weltveränderer ist die Veränderung der eigenen Sprache. Gezielte Wortmanipulation als Waffe? Sollte uns das nicht erschrecken?
In den 1930ern betrieb die Farbe Braun radikale und unerwünschte Volkserziehung durch Sprachmanipulation, die Farbe Grün macht es heute. Und das, obwohl unseren feministisch-sexistischen Weltverbesserern die sozialen Medien zur Verfügung stehen, wo sie seriöse Überzeugungsarbeit leisten könnten. Dass sie mit der Manipulation des Deutschen bereits Teilerfolge erzielt haben, liegt unter anderem an der unreflektierten Berichterstattung von Journalisten, die überwiegend die gleichen grünen Hemden tragen – und die sich für autorisierte Politiklehrer halten. (Autorisiert durch wen, frage ich mich an dieser Stelle: durch eigene moralische Überlegenheit? Ich glaube kaum!)
Ich suche schon seit Längerem in den großen deutschen Medien nach Artikeln, die den einst noblen Kriterien von Neutralität, Recherche und Fehlerfreiheit entsprechen. Bei ARD und ZDF z.B. ist das nicht nur ein mühseliges Unterfangen, es ist ein meist vergebliches. Reporter scheinen das „Report“ in ihrer Berufsbezeichnung vergessen zu haben, das unter anderem bedeutet, dass man bei politischen Themata nicht nur die eine Seite, sondern – womöglich im selben Artikel – die gegensätzliche Meinung ebenfalls hört und sie möglichst unkommentiert zitiert. Das hieß früher „faire und gerechte Berichterstattung“. Mit „vergessen“ hat das leider kaum etwas zu tun; es ist Volkserziehung, nicht mehr, nicht weniger. Und dass dabei die – von Journalisten angeblich so geliebte – Sprache auf der Strecke bleibt, ist ein in Kauf zu nehmender Nebeneffekt.
Ich bin sicher, dass es auch noch untadelige Medienmacher gibt – doch die sind, wie ich leider immer wieder feststelle, nur mit dem Vergrößerungsglas zu finden.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass die systematische Unterdrückung anderer Meinungen durch die heutigen Medien nichts mit staatlicher Kontrolle oder Vorgaben aus der Politik zu tun hat, wie fehlgeleitete „Querdenker“ und unbelehrbare Rechtsradikale kontinuierlich behaupten. Es ist ausschließlich auf fehlende journalistische Integrität, über die Jahre degeneriertem Berufsethos und mangelnder Ausbildung von jüngeren Reportern und Redakteuren zurückzuführen.

Meinen Schreibstil wieder der deutschen Sprachbasis anzupassen, ist keine leichte Unternehmung, zumal ich gleichzeitig versuchen muss, dass meine eigene Identität nicht auf der Strecke bleibt. Ich behaupte, dass mir das im neuen Buch – Neun Freundinnen und eine 12 – gelungen ist (oder gelingen wird). Es ist nach wie vor Andrea, doch es wurde von einer Andrea geschrieben, die durch die Umstände gezwungen wurde, erwachsener zu werden. (Wobei das Urteil von meinen Fans getroffen werden wird.)
„Erwachsener“ heißt in diesem Zusammenhang nicht „langweiliger“. Ich behaupte, das Gegenteil ist der Fall. Das Buch ist kurzweiliger als manche davor veröffentlichte, es ist leichter lesbar, doch gleichzeitig in seiner Sprache anspruchsvoller. Der „neue“ Andrea-Stil: Überflüssige Wörter entfallen, dafür wird die Ausdrucksvielfalt größer und Wiederholungen reduzieren sich auf das nötige Minimum. Ebenfalls wichtig: Durch einen anderen Editierstil sollen vor dem Druck mehr Fehler entdeckt werden. Ob Letzteres funktioniert, bleibt abzuwarten (und zu hoffen).
Die Dialoge hingegen bleiben „frei Schnauze“. Auch das bewusste Weglassen seitenweiser Veranschaulichungen von Protagonisten und Orten erhalte ich. Leser haben bei Andrea-Büchern zusätzlichen Spielraum für ihre eigene Phantasie. (Was ich vor allem bei Sex und Pornographie für wichtig halte.)

Meine Grundthemen bleiben die gleichen: Liebe und Sex – und zwar in knallharten Details und Beschreibungen. Diese kompromisslose Andrea-Sprache sehe ich seit meinem ersten Veröffentlichung Anna von England auch als Protest gegen die immer stärker werdenden Einflüsse der „Müttermafia“, wie ich passionierte Moralerzieher gerne nenne. Diese Themen und diese Schreibweise gibt es weiterhin, meine Fans können beruhigt sein. Umrahmt von Liebe, Erotik und Pornographie, tauchen aber zusätzliche Themata auf, von denen ich hoffe, dass die Leser sich dafür interessieren.

Eines kann ich jetzt schon sagen: Mainstream-Gedankengut ist in dem neuen Buch nicht zu finden.

(Erscheinungsdatum, aufgrund Meinungsverschiedenheiten mit den Editoren, leider auf 2022 verschoben. Sorry.)

Tanzen mit dem Popstar

Alles was ich jetzt und für die nächsten Wochen mache, ist lernen und schreiben. Das war’s. Okay, zwischendurch noch ein wenig Sex, doch das war es dann wirklich. Ich besuche Auffrischungs- und Trainingskurse in Vorbereitung auf eine Neuzertifizierung für die 737 in den USA und Europa und arbeite intensiv daran, mein neues Buch bis Anfang Dezember druckfertig zu bekommen (ich liege gut in der Zeit). Irgendwelche Bankgespräche und Verhandlungen habe ich mir bis dahin verbeten.
Hier in Kissimmee, Florida, haben wir Tagestemperaturen von über 30 Grad, nachts sinkt das Thermometer gerade mal auf 20. Aber warm ist auch anders (sagt die Wüstenbewohnerin).
Meine Chefin spricht nach wie vor nicht mit mir, aber ich habe ja das Video … (von dem meine Schwester nichts weiß, es sei denn, sie spioniert wieder in meinem Blog, wozu sie eigentlich „keine Zeit und keine Lust“ mehr hat).
Ich freue mich SEHR auf mein neues Buch, es ist so ganz anders als „J.-Forever“, doch es gefällt mir. Der Stil hat etwas für sich, die Wortvielfalt hat sich gegenüber früheren Büchern deutlich erhöht, und das Thema geht in die richtige Richtung. Ob die neue „Andrea-Schreibe“ auch meinen Lesern zusagt, wird sich natürlich frühestens im nächsten Januar zeigen, wenn die Zahlen aus dem Weihnachtsverkauf vorliegen. Ich bin gespannt.
Natürlich werde ich, wie ich das bei jedem Buch mache, in den kommenden Tagen beginnen, kleine Auszüge zu veröffentlichen und ein wenig mehr über und von dem Buch berichten – so die Flugschule und das Training mir genügend Zeit lassen.
Der Titel (leider musste ich den bisherigen zum Untertitel degradieren) lautet:
Neun Freundinnen und eine 12
Eine kleine Geschichte über Brüste

Kurz umreißen möchte ich noch schnell, was diese Dezemberveröffentlichung für meine weiteren Buchprojekte bedeutet. An der deutschen Übersetzung von „She Doesn’t Do Girlfriend“ arbeite ich nach wie vor, sie ist weder vergessen noch abgehakt. Allerdings kocht die Sache derzeit erneut auf kleiner Flamme. Ich habe nach wie vor eine Menge Probleme damit, und schiebe daher das Projekt immer wieder in der Hoffnung zur Seite, doch noch eine durchschlagende Idee zu bekommen, wie daraus ein gutes, deutsches Buch werden könnte.
Als Nächstes geplant habe ich weitgreifende Überarbeitungen meiner Kurzgeschichten (neue, erweiterte Editionen) inklusive meines Lieblingsbuches „Bella und die Frau im Himmel“, dessen Verkäufe eher durchwachsen sind – was ich nicht verstehen kann.
Außerdem möchte ich mindestens eine meiner begonnenen kleinen Geschichten fertigstellen, um anschließend ein Taschenbuch mit allen Neueditionen der Kurzgeschichten herauszubringen. Auch hier wieder inklusive „Bella“. So weit die von mir angedachten Neuveröffentlichungen.
Inwieweit allerdings ein weiteres neues Buch dazwischen kommt, bleibt abzuwarten. Meine langjährigen Leser wissen, wie sprunghaft ich bin.

Was bei mir im Privaten läuft – auch darüber werde ich in den kommenden Tagen – vermutlich eher bruchstückhaft – berichten. Habt Geduld mit mir, liebe Freunde, Schule ist Stress! Vor allem, wenn man gezwungen ist, jedes Fach mit einem „A“ (einer 1) abzuschließen, um sein Ziel zu erreichen.

Neun Freundinnen und eine 12
Mein neues Buch: Neun Freundinnen und eine 12

Frauen, die Frauen lieben

Mein neues Buch wird erneut sehr ungewöhnlich werden.

Ungewöhnlich vor allem in Bezug auf die Themen. Ich schreibe momentan jede freie Minute, weil ich es unbedingt rechtzeitig vor Weihnachten herausbringen möchte. (Und weil es mir eine Menge Spaß macht, dieses Buch zu schreiben.)

Also Andrea-Fans aufgepasst: Wer ein Weihnachtsgeschenk für sich oder Andere sucht: Das neue Buch wirft seine Schatten voraus!

Wie immer gilt: Andrea-Bücher sind nichts für schwache Gemüter. Was euch erwartet ist Pornografie pur, Liebe pur und Drama pur. Erwartet Frauen, die Frauen lieben, erwartet Anderes, Neues, Ungewöhnliches und Inakzeptables.

„Eine kleine Geschichte über Brüste“ – Toleranz ist gefragt.

Durchaus lesbisch

Für Andrea-Fans: Ein kleiner Einblick in die deutsche Übersetzung meiner Novelle „She Doesn’t Do Girlfriend“


„Erzähl mir nicht, du hättest so etwas noch nicht gesehen!“
Clara verschluckte sich fast an ihrem Kaffee, als Hannah „dieses Ding“ genau vor sie legte. Zwischen sie. Auf den Tisch. Mitten im Café. Einen Strap-on!
Clara starrte. Es war kein Strap-on im herkömmlichen Sinn, es war ein gigantischer Penis, der auf magische Art und Weise mit einem Höschen verbunden war!
„Tu das weg!“, zischte sie.
„Du magst ihn nicht?“, lächelte Hannah: Sie wirkte verwundert. Meinte Clara das ernst?
„Schaff ihn weg! Schaff das Ding da weg!“
„Warum?“
„Weil es peinlich ist! Und außerdem sind wir Lesben!“
„Zusammenhang bitte?“
„Wir sind Lesben!“, betonte Clara erneut.
„Das sagtest du schon. Was es immer noch nicht verständlicher macht…“
„Lesben… Penis…“
„Willst du mir damit sagen, dass Lesben keine Strap-ons benutzen?“ Hannah grinste von einem Ohr zum anderen.
„Das blöde Ding ist immer noch da! Und ja – genau das will ich damit sagen!“
„Stimmt, es ist noch da!“ Hannah tat so, als wäre sie über diesen Fakt selbst verwundert.
„Und warum ist es noch da?“, wollte Clara jetzt leicht genervt wissen.
„Weil es cool aussieht, weil ich drauf stehe, weil ich es liebe, damit zu ficken. Ärsche hauptsächlich.“ Hannah hielt das Penishöschen vor die Freundin und begann den Dildo mit einer Hand zu wichsen. „Und sowieso ist es das Lesbischste überhaupt!“
„HANNAH! HÖR AUF SO ZU REDEN!“
„Der fühlt sich richtig weich an. Willst du nicht auch mal anfassen?“
„Es reicht! Ich verschwinde!“
Hannah schüttelte den Kopf: „Bleib, Spaßverderber!“ Sie nahm das Höschen und stopfte es in ihre Designerhandtasche. Für den Plastikpenis brauchte sie etwas länger, weil er sich querstellte. „Sowas Prüdes!“, grummelte sie dabei.


Die englische Version gibt es hier:

Die englische Version der Novelle von Andrea Downey-Lauenburg

Lebenslang

Es wird nicht besser. Es wird kein bisschen besser. Die Leute sagen es wird besser – irgendwann. Es wird nicht besser. Auch J. sagte, es würde besser werden, sie hat gelogen; es wird nicht besser und sie wusste es.

Es wird nie besser, kein bisschen wird es besser. Ich solle erst einmal die Bilder abhängen, sagen die Freunde mittlerweile leise, doch J. und ich hätten jeden umgebracht, der sie angefasst hätte.

Ich habe gemordet.

Natürlich hat die Ärztin ihn umgebracht – mit dieser widerlich großen Spritze, doch ich hatte ihn zu ihr gebracht, damit sie ihn umbringt. Wie man das so macht, wenn der über alles Geliebte leidet und leidet. Dann lässt man ihn umbringen – einfach so. Auch wenn er erst fünf Jahre alt war. Man entscheidet sein Leben zu beenden und ein Mitspracherecht hat er nicht. Und was, wenn ihm die vielen, vielen Minuten und Stunden Schmusen, die er noch gehabt hätte, viel wichtiger gewesen wären als die Schmerzen? Er hatte kein Mitsprecherecht! Ich fühle mich nicht nur wie eine Mörderin, ich bin eine Mörderin! Eine widerliche Mörderin! Ich werde immer eine sein. Und ich werde diesen Moment, in dem Oskars Seele ging, in dem ich ihn festhielt wie niemals etwas anderes zuvor, niemals mehr vergessen – niemals! Denkt doch alle ich wäre verrückt – What the fuck! – ich habe mich niemals darum geschert, was andere von mir denken. Schert euch zum Teufel!

Einmal, für ein paar Tage – nachdem ich meine neue Hündin bekommen hatte, dachte ich es würde besser werden. Wenigstens ein ganz klein wenig. Sie ist genauso weiß wie er, genauso stur, genauso Boxer und – doch nicht er. Und nach ein paar Tagen stelle ich fest, dass ich mir Mühe geben kann wie ich will – ich finde einfach den Bezug nicht, obwohl sie es mir eigentlich einfach macht und eine treue, liebe Seele ist. Geliebt werden will, geliebt werden kann. Außer, dass – ich nicht kann. Ich kann mich um sie kümmern, lieb sein, nett sein, doch was ich ihr nicht geben kann, ist – ja, ich kann es nicht so oft aussprechen. Es ist, als hätte ich alle Liebe aufgebraucht. Das ist so fucking unfair!

Julia sagte, ich solle zu einem Therapeuten. Mir müsse geholfen werden. Garantiert hat sie recht. Ich will keinen Therapeuten. Ich will weiter weinen. Er hat es nicht verdient, dass ich aufhöre zu weinen.

Er würde nicht wollen, dass ich wegen ihm unglücklich wäre, sagt sie? Fuck you! Oskar war ein Hund! Der würde gar nichts anderes wollen als Stöckchen werfen, rennen, schnüffeln, schmusen, schlafen und – nein, an „fressen“ darf ich nicht denken, dann muss ich gleich wieder heulen. Weil er wegen dieser Scheißkrankheit nichts mehr gefressen hat. Ach was rede ich, ich heule doch sowieso die ganze Zeit während ich das schreibe!

Ich weiß wie sehr meine Heulerei den anderen auf die Nerven geht. Würde es mir auch. Tut es sogar. Aber das Leben macht nun mal ganz miese Sachen. Eine (Jetzt)-Ex-Freundin hat mir mal allen Ernstes gesagt, ich solle doch mal überlegen, was mir lieber gewesen wäre, den Hund zu verlieren oder nie mehr fliegen zu dürfen! Ich habe sie derart verprügelt, dass die Narben von ihrem gebrochenen Knie und die der Schönheitsoperationen immer noch nicht verheilt sind. Ist jetzt ein dreiviertel Jahr her. Die Mädels hatten sie zu einem befreundeten Arzt geschleppt, um die Polizei nicht auf die Sache aufmerksam zu machen. Kurz danach hatte Jennifer ihr eine fünfstellige Summe überwiesen. Ich muss aber sagen, es hat mir gutgetan. Der Arzt hatte gemeint, ich müsse an meiner Aggressionsschwelle arbeiten. Auf norwegisch, das verstand ich nicht – sein Glück.

Jennifer hatte es wohl auch nicht verstanden, denn sie hatte gegrinst, als sie den Scheck geschrieben hat und gemeint, das nächste Knie gehöre ihr. Sie hätte noch Schecks übrig. Ich weiß: Oskar war fast noch mehr ihre große Liebe als meine.

Jennifer war die Einzige, die mich jedes Mal, wenn ich heulte, entweder in den Arm nahm oder mir einen kleinen Kuss gab. Dann wusste ich mal wieder, dass sie wusste was ich empfand. Weil sie das Gleiche – oder zumindest etwas Ähnliches – empfand, es nur irgendwie schaffte nicht zu heulen.

Späterer Nachtrag:

Ich kann es nicht. Ich meine, ich kann sie tatsächlich nicht lieben. Nicht nur, weil sie unsere Katze verjagt, sondern weil sie nicht so ist wie er. Ich betrachte sie und sehe ihn und wenn sie die Dinge macht, die sie macht, dann weiß ich, dass sie nicht er ist. Dann fange ich schon wieder an zu heulen. Manchmal bekomme ich auch einfach nur Wut. Weil sie unsere Katze verjagt – wozu sie kein Recht hat – aber wohl auch, weil es so ungerecht ist, dass Oskar nicht mehr bei uns sein darf. Ist das ungerecht? Oh ja, das ist es! Aber kann jemand etwas gegen seine Gefühle tun? Geht das? Nein, ich finde keinen Bezug, nicht wie ich am Anfang dachte. Ich hatte ja gehofft, ihr trotz allem ein gutes Frauchen zu sein. Ich bin ja nun mal ein Hunde-/Katzenmensch. Aber fast sieht es so aus, als wäre ich es nach Oskar nicht mehr. Als ob die Erfahrung jede Emotion in mir getötet hätte.

Natürlich: Jeder sagt, ich hätte das Richtige getan, sogar im Gegenteil, ich hätte viel zu lange gewartet – aus Egoismus. Aber hat jemals irgendwer irgendeinen Hund tatsächlich gefragt, was er will?1 Wieso maßen wir Menschen uns an, entscheiden zu dürfen, was Hunde wollen? Bei Menschen – ja, da ist plötzlich alles anders! Da interessiert es niemanden, was der betreffende Mensch will, obwohl der Mensch sich sehr wohl äußern kann und es gewöhnlich auch tut. Wenn der Mensch sagt, er will gehen, weil er die Schmerzen nicht mehr aushält oder sein Leben nicht mehr lebenswert ist – er darf nicht. Wie soll ich das jetzt verstehen: Der eine kann sich nicht äußern und wird getötet, der andere kann sich äußern und darf nicht sterben? Wie heuchlerisch ist das denn?

Natürlich (schon wieder): Ich habe denjenigen nachgegeben, die sagten, wie schlimm es für Oskar sei, weiterzuleben. Weil es die Medizin sagt. Die Wissenschaft. Ich habe nachgegeben, weil ich ein wissenschaftsgläubiger Mensch bin. Weil ich kein spiritueller Mensch bin.

Was nichts daran ändert, dass diese Entscheidung nicht aufhört mich zu verfolgen. Dass die Bilder, die dieser Entscheidung folgten, jeden Tag in meinem Kopf materialisierten, dass sie das seit Jahren tun und dass sie das den Rest meines Lebens tun werden. Und ich keine Ahnung habe, wie ich das ändern soll.

Jeder, mit dem ich darüber spreche, hat die gleichen, immer wiederkehrenden Argumente parat: die wissenschaftlichen. Die Argumente auf deren Basis ich diese Entscheidung getroffen hatte.

Aber was, ZUM TEUFEL, ändert das daran, dass ich nicht mit meiner Entscheidung umgehen kann?

ICH KANN ES NICHT UND WERDE ES NIE KÖNNEN! Tötet euren besten Freund, bringt ihn zum Arzt und schaut zu, wie er die Spritze bekommt und wie er euch plötzlich verzweifelt und um Hilfe bettelnd anschaut…

Das Leben muss weitergehen, heißt es. Natürlich muss es das.

Zusammen mit seinen sterbenden Augen.


(Der Anfang von „J. – Forever„)

Gegensätze?

Es passiert eine Menge Aufregendes in „J. – Forever“ und ihr dürft euch gerne fragen, was davon Fakt und was davon Fiktion ist.

Ich liebe das Spiel mit diesen Gegensätzen (die oftmals gar nicht so gegensätzlich sind, wie manche Fans schon wissen). Eines ist auf alle Fälle klar: Was nicht in der Realität begründet ist, entstand in meinem Kopf. Und ist der Unterschied wirklich so groß?

So groß könne noch nicht mal meine Fantasie sein, dass ich mich auf dieses Eis begeben würde, schreibt mir ein Fan. Nein? Oder doch? Kann ES wirklich sein?

Fakt ist, wie meine Schwester schon im Vorwort schreibt, dass „J. – Forever“ mein bisher ehrlichstes Buch ist – was sie offenbar schockiert hat.

Also was ist nun Fakt und was Fiktion?

Aus „J. – Forever“

Der Typ neben mir schien sich für nichts anderes, als für die Baumbestände zu interessieren. Was an sich schon ein klitzekleiner Affront war. Ich meine – Hallo! – eine splitterfasernackte, sexy Frau neben sich und er studierte die Botanik?! Ob sein Penis schon tot war? Die meisten seiner Haare waren es jedenfalls. J.s Assistentin betrachtete mich immer wieder verstohlen und studierte dabei unübersehbar meine Brüste. Warum Frauen das wohl machten? Ich meine Heterofrauen. Ich setzte jetzt einfach mal voraus, dass sie hetero war, denn jedes Mal, wenn ich ihr eines meiner Kleidungsstücke in die Hand gedrückt hatte, war sie ziemlich auffällig jeder Berührung aus dem Weg gegangen. Eben erwischte ich sie, wie ihr Blick über meinen (nicht existenten) Bauch glitt. Miststück. Ich kannte dieses Abschätzen und Vergleichen. Ich war gut darin.


Aus „J. – Forever“
Als E-Book und Taschenbuch bei Amazon

Weil ich ein kleines Ferkel bin

Wenn ich darüber schreibe, wie ich masturbiere oder darüber wie und mit wem ich gerade Sex hatte, explodieren die Zahlen meiner Leserschaft.

Was sagt mir das?

Dass meine Leser kleine Ferkel sind? Dass „sex sells“? Dass ich viel mehr über Sex schreiben muss?

Ja, ja und nein.

Die beiden ersten Punkte sind sowieso seit Anbeginn der Zeiten klar und der dritte: Ich schreibe was ich will!

Und das hat nunmal tatsächlich sehr viel mit Sex zu tun, weil auch ich ein kleines Ferkel bin.

Wie es sich anfühlt, wenn die Dildos meiner Fickmaschine in meine Möse und oder meinen Arsch (oder in beide gleichzeitig) eindringen – darüber schreibe ich lieber in einem Buch oder einer Geschichte. An dieser Stelle nur so viel: Wer es nie versucht hat, sollte besser nicht kommentieren.

Und im Übrigen ist das sowieso Privatsache. Wobei – was ist für eine Autorin schon Privatsache? Da brauche ich nur an dieses unsägliche Buch „Feuchtgebiete“ zu denken. Nein, ich bleibe dann schon eher bei den angenehmen Dingen des Lebens. (Auch wenn es während dieser elenden Wahl wirklich schwer ist, bei dem Thema zu bleiben!) Auch andere Autoren schreiben eine Menge über Sex und vieles davon ist verdammt autobiographisch, oder zumindest in den technischen Dingen selbst erlebt. Wobei nur wenige so in die Details gehen, wie zum Beispiel Bukowski.

Ich mag Details. Beim Sex.

Ansonsten sind sie eher nicht so mein Ding.

Ob es wohl meinen Lesern schon aufgefallen ist, dass ich in meinen Büchern wenig von Umgebungsbeschreibungen – oder „Stimmungen“, wie es so schön literarisch heißt – und auch nicht viel von exzessiven Personenbeschreibungen, halte? „Anna von England“ war das erste und letzte Buch in dem ich mich an eine Romanform gehalten habe, in der die Leser eher von den Stimmungsbeschreibungen einen Orgasmus bekamen, als von den Handlungen der Protagonisten.

Ich überlasse beides – Stimmung des Schauplatzes und Aussehen der Personen – lieber der Fantasie meiner Leserinnen und konzentriere mich auf das Wesentliche meiner Erzählungen: die Handlungen und Dialoge. Das ist es was meine Bücher ausmacht.

Ich finde es viel spannender und befriedigender, wenn die Leserinnen sich ihr eigenes Bild von Umgebung und Personen im Kopf malen können.

Okay, wie bin ich jetzt DARAUF gekommen?

Ach ja, die Details beim Sex. Ich mag sie. Deswegen beschreibe ich auch so gerne was, wo und mit welchem Tempo hineinrutscht. Und wie sich dabei alles ausdehnt.

Oder um mal wieder von „J. – Forever“ zu sprechen: wer, wann, wie oft und wohin kotzt.

Liebe?

Für mich selbst weiß ich ziemlich genau, was ich unter dem Wörtchen „Liebe“ zu verstehen habe.
In Gabby, z.B., habe ich mich verknallt, big time.

Der Gedanke, sie zu verlieren, macht mich kirre. Andererseits, man kann niemanden verlieren, den man nicht besitzt. Und Gabby kann man nicht „besitzen“, man kann überhaupt niemanden besitzen. Man kann vielleicht die Zuneigung dieser Person verlieren, oder die Wertschätzung oder ihre ständige Gegenwart usw., aber die Person verlieren kann man nicht. (Siehe oben.)

Gabby ist für mich enorm wichtig geworden und scheinbar ich für sie genauso. Cool.

Aber lieben?

Ich verstehe unter „Liebe“ die Shakespeare’sche Liebe. Die Reine, die Wahre, die, bei der man das Wohl und das Leben der Anderen über sein eigenes stellt. Das ist Liebe.


Nicht etwa die Schwärmerei von mental 12-Jährigen oder die heute typische „Liebe“, die immer wieder nach Monaten oder vielleicht nach ein paar Jahren verlöscht, um dann mit jeder neuen Partnerin erneut entfacht zu werden. Ich nenne das die Phoenix-Liebe.

Es ist nicht einfach, eine Frau zu finden, die man auf Shakespeare’sche Weise lieben kann.
Irgendwie hinterfrage ich meine Liebe zu Joana jeden Tag aufs Neue. Ja: Joana. Sie ist die Eine. Die Einzige, die ich auf diese Weise lieben möchte. Ich sage „möchte“, weil ich immer wieder überlege, ob ich mit ihr tatsächlich den Julia-Weg gehen würde. Im Endeffekt weiß man das doch ohnehin nicht, bevor man in eine Situation gerät, in der die Wahrheit ans Licht kommen muss.

Ich glaube an Liebe auf den ersten Blick, doch ich glaube nicht an die wahre Liebe auf den ersten Blick. Also nicht an die Shakespeare’sche. Nicht an Julia und Julia. So etwas geht weder in Wochen, Tagen, Stunden oder gar Minuten. Und schon gar nicht im Urlaub!

Die Frau, die dem widerspricht, die bitte ich, es mir in dreißig Jahren mit ihrer immer noch liebevollen Beziehung zu beweisen.

Wer dieses Tagebuch verfolgt hat, kennt die Geschichte von Joana und mir. Angefangen von der Schwärmerei für den Film- und Fernsehstar in meiner Jugend, über die „Beste Freundin Forever“, bis hin zum bedingungslosen Vertrauen und zur genauso uneingeschränkten Liebe. Mit Benefiz in unserem Fall, denn Joana ist hetero. Dafür kann sie ja nun auch nichts.

Und genau das ist auch der Grund, warum ich kein Problem damit habe, wenn sie mit Männern schläft: Sie braucht und möchte es und was sie braucht und sich wünscht, ist mir Befehl. Umgekehrt übrigens auch. Nicht das mit den Männern natürlich. *jaiks!

Abgesehen davon, dass in meinem Gefühlsrepertoire keine Eifersucht vorgesehen ist. Himmel und Hölle sei Dank!

Alles in allem schwärme ich für diese Frau seit ungefähr 25 Jahren. Aus Schwärmerei wurde Freundschaft, aus Freundschaft Liebe. So funktioniert wahre Liebe für mich.

Zugegeben: Wie stehen die Chancen? Aber es muss ja auch Lottogewinner geben, richtig?

Dystopia

Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal erwähnt habe, doch in meiner Schublade liegt ein Roman, der vom CDC und einer globalen Virusnotlage handelt. (Und natürlich von den Frauen, die auf die eine oder andere Weise davon betroffen sind und auf ihre ganz eigene Weise damit umgehen.)

Begonnen habe ich ihn in 2016, zirka zwanzig Prozent davon ist bereits geschrieben.

Nun kann ich ihn recyceln, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, denn die Wirklichkeit hat mich überholt und die sieht schlimmer aus, als mein Roman sie darstellt. Oder ich schreibe ihn um, doch dann kann ich ihn auch gleich neu beginnen.

Was ich nicht einkalkuliert habe, ist der Trumpfaktor. So etwas hätte man sich beim besten Willen auch nicht vorstellen können: Dass in Regierungen, vor allem auch in der amerikanischen, Intrigen und Machtmissbrauch vorherrschen, sich Interessenverbände gegenseitig zerfleischen und Menschenleben dabei keine Rolle spielen, war mir ja klar gewesen. Doch dass ein amerikanischer Präsident seine Macht auf so unfassbare Weise für seine Wiederwahl missbraucht – das wäre mir nicht eingefallen. Meine Fantasie hat Grenzen. Das Volk zu einer düsteren wirtschaftlichen und gesundheitlichen Zukunft zu verdammen um seine Macht zu erhalten? Das Schicksal der Welt ganz offen mit Füßen zu treten? Die eigenen Behörden auszuhebeln? Den Experten vorzuschreiben, was sie zu tun und zu sagen haben? Wow!

Autoren wird oft vorgeworfen, dass sie die Wirklichkeit eskalieren und Betroffene antworten gerne mit der Tatsache, dass sie nur Beobachter sind und die Wirklichkeit oft noch ihre Romane überholt – aber, hey, das? Ernsthaft?

Natürlich gibt es in Romanen auch Dummköpfe und Verschwörungstheoretiker, die den größten Schwachsinn glauben; es mag sogar den einen oder anderen Autor geben, der die Fantasien diese Leute bedient – doch das ist ein anderes Genre und hat nichts mit dem zu tun, was der übliche Belletristik-Autor zu Papier bringt. Der sieht sich als Abbilder der Wirklichkeit – so auch ich. Aber das was die Menschheit im Moment erleben und teilweise ertragen muss…?

Die Geister, die ich rief…

Und dann die Leute, die ihm hinterher rennen… Selbst angebliche Christen hängen diesem Verbrecher an den Lippen; es ist alles nur doch schwer zu glauben. Dystopia?

Langer Rede kurzer Sinn: Mein angefangener Roman über einen Virus, dessen Ursprung in den eisigen Weiten Sibiriens zu finden ist, bleibt da wo er ist: auf Eis.

Dystopische Zustände: Die Wirklichkeit hat mich überholt

Sie war gay – und ich auch!

„Du kannst vielleicht manchmal eine Nervensäge sein, Anna“, lachte sie. „Ich will Dich missbrauchen, okay?“ Sie zog ganz langsam und ruhig und ohne irgendwelche überflüssigen (!) Bewegungen ihre Bluse aus: „Aber anders, als Du vielleicht glaubst. Wir können uns vielleicht gegenseitig missbrauchen.

“Was gibt das denn nun wieder? Ich war nicht in der Lage irgendetwas zu antworten oder zu fragen oder zu protestieren (Gegen was überhaupt?), denn ich konnte nicht anders als auf ihren quasi nackten Oberkörper zu starren. Ihr Brüste schwerlich bedeckt mit diesem Nichts aus hellblauer Seide. Erwähnte ich, dass sie kaum einen Meter entfernt stand? Nein? Dann tue ich es hiermit. Sie war nicht irgendeine Frau und ich auch nicht: Sie war gay, um Himmels Willen – und ich auch!


Aus „Anna von England …und überhaupt!

Als E-Book und Taschenbuch bei Amazon.

Wann frau Sex haben darf

Wann darf frau Sex haben?

Hundertprozentig politisch korrekt ist nach wie vor ausschließlich „aus Liebe“. (Das Thema „nur in der Ehe“ ist ja mittlerweile immerhin vom Tisch.)

Wobei das Wörtchen „Liebe“ nach wie vor undefiniert bleibt. Da macht man ja mittlerweile den Rundumschlag von jugendlicher Schwärmerei über Ein-Jahres-Beziehungen bishin zur klassischen Shakespeare-Variante. Wobei an letztere sowieso nur Hollywood-Produzenten und ihre Bankkonten ernsthaft glauben. Abgesehen von pubertierenden Mädchen, meine ich.

Mittlerweile – Tinder sei Dank – haben sich auch One-Night-Stands als halbwegs gesellschaftlich akzeptabel eingeschlichen. Zumindest in manchen Teilen der Bevölkerung (den Kondomen sei Dank).

Frau darf durchaus auch einmal an die eigene, rein sexuelle Befriedigung denken und ist nicht mehr nur noch auf das schon länger anerkannte vibrierende Plastik angewiesen. Oder auf den Dildo mit Saugnapf.

Doch da hört es dann auch schon auf.

Denn immer noch diktiert uns die Gesellschaft für was oder wen wir die Beine breit machen dürfen.

Es gibt nach wie vor sexuelle No-goes. Zum Beispiel wenn wir beruflich weiterkommen möchten. Das inkludiert nicht nur das typische „mit dem Chef ins Bett steigen“, sondern auch die Außendienstlerin, die ihren Sex einsetzt um Aufträge zu bekommen (was viel öfter vorkommt als „man“ weiß).

Beides diskriminiert nämlich Männern und schafft Frauen einen „UNFAIREN“ Vorteil! Wenn ich sowas höre, knickt mir regelmäßig die Klitoris weg: Frauen beschaffen sich „unfaire Vorteile“ gegenüber Männern? Dazu muss ich wirklich nichts mehr sagen. Außer vielleicht: ECHT JETZT?

Wenn ich auf berufliches Fortkommen angewiesen wäre und keine chronische Abneigung gegen Männergesichter hätte, würde ich mich ganz sicher an die Spitze vögeln! Meine Fotze gehört mir und es geht die Leute einen Scheiß an, was ich damit mache. Auch wenn ich dafür „Schlampe“ und/oder „Hure“ genannt werde: Jede Bezeichnung die zeigt, dass ich mich nicht von gesellschaftlichen Normen einzwängen lasse, trage ich mit Stolz!

Es gibt Frauen, die heiraten reiche alte Männer. Weiß jeder. Und zwar in der Regel nicht, weil sie auf faltige Männerärsche stehen. (Es gibt Ausnahmen, aber die sind nicht mehr als diesen Satz wert.) Vor diese „Erbschleicherinnen“ ziehe ich den Hut. Denn die bringen es irgendwie fertig über Jahre hinweg einen Viagraschwanz zu blasen – und sich ansonsten in eine gesellschaftliche Ausstellungsvitrine stellen zu lassen – ohne sich von öffentlichem Getuschel beeindrucken zu lassen. Die ausstehende Belohnung lässt sie durchhalten. Der Ehemann bekommt seine Genugtuung allerdings von Anfang an: Feste Titten und ein hübsches, botoxfreies Gesicht an seiner Seite. Na ja, er hat ja (manchmal) auch hart für seine Kohle gearbeitet, wofür er sich schließlich kaufen darf was er will.

Wobei wir beim käuflichen Sex angelangt wären. War da nicht was mit „freier Berufswahl“?

Anrüchig? Wenn Männer dem Boss in den Arsch kriechen, ist das auch nicht gerade geruchsfrei. Und bitteschön: Wie viele Männer sind ernsthaft noch nie zu einer Prostituierten gegangen – und wenn es nur war um zu erfahren, wie es ist!

Wenn Frauen Sex für Aufträge oder berufliches Weiterkommen anbieten – warum eigentlich immer diesen Umweg nehmen? Warum dann nicht gleich Sex gegen harte Währung?

Abgesehen davon, dass eine meiner wirklich guten Freundinnen in einem Bordell arbeitet (ja, als „Nutte“), hätte ich auch für mich kein Problem damit, wenn ich dadurch mehr Zeit für mein imaginäres Kind hätte, oder statt H&M D&G tragen könnte. Mein Job, meine Ausbildung und meine Familie machen das unnötig. Und natürlich verbaut mir auch die Sache mit den Männergesichtern diese Berufswahl. (Und etwas, auf das ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte.)

Außerdem ist es auch nichts für mich, den ganzen Tag bewegungsarm und halb- oder ganz nackt in einem Schaufenster zu sitzen oder zigmal am Tag Sperma zu schlucken (macht dick). Ja, letzteres ist heute tatsächlich schon Standard. Diese Sache mit dem „All you can fuck“ in den großen Clubs klingt zwar spannend, doch irgendwie habe ich auch keine Lust mir den ganzen Tag Fettcreme in die Möse zu schmieren. Außerdem soll mehrmals täglicher Arschfick den Schließmuskel ausleiern lassen.

Weiteres und Genaueres zu dem Thema gibt es übrigens mehr als ausführlich in meinem jüngsten Roman „J. – Forever“.

Alles in allem tauge ich also nicht viel als hauptberufliche Prostituierte, was aber hier auch gar nicht das Thema ist. Andere taugen dazu – oder machen den Job zumindest – und das ist, was zählt. Wenn eine Frau das machen will – bitte sehr! Und deswegen ist sie nicht weniger wert als andere Frauen oder jeder Mann.

UND ES IST GANZ ALLEIN IHRE SACHE!

Wir erinnern uns: Mein Körper gehört mir!

Wo ist denn jetzt der Unterschied?

„Liebe machen“ für ein Jahr, bis der Nächste kommt. Sich jeden Samstag von einen Typen ficken lassen, der einen sexuell nicht mehr interessiert, nur weil man mit ihm verheiratet ist. In den Swingerclub gehen, weil es dem Ehemann gefällt. Jeden Samstag sich von einem Tinderfremden nageln lassen, den man gerade mal einen Kaffee lang kennt, nur weil einem die Möse überläuft? Für Aufträge die Beine breit machen. Sich „hochschlafen“. Einen reichen, alten Sack heiraten und ihm ein paar Jahre lang den Schwanz blasen und auf ihm herumhüpfen, damit man seine Kohle erbt. Einen Chefarzt heiraten um bei den Freundinnen angeben zu können. Zwischendurch Hobbynutte spielen, weil man gerne ein neues Outfit hätte. Als Prostituierte arbeiten, weil die Kohle stimmt.

Alles sehr unterschiedliche Motive. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Die Frau hat sich dafür entschieden und es ist nunmal ihre Entscheidung und es ist ihr gutes Recht zu entscheiden, was sie machen möchte.

Nichts davon ist kriminell und niemand hat das Recht, eine Frau für ihre Entscheidungen zu verdammen!

ES IST IHR EIGENER KÖRPER!

Und was mich selbst angeht: Ich tanze nackt in Clubs, von mir gibt es tausende von Nacktfotos und jede Menge Privatpornos (Privat heißt: NUR für meinen engsten Kreis im realen Leben), ich ficke wann, wen und wie ich will. Dass ich eine Lesbe bin, tut nichts zur Sache. Und wenn ich deswegen eine Schlampe, Hure oder Nutte bin – so sei es. Ich empfinde nichts davon als Schimpfwort.

Tatsächlich nicht.

In meinem jüngsten Roman gibt es eine ganze Menge zum Thema „Prostitution“ zu lesen

PS: Liebe Edelmenschen, erspart mir eure eigenen Meinungen, ich diskutiere nicht. Gar nicht. Dies ist mein Tagebuch und euer Gerede interessiert mich nicht. Schreibt das doch bitte in euren eigenen Blog oder tobt euch in Social Media Gruppen aus. Ich bin sicher, viele ehrliche Menschen und noch viel mehr Heuchler interessieren sich für das, was ihr zu sagen habt. Und das Frauen ausgebeutet und ins Sexbusiness gezwungen werden, das weiß ich selbst. Aber das ist NICHT Thema dieses Tagebucheintrags.

Bella und die Frau im Himmel

Ich schreibe Bücher – nur für den Fall, dass es noch niemandem aufgefallen ist!

Hier ein kleiner Auszug aus meinem Lieblingsbuch:

„Was hältst Du von Lesben?“, fragt sie, während Josepha die kleinen Teller vor mir aufeinander stapelt und auf ihr Tablett räumt.
Was ich von Lesben halte? Was ist denn das für eine selten dämliche Frage?
„Lesben?“, frage ich dann auch: „Was soll ich denn von Lesben halten? Lesben sind – lesbisch.“ Ich sitze breitbeinig dem großen Tisch zugewandt, Angela Lauder hat sich einen Hocker genommen und sitzt jetzt genau neben mir. Ich drehe meinen Kopf und schaue sie an: „Ich verstehe die Frage nicht.“

Als Ebook und kleines Taschenbuch bei Amazon

Bakteriophobes Händeschütteln

J. – Forever – Ein Auszug


Die Limousine war bereits bevölkert. Hinten links lächelte eine atemberaubende Schwarzhaarige, die eine riesige Designertasche auf ihrem miniberockten und ergo fast nackten Schoß festhielt und vorne rechts lauerte ein unscheinbarer Mittfünfziger mit Halbglatze. Ihr Lächeln gefiel mir besser als seins. Zumal er nicht lächelte. Er tat irgendwie gar nichts.

Ich musste an ihm vorbei, um meinen Platz gegenüber dem Vollweib einzunehmen. Mit dem Rücken zur Fahrtrichtung zu sitzen, war schon in Zügen nicht so mein Ding – aber in einem Auto war es eine ganz neue Erfahrung. J. setzte sich gegenüber Halbglatze – also ein wenig zu weit entfernt für meinen Geschmack, denn die Raumplaner für diesen Schlitten hatten wohl eher ein Wohnzimmer als ein Auto im Sinn gehabt.

„Meine Assistentin“, erklärte J. und nickte in Richtung der Schwarzhaarigen.

„Sybill“, sagte diese und hob die Hand. Musste wohl so eine Art US-amerikanischer Gruß sein. Ein bakteriophobes Händeschütteln sozusagen.

„Hey“, entgegnete ich dumm und wusste, als brave Engländerin, nicht so genau wohin mit meiner Hand: „Andrea.“ Ich nahm an, dass sie das bereits wusste. Das mit der Engländerin. Jedenfalls wusste sie es nach meinem akzentuierten „Hey“.

Darauf, dass sich der Penisträger vorstellte, wartete ich vergeblich. Er schien sich nicht für der Rede wert zu halten. Auch gut.


Das E-Book für €3,90:

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Das Taschenbuch

Indizien

Das Gute an Indizien ist, dass nichts zutreffen muss, solange es keine konkreten Beweise gibt.

Heute können wir über diesen Satz lachen. Damals war das noch ganz anders. Ich werde versuchen dem gerecht zu werden.

Die Beweise warten.


J. – Forever

Andrea Downey-Lauenburgs epischer Roman. Als E-Book und Taschenbuch bei Amazon.

Und dann kam J.

Ein Auszug aus J. – Die ersten 20 Stunden


Ich selbst war auch kein Mauerblümchen.

Ich brauchte keine Partnervermittlung und war auch nicht ständig ohne Freundin. Nur irgendwie habe ich es geschafft, drei Jahre hintereinander, meine jeweiligen Partnerinnen kurz vor Weihnachten loszuwerden. In schöner Regelmäßigkeit.

In den vergangenen beiden Jahren habe ich gar nicht mehr an eine feste Beziehung gedacht. Denn wer braucht schon eine Freundin, wenn er Weihnachten auch alleine allein sein kann?

Und so war ich drei Jahre hintereinander den Verkupplungsversuchen meiner beiden schwulen Freunde ausgesetzt, die mit jedem Mal armseliger zu werden schienen, bis sie im Vorjahr mit der Postangestellten Randy den traurigen Tiefpunkt erreicht hatten: Ein Nachmittag zwischen Wodka, Porto und Maximalgewichten.

Und dann kam J.

Das erste J. – Buch
Das zweite J. – Buch

Grenzenlos

Heute, nach dem Aufwachen, ging mir mein jüngster Roman wieder durch den Kopf.

J. – Forever

Vor allem das, was ich für dieses Buch alles erlebt – nein, sagen wir ruhig: getan habe.

Es ist schon verrückt zu was ich alles bereit bin. Für ein Buch.

Es gibt da wenig Grenzen.

Natürlich würde ich für ein Buch niemanden umbringen und auch sonst gibt es ein paar kleine Tabus. Aber nicht wirklich viele.

Ich habe mir vorgenommen, für jedes neue Buch meine Grenzen zu überschreiten – so wie ich es bei J-Forever getan habe.

Es ist schwierig, Dinge zu tun, die man im normalen Leben niemals tun würde, doch es ist unglaublich befriedigend, sie hinterher gedruckt zu sehen.

Es ist eine Art Abenteuer, für das man sich durch die schlimmsten Quälereien kämpfen muss, nur um hinterher den Schatz in der Hand zu halten.

Ich schätze, deswegen ist J-Forever so anders als jedes andere meiner Bücher.

J. – Forever

In meinem nächsten Buch wird einiges zu finden sein, was ich speziell dafür erlebt habe, aber auch Dinge, die ich noch tun werde.

Leider ist mir ein wenig dieser Virus dazwischen gekommen und ein paar Sachen, die ich noch erleben wollte, müssen wohl warten. Oder auf das übernächste Buch verschoben werden. Kommt darauf an.

Eines jedoch ist sicher: Das Konzept, Inhalte zu leben, wird mich noch eine Weile verfolgen.

Tammy