Mit Boobs und Popcorn

In jüngster Zeit ist verdammt viel passiert, und damit meine ich diesmal nicht auf der Welt. Okay, da auch. Jede Menge Katastrophen und dann dieser Irrsinn in Afghanistan. Und von den ganzen Querdenker-Idioten will ich gar nicht erst anfangen. Nein, ich meine ganz persönlich.
Joana ist nicht mehr mein Lover, sondern wieder (nur noch?) beste Freundin, diesmal mit Benefiz. Wobei ich mich mit Letzterem etwas schwertue, denke ich darüber nach, wer sich sonst noch in ihrer Möse herumtreibt. Von Gabby ist tatsächlich inzwischen nur noch Eva übriggeblieben. Ihre kleine Tochter – Sieben ist sie inzwischen geworden – habe ich allerdings auch schon eine Weile nicht mehr gesehen. Seitdem diese dämliche „Welt“reise begonnen hat, die mich irgendwie auch schon ankotzt, unter anderem auch, weil ich meine kleine Freundin Kakaofresse nur noch über Zoom sehen kann. Irgendwie auch kein Zustand.
In unser aller Haus in Palm Springs wohnen tatsächlich inzwischen nur noch Joana und ich. Eva wohnt natürlich inzwischen bei ihrer Mutter in NYC. Und Joana und ich – das ist natürlich auch eher ein Witz, denn genaugenommen steht das Haus seit Monaten leer. Ich bin auf der Reise – und mit mir mein Dämon – und Joana logiert seitdem in ihrer Villa in Bel Air. Die meiste Zeit mit ihrem neuen Stecher, wie ich höre. Die Zeit in Palm Springs hat sich erledigt. Mazikeen, mein Dämon, möchte, dass wir zusammen in ihr Haus auf Orcas Island ziehen, wobei ich mich noch nicht entschieden haben. Das hängt von so vielen Umständen, die sich im Moment gerade entwickeln. Was mich am meisten an Mazikeens Anwesen stört, ist, dass man den ganzen Sommer, wegen der ständigen Waldbrände in British Columbia und mittlerweile ja auch in Washington, das Haus nur noch mit Gasmaske verlassen kann, falls man nicht mit Lungenkrebs enden will. Es ist natürlich eine tolle Gegend fürs Segeln, oder überhaupt als Ausgangspunkt für Bootreisen, bedenkt man, dass wir einen ganz privaten Anleger hätten. Was auch Eva gefallen würden. Gabby hätte kein Problem damit, dass die Kleine viel Zeit bei mir/uns verbringen würde. Aber das Privatleben ist natürlich nicht alles.

Ich schreibe das hier in einer kleinen Bar in Barcelona, Venezuela, unweit vom Genrose A. Anzoategu Airport. Wenn ich die Schreibweise richtig in Erinnerung habe. Ich trinke schrecklich starken Espresso, und das entgegen jeglichem ärztlichen Rat. Aber das Gebräu hilft mir beim Denken. Das wäre bei mir ja nötig, sagen meine Kritiker. Ich drücke ihnen die Daumen, dass es hilft …
Mit meiner Chefin bin ich mittlerweile ernsthaft auf Sie-Oder-Ich-Basis, während Anik, meine Schwester und Hauptanteilseignerin, zu vermitteln versucht. Unsere kleine Airline ist mittlerweile ganz ordentlich gewachsen. Der Frachtbereich boomt, nicht nur auf Grund Aniks genialem Konzept der Kombination mit der Medikamentencharity und ihren guten Kontakten nach Kanada. Mittlerweile werden unsere Flugzeuge größer und meine Chefin – Miranda – hat es irgendwie geschafft, die Medikamentenverteilung mit normalem Aircargo zu kombinieren. Dank Covid-19 und den vielen Onlinekäufen ist Cargo ja inzwischen zum Riesengeschäft geworden. Aber was ich noch viel bemerkenswerter finde, ist, dass Anik und Miranda es geschafft haben, dass sie das Hauptgeschäft unserer pleite gegangen Business-Charter-Airline wieder aufleben lassen konnten! Tatsächlich konnten wir einige kleine Privatjets aufkaufen – hauptsächlich Phenom 300 und verschiedene Citation – und fliegen wieder Hollywood-Promis durch die Gegend. Wobei Joana daran natürlich auch keinen kleinen Anteil hat. Frei nach dem Motto: Hast du einen Promi, hast du alle.

Für alle Leser, die neu auf meinem Blog sind: Warum schreibe ich „unsere“ Airline? Nun, ich bin zwar nicht der größte Anteilseigner, doch auch nicht der kleinste. Und insofern, habe ich durchaus Mitsprachemöglichkeiten, obwohl mir mein Gesellschaftervertrag das ausdrücklich abspricht. Aber was kann eine Firma schon machen, wenn einer der Besitzer droht sein Kapital zurückzuziehen?
Im Endeffekt kann ich also sehr wohl mitreden, was eigentlich eine ganz nette Situation ist. Was Miranda und mich allerdings auch in diese Sie-Oder-Ich-Situation bringt.

Der Hintergrund: Ihr gefällt nicht, dass ich widerspreche und nicht mache, was sie sagt, mir gefällt nicht, dass sie überhaupt den Mund aufmacht. Vor allem, wenn sie bei Dingen mitreden will, von denen sie keine Ahnung hat. Zum Beispiel beim Thema „Fliegen“ und „Flugzeuge“. Sie mag eine tolle Betriebswirtschaftlerin und Managerin sein, doch von Aviation hat sie nicht die Spur einer Ahnung. Muss sie auch nicht, dafür hat sie ja Leute, die ihr sagen, wie diese ganze Luftfahrtsache funktioniert. Zum Beispiel mich.

Eskaliert ist das alles, als sie angefangen hat, mir vorschreiben zu wollen, mit welchen Flugzeuge ich diese „Welt“reise machen soll. Und ehrlich: Es ist mir scheißegal, welche kleinen Teufel ihr diesen ganzen Unsinn ständig in die Ohren stopfen – mit was ich fliege, ist immer noch meine Sache! Aber natürlich kommen dann ihre betriebswirtschaftlichen und marketingtechnischen Überlegungen – und nochmal ehrlich: Fick dich, Miranda, ich fliege trotzdem, was ich will. Meistens jedenfalls. Wenn ich mich breitschlagen lasse – das ist, was ein paar Mal passiert ist – wird die Sache nach kürzester Zeit unangenehm. Also fliege ich seit einigen Wochen mit meiner einmotorigen Comanche, was Miranda zum Wahnsinn treibt. Natürlich weiß ich auch warum: Wenn ich potentielle Kunden mitnehme, sitzen sie in einem sechzig Jahre alten Flieger ohne jeglichen Komfort und bangen – unnötigerweise – um ihr Leben. Miranda will, dass ich in einem ultramodernen fliegenden Computer sitze, der den Komfort eines BMW X 150 oder wie die Dinger heißen, bietet. Da scheiden sich dann unsere Meinungen. Wenn es um General Aviation geht, können bei mir die Flieger gar nicht alt genug sein. Ich habe viel zu lange 737NG und auch 777 geflogen, um Bordcomputer toll finden zu können. Und wenn ich um die Welt fliegen soll, dann will ich das Gefühl haben, wirklich zu fliegen und nicht einem Computer zuzuschauen, wie das in den großen Airlinern der Fall war.

Aber da kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema, nämlich die Anschaffung eines ersten 737-Frachters, wie es Miranda schon seit geraumer Zeit im Kopf herumgegeistert ist. Und Anik natürlich auch. Beide träumen nämlich seit geraumer Zeit von einem richtigen Hub-System, um die Verteilung von Medikamenten effektiver und vor allem kostengünstiger zu machen. Bislang wurden eine, später zwei Kurzstreckenmaschinen vom Typ Dash8 Q400 eingesetzt, um Spenden in Kanada einzusammeln und zum Verteiler in Palm Springs zu bringen. Alte Passagiermaschinen, wohlgemerkt, was für diesen Zweck zwar möglich war – Medikamente wiegen nicht viel und in unseren Mengen nehmen sie auch nicht viel Platz weg – doch dadurch, dass wir keine zusätzliche Fracht mitnehmen konnten, war das auf Dauer nicht gerade wirtschaftlich, vor allem, seitdem ich mich weigerte, weiterhin die Einstellung, Schulung und Kontrolle neuer Piloten zu übernehmen. Dafür musste ein neuer Captain eingestellt werden und Line Check Captains sind teuer. Sehr teuer. Und wie ich hörte, hat Miranda den Aktuellen gerade gefeuert. Warum, weiß ich nicht, doch ich vermute, dass es ihr hinterher, nach einem Blick auf seine Honorarabrechnungen, gar nicht so unrecht gewesen war. Leider steht sie jetzt ohne da, was den mittelfristigen Betrieb der beiden Q400 und der kurzfristig angepeilten zwei 737BCF ernsthaft gefährdet.
Und natürlich komme ich ihr sofort wieder in den Kopf. Zumal ich mich ohnehin weigere, eines ihrer hypermodernen Verteilerflugzeuge zu fliegen, und sie stattdessen Angst haben muss, dass die geplante Marketing“welt“reise dadurch zu einem werbetechnischen Disaster wird.
Nun hat sie mich einmal zu etwas „überredet“, weil sie mir in einem schwachen Moment ihre Finger in die Möse gesteckt hat – ein zweites Mal passiert das nicht. (Weder das Überreden, noch das Ficken.) Aber mit mir hätte sie, nach dem einen oder anderen Auffrischungskurs, einen Check Airman sowohl für die Dash als auch für die 737.

Merkt man mir eigentlich meinen derzeitigen Frustrationszustand an?

Ja, ich ärgere mich tatsächlich gewaltig, dass ich meine kleine, (fast) heile Bootswelt verlassen habe, um in die Luft zurückzukehren. Und dass ich so viel Geld in diese elende Airline investiert habe. Das mit der Fliegerei hat nämlich einen gewaltigen Nachteil: Man muss zu viel Zeit auf dem Boden und zwischen Menschen verbringen. Auf einer Yacht kann man nämlich so tun, als ginge einem der ganze Scheiß, den die Arschlöcher um einen herum verzapfen nichts an. An Land ist das eindeutig schwieriger. Vor allem, wenn politisch gesehen, um einen herum alles vor die Hunde geht. Leute wie Trump, Johnson und Gauland tauchen auf, verbreiten Hass und Rassismus auf der Welt, während Feminismus-Terroristinnen kreischend außer Rand und Band geraten. Und dann dieser Virus … Und dieser Klimawandel … Ich bin zur falschen Zeit an Land gekommen. Mazikeen meint dazu, ich wäre doch nun in meinem Leben wirklich genug geflogen und es wäre Zeit erwachsen zu werden, zurück aufs Wasser zu gehen und sich nicht mehr mit dem Scheiß, den Andere verzapfen, abzugeben. Sie hat leicht reden, sie ist ein Höllenwesen und muss sich deshalb nicht über menschengemachten Scheiß aufregen.
Im Prinzip gebe ich ihr ja durchaus recht: Wenn die Dumpfbacken dieser Welt nicht kapieren, dass Rassismus keine Lösung, sondern die Ursache des Problems ist, wenn Feministinnen nicht verstehen, dass Gendern Sexismus ist, wenn die Menschheit kein Interesse hat, sich vor der Klimakatastrophe zu retten und Virusleugner und Impfgegner sich selbst und Andere töten – alles nicht mein Problem. Ich kann mich jederzeit mit meinen Lieben auf ein Boot zurückziehen und aus der Ferne, mit einer Tüte Popcorn in der einen Hand und einer Titte in der anderen, zuschauen. Und es zwingt mich ja auch keiner, die Gendersprache zu benutzen.
Warum das alles nicht mein Problem ist? Weil ich nicht lange genug lebe, um die wirklich ernsten Konsequenzen mittragen zu müssen. Und weil ich weit weg sein werde, wenn sich die Katastrophen nähern. „Gesunder Egoismus“, nennt Mazikeen das. Und was geht mich das an, wenn künftige Generationen unsere Rücksichtslosigkeit ertragen müssen? Niemand zwingt die Menschen, Nachwuchs in diese sterbende Welt zu setzen. Ich tue es nicht, Andere tun es nicht und wenn Leute Kinder bekommen, müssen sie schließlich wissen, dass sie Nachwuchs nur aus Egoismus produzieren. Weil Babys so süß sind und sie glauben, dass zwei Menschen mit Hund und Katze keine Familie sind. Ihr Pech. Ich weiß schon, warum ich Eltern nicht leiden kann. Und ich habe mir fest vorgenommen, keine mehr zu ficken. Dass auf den Ozeanen ein paar mehr Stürme blasen als früher, macht die ganze Sache nur spannender. Und was sollte ich gegen wärmeres Wasser haben. Was die Verschmutzung angeht: Der ganze Plastikmüll landet in größeren Mengen sowieso hauptsächlich an den Stränden und baden kann ich auch vom Boot aus.

Ich habe meine Tage. Merkt man das?

Wo geht’s hier zum nächsten Stripclub?

Heute gibt es wieder einen gemütlichen Tag, diesmal in Klamath Falls in Oregon.

Mehr dazu hier:

Update Reisebericht

Währenddessen tanzt ja wieder Mal der Bär in Nah-Ost, wo meine (andere) Familie ständig in den Bunker rennen muss. Nein, ich werde zu diesem Thema nicht wieder politisch werden; 2014, beim vorherigen Gaza-Krieg, habe ich gelernt, dass ich das besser unterlassen sollte. Man kann so leicht Freunde verärgern oder gar verlieren. Gerade wenn es um Israel und die Palästinenser geht. Was ich jedoch dazu sagen kann, ist, dass es mir, im Vergleich zu anderen Menschen, verdammt gut geht. Selbst wenn die Hotels hier das Letzte sind.

Ich bin mal wieder horny wie ein transsilvanischer Blutegel nach hundert Jahren Schönheitsschlaf. Ich könnte mich überall festsaugen, vor allem an den intimeren Stellen. Leider stehe ich nicht auf Sex mit Blutgeschmack. (Außer beim Beißen.) Also muss ich warten, bis diese vollkommen überflüssige, allmonatliche Quälerei vorbei ist. Wenigstens ein Lichtblick: Maze und ich sind inzwischen synchronisiert.

Dafür ziehe ich dann meine blutigen Bahnen durch den Hotelpool. Und Zoe kann mich an diesen Tagen auch mal kreuzweise. Auch schon was.

Was mich bei diesen Flügen übrigens immer wieder stört, ist, dass man ständig auf Taxis angewiesen ist, wenn man den Sexshop sucht. Oder auch nur ins Hotel will. Oder noch schlimmer: Wenn der örtliche Vertreter unserer Firma sich befleißigt fühlt, unbedingt den Fremdenführer spielen zu wollen und er Sätze wie „lass man stecken“ nicht versteht. Im Zweifel muss ich dann mit der Frage nach dem örtlichen Pornokino oder einem Stripclub mit Lapdance Ernst machen. Das geht dann auch mit Tampon.

Gibt es sonst noch etwas Spannendes? Eigentlich ja, aber ich muss ja nicht gleich alles verraten!

Wo gibt’s hier den nächsten Lapdance?

Scheiß Reproduziererei!

Schon seit Wochen habe ich vor einen Eintrag über das Thema Religionen und Frauenrechte zu schreiben. Und nein, ich mache es wieder nicht!

Das liegt einzig und allein daran, dass ich fürchte, dass das Thema viel zu umfangreich wird, und ich dafür keine Zeit habe. Zumindest im Moment nicht! Ich kämpfe derzeit einfach an zu vielen Fronten. Schreibmäßig gesehen. (Nicht, dass ich manchmal auch Langeweile hätte, was aber dann an einem akuten Schreibtief liegt, was nicht nur meine Bücher, sondern in der Regel dann auch gleich noch die Tagebucheinträge betrifft.)

Im Regelfall jedoch, fehlt mir gerade die Zeit für längere Einträge in dieses Tagebuch.

Die Übersetzung meines englischen Buches „She Doesn’t Do Girlfriend“ (deutscher Arbeitstitel: „Prinzipiell lesbisch“) ist nervtötende Fleißarbeit. Und seit Monaten, wenn nicht sogar Jahren, arbeite ich an dieser verdammten Kurzgeschichte (Arbeitstitel „Die Frauen von Surfer’s Bay“), und komme trotzdem nicht wirklich weiter. Dass ich das Ding noch nicht in die Tonne getreten habe, liegt schlicht daran, dass mir die Story so weit eigentlich sehr gut gefällt, und ich schon so viel Herzblut und Fleiß hineingesteckt habe. Vieles Andere habe ich begonnen, habe aber meist nach ein paar Seiten erst einmal mit dem Schreiben aufgehört, weil ich zuerst die anderen Projekte fertig bekommen möchte. Ich weiß: Ich bin eine Chaotin. Aber das ist nun einmal meine Art zu arbeiten. An „J. – Forever“ habe ich sechs oder sieben Jahre geschrieben. Dafür ist es dann aber auch ein besonders ausgereiftes Buch geworden. Aber momentan geht mir die ganze Schreiberei ziemlich auf die Nerven. Aber: Wat mut, dat mut. Zumindest behauptet das meine Mutter immer.

Jetzt habe ich mich schon wieder verquatscht. (Ich benutze zum Schreiben mein Diktiergerät.) Eigentlich sollte das hier nämlich ein Eintrag zum Thema „Frauen und Mode“ werden. Manchmal kommt es eben anders, als man manchmal eben denkt. (Göttin, bin ich heute wieder witzig …) Na ja, besser als ständig todernst. Richtig?

Außerdem geht mir die verdammte Bluterei auf die Nerven! Da kann frau alt werden wie eine Kuh, und gewöhnt sich bis zum Schluss nicht daran.

So, genug geschrieben. Jetzt werde ich erst einmal wieder eine Weile mit Wärmflasche und Krämpfen auf dem Boden herumrollen. Muss ja offensichtlich jeden Monat sein. Scheiß Reproduziererei!

Jeden Monat der gleiche Scheiß!

Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Menstruationsfalle

Gestern habe ich einen Gastvortrag bei einem Seminar am Flughafen von Palm Springs gehalten.

Meistens sitzen mir bei solchen Gelegenheiten ungefähr 20 Männer und zwei Frauen gegenüber. Wie das so ist in der Flugindustrie. Ich habe mich längst daran gewöhnt. Gestern war das natürlich nicht anders.

Die Sache mit den Männern ist vorläufig nicht zu ändern. Es scheinen sich einfach nicht genug Frauen für das Thema „Fliegen“ zu interessieren. Es sei denn, sie wollen in Urlaub.

Der größte Teil der Männer interessiert sich jedoch tatsächlich für das, was ich zu sagen habe – aber eben leider nicht alle. Das Problem ist nicht, dass viele Piloten lieber mit ihrem Handy spielen, als mir zuzuhören und es liegt noch nicht einmal daran, dass sie sich lieber warme Gedanken über meine Unterwäsche machen. Nein, Piloten sind in der Regel ziemlich chauvinistische Zeitgenossen. Wie kann eine Frau – noch dazu eine mit ganz brauchbaren Titten – Dinge über das Fliegen und über Flugzeuge besser wissen als sie selbst? Der Fakt, dass ich eine Pilotin bin, die mehr Flugstunden angesammelt hat als zehn von ihnen zusammen, spielt dabei keine Rolle.

Ein Lichtblick: Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass ich bei sexistischen Sprüchen keinen Spaß verstehe. Während ich jüngeren Frauen rate, jeden anzuzeigen der sie sexuell belästigt, benutze ich mein Knie, meinen Fuß, meinen Ellbogen und im Zweifel auch die Handkante. Wenn meine Sig-Sauer nicht geladen ist, gerne auch mal die Handtasche, in der ich sie transportiere. Männer haben nicht wirklich vor der Gewalt Angst, sondern davor, sich in den Augen der Anderen zu blamieren.

Wie komme ich denn jetzt eigentlich schon wieder auf Gewalt? Das war doch gar nicht das Thema! Ging es nicht eigentlich eben um das Seminar? Ich werde alt …

Genaugenommen ist das ja auch vollkommen egal.

Ich wollte eigentlich lediglich sagen, wie unspannend es ist, mit einem schmerzenden Rücken und den Kopf voller Opioide, vor einer von sich selbst eingenommenen chauvinistischen Herde von elitären Sexbüffeln zu stehen. Und wenn frau dann noch ihre Tage hat und sich am liebsten vor Krämpfen windend mit einer Wärmflasche aufs Sofa legen würde…

Vermutlich hat man mir angesehen, dass mit mir heute nicht zu spassen war. Nicht die Männer haben mir das angesehen – männliche Piloten sind für so etwas zu blöd – sondern die paar Weiber haben. Wäre ja auch wirklich zu viel verlangt. Jedenfalls haben die Pilotinnen ihre Kollegen daran gehindert, mir in die Menstruationsfalle zu laufen.

Immerhin habe ich hinterher noch einen der Typen ohrfeigen dürfen.

Warum, habe ich vergessen: Ich habe meine Tage…

Scheißspiel

Sexuelle Frustration

Und meine Schulter macht auch noch was sie will!

Ich bin sauer. Merkt man das? Vor allem bin ich sauer auf Gabby und kann mich noch nicht einmal von ihr ficken lassen, weil ich meine Scheißtage habe!

Vielleicht ist mir deshalb auch die Schlagfertigkeit abhanden gekommen? Sexuelle Frustration? Oder kann das andere Gründe haben?

Mazikeen sagt dazu nichts sondern zuckt nur wissend mit den Schultern.

Die sind alle verrückt geworden hier! Ich muss mit Joana reden, doch die ist auf Catalina und auf meine Messages antwortet sie nur mit: „Sprich mit Gabby.“ Ich bin drauf und dran hinzufliegen. Doch in der Firma ist die Hölle los und ich muss gleich nach Vancouver, denn jetzt transportieren wir auch noch Lebensmittel, weil Dank Trump-Arschloch der Hunger in den USA immer größer wird. Die Menschen verlieren ihre Wohnungen und die Schlangen um die Essensausgaben und Foodbanks werden länger und länger.

Dabei will ich nur eines: auf ein Segelboot und weg hier.

Wenn Gabby so weitermacht, kann sie mich auch mal kreuzweise. Leider steckt sie mit Joana unter einer Decke und wenn es um meine große Liebe geht, dann werde ich vorsichtig.

Nicht, dass es mir nichts ausmachen würde, Gabby zu verlieren… Ich habe mich in diesem, einen Jahr wirklich an sie gewöhnt, doch wenn ich ehrlich bin, kann ich mir auch ganz und gar nicht vorstellen, auf Eva, die kleine Kakaofresse, verzichten zu müssen… Aber Joana – das ist eine ganz andere Geschichte! Ohne diese Frau – verdammt, würde ich da in der Scheiße stecken!

Also: Was wollen die Alle von mir? Alles, was ich will ist zurück auf Weltreise zu gehen. Mit allen. Ist das wirklich zuviel verlangt?

Roter Grapefruitsaft

Trump scheint es langsam zu kapieren, dass die Leute die Schnauze von ihm voll haben. Immerhin.

Oder sagen wir so: Er scheint immer mehr zu verstehen, dass sich selbst die republikanisch regierten Staaten, durch seine rechtlichen Manöver nicht dazu bringen lassen, die Wahlen als gescheitert zu erklären, um den Wählerwillen umgehen zu können.

Und immer mehr Kanzleien weigern sich, seine Vertretung zu übernehmen. Trump behauptet hierzu, dass „der demokratische Mob“ über solche Kanzleien hergefallen sei…

Aber es besteht Hoffnung, dass das Theater bald ein Ende hat.

Vielleicht überlebt unsere Firma dann ja doch noch? Denn dann wäre, neben dem Virus, immerhin die zweite Plage weg, die vernünftige Menschen daran hindert, auf die Straße zu gehen. Außerdem gäbe es dann eine echte Chance die Pandemie zu besiegen.

„Ich gebe so schnell nicht auf“, sagt meine Schwester, die behauptet, die Umsatzeinbrüche im Moment, seien lediglich ein vorübergehendes Symptom. Leider eines, dass uns daran hindert, uns Risikokapital zu sichern.

Mirandas CEO-Posten wackelt natürlich, weil uns in spätestens einem Monat das Geld ausgeht, um Gehälter zu zahlen. Ich soll alle Flüge übernehmen, die mir von den Flugzeiten her erlaubt sind: Sie will externe Piloten einsparen. Bei unserer ersten Firma – bei der ich noch etwas zu sagen hatte – habe ich so etwas unterbunden. Jetzt halte ich mich geflissentlich raus und mache was Miranda sagt. Also muss ich morgen wieder ran. Soviel zum gemütlichen Wochenende.

Gerne würde ich dazu noch mehr schreiben, doch da jeder dieses Tagebuch mitlesen kann, muss ich leider darauf verzichten, weitere Hinweise zu der Strategie unserer Firma zu geben. Ja, selbst auf Deutsch!

Ein anderes Thema: Gabby macht mich verrückt! Sie kam vorhin in einem schwarzen, metallisch glänzenden, hautengen und durchgehenden Anzug in die Küche. Ohne jeglichen Schmuck und ganz offensichtlich auch ohne jegliche Unterwäsche.

„Spinnst du?“, habe ich sie gefragt: „Ich habe meine Tage und du willst mich zum Wahnsinn treiben?“

„Deine Tage hindern dich ja auch nicht daran, hier nackt herumzulaufen.“

„Das ist etwas Anderes“, habe ich geantwortet: „Mit ist warm.“

„Und mir ist kalt“, hat sie gegrinst.

Ich finde, solche Bekleidung gehört verboten. Sie terrorisiert die Umwelt. Klamotten bei denen man jede Titte einzeln sieht, die Nippel wie Artilleriegeschütze herausstechen und die Schamlippen sich bei jeder Bewegung wie zwei brünstige Schlangen aneinander reiben! Vom Arsch und der Spalte in der Mitte will ich gar nicht erst anfangen.

Da verdünnt sich das Blut zwischen meinen Beinen, bis es aussieht wie roter Grapefruitsaft! Das geht doch nicht! Wieso kann sowas erlaubt sein?!

Egal…

Apropos Blut: Neulich schrieb mir eine Frau, ich solle doch nicht so viel über Menstruation schreiben. Das würde meine Leser abschrecken. Vor allem auch die männlichen.

Moment. Mal. Es. Schreckt. Meine. Leser. Ab?

Ich kann gar nicht so schnell FUCK OFF schreien, wie ich lachen muss!

Und: Wieso Männer? Wer will den schon Männer auf seiner Seite wissen?

Sex?-Naja-Okay-Ganz-Nett

Kälteeinbruch in Südkalifornien. Selbst hier in der Wüste sind die Temperaturen seit gestern um über 10 Grad gefallen. Ist sowas normal? Schlimmer noch: es soll bis zum nächsten Wochenende so bleiben!

Wollen die Wettergöttinnen etwa die Demonstranten von den Straßen vertreiben? Dann akzeptiere ich das natürlich für ein paar Tage!

Ich habe meine Wahlverfolgung am TV pausiert. Ich kam mir am Ende wie einer dieser Couchpotatoes vor. Ich hatte in dieser Zeit so wenig Sex wie nie, und das obwohl Joana und Gabby greifbar waren (und sind).

Aber ich muss auch gestehen, dass ich kurz vor meinen Tagen stehe und daher meine Hormone auf dem Weg in den allmonatlichen Winterschlaf sind. Früher hat das meinen Körper nie gestört, doch in letzter Zeit bin ich immer hormonanfälliger geworden. Schon blöd. Aber immer noch besser, als die Scheißpille zu nehmen und dauerhaft auf einem Level von Sex?-Naja-Okay-Ganz-Nett dahinzuvegetieren.

Da nehme ich doch lieber keine und bin zwei Wochen lang rattenscharf und lasse es den Rest der Zeit ruhiger angehen. Und während meinen Tagen habe ich dann nur noch ein Verhältnis mit meinen Fingern.

Ich kann diese blutige Sauerei nämlich nicht ausstehen. Außerdem schmeckt das Zeug als würde man eine rostige Eisenplatte ablecken. Igitt!

Ich weiß schon wieder nicht, wie ich darauf eigentlich gekommen bin!

Ach ja: Wetter, Wahl und Sofasurfen. Also runter von der Couch und die letzten Hormone genießen, bevor diese Vermehrungsaufräumscheiße in meiner Gebärmutter wieder losgeht.

Wie hat eines meiner Mädels die Tage gefragt: Warum kann man, wenn man definitiv keine Kinder will, nicht einfach ein Formular ausfüllen und Schluss ist’s mit dem Mist?

Dann jede Woche eine Spritze mit Scharfmacherhormonen und wir sind im Geschäft!

Aber nein – stattdessen erfinden sie lieber Hyperschallwaffen! Dabei könnte man mit einem simplen Formular die Bevölkerung viel effektiver reduzieren und es würde auch noch Spaß machen!

Soll doch die Waffenindustrie ihre Beteiligungen an den Pharmaunternehmen aufstocken, die die Scharf-Wie-Rettich-Spritzen produzieren. Dann wäre allen geholfen! Die Männer hätten nämlich auch eine ganze Menge davon, wenn viel mehr Weiber ihre Mösen dauerhaft für Spaß statt für Babys offenhalten würden, die Herren ihre Schwänze noch nicht mal einwickeln müssten und mit ihrem Zeug gefahrlos die Gebärmuttern der Nation eincremen könnten. (Und Frauen das Zeug nicht mehr dauernd schlucken müssten!)

Und wir wären endlich diese monatliche Krampf-Bluterei los.

Mit dem Sperma-Überangebot würden die Weiber auch noch fertig werden.

Die Nutten hätten natürlich weniger zu tun, doch ich bin sicher, dass auch ihnen der Blutverlust im Endeffekt gefallen würde.

Aber wer hört schon auf mich?

Also rutsche ich jetzt von der Couch und verarbeite die letzten meiner diesmonatlichen Hormone.

Her mit den Hormonen!

Und Kinder kann ich sowieso nicht ausstehen

Soso: In Europa gibt es jetzt also bereits nächtliche Ausgangssperren und Trump hatte vor der Pandemie seine Spendenmilliardäre zusammengerufen und ihnen erzählt, wie schlimm es werden wird, damit sie alle ein Vermögen an den Börsen machen konnten. Weil die alle am Hungertuch nagen.

Bei der Gelegenheit: Was ist eigentlich ein Hungertuch und wieso „nagt“ man daran?

Und bei der Gelegenheit: Ich bin schon wieder so geil, dass ich einen Schaltknüppel bespringen könnte. Was mich zu meiner zweiten Frage bringt: Was stimmt mit meinem Hormonhaushalt nicht? Kurz vor meinen Tagen sollte ich eigentlich so wenig an Sex interessiert sein, wie Merkel an einem Modemagazin!

Na ja, ich bin, ehrlich gesagt, froh, dass ich nicht jedes Mal zwei Wochen im Monat wie Ekel Alfred durch die Gegend rennen muss. Es reicht mir gerade, dass ich dabei meinen Weibern zuschauen muss. Noch so ein Vorteil, wenn man mehrere hat: Meistens ist zumindest eine von ihnen mit Hormonen vollgepumpt.

Aber wegen mir könnte man diese elende Reproduktionsanlage ruhig abschaffen. Dann würde die Menschheit zwar aussterben, doch was interessiert mich das und außerdem könnte sich die Erde dann von uns erholen.

Und Kinder kann ich sowieso nicht ausstehen.

„Magst du mich auch nicht?“, hat Eva gefragt.

„Solange du deinen Kakao trinkst und ansonsten still in einer Ecke sitzt, bist du ganz okay.“

Und sie hat sich gefreut.

Sind eigentlich manche Sechsjährige dümmer als andere?

Babys: No, no, NO!

Dämonentage

„Ich finde das übrigens ziemlich zum Kotzen, dass ihr euch neuerdings jedes Wochenende, wenn ich nicht arbeiten muss, auf diese Scheißinsel verzieht! Es ist eine Sache, Freitagsabends eine Stunde nach Palm Springs zu fahren, eine andere, jedes Wochenende zweimal für die Fähre anzustehen!“, beschwert sich Mazikeen.

„Sagt ja keiner, dass du jedes Wochende kommen musst.“

„Danke auch, Tammy. Du bist ja echt wieder reizend!“

„Dann lerne fliegen wie jeder andere normale Mensch.“

„Wann hast du zuletzt eine Tracht Prügel bekommen?“

„Letzte Woche.“

„Das war rhetorisch gemeint, Tammy!“

„Ich war ehrlich.“

Ich liebe es, wenn Mazikeen sich beschwert. Wenn sie schimpft, ist sie sexy, wenn nicht, ist sie süß. Ja, süß: Süße Dämonen sind Realität!

„Wenn ich ja wüsste, wie lange ihr diesen Tick mit dieser elenden Insel noch habt, würde ich mir ja ein Motorboot zulegen und einen Platz in einer Marina gegenüber anmieten…“

„Warum? Hast du 30 Jahre Zeit, um auf einen freien Liegeplatz zu warten?“

„Und Scheißflüge gibt es auch keine!“, beschwert sie sich.

Mazikeen scheint ihre Dämonentage zu haben…

„Ich bin ja schon froh, wenn ich meine Bonanza vor Ende der Winzlandebahn hier zum Stehen bekomme…“

„Aha! Du verstehst was ich meine: So eine Insel ist Scheiße!“

„… sagt die Frau, deren Haus auf einer Insel steht.“

„Orcas ist aber etwas größer als der Felsbrocken auf dem ihr haust!“

Eindeutig Dämonenmenstruation!

Alles Apokalyptische

Joana und Gabby bleiben heute hier in Palm Springs. Es hätte mit Joanas Überraschung zu tun, sagt Gabby. Meinetwegen. Ich habe nichts gegen Überraschungen, solange sie mir entgegenkommen.

Gehen sie Dessous shoppen und wir machen heute Nacht einen Dreier? Das käme mir entgegen.

Andererseits wird das wohl nichts mit heute Nacht, denn ich fliege von Sedona aus die Short nach Denver, wo ich mit einer potentiellen Co-Pilotin spreche und ein paar Spenden einsammle. Das würde natürlich noch nicht den Flug eines 30-Sitzer rechtfertigen („Das rechnet sich nicht“), doch wir nehmen noch einen Regisseur und ein paar aus seinem Team mit, die sich für einen Post-Corona-Dreh eine Location anschauen wollen. Ja: Colorado eignet sich hervorragend für alles Apokalyptische!

Wie können wir eigentlich expandieren, wenn wir noch nicht mal angefangen haben richtig Kohle zu machen? WAS MACHT DIE FRAU MIT MEINEM GELD???

Auf jeden Fall heißt es, dass ich mir heute Nacht schon wieder blutige Finger holen muss! Das nervt langsam. Naaa… Ganz so schlimm ist es nicht. Das Theater mit der Bluterei ist ja schon wieder rückläufig. Aber ich muss mir da unten wirklich was rausnehmen lassen, das geht so nicht weiter! Wenn ich doch nur nicht so Angst vor Operationen hätte!

Ach ja: Eva möchte uuuuuunbedingt mitfliegen. Der Göttin sei Dank erlaubt es Gabby nicht. Nicht etwa, weil sie Angst um ihre Kleine hat, sondern weil die ganze Woche über Hausunterricht angesagt ist, da die Schulen geschlossen sind. Sie hat Angst, dass Eva so blöd werden könnte wie die Trumpwähler. Okay, ich find’s ja gut, dass Gabby sich darum kümmert – und zwar selbst darum kümmert – dass die Kleine etwas lernt. Sie hat offenbar aus der Geschichte auf meinem Boot gelernt.

Apropos Boot: Ken ist nach wie vor auf Reunion, will aber spätestens nächste Woche zurückkommen um sich in San Diego einen Job zu suchen. Mazikeen kümmert sich immer noch um die Restauration meiner Texan, will aber spätestens in zwei Wochen hierher kommen. Wobei noch nicht definiert ist, was „hierher kommen“ bedeutet, denn auch sie will sich angeblich wieder einen Job suchen. Und Zoe, reden wir nicht von Zoe…

Gedanken zum Sonntag

Am Montag geht es per Linienmaschine (ja, sowas gibt es noch) nach Palm Springs in die Firma.

Die EMB 120 wird von ihrem Besitzer zurück nach Montana geflogen und ich bin auf der Suche nach einem Piloten, der meine Bonanza nach Catalina überführt.

Was Joanas Überraschung ist, hat sie mir noch nicht verraten.

Auf jeden Fall fühle ich mich tierisch gut mit den drei „Frauen“. Gabby und Eva haben zwar eine Extrasuite gebucht, doch nur, weil etwas Größeres auf die Schnelle nicht zu haben war. Ja, tatsächlich: die großen Suiten in den Hotels sind trotz Virus meist ausgebucht. Es ist wie immer: Alles Ungemach betrifft nicht die großen Tiere!

Apropos Tiere: Ich habe meine Tage wie üblich zu unpassender Zeit. Ob das Anderen auch so geht mit dieser nervigen Bluterei? Aber da kommt der Linienflug morgen ganz passend, weil ich zugeben muss, dass Krämpfe im Cockpit keinen Optimalzustand darstellen. Aber das kümmert ja keinen. Wenn ich da so an meine 737-Zeit denke… Ja, Frauen sollten die Chance haben, wenigstens am schlimmsten Tag einen extra freien Tag zu bekommen. Schon alleine der Sicherheit wegen.

Aber wen kümmern schon meine Vorschläge und – ganz ehrlich – das einzige Sicherheitsthema derzeit heißt „Covid-19“. Was ja auch wieder verständlich ist…

Ach ja, Thema Sicherheit: Ich habe die 120 nicht zum Kauf empfohlen. Ist zwar irrational (schon alleine weil ich sie vor Jahren selbst ohne Probleme geflogen bin), doch die Gewitter haben mich kuriert: Die Maschine war kaum beherrschbar und der Autopilot ist ein schlechter Witz, weil er sich beim kleinsten Lüftchen verabschiedet. Das braucht keiner.

Was mich natürlich wieder an den Anfang bringt: Welche Maschinen sind sicher, schnell und haben eine brauchbare Reichweite – und vor allem: brauchen nur eine kurze Startbahn?

Aber das Wichtigste: Sie müssen für ein Start-up-Unternehmen bezahlbar sein. Mirandas Worte: Wir dürfen nicht zu viel Geld in die Flotte investieren. Wir benötigen vor allem auch Personal. Ich glaube, sie vergisst, dass Piloten Flugzeuge brauchen. Aber was weiß ich schon… Sie ist der Boss. (Und nein: ich schreibe nicht „die Bossin“!)

Bücher schreiben sich nicht von alleine

Manchmal verstehe ich diese elende Krankheit nicht.

Vor ein paar Tagen hatte sie wieder angefangen mein Gesicht zu traktieren und mich gezwungen meine tägliche Tablettenration leicht zu erhöhen. Jetzt ist sie wieder weg.

Nicht, dass ich mich beschweren möchte. Es ist nur seltsam, weil noch nie passiert. Normalerweise kommen die Schmerzen mit solch einer Wucht zurück, dass ich mich für Wochen und Monate von Tabletten ernähre, die mich zeitweise völlig ausser Gefecht setzen. So habe ich ja auch meinen Job verloren.

Jetzt ist auf einmal alles anders.

Ich befinde mich immer noch in dem Bereich, in dem ich mich wieder in ein Cockpit mogeln könnte. Vielleicht nicht gleich in eine Tripple Seven, aber sonst…

Vermutlich nerve ich jetzt meine Mitleser, doch wer ein Tagebuch mitliest, muss auch mit persönlichen Einträgen rechnen.

Vermutlich liegt meine Nachdenklichkeit auch an meinen Tagen. Muss der Scheiß denn wirklich jeden Monat kommen? Jetzt bleibt mein Trigeminus schon brav und jetzt bringt mich mein Rücken um!

Und immer denke ich mir: Was? Schon wieder so weit? Ich meine, natürlich führe ich einen Kalender. Schlimm genug, dass frau das machen sollte/muss. Noch schlimmer, dass ich mein Leben drumherum plane! Sex während ich meine Tage habe? Nein danke! Ein bisschen Fummeln meinetwegen, doch nur wenn es wirklich sein muss! Auch wenn mich die Hardcore-Feministinnen jetzt am liebsten schlagen möchten: wer die Sauerei mag – bitte sehr! Ich hasse sowas!

Als ob mir die schwere See hier draußen nicht genug zusetzen würde.

Jammer, jammer, jammer… Nervt!

Das Thema passt übrigens ganz hervorragend zu einem weiteren Gespräch, das ich mit meiner Schwester geführt habe, doch dazu später mehr.

Jetzt trinke ich erst noch zwei weitere Kannen Kaffee. (Koffeinfrei, deshalb so viel. Damit ich mir einbilden kann, dass er hilft.)

Tee kommt dann wieder am Nachmittag.

Morgens eine Tasse Ostfriesentee, danach Unmengen an koffeinfreiem Kaffee und ab Mittags dann Chai in all seinen Variationen, hauptsächlich pfeffer- oder chillischarf. Und alles mit Hafermilch. Wenn das so weitergeht, werde ich noch zur Veganerin. Seufz.

(Ich sage „HaferMILCH“. Wem das nicht passt: bitte weiterklicken!)

So, genug gejammert. Jetzt ein bisschen nachschlafen und dann frisch ans Werk – Bücher schreiben sich nicht von alleine!

Schuhe und sonst nichts

Früher habe ich nur Röcke getragen.

Auch als Erwachsene: kurz, lang, Kleid: egal. Am liebsten Wickelröcke, da muss man nicht mal rein- und raussteigen. Unten offen ist auch für Spontansex ungemein nützlich.

Es gab eigentlich nur zwei Gelegenheiten, bei denen Röcke und Kleider nicht funktionierten (soweit ich mich entsinne): beim Motorradfahren und beim Fliegen. In meinem Flieger waren Minis schon einmal drin, aber im Airliner waren Röcke und Kleider als Sicherheitsrisiko schlicht verboten. Außerdem mussten wir ja sowieso Uniformen tragen. Und dazu gehörten natürlich Hosen (und ätzende Schuhe).

Jetzt ist die Situation – leider – eine ganz andere.

Auf einem Boot haben sich die Themen „Rock und Kleid“ ziemlich erledigt: Viel zu gefährlich! In Küstennähe gibt es – je nach Wetter – Shorts oder lange Hosen, Ölzeug oder Neoprenanzüge. Weiter weg von der Küste tragen wir außer den Segelschuhen in der Regel nichts (Das erwähnte ich schon, oder?). Wenn wir mit den Leinen arbeiten, kommen – zumindest bei uns Frauen – noch die Segelhandschuhe dazu.

Wenn ich meine Tage habe – so wie nachher vermutlich (*kotz), die Titten sind schon prall – ist unsere Nacktheitsregel natürlich ausgesetzt. Da ist unten ohne natürlich nicht drin: Blut, das an den Beinen herunterläuft, finde ich nicht besonders appetitlich. Außerdem müssen wir ja nicht mit Gewalt Deck und Holzböden versauen.

Worum geht es bei diesem Post eigentlich? Ach ja: Ich vermisse meine Wickelröcke!

Der Supergremlin

Ich werde wohl darüber nachdenken müssen…

…zukünftig weniger Weiber aufs Boot zu lassen! Zumindest weniger, die ihre Tage haben können. (Wobei die, die sie noch nicht haben können, noch schlimmer sind.)

Sonst kann ich auch gleich ins Wasser springen. Da nützen mir die vielen Titten auch nichts!

Aber irgendwie ist das auch eine eher unbefriedigende Lösung.

Kann das sein? Je dicker die Titte desto schlimmer die Zicke?

Und wenn dann noch der Muttergluckenfaktor dazukommt…

Help!

Was los ist?

Gabby hat ganz offensichtlich ihre Tage. Bei ihr ist das so wie schwanger auf Steroids.

Eine Sekunde lieb und anschmiegsam, im nächsten Moment Rosemary’s Baby. So eine Art Supergremlin.

Auf so einem Segelboot ist das Platzangebot ja nun eher eingeschränkt und damit die Rückzugsräume eher nicht existent. Da kann so eine Gremlinmutter schon ein wenig gefährlich werden…

(Und den Verfechterinnen der Idee, dass Frauen auf Blut ganz normale Menschen wären und die ganze Geschichte nur eine Erfindung der Männer sei, kann ich nur sagen: Ihr kennt MICH noch nicht!)

Aber hier geht es nicht um mich sondern um Gabby und die tötet gerade UNSERE Nerven.

Ken hat mich vorhin schon ganz verstört gefragt, ob er den Niedergang sperren soll, damit sie nicht mehr an Deck kann?

„Was machst du denn, wenn ich meine Tage habe?“

„Ich verstecke mich.“

Aha.

Gabby hat vorhin gefragt, warum denn immer die Milch zu Ende sei, wenn SIE den Kakao macht?

Ich habe sie artig darauf hingewiesen, dass, seitdem das Boot gebaut wurde, die Milch im anderen Kühlschrank wäre. Dass das Boot quasi um die Milch im anderen Kühlschrank herum gebaut worden wäre.

Da hat sie einen Anfall bekommen und hätte mir fast eine gescheuert (leider hat sie nicht).

Ausserdem wäre es das erste Mal, dass sie versucht, für ihre Brut Kakao zu kochen.

Ich glaube, sie mochte das Wort „Brut“ nicht.

„EVA! Sie heißt EVA!“

„Was’n los?“ Das war unser norwegischer Seemann Elias, schlaftrunken.

„RAUS!“

„Okay.“ Elias dreht sich um und schlurft wieder ins Bett.

Gabby hat währenddessen die Milch neben das Mikrowellengefäß gegossen.

Sie betrachtet abwechselnd die Lache auf dem Boden und mich.

„Süße“, sagt der Supergremlin: „Wärst du so lieb und würdest unserer Kleinen einen Kakao machen?“ Und dann hält sie mir das leere Gefäß und die halbvolle Milchpackung hin.

„…“

Momentmal…

UNSERER Kleinen?!?

ICH MUSS HIER RAUS!!!

Saubere Sache(n)

Und weg!

Das ungastliche Jamaika liegt hinter uns.

Natürlich tue ich der Insel da etwas Unrecht: Angst haben momentan alle und es ist legitim, wenn sich die Leute versuchen zu schützen. Und schließlich durften wir ja am Schluß doch noch einkaufen.

War zwar etwas umständlich, ging aber.

Und mich hat es sowieso nicht besonders gestört: Ich lag ja während dieser Zeit auf meiner Freundin.

Bei dieser Gelegenheit: Wie kann man nur so scharf darauf sein, an fremden Titten herumzukneten? Und bei den eigenen interessiert das gar nicht?

Und Nippel… Ich darf gar nicht von Nippeln anfangen…

Man kriegt mich kaum davon weg…

Ich glaube, wenn man mich gewaltsam wegzerren würde, gäbe es Plopp-Geräusche. Vielleicht auch Blut, weil ich mich festbeissen würde.

Warum sind fremde Möpse so geil?

Mist, ich werde schon wieder nass. Ich kann gar nicht so viel waschen wie…

Okay, nicht ich. Seit wann wasche ich selbst?

Aber Waschen ist so ein Problem auf einem Boot. Nicht nur, weil die Waschmaschine Strom braucht (deshalb wird so oft es geht von Hand gewaschen – oder gar nicht), sondern auch weil man mit dem Zeug ja irgendwo hin muss. Zum Trocknen, zum Beispiel. Denn auch noch den Trockner laufen zu lassen… So ein Generator geht auf Dauer ganz schön an die Dieselvorräte, denn Solarzellen, Wind- und Wasserräder liefern so viel Strom nun auch nicht. Schon so manches Wäschestück ist beim Trocknen baden gegangen.

Ein kaum zu schlagendes Argument fürs Nacktsegeln.

Wie bin ich denn jetzt bloß vom Ficken aufs Waschen gekommen?

Ach ja: meine Geilheit und was dabei herauskommt.

Und das ist im Moment immer noch ein Gemisch aus Glitschschleim und Blut. Eklig.

Aber nicht mehr lange.

Und wenn das erst mal wieder durch ist für den Monat…

Ich bin eben nicht die Verfechterin von blutigen Schlachten. Ich kann alleine diesen Eisengeschmack nicht ausstehen (genauer gesagt, muss ich kotzen).

Wäh!

Und dann, überlegt mal: noch mehr Wäsche?

Apropos Tage

Zoe ist bis jetzt noch nicht aufgetaucht!

Kann das wirklich sein? Darf ich heute Nacht wirklich bis zum Morgen meine Frauen genießen?

Mal davon abgesehen, dass die Brut von Gabby mal wieder nach warmem Kakao verlangt hat. Macht die das eigentlich um mich zu ärgern?

Ich meine, es muss ich sein! Die warme, braune Brühe akzeptiert sie von niemandem sonst! Was soll der Scheiß?

Will sie, dass ich jeden Tag schlechte Laune habe?

Apropos Tage…

Genau!

Abgestochen

Vorhin hat Joana eines ihrer glühenden Beine über meine gelegt.

Es fühlt sich wirklich an, als wäre ihr gesamter Körper eine Wärmflasche. Sie strahlt die Hitze buchstäblich aus. Ich kann sie spüren auch ohne sie zu berühren, so heiß ist sie. Und diesmal meine ich es nicht mal sexuell!

„Ich liebe dich, wie ich noch nie jemanden geliebt habe! Ist dir das eigentlich klar?“

Und ich liebe es, wenn sie so etwas zu mir sagt!

„Ich wette, das sagst du zu jeder Krankenschwester, die dir Wadenwickel macht und dabei an deiner Möse rumfummelt!“

„Pah!“

Sie ist immer so schnell beleidigt. Dabei habe ich noch nicht einmal versucht, meine Finger reinzustecken!

„Mein Therapeut meinte, so etwas sagst du, wenn du verlegen bist.“

„Dann sag deinem Therapeuten doch, er möge mal vorbeikommen. Ich habe nämlich meine Tage!“

„Den Zusammenhang verstehe ich nicht.“

„Er wird es verstehen, nachdem ich ihm gezeigt habe, wie verlegen ich sein kann, wenn ich blute wie eine abgestochene Sau!“

„Ordinär wie immer…“

„Das liebst du doch, meine kleine Bazillenschleuder!“

„Besonders, wenn du sowas zu meinem Redakteur sagst! „

Ja, das trägt sie mir noch heute nach. Aber der war ja auch selbst Schuld wenn er mich so anblöckt, nur weil ich auf seinem Stuhl gesessen habe.

„Du stellst dich an, Joana. Immer wieder die gleiche Story!“

„ICH HABE MICH JA AUCH IN GRUND UND BODEN GESCHÄMT WEGEN DIR!“

Der Typ war wohl berühmt oder sowas.

Sie kann sich manchmal aber auch wirklich anstelle. Weil ich diesen Pedanten gefragt habe, ob er sich da wirklich wieder draufsetzen will.

„Runter von meinem Stuhl!“, hat er mich angeschnauzt.

Da bin ich halt aufgestanden.

„Was ist das denn?“, hat er gebrüllt und auf den roten Fleck auf der weißen Baumwolldingssitzfläche gestarrt.

„Minirock, kein Höschen, Tampon vergessen. In Sexualkunde immer nur am Schwanz rumgefummelt, oder was?“

Als ob der sich keinen anderen Stuhl hätte nehmen können!

Das war das einzige Filmset an dem ich jemals rausgeflogen bin. Der Typ war wohl berühmt oder sowas.

Männer!


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


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Eine eher ungemütliche Gesprächspartnerin

Private Einblicke…

Na gut. So ein Tagebuch enthält eben alles. Wenn ich so an die Anfangszeit mit Joana denke…

Zur Zeit ist es wieder besonders schlimm, weil sie mir schon so lange fehlt. Scheiß-Award-Season. Jedes Jahr das Gleiche. Und meinen neuen Roman konnte ich ihr immer noch nicht übersetzen. Na ja, kommt noch. Hoffentlich.

Und Zoe geht mir immer mehr auf die Nerven. Sie macht mir Angst. Sie ist das Einzige, gegen das mir Maze nicht helfen kann. Zumal sie überhaupt nichts von ihr weiß. Jedenfalls nicht wirklich.

Wenigstens ist das hier keine wirkliche Stadt und die Möglichkeiten sind eingeschränkt. Das sollte ich immer so machen: nie mehr große Städte! Hilft natürlich auch nur bedingt.

Ich flüchte mich in Mazikeens Arme. Wenn sie denn mal Zeit hat, denn sie ist schon wieder am Planen und Schrauben und Hämmern. (Was einem schon hin und wieder auf den Keks gehen kann.)

Ken ist inzwischen eingetroffen. Er ist ziemlich angetan von dem Boot, würde aber die Anny X bevorzugen.

„Warte mal ab, bis du siehst, warum das Boot Schmitz‘ Katze heißt!“ Maze mag diese Ein-Satz-Erklärungen. Wenn es überhaupt ein Satz sein muss.

Ich habe keine so tolle Laune.

Meine Tage lassen sich nicht vertreiben. Zusammen mit meinen Nebenwirkungen und den gelegentlichen Stromschlägen im Gesicht, werde ich zu einer eher ungemütlichen Gesprachspartnerin. Na ja, sie sind es gewohnt.

Ich auch.

So, was ist denn nun mit Alkohol?

Eine eher ungemütliche Gesprächspartnerin

Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

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