Finger-Weg-Von-Diesem-Film-Figur

Stellt euch vor es ist Oscarverleihung und Joana ist nicht dabei! Genau: So war das in diesem Jahr! Aber Michael war auch nicht dort und die Welt dreht sich immer noch. Andererseits: Vermutlich wäre Joanas Outfit das einzige gewesen, was diesen Abend hätte retten können! Das hatte nämlich ich ausgewählt! Es konnte ja keiner ahnen, dass sie nicht hingehen würde.

Diese Filmpreisverleihung ist aber so oder so zur reinen Farce mutiert, Faustschlag hin, Zuschauerzahlen her. Wer über Jahre der Öffentlichkeit Filme präsentiert, die keiner außer den Feuilletonlesern sehen will, muss sich nicht wundern, wenn am Schluß kein Mensch mehr diese Volkserziehungsveranstaltung sehen will. Kinobesucher wollen Filme schauen, die ihnen den tristen Alltag aufhübschen, und keine, die ihnen beim Ausgehen auch noch die eigene Problemwelt hinterher tragen. Warum also auch noch die Oscars mit ihrer Parade von Gutmenschenfilmstars einschalten?

Für mich ist ein moderner Oscar eine Finger-Weg-Von-Diesem-Film-Figur. Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich dabei um „Meisterwerke“, die mich zu Tode langweilen oder mir einfach auf die Nerven gehen. Früher hat man die in Cannes oder auf der Berlinale versteckt. Wenn ich mich mit Problemen beschäftigen will, reichen mir die Nachrichten völlig. (Oder ein Roman von der aktuellen New York Times Empfehlungsliste.)

Diese Veranstaltung – und ähnliche Filmpreisverleihungen – sind zu demokratischen Wahlveranstaltungen degeneriert. Man zeige mir einen einzigen Republikaner im Saal! Der käme ohnehin nicht durch die Eingangskontrollen. Nicht, dass ich mich in einen Trumpsymphatisanten verwandelt hätte – Igitt, nein! – aber die Hälfte der Amerikaner empfindet nun einmal rot, nicht blau, und warum sollten die sich noch Veranstaltungen (und Kinofilme) anschauen wollen, die nur noch von und für Musterdemokraten gemacht werden? So füllt man keine Gräben, so vertieft man sie. Wer wundert sich da noch, dass Tucker Carlson von „einer dieser stumpfsinnigen Preisverleihungsveranstaltungen“ spricht? Und von Volkserziehung. Und davon, dass Will Smiths Gewaltausbruch „keine besseren Menschen“ hätte treffen können.

Wenn Hollywood-Demokraten glauben, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, und dem Rest der Welt ihre Erkenntnisse als unumstössliche Wahrheiten aufdiktieren wollen, dann brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn kein Mensch mehr ins Kino geht. Und sich Fox News im Fernsehen und Filme aus dem 20. Jahrhundert auf DVD anschaut.

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut

https://t.me/AndreaDowneyLauenburg

Wie sich die Zeiten ändern

… und mit ihnen augenscheinlich die Umstände.


Wir verkaufen das große Haus in Palm Springs. Das Experiment mit den viereinhalb Weibern unter einem Dach hat nicht besonders gut funktioniert, bzw. nicht sehr lange.
Joana wohnt wieder in Bel Air, Gabby hat geheiratet (Einen Typ!!!) und lebt mit Eva wieder in New York, während Mazikeen mir explizit erklärt hat, zurück in ihr Haus auf Orcas Island zu ziehen. (Schon verständlich: Als Wasserratte kann man sich in der Wüste nicht wohlfühlen.)
Als ich vorgestern die Q400 in unserer Firma abgeholt habe, war ich das erste Mal seit Wochen wieder in dem verlassenen Haus. So etwas ist deprimierend. Nicht, wie sich alles entwickelt hat – das war vorauszusehen und die ganze Sache stellte ohnehin eher ein großes Experiment dar – nein, die verstaubten Räume und unsere Geister, die darin herumschweben produzieren Gänsehaut.


Ich habe den Airliner leer nach Burbank geflogen, bin in ein Taxi und habe meiner Mieterin in LA einen Freundschaftsbesuch abgestattet. Sie hat sich sehr gefreut, was ich erstaunlich finde, wenn eine Vermieterin einen Besuch abstattet. Sie hat mir die Wohnung gezeigt, die wirklich toll aussieht. Über sie kann ich mich ganz und gar nicht beklagen. Nach zwei Milchkaffee in der kleinen Bar des Komplexes, bin ich schließlich weiter Richtung Bel Air.


Joana hat mich fast aufgefressen vor Freude. Wir konnten überhaupt nicht aufhören, uns zu betatschen (vor allem ich sie). Vor allem konnten wir überhaupt nicht aufhören, zu quatschen, was ebenfalls überraschend war, berücksichtigt man, dass wir fast jeden Tag zoomen.
Die Nacht war phantastisch! Wir hatten so viel Sex wie seit langem nicht mehr, und das, obwohl wir dieser Sache eigentlich abgeschworen hatten, nachdem sie mir verkündet hatte, dass sie wieder einen (einigermaßen) regelmäßigen Stecher besaß. (Ja: besaß. Bei Joana geht alles um besitzen. Da zeigt sich nicht nur die Diva, sondern auch die verlassene Frau.) Wir versuchten vor geraumer Zeit, die Benefiz zu streichen und lediglich beste Freundinnen zu bleiben. Hat ja toll funktioniert. Aber wer weiß, wie oft wir uns in Zukunft sehen werden, vor dem Hintergrund, dass Mazikeen mir vor einigen Tagen jetzt „ganz offiziell“ mitgeteilt hatte, dass sie zurück in ihr Haus nach Orcas Island gehen würde, „ob du mir nun endlich fucking sagst, dass du definitiv mitkommst oder nicht“? Was bleibt einer armen Sterblichen schon anderes übrig, als zu nicken, wenn ihr Dämon explizit wird? Dann haben meine Tiere auch wieder ein brauchbares Zuhause und ich muss keine Angst mehr haben, dass Nala von Schlangen gebissen oder Skorpionen gestochen wird. Und dem Kater hängen hoffentlich keine Beine von handtellergroßen Spinnen mehr aus dem Hals.
(Ich darf nur nicht vergessen, meine gesamten Sozial-Media-Profile zu ändern, bevor ich wieder von irgendeiner dieser Arschlochfirmen rausgeworfen werde.)


Das Haus in Palm Springs zu behalten, macht keinen Sinn mehr. Es kostet ein Vermögen und ich kann Hitze kombiniert mit Sand sowieso nicht leiden. Also werde ich mir dort ein kleines Apartment suchen, damit ich für meine Arbeit nicht jedes Mal in ein Hotel ziehen muss. Das kann ich noch viel weniger leiden.
Apropos Arbeit: Ich bin ab 01.12. offiziell wieder 737-Pilotin. Chefpilotin unserer kleinen Airline bin ich ja von Anfang an gewesen, doch nun, da wir stolze Besitzer/Mieter von zwei 737-BCF-Frachtern (einer ab 3. Dezember, einer ab März kommenden Jahres) sowie einer 738 – seit vorgestern – sind, darf ich mich LCC (line check captain) für die 737 NG nennen. Coole Sache. Vor allem gibt es mehr Geld. Jedenfalls bis zum nächsten Virus. Dann darf ich betteln gehen – oder anschaffen, solange meine Optik das noch zulässt. (Bei der Gelegenheit: Hatte ich eigentlich erwähnt, wie geil es ist, seiner Chefin auf dem Notebook beim Masturbieren auf dem Klo zuzuschauen, während man es sich selbst macht? Nein? Ist ein anderes Thema.)
Bessere Bezahlung im Job ist für mich inzwischen wieder wichtig geworden, weil die finanziellen Abkommen mit Gabby und Joana leider nicht mehr existieren und Mazikeen zwar nicht arm ist, doch trotzdem nicht in der Lage wäre, mir jedes Mal wenn sie Sex will, solche Summen auf den Nachttisch zu legen. Alles Schöne im Leben ist vergänglich … *seufz


Mein erster Flug mit einer unserer Dash 8 hatte übrigens gleich abenteuerlich begonnen. Auf dem Leerflug von Palm Springs gab es beim Landeanflug auf Burbank ein gelbes „Master Warning“, das auf einen Fehler in der Pressurization hinwies. Was seltsam ist, weil die Pressurization während dieser Flugphase ja (fast) nicht arbeitet. Am Boden konnten wir nichts finden – also zurück in unsere Werkstatt nach Palm Springs zur Fehlersuche. Es stellte sich heraus, dass der Computer im Bleed-Air-Sytem einen nicht existierenden Fehler anzeigte. Am Ende konnten wir die hochkarätigen Fluggäste dann doch noch von Hollywood nach Denver transportieren. Alle Aufregung umsonst. Andererseits mache ich mir wegen so etwas auch nicht gleich ins Höschen. Dafür kenne ich den Job schon zu lange (und habe schon viel zu viel erlebt).


So, jetzt wird es aber Zeit an einer anderen Sache zu schreiben: An meinem neuen Buch, welches so gerne komplett fertig werden möchte.

Für was Dämonen Vibratoren brauchen

Das ist eines der Dinge, die einem kirre machen können: Dauersommer. Oder besser: Dauerofen. So wie hier in Palm Springs.

Ich will mich ja wirklich nicht über den Sommer beklagen, doch hier geht es dann doch ein wenig zu weit! Es ist so heiß, dass selbst das Motorradfahren nur noch eine Tortur ist – selbst in Jeans und T-Shirt!
Und nein, ich habe mir meinen Wohnort nicht wirklich selbst ausgesucht: Anik war der Meinung, sie müsse unsere Firma hier ansiedeln. Was blieb mir übrig? Jeden Morgen und Abend eine Stunde von Burbank/Hollywood aus über die Wüste zu fliegen, war schließlich auch keine Lösung. Und vor allem viel zu teuer.

Ich darf mich natürlich nur leise beklagen, schließlich ist Joana nur wegen mir auch in diesen Brutofen gezogen, und das, obwohl sie eine phantastische Villa in Bel Air besitzt. Und Gabby kam sogar aus New York (wobei die wirklich selbst daran schuld ist, eingeladen habe ich sie nämlich nicht).

Langer Rede kurzer Sinn: Wie sehne ich mich nach Winter und nach den Bergen von Norwegen. (Und nach dem Meer, aber das ist ein anderes Thema.) Aber gut, ich will ja nicht meckern: Über den Wolken ist es auch ganz nett. Zumindest ist es nicht so heiß wie am Boden.

Und da ich gerade von „über den Wolken“ spreche: Morgen früh geht es tatsächlich los. Zuerst natürlich mit dem Langweilerflug nach Burbank. Eine Stunde nur Wüste unter uns. Ob wir direkt weiterfliegen, ist noch nicht ganz raus, doch ich bezweifle es. Joana ist übrigens bei diesem einen Flug noch dabei, denn sie übernachtet zwei Tage in Bel Air. Sollten wir nicht gleich weiterfliegen, bleibe ich dann natürlich noch eine Nacht bei ihr.

Ich muss zugeben, ich bin schon ein wenig nervös; es ist schon ein kleines Abenteuer, was uns da bevorsteht. Nicht etwa wegen der Flüge in den Staaten und in Europa, sondern hauptsächlich, weil wir es mit sehr vielen unterschiedlichen Menschen zu tun haben werden, und an Orte kommen, von denen wir zuvor nie gehört hat. Das gleiche gilt für die einzelnen Staaten hier: Nach einigen davon hat es mich noch nie verschlagen, das ist schon irgendwie spannend. Und natürlich habe ich auch Europa noch nie in dieser Ausgiebigkeit kennenlernen können. Was das Ganze aber noch aufregender macht, ist die kleine Chance, dass es uns vielleicht doch noch nach Asien und in den Pazifikraum verschlagen könnte.
Was übrigens alles nicht heißt, dass wir non-stop unterwegs sein werden. Es wird Pausen geben, ganz klar. Aber soweit sind wir noch nicht – es hat ja noch nicht einmal begonnen!

Mazikeen wird übrigens meine Mieterin in Los Angeles treffen und im Apartment nach dem rechten sehen, der Termin war schon länger vereinbart. (Schon geil, wenn man eine eigene Dämonin hat, die einem die nervigen Dinge des Alltags abnimmt!) Ist es doch eine der lästigen Pflichten eines Vermieters, seine Wohnung im Auge zu behalten. Aber ich schätze, den Mietern gefällt das mindestens genauso wenig wie mir …

Aber ich bin abgeschweift. Von was eigentlich? Ich fürchte, dieser Eintrag hat irgendwie gar kein wirkliches Thema und noch nicht mal einen roten Faden. Aber müssen Tagebucheinträge so etwas wirklich haben? Ich kann doch auch einfach aufschreiben, was mir durch den Kopf geht, oder etwa nicht?
Zum Beispiel, dass mir der gestrige Abend mit Zoe fast den Rest gegeben hat. Es war wirklich übel – kaum-zu-beschreiben-übel. Ich bin gespannt, wie sie das alles machen wird, wenn ich unterwegs bin. Aber ich fürchte, sie wird auch dann Wege finden, um mich zu quälen. Andererseits – übler als gestern kann es wohl kaum werden.
Es gibt mir jedoch immer wieder zu denken, dass diese Dinge ihr auch noch Spaß zu machen scheinen … Allerdings weiß ich, dass das nur so ausschaut.

Wer verstehen will, was ich meine, der sollte sehr aufmerksam „J. – Forever“ lesen. Falls es jemanden interessiert und er sich in menschliche Abgründe stürzen will.

Bei der Gelegenheit: Ein neues Buch in dieser Art ist in Arbeit, ich hoffe, der Gedanke gefällt denjenigen, die sich „J. – Forever“ zugelegt haben …
Zuerst werde ich aber wohl doch noch die deutsche Übersetzung von „She Doesn’t Do Girlfriend“ fertig bekommen. Ich muss mich eben ein wenig zusammenreißen, damit ich täglich ein paar Absätze zu Papier bringe. Ich hasse Übersetzungen! Vor allem vom Englischen ins Deutsche … In Englisch klingt alles so viel besser und sprachliche Möglichkeiten gibt es in der Regel auch mehr. Zumindest bilde ich mir das ein. Aber ich werde es zu Ende bringen, zumal mir das Buch wirklich gut gefällt. Ich hoffe nur, während der Hotelstopps werde ich tatsächlich so viel Zeit haben, wie ich es mir vorstelle. Meistens bleiben wir ja nicht nur einen Tag und ich bin sicher, dass ich kaum mehr als eine Nacht durch die Gegend ziehen werde – zumal das in dieser Scheiß-Pandemie ja ohnehin kaum möglich ist. Wir werden sehen.

Was das Nervigste an so einer Reise mit einem kleinen Flugzeug ist: Wenn du Passagiere mitnehmen musst, bleibt für eigenes Gepäck kaum Gewicht übrig. Was für mich bleibt, ist eine zusätzliche Stoffhose, eine Bluse, ein Shirt, etwas Unterwäsche, mein Handy und mein Kopfhörer, den ich mir nicht nehmen lassen. Natürlich noch ein wenig Sexspielzeug, das Maze und ich uns teilweise teilen. Für mein Notebook bekommt Mazikeen eine Hose, ein Shirt und einen Dildo weniger.

Ich frage mich sowieso, wofür Dämonen Vibratoren brauchen.

Viel Kleidung werden wir wohl nicht dabeihaben (aber größere Titten)

Eislandschaften und Schneeflüge

Und wieder habe ich etwas über Hollywood und die Filmleute gelernt.

Eigentlich sollte ich ja mittlerweile alles wissen, was dort so passiert und mit welchen Tricks und Schlichen gearbeitet wird – es stellt sich heraus, dass man immer noch dazulernen kann!

Eigentlich hatte ich erwartet, dass wir jeden Moment anfangen würden, Hilfsgüter nach Texas zu fliegen, so wie in andere Entwicklungsländer nach Naturkatastrophen. Schließlich betreibt Anik ja eine Hilfsorganisation und wir haben hervorragende Verbindungen, zu privaten Vereinen in Houston und Dallas – zu Leuten, die geübt sind im Verteilen von Meds an Bedürftige. (Und Menschen, die sich keine teure Medizin leisten können, gibt es dort zu Tausenden.)

Aber: weit gefehlt! Hilfsgüter werden im „Friendship-State“ nicht gebraucht. Jedenfalls noch nicht. Und trotzdem mussten wir fast so eine Art Luftbrücke zwischen Burbank-Hollywood und Houston und Austin aufbauen. Kaum zu glauben: Jeder, der vorhatte in absehbarer (oder nicht so absehbarer) Zukunft, irgendwelche Serien oder Filme zu drehen, die in verschneiten Städten spielen, nutzte die Chance! Mensch und Material 1.300 Meilen Richtung Osten zu fliegen, ist wohl billiger als in langwierigen Postproduktionen am Computer die Rockies weg zu retouschieren! Und da wir ja mittlerweile Spezialisten im Transport von Filmcrews und deren Equipment sind, sind unsere wenigen „großen“ Flugzeuge im Dauereinsatz.

Das ist also meine derzeitige Beschäftigung – und zwar nahezu rund um die Uhr.

Auch Joana und Gabby sind übrigens „im ewigen Eis“ unterwegs. Eva bleibt unterdessen die meiste Zeit in Mazikeens Obhut, wobei sie auch einmal mit mir unterwegs sein durfte.

Allerdings frage ich mich, warum ich das alles überhaupt mache! Ich könnte gemütlich am Pool liegen und Eva aus dämlichen Büchern vorlesen oder stumpfsinnige Kinderspiele mit ihr machen. Und wenn sie schläft könnte ich mir – mit wem auch immer – die Seele aus dem Leib ficken. Stattdessen: Starten, langweilen, landen, langweilen und wieder von vorne. Gähn!

Wir soll frau denn dabei ihre sexuellen Phantasien ausleben?


Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Seltsame Strategie

Ich finde es spannend, wie sehr heute das Schwulen– und Lesbenthema in den Hintergrund geraten ist. Heute heißt es nur noch Corona, Corona, Corona und Trump, Trump, Trump. (Interessant, wie mein Spracherkennungsprogramm den Namen „Trump“ mit „Krampf“ gleichsetzt!)

So als ob die anderen wichtigen Themen unserer Zeit nicht mehr existieren. Aber das ist natürlich nur ein Eindruck, weil man zumeist nur die ersten paar Meldung in einer Zeitung liest.

Immerhin: Dumme Sprüche, wenn ich auf der Straße Frauen küsse, wie sie noch vor wenigen Jahren gang und gäbe waren, begegnen mir so gut wie gar nicht mehr. Blicke, verstohlen oder offen, ja die gibt es noch. Aber auch die sind weniger geworden und ich glaube, das wird sich auch nie ändern, weil viele Leute es einfach sexy finden (was ich nachvollziehen kann). Außerdem schauen die Menschen auch durchaus mal hin, wenn sich attraktive Heteropaare küssen.

Was jetzt alles nicht bedeutet, dass es in allen Bereichen besser geworden wäre. Das Thema selbst, ist einfach in den Hintergrund geraten. Wenn der Virus unschädlich gemacht und Trump kastriert worden ist, werden unsere Forderungen hoffentlich wieder besser beachtet. Die vergangenen vier Jahre haben unsere Situation nicht gerade verbessert und wenn ich bedenke was für Gestalten jetzt im Supreme Court sitzen, sehe ich für meinesgleichen einen langen Kampf kommen.

Wenn es hier nicht nur so viele religiöse Spinner geben würde! Und so viele rote Hüte …

Warum jammere ich eigentlich hier herum? Das ist vermutlich der Trennungsschmerz: Joana und Gabby sind immer noch nicht wieder zurück. Aber das ändert sich ja nun auch bald wieder. Hoffentlich. Es sind ja Eva nicht nur die Filmdrehs sondern auch die vielen Auftritte in Talkshows, Interviews vor Ort, Galas oder Sponsorveranstaltungen. Und was es sonst noch so alles gibt, was eine persönliche Anwesenheit von ihnen fordert. Es gibt jedoch auch Einiges, was für die beiden optional wäre, doch gerade Joana ist für Talkshows, Fotoshootings und Interviews immer zu haben. Ein Hobby, sagt sie. Das glaube ich ihr aufs Wort! Gabby, auf der anderen Seite, steht vor allem auf Sponsorveranstaltungen – sie nimmt jede Gelegenheit war, zusätzliches Geld zu verdienen. Motto: Wer hat, will mehr.

Naja, auf jeden Fall wollen sie spätestens bis Ende kommender Woche wieder zu Hause sein. Ich bin gespannt. Klein-Eva jedenfalls, fühlt sich hier auch ohne Mutter wohl. Was ja schon irgendwie bezeichnend ist …

Morgen wollen Eva, Mazekeen und ich uns übrigens wieder Boote anschauen. Maze lässt bei diesem Thema nicht locker. Mir soll es Recht sein, Spaß macht es auf jeden Fall und hin und wieder springt auch ein kleiner Segeltörn dabei heraus (oder eine kleine Runde mit einem Motorboot).

Auf jeden Fall wird es bestimmt ein ganz nettes Wochenende, vor allem weil ich jetzt auch die Schmerzen in meiner Schulter mit Tabletten ganz gut unter Kontrolle gebracht habe. Ich kann mich wieder freier bewegen. Wurde auch Zeit!

Miranda hat mich gebeten, nächste Woche zu arbeiten, was ich mir überlegen werde. Die Hollywood-Studios beginnen langsam wieder zu arbeiten, nicht weil alles besser geworden ist, sondern weil sie jetzt in der Lage sind, tagtäglich ihre Mitarbeiter zu testen. Was für uns bedeutet, dass wir immer mehr mit Teams unterwegs sind, wofür leider unsere Kapazitäten nicht reichen. Denn außer unserer großen Dash und ein paar kleineren 30-Sitzern steht uns nur unsere kleine Flotte an Businessjets zur Verfügung. Und abgesehen davon, dass wir die kleineren Flugzeuge brauchen, um Medizin auszuliefern, fliegen höchstens Produzenten, Regisseure und die Stars im Luxus. Was wir jetzt brauchen, sind größere Passagiermaschinen, die wir uns aber (noch) nicht leisten können. Es ist schon schwierig genug, die laufenden Kosten für die Bombardier aufzubringen. Zumindest sagt Miranda das. Langer Rede gar kein Sinn: die Firma braucht Kapital für Flugzeuge und spart an Piloten! Seltsame Strategie …

Naja, außer Romane zu schreiben habe ich im Moment ja ohnehin wenig zu tun.

Soviel zum Thema Tagebuch. Und morgen schreibe ich dann wieder einmal etwas Intelligenteres …

Der Tag an dem die Filme starben

The Day The Movies Died – der Tag an dem die Filme starben.

Ein saublöder Vergleich, ehrlich!

„Ich habe nicht vor, als Teil einer neuen Flugzeugabsturz-Legende in die Geschichte einzugehen!“, schimpft Joana. Natürlich bezieht sie sich auf diesen unglücklichen Tag vor über 60 Jahren, als drei große Rock’n’Roll-Musiker bei einem Flugzeugabsturz in Iowa ums Leben gekommen sind (Buddy Holly, Ritchie Valens and J.P. Richardson). Dieser Tag ging in die Geschichte ein als „The Day The Music Died“. Don McLean hat diesen Satz in seinem Song „American Pie“ geprägt.

Überreste des Flugzeugs

Unglücklicherweise starben die drei Stars – sowie der 21jährige Pilot – in genau dem Flugzeugtyp, den ich heute fliege: einer V-Tail-Bonanza, auch weltweit als „Doktorkiller“ bekannt – wegen ihrer etwas eigenwilligen Flugeigenschaften, mit denen Hobby- und Freizeitpiloten ihre liebe Not haben. Was soll ich sagen? Ich liebe alte Flugzeuge und ich liebe Herausforderungen.

Eine Bonanza V-Tail ähnlich der Unfallmaschine
(By Bill Larkins – Beech 35 N3188V)

„Es mag ja sein, dass DU ein Adrenalinjunkie bist – ICH bin es nicht!“

Jaja… Zugegeben: Vor ein paar Tagen war meine Landung auf Catalina Island nicht die tollste. Aber meine Bonanza war nach dem Hüpfer von Burbank-Hollywood aus noch knapp unter MTOW (Maximum Take-off Weight, Maximales Startgewicht), was die Flugeigenschaften der kleinen einmotorigen Maschine – sagen wir: nicht positiv – beeinflusst. Die Landebahn des „Airport In The Sky“, wie der Flugplatz genannt wird, ist nicht gerade die längste, was zusammengenommen zu einem sehr langsamen Endanflug führt. Und dann noch der Wind am höchsten Punkt der Insel… Langer Rede kurzer Sinn: Eine V-Tail-Bonanza mag sowas nicht und so eine Landung kann schon mal zu einer Achterbahnfahrt werden. Das Aufsetzen hat uns dann auch die Mägen bis unters Kinn katapultiert.

Anflug auf den Catalina Island Airport

Kann schon mal passieren.

„Hoppla“, habe ich gegrinst, doch meine beiden Edelzicken verstehen bei so etwas leider keinen Spaß. Die kleine Eva hingegen fand es genauso lustig wie ich. Aus der wird mal was!

(Nicht so lustig war der Reifenplatzer und das beschädigte linke Fahrwerk. Scheiße teuer!)

„SCHLUSS MIT DIESEN BAUFÄLLIGEN OLDTIMERN!“, war dann der nächste wütende Kommentar von Joana: „DU KRIEGST MICH NICHT MEHR IN SO EINEN SEELENVERKÄUFER!“

„Wenn du die Bonanza einen Seelenverkäufer nennst, dann solltest du erst einmal mit mir in meiner Texan fliegen! Das hast du mir übrigens versprochen!“ Stimmt schon: Manchmal sage ich die falschen Dinge zum falschen Zeitpunkt.

„Dir ist klar, dass auch meine Tochter in diesem – Flugzeug – sitzt?“ Gabby machte eine kleine Denkpause vor dem Wort „Flugzeug“.

„Deshalb habe ich mich ja auch gegen einen Absturz entschieden…“ Ich sage ja: Manchmal antworte ich die falschen Dinge…

Während der Taxifahrt zu unserem Haus haben sie dann überhaupt nicht mehr geredet. Sie haben noch nicht mal mehr über meine dummen Witze gelacht. Am nächsten Abend sind wir dann mit einer gecharterten Maschine zurückgeflogen, weil meine Bonanza reparaturbedürftig ist: Mit dem angeknacksten Fahrwerk kommt man nicht mehr weit.

Heute haben sie mir dann einen Prospekt auf den Tisch geknallt: „Hier. Modern, bequem, sicher, sieben Sitze, viel Platz für Gepäck und es braucht wenig Sprit.“

Ich habe einen Blick auf den Diamond-Flyer geworfen und den Kopf geschüttelt: „Sowas fliege ich nicht.“

DA 62 Prospekt / DA62 – The ultimate flying machine – Diamond Aircraft Industries

„Dann fliegst du eben künftig alleine“, zuckt Joana mit den Schultern und Gabby fügt hinzu: „Und auch ohne meine Tochter.“

Scheißtag!

Systemfehler

„Ich dachte, du wolltest alleine mit mir reden?!“

Mein Dämon sitzt in der Ecke und kaut an einem Rhabarberstück. Ich hasse es, wenn sie das macht!

„Maze ist nur eine neutrale Beobachterin“, erklärt Gabby.

„Aha,“

„Nur damit du hinterher nicht kommst und behauptest, es wäre alles ganz anders gewesen.“

„Aha.“

„Das machst du nämlich gerne.“

„Aha.“ DAS STIMMT NICHT! BITCH!

„Stimmt das nicht?“, lächelt sie.

„Komm zur Sache.“

„Ich bin das ganze Theater leid, das du hier aufführst!“

Hä?

„Ich – wir – haben nicht vor, noch länger nach deiner Pfeife zu tanzen!“

Hä?

„Dieses ganze Theater von hier leben, da leben, Boot oder nicht Boot…“

Hä?

„Ist dir eigentlich klar, wer ich bin? Wer WIR sind?“ Gabby wirkt ein wenig aufgebracht. Schauspielerin…

Wir?

„Wir sind nicht deine Mätressen, die dir hinterher hecheln!“

„Wir?“

Gabby atmet einmal kräftig ein und aus. Dann ignoriert sie meine Frage. Zumindest rhetorisch: „Du hast mir die Nase gebrochen, als ich einen Fehler gemacht habe. Einen schlimmen, zugegeben. Ich bin froh, dass du es gemacht hast – trotzdem hattest du kein Recht, das zu tun. Was wäre, wenn du mein Gesicht verunstaltet hättest? Ich verdiene damit mein Geld!“

Ich hätte jetzt gerne „aber vor allem mit deinen Titten“ eingeworfen, doch sie lies mich nicht zu Wort kommen und vermutlich war es auch besser so.

„Du nimmst dir Dinge raus – das spottet jeder Beschreibung. Und immer muss alles nach deiner Nase gehen: Kanada vielleicht, Europa vielleicht, New York und LA nein, Palm Springs ja. Und dann doch nicht mehr. Catalina ist toll, aber nur am Wochenende. Segelboot aber kein Katamaran – weil sowas wohl zu bequem ist. Norwegen und Schweden ja, weil es dort schön kalt ist, England nein, weil dort ein Irrer regiert… Und wir müssen das alles mitmachen!“

Äh…

„Ist dir eigentlich noch bewusst, dass Eva meine Tochter ist und nicht deine? Hast du vergessen, dass ich – dass wir – eigentlich in New York leben – und zwar gerne? Dass Joana keinen Anlass hat aus Bel Air wegzuziehen, weil es ihr dort gefällt? Du schleppst uns in die Wüste, weil hier deine Firma ist… Angeblich, weil dir „die ganzen Bonzen in Bel Air“ auf den Keks gehen. Ist dir eigentlich klar, dass sowohl Joana als auch ich zu diesen „Bonzen“ gehören?

Äh… Ich schaue hilfesuchend nach Mazikeen, doch die lutscht lediglich gedankenverloren nach wie vor am selben Rhabarber.

„Ich werde dir sagen, wie das in Zukunft laufen wird.“

„Aha. Und wie?“ Ich muss zugeben, dass es mir im Moment ein wenig an Schlagfertigkeit fehlt. Liegt wohl an meinen Tagen. Scheiße!

„Ich habe NICHT vor, mit dir auf Weltreise zu gehen, genauso wenig wie Joana. Ich habe NICHT vor, einfach so die Staaten zu verlassen, nur weil dir die Republikaner auf die Nerven gehen. Du hast nämlich keine Angst vor ihnen, du gehst nur seit Jahren jeder Schwierigkeit aus dem Weg. Stimmt das nicht, Mazikeen? Das tut sie doch, oder?“

Ich blicke zu meinem Dämon. Der blickt von seiner Futterstange hoch und nickt schulterzuckend: „Schon seit Jahren“, bestätigt sie gleichzeitig und steckt sich das eklige Teil wieder in den Mund.

Auch du, mein Sohn Brutus?

„Damit ist jetzt Schluss!“

„Sagt wer?“

„Ich. Wenn die Medien davon Wind bekommen würden, wie ich mich von dir habe herumkommandieren lassen, hätten sie ein Festessen. Damit ist es jetzt ein für alle Mal vorbei! Du wirst künftig das tun, was Joana und ich sagen – und nicht mehr umgekehrt!“

Äh… Einwände. Ich habe Einwände!

„Wenn du mit den großen Weibern ficken willst, musst du wohl oder übel deinen Arsch hinhalten“, mischt Mazikeen sich ein: „Und zwar in jeder Hinsicht.“

„Bitte?“ Mein Dämon hat auch etwas dazu zu sagen?

„Und zwar den nackten.“

Ich fange innerlich an zu kochen, doch ich reiße mich zusammen: „Husch, husch ins Körbchen, Dämonchen!“ Was glaubt DIE eigentlich, wer sie ist?

„Dein letzter Satz… Genau das ist es! Du behandelst sogar Maze – eine Frau, die alles für dich tut – wie einen Lakei. Das endet hier und heute!“

Langsam fange ich an zu glauben, dass Gabby das alles ernst meint…

„Ist dir eigentlich bewusst, dass ich an den teuersten Stränden Urlaub mache, dass ich im Winter in Europa Ski fahre oder mich auf Superyachten in der Karibik zum Sonnen verabrede?“

„Äh – Sonnen ist ungesund…“, wende ich ein.

„Halt den Mund, Tammy, jetzt rede ich! Ist dir klar, dass ich nicht Taxi fahre, sondern einen Hubschrauber nehme, falls es mir in einer Limousine zu lange dauert? Dass die großen Fashiondesigner zu mir nach Hause kommen, um mir kostenlose Kleider maßzuschneidern? Dass ich eine der beneidetsten Frauen der Welt bin?“

Ich hätte jetzt gerne „und der geilsten“ eingeworfen, aber ich muss ja den Mund halten!

„Und wer bist du? Ein Niemand! Ist dir das klar?“, wiederholt sie.

Elitäre Schnepfe!

„Ich werde dir sagen, wie hier in Zukunft alles laufen wird…“

Ich schaue ihr direkt in die Augen und zucke mit den Schultern. Mir bleibt eine sarkastische Bemerkung im Hals stecken, denn leider…

ERNSTHAFT?!? Verliebe ich mich gerade in sie?

Irgendwas ist mit meinem Betriebssystem nicht in Ordnung.

Dieses tiefgründig-lesbische…

Es ist für mich kaum nachvollziehbar, warum ich so auf Schauspielerinnen stehe.

Muss so ein unterbewusstes Ding sein. Ein Fehler in meiner Matrix. Tatsache jedoch: Allein der Anblick mancher Schauspielerinnen macht mich auf der Stelle nass.

Ich habe das jetzt schon ein paar Mal festgestellt: Sehe ich eine hübsche Frau auf Instagram, denke ich „schick“. Bekomme ich dann mit, dass sie berühmt ist: Bäng! Überschwemmung!

Lerne ich sie dann privat kennen, muss ich idealerweise feststellen, dass sie genauso ein Miststück ist, wie wir Anderen auch. Mindestens.

Bei Normalsterblichen nervt mich diese Bitcherei gewaltig; bei Schauspielerinnen macht sie mich nass!

Schon Scheiße.

Momentan ist es mit dem Privatkennenlernen allerdings nicht so weit her. Wer ist Schuld? Der Virus, klar. Der ist ja heute an allem Schuld. Vor allem daran, dass es keine Partys mehr gibt. Jedenfalls keine geilen.

Kennengelernt habe ich die meisten Hollywoodbitches nämlich auf Partys. Zu denen mich Joana heute gar nicht mehr mitschleppen muss – ich bekomme mittlerweile meine eigenen Einladungen. Offenbar glauben manche Leute inzwischen, dass ich auch jemand wäre. Jemand Bekanntes. Dabei bin ich wirklich nicht mehr als eine Partyschlampe, ehrlich! Ein Edelgroupie sozusagen.

Dabei ist es gar nicht mal so sehr die Sache mit der Berühmtheit. Wenn eine Schauspielerin nicht wenigstens so genial aussieht wie die Aniston, interessiert sie mich nicht. Was man übrigens auch daran sieht, dass Sängerinnen nicht mein Thema sind. Die können zwar was, doch sie bedienen meine Sucht nach oberflächlicher Schönheit nicht. Siehe Pausbäckchen Britney oder Kinderschreck Adele. Es gab jedoch zwei oder drei – das gebe ich gerne zu – bei denen hat es gepasst. Die waren zwar nicht ansatzweise so sexy wie die Johansson aber sie hatten dieses tiefgründig-lesbische… Wobei das dann wieder den Nachteil hat, dass sie oft nicht eingebildet genug sind (eine weitere Grundvoraussetzung um mich mit einem Wort feucht zu machen). Wobei ich betonen muss, dass ich zwischen Arroganz und Dummheit durchaus Unterschiede mache.

Worum ging es jetzt eigentlich? Ach, keine Ahnung. Vermutlich wollte ich mich nur nass schreiben.

Arroganz ist eine Grundvoraussetzung

Doppelgängerin

Das kann ja wohl nicht wahr sein! Gerade erst nach Hause gekommen, nachdem ich erst um 22 Uhr Ortszeit den letzten Schalter der Dash umgelegt habe!

Es ist 23.10 und ich bin müde und nervös. Ich muss diese Arbeiterei sein lassen. Unter diesem Job leidet sogar mein ganz privates Sexleben. Wieder nur Vibrator?

Morgen ist der letzte Tag ohne eine meiner Frauen und damit für eine Weile die letzte Chance die Fickmaschine zu entstauben.

Joana hat heute wieder ein Fernsehinterview aufgezeichnet, das dann in ein paar Tagen gezeigt wird. Zur Göttin, ist das wieder ein Schwachsinn gewesen! Wieso glauben die Menschen diese unfassbaren Lügenpotpourris der Stars? Alles nur Marketing, Marketing! In Selbstvermarktung sind sie alle noch besser als in ihrem eigentlichen Job. Na ja, ist ja auch eine Dauerrolle, in die sie hineinwachsen können.

Am Geilsten finde ich ja immer diese Beziehungsgeschichten, die Hochzeiten und Trennungen. Schon mal Jemandem aufgefallen, dass die meisten Hochzeiten der Stars „im kleinen Kreis“ an „unbekanntem Ort“ stattfinden? Und die meisten Trennungen nach wunderschön von Paparazzi dokumentierten öffentlichen Disputs in Restaurants? Und das öffentliche Hand-In-Hand-Laufen scheinen sie ja auch erfunden zu haben…

So geil!

Inszeniertes Leben. Oh, wie ich das hassen würde!

Das, was sie wirklich sind und so, wie sie wirklich leben, wird mit einer Paranoia versteckt, die mir schon fast ausserweltlich erscheint. Je berühmter sie werden, desto ausgeklügelter werden die Tricks. Alleine das Thema Doppelgänger: Diese Leute verdienen sich goldene Nasen!

Meine beiden Frauen gehören zu den trickreichsten. Wobei Gabby versucht weniger öffentliches Marketing zu betreiben, obwohl die Studios sie immer mehr dazu drängen.

Aber Joana – wow! Selbst ich muss sie manchmal fragen, ob das jetzt echt oder inszeniert ist. Manchmal glaube ich, sie weiß es selbst nicht mehr so genau.

Sie hat es selbst damals, während der langen Zeit auf unserem Boot geschafft, sich für die Außenwelt perfekt zu inszenieren! Und ganz krass: Selbst manche Talkshowhosts können sie nicht von ihrer Doppelgängerin unterscheiden! DIE Frau sollte die Auszeichnungen bekommen, nicht Joana! Es kursieren mittlerweile mehr Bilder in den sozialen Medien von Joanas gut bezahltem Double als von ihr selbst.

Ich bin ja nur mal gespannt, wann sie ihre Doppelgängerin bittet, einen Film an ihrer Stelle zu drehen. Joana findet, das sei „eine gute Idee“. Natürlich im Spaß, aber immerhin – der Gedanke ist gepflanzt.

Joanas Art und Weise sich ein Leben zu erkaufen. Sie hat mit ihrer Doppelgängerin aber auch wirklich einen Glücksgriff getan. Gabby ist noch auf der Suche, da ihre beiden Double längst nicht so überzeugend, sondern eher dazu angetan sind, Paparazzi von Gabbys tatsächlicher Fährte zu locken.

Das echte Leben der Stars – irgendwie ist es manchmal schon spannend, das muss ich zugeben.

Aber ich bleibe dann doch lieber, wer ich bin. Glaube ich.

Tagebuch-Update

Morgen, Freitag, wird nicht geflogen. Jedenfalls nicht beruflich.

Joana und ich fliegen nach Palm Springs – das Wochenende auf der Insel fällt diesmal aus, da der Motor meines Fliegers ein paarmal Schluckauf hatte und deswegen für Freitag und Samstag erst einmal Werkstatt angesagt ist. Zur Sicherheit. Und in meine T6 passen nur zwei Leute. (Außerdem traut sich sowieso niemand außer mir…)

Mazikeen ist vorhin schon mit dem Auto angekommen und vielleicht schafft es sogar Ken? Er hat eine neue Flamme und will ihn uns unbedingt vorstellen. Nun ja…

Meine Chefin fliegt übers Wochenende zu ihren Eltern. Schade.

Das Leben in Hollywood liegt übrigens immer noch weitestgehend brach. Ein paar Produktionsfirmen versuchen sich mit Outdoordrehs in Minimalbesetzung durchzuschlagen, oder sie sammeln Orte für ihre Location-Datenbanken. (Das ist dann das Hauptklientel unserer Airline, abgesehen vom Medikamententransport.)

Gabby behauptet übrigens, dass man die meiste Zeit des Tages mit Testen statt mit Dreharbeiten beschäftigt wäre. Die Tester würden quasi ohne Pausen durcharbeiten.

Sie hat die meisten Gigs zur Zeit, weshalb sie ständig an die Ostküste fliegt. Sie chartert dafür meist unsere Embraer 300, die wir nur durch ihren Umsatz anmieten konnten. Wenn Gabby nicht drinsitzt, bringt sie uns einigen Executive-Umsatz von Studiobossen, die sich ignoranter- und idiotischerweise nicht in eine Turboprop („Propellerflugzeug“, lol) trauen.

Joana hingegen verdient ein klein wenig nebenbei, indem sie viele Fotoshoots und Homestories in ihrem Haus in Bel Air akzeptiert. Was ihr zudem einiges an neuer Publicity – und damit potentielle neue Filmrollen nach der Pandemie beschert (… und mich immer wieder zwingt in Bel Air zu übernachten und mich vor Reportern zu verstecken).

Nicht, dass jemand glaubt, dass mich das nicht zur Weißglut treiben würde, doch, wie schon beschrieben, ist es Joanas Entscheidung, wie sie leben möchte. Und mich zwingt ja niemand bei ihr zu sein. Das ist etwas, was ich möchte, also muss ich auch die Umstände akzeptieren. Geben und nehmen.

Um Eva kümmern wir uns abwechselnd und legen unsere Termine so, dass immer eine von uns mit ihr zusammensein kann. „Spart mir die Nanny“, grinst Gabby. Fakt ist, dass keine von uns das Kind zu einem Babysitter abschieben will.

Außerdem sind da ja noch unsere Hunde und Katzen, die ebenfalls ihren Aufpasser brauchen.

Was alles den Akkus meiner Vibratoren nicht gerade zugute kommt. Jede Woche mindesten ein oder zwei Nächte „Tammy allein zu Haus“. Okay, zugegeben: Die Dinger hängen ohnehin dauernd an ihren Ladegeräten.

Wir schaffen es übrigens immer noch, unser Anwesen in Palm Springs vor den Medien geheim zu halten. Leider bedeutet das, dass Eva Privatunterricht bekommen muss und nur sehr eingeschränkten Kontakt zu Gleichaltrigen hat. (Kinder von „Leidensgenossen“, deren Eltern sich ebenfalls in Palm Springs „verstecken“.) Wie gut, dass viele Häuser hier hinter dichten, mehr als mannshohen Büschenversteckt sind. Was übrigens auch das Nacktschwimmen der Celebrities einfacher gestaltet.

Das Problem mit meinen Ausgaben habe ich weitestgehend in den Griff bekommen. Wie, verrate ich nicht. Es ist „unmoralisch“ und widerspricht dem heute gängigen politisch korrekten, restriktiven, Frauen diskriminierenden Feminismus. Außerdem hebe ich mir das für einen Eintrag auf, den ich garantiert irgendwann ins Handy tippen werde, wenn ich mich gerade mal wieder besonders über die ignoranten, eingebildeten, selbst beweihräuchernden, arroganten  Twitter-Emanzen aufrege.

Ja, das ist soweit das Roundup.

Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass Miranda und ich uns im Moment einigermaßen vertragen. Sie verlangt nicht mehr so oft, dass ich arbeiten soll und hält sich mehr an meine Wachzeiten.

Auch Chefs können lernen.

Von Nachtflügen und Blowjobs

Morgen darf ich mal wieder früh aufstehen. Grrrr…

Früh heißt: Vier Uhr! Es sei denn, ich bereite den Flug nach Telluride jetzt noch vor, dann spare ich mir eine Stunde. Aber eigentlich mache ich sowas am liebsten am Morgen bei Tee und Kaffee.

Ach ja: Ich bin in Bel Air, da Joana hier immer noch festhängt und ein Nachtflug (von Palm Springs nach Burbank-Hollywood mit meiner Bonanza) schwierig ist. Außerdem bräuchte ich dann gleich gar nicht mehr zu schlafen.

Joana hatte übrigens tatsächlich Sex mit dem Typen, das hat sie mir vorhin erzählt. „Ich hatte mal wieder einen Schwanz nötig.“

Seltsame Bedürfnisse haben Hetero-Frauen, ehrlich! Ist für mich nur schwer nachvollziehbar. Etwas drin haben zu wollen, ist eine Sache, aber muss es unbedingt ein Schwanz sein? Für Joana ist es allerdings der Blowjob, den sie „vor allem unbedingt ab und zu haben muss“. Na ja, jeder das ihre… Ich selbst habe ja ebenfalls Dinge, die mir wichtig sind.

Trotzdem werde ich sie heute nicht mehr küssen – man weiß ja nie…

„Von deinen Bedürfnissen wollen wir hier mal gar nicht erst anfangen“, lacht sie.

Da hat sie vermutlich Recht. Was ich „brauche“ ist vermutlich fünf Stufen verrückter als einen Schwanz ablecken zu wollen.

Wem jetzt schlecht geworden ist, bei dem entschuldige ich mich ausdrücklich. In der Apotheke gibt es Mittel, die den Magen beruhigen.

In den Himmel gezerrt

Mit einer Linienmaschine nach Houston. Danach die Dash 8 nach Burbank geflogen.

Ich gebe zu, es macht schon ein wenig Spaß. Andererseits ist „Lang“strecke auf 22.000 Fuß ein wenig langweilig. Wiederum macht eine so große Turboprop deutlich mehr Laune als ein Jet – auch wenn es etwas langsamer voran geht.

Mit 54 Passagieren, Zusatzgepäck und vollen Tanks bin ich die Maschine das erste Mal seit vielen Jahren knapp unter MTOW (Maximun Takeoff Weight – Maximales Startgewicht) geflogen und bin erneut erstaunt wieviel Kraft die beiden je über 5.000 PS starken Pratt & Whitney Turboprop-Motoren produzieren. Man fühlt sich fast, selbst voll beladen, als würde man an einem Stahlseil in den Himmel gezerrt werden. Ein Jet vermittelt mir so ein Gefühl überhaupt nicht, was vermutlich an dem völlig unterschiedlichen Klang der Motoren und dem Wissen liegt, dass uns zwei mächtige, über 4 Meter große Propeller nach oben ziehen.

Ist schon geil.

(Tech-Talk? Vielleicht. Aber manchmal vergessen die Leute, dass Fliegen viel mehr ist, als nur in einem Cockpit zu sitzen und sich die Wolken von oben anzuschauen. Wer keine Leidenschaft für Technik mitbringt, braucht erst gar keinen Flugschein zu machen.)

Auf dem Flughafen relativiert sich das „groß“ wieder etwas, weil man sich am Terminal, selbst gegenüber einer A320, etwas unterentwickelt vorkommt. Egal: so eine Q400 macht Spaß. Vor allem, wenn man mit ihr eine Filmcrew herumkutschiert.

Jetzt sitze ich gerade in Joanas Traumvilla in Bel Air am abendlichen Pool und genieße die rauchige Luft. Morgen Früh geht es dann erst einmal weiter nach Palm Springs (45 Minuten Flugzeit), wo dann übers Wochenende ein paar corona-bedingte Umbauten an der Kabine der Dash vorgenommen werden, die uns zwei Studios aufdiktiert haben. Ausserdem soll ich mir ein paar potentielle Kollegen für die Maschine anschauen.

Meine Schwester hat mir nämlich mit Krieg gedroht, wenn „du nicht endlich mitspielst, wie jedes andere verdammte Miststück auch“. Bitch!

Alles in allem wird das wohl ein recht langweiliger Freitag, fürchte ich.

Ausser für eine Sache: Meine Chefin hat mir Neuigkeiten angekündigt. Nicht, dass es mich interessieren würde…

Cockpit der Dash 8 Q400

Pleite, faul, gefräßig

Nachdem ich die Q 400 von Denver nach Burbank geflogen hatte (das ist direkt bei Los Angeles, in einem Städtchen namens Hollywood), habe ich dann die ganze Produktionsbande eingeladen und nach Senoma geflogen. Dort hänge ich erst einmal fest, weil die Regularien vorschreiben, dass ich zwischendurch auch mal schlafen muss. Und genau dort, hat mich Anik erwischt.

“Na, Schwesterchen, macht die Bombardier Spaß?”

“Nenn mich nicht Schwesterchen!“

„Also?“

„Also was?“

„Die Q 400. Ob sie Spaß macht?“

„Ihr habt mich um ein Uhr morgens nach Burbank gehetzt und dann im Anschluss gleich weiter hierher. Was soll daran Spaß machen?“

„Aha! Es hat dir Spaß gemacht! Du fliegst gerne in den Sonnenaufgang.“

„Was willst du von mir, kleine Schwester?“

Bezeichnenderweise hat Anik das „kleine“ übergangen. Also will sie eindeutig was von mir!

„Miranda will nicht mehr mit dir arbeiten.“

„Sie hat schon gekündigt? Das ging schnell!“

„Nein, sie will, dass DU gehst!“

„Warum? Was habe ich gemacht?“

„Sie sagt, du wärst eine Querulantin. Außerdem würdest du alles, was sie sagt, ablehnen oder zumindest unablässig hinterfragen, du würdest ständig meckern, wärst ununterbrochen schlecht gelaunt, würdest nur arbeiten, wenn sie dich fünfmal bittet und…“

„Ja ja… Dass ich pleite, faul und gefräßig bin, haben wir ja jetzt etabliert… Was will sie von mir?“

„Dass du aufhörst ihr auf die Nerven zu gehen…“

„Ich bin Tammy.“

„Ja, das habe ich ihr auch gesagt. Das ist ihr egal.“

„Hat sie ‚sie oder ich‘ gesagt? Hat sie? Hat sie?!“

„Nein. Das macht eine gute Chefin nicht.“

„Schade.“ Ich war enttäuscht

„Warum ärgerst du sie unablässig, Tammy?“

„Tue ich das?“

Es entstand eine kleine Pause, sie schien nachzudenken. Das macht Anik manchmal. Nicht nachdenken, sondern Pausen. Wegen dem Effekt. Sie will, dass die Leute glauben, sie müsse nachdenken. Außerdem will sie allem, was sie danach sagt, mehr Bedeutungsschwere geben.

„Das muss aufhören, Tammy!“

„Halt dich aus meinem Berufsleben raus, Anik!“

„Du willst überhaupt nicht arbeiten, richtig?“

„Das tut nichts zur Sache!“

„Ich habe einen Vorschlag für dich.“

„Deine Vorschläge haben immer mit Arbeit zu tun. Ich lege jetzt auf, Schwesterherz.“ Das hasst sie. Wenn sie mir etwas vorschlagen will und ich bin überhaupt nicht neugierig. Neugier hat mir irgendwer aus der Wiege geklaut.

„Interessiert mein Vorschlag dich denn gar nicht?“ Sowas fragt sie jedes Mal.

„Nein. Bis dann, Süße.“ Dass ich sie manchmal „Süße“ nenne, hasst sie, glaube ich, noch mehr. Aber es ist bezeichnend, wenn sie nicht darauf eingeht. Dann will sie ihren Vorschlag nämlich unbedingt an die Frau bringen.

„Tammy, ich…“

Klick.

Manchmal muss man eben einfach konsequent sein. Und wenn es nur darum geht, den Anderen zu ärgern.

Ganzkörperkondome

Entgegen landläufiger Meinung sind Schauspielerinnen Frühaufsteher. Jedenfalls meistens.

Heute Morgen haben beide angerufen. Erst Gabby, dann Joana. Das lässt nicht auf frühes Aufstehen, sondern auf spätes Zubettgehen schließen: Gabby klingelte gegen halb Eins am Morgen aus NY und Joana gegen Viertel vor Zehn am Abend aus Bel Air durch. Jeweils Ortszeit.

Dabei sollten beide doch eigentlich zeitzonenerprobt sein. Sie wollten mich nicht wecken. Als ob… Da ich ja meist die Schicht am frühen Morgen – zeitzonenunabhängig* – übernehme, ist das kaum möglich.

Wie auch immer…

Gabby fragt was sie immer fragt: „Wie geht’s Eva?“ Ich dachte ja, mir würde die Kleine auf die Nerven gehen, wenn ihre Mutter nicht da ist… Nein, das Gegenteil ist der Fall: Kakaofresse ist cool, ihre Mutter geht mir fernmündlich verstärkt auf den Keks!

Und Joana berichtet von „üblen Zuständen“ in LA. Was auch immer sie unter „übel“ versteht. Sie hätte gar nicht erst gehen sollen, meint sie. (Finde ich auch, aber auf mich hört ja keiner.) Es würde in den Sternen stehen, wann in Hollywood irgendwas weitergeht. Sie vertreibt sich die Zeit damit, notleidenden Schauspielern zu helfen.

„Ich dachte, du wolltest dich unter Männer legen?“

„Lass die blöden Witze!“

„Sex mit Maske“, grinse ich: „Gibt’s eigentlich Ganzkörperkondome mit Reservoir?“

Aufgelegt.


* Wir leben hier nach UTC-Zeit, egal wo wir sind, sonst würden wir bei den Schichteinteilungen nur Chaos erleben

Billig und ordinär: ja, bitte!

Jedes Mal wenn ich „billig“ oder „ordinär“ in Verbindung mit meinen Büchern oder diesem Tagebuch lese, freue ich mich in gewisser Weise, denn dann habe ich genau das erreicht, was ich möchte: Menschen – insbesondere Frauen – zu zeigen, dass die Welt anders ist als ein Hollywoodklischee. Ob sie es nun glauben oder nicht. Vermutlich bin ich so eine Art Punk der Bücherwelt: Hauptsache schockieren!

Was ich schreibe ist blankes, unverblümtes Leben und tatsächlich haben viele Frauen ganz andere Gedanken, als nur solche, die uns von Mainstream-Romanen und Hollywoodfilmen eingeimpft werden. Tatsächlich denken so viele Frauen in ganz anderen und viel simpleren Kategorien. Und auch in anderen Worten. Und das hat nichts mit Intelligenz oder Bildung zu tun.

Genau wie Männer, sind auch wir sexuelle Wesen, denen es immer mehr gelingt, die Fesseln abzuwerfen, die wir uns haben anlegen lassen. Dieser Prozess ist langwierig. Ordinäre und billige Gedanken und Handlungen gehören für uns Frauen leider immer noch ins verdunkelte Schlafzimmer.

Für mich sind die meisten Liebesromane – ob lesbisch oder hetero – einfach unerträglich geworden. Gleiches gilt für romantische Kinodramen und -komödien. Ich kann sprechen mit wem ich will: Wir Frauen haben Gedanken, Gefühle und Begehren, die wir uns verbieten auszusprechen oder – noch schlimmer – auszuleben. Wobei das eine oftmals das andere bedingt: Wenn ich etwas aussprechen kann, fällt es mir auch viel leichter, es auszuleben.

Wir müssen nicht alles ausleben? Manches sollte Traum bleiben? Die Realität ist immer glanzloser als der Traum?

Meine Realität glänzt und die anderer Frauen genauso. Weib muss es nur wagen.

Egal wie „billig“ oder „ordinär“ es ist.

Herzsprung

„Du weißt, dass es mir ziemlich gut hier auf deinem Boot gefällt, oder?“

Ich schaue Gabby mit hochgezogenen Augenbrauen an. Auf so eine Aussage folgt meistens ein „aber“. „Spuck’s schon aus, Gabby: Was willst du mir sagen?“

„Dass wir irgendwann wieder anfangen werden zu arbeiten.“

Als ob mir das nicht klar wäre. Joana ist schon ganz heiß darauf, was mir logischerweise nicht besonders gut gefällt.

„Wenn es in Hollywood schneller geht als erwartet, würdest du mich irgendwo in Südafrika an Land bringen?“

„Wir segeln Kurs Südafrika, wie du sicher weißt.“ Jedenfalls wenn der Scheißwind sich endlich dreht. Aber das soll ja angeblich noch diese Woche passieren. Zur Zeit kreuzen wir tapfer Richtung SSO und es wird Zeit, dass wir nach SO abdrehen können. „Aber wir haben noch Flautezonen vor uns.“

„Ganz ehrlich, Tammy, ich würde wirklich gerne länger an Bord bleiben. Aber die Arbeit…“

Ich nicke: „Joana ist auch schon ganz heiß darauf.“

Und sind wir ehrlich: Ich habe mir die Reise auch anders vorgestellt. Wir wollten Länder und Inseln BESUCHEN und nicht wegen einem Scheißvirus daran vorbeisegeln. Langsam wird mir der Ozean auch ein wenig zu groß.

„Aber ich komme wieder, wenn ich darf.“

„Falls wir mal irgendwann an Land gehen dürfen…“ Ich bin frustriert, wirklich. Andererseits, bedenkt man, wie gut wir es gegenüber Anderen haben…

„Stören wir dich eigentlich nicht, Eva und ich?“

„Das Dumme ist, dass ich euch ziemlich vermissen werde“, gebe ich ehrlich zu: „Wegen dem ganzen Ärger haben wir ausserdem ziemlich viel Zeit verschwendet.“

„Ja, und es tut mir auch sehr leid. Aber wir haben noch ein paar Wochen übrig, richtig?“

Ich nicke: „Drei, wenn alles wie geplant läuft. Aber ich tippe eher auf vier. „

„Du weißt, dass ich mehr bekommen als ich erhofft habe?“

„Du redest hoffentlich nicht von dem Schlag ins Gesicht…?“

„Ich rede von dir, Tammy. Du stellst mein Leben ganz schön auf den Kopf.“

„Aha?“

„Ich betrachte plötzlich meine Sexualität aus einem ganz anderen Blickwinkel.“

Ich schweige. Es scheint interessant zu werden.

„Ich musste feststellen, dass es in der Sexualität wichtigere Dinge als männlich und weiblich gibt“, fährt sie fort.

„Heisst?“

„Dass es nicht in mein angestammtes Rollenbild passt, dass ich mich in dich verguckt habe.“

Dazu kann ich gerade mal nichts erwidern, weil ich aufpassen muss, dass mein Herz nicht aus dem Brustkorb springt.

Kaffee, Tee und Titten

Ich sollte aufstehen. Ich habe zu tun. Glaube ich.

Offensichtlich hat das noch jemand. Es klopft nämlich.

„WAS?“ Ich werde nicht gerne gestört. Vor allem morgens. Oder was auch immer es für eine Tageszeit ist. Auf jeden Fall ist es hell draußen. Sag ich doch!

„Tammy?“

Wer denn sonst, verdammt?!

„Kann ich reinkommen?!“

Ich kann es wohl kaum verhindern. Ich habe ja gelernt, dass die Türen auf meinem Boot keine Schlösser haben. Was ich übrigens dringend ändern muss. Warum ist das eigentlich so? (Ich wette, da gibt’s wieder so eine Scheißvorschrift, die ich vor mindestens 70 Jahren oder so wieder vergessen habe.

„Ich nehme an, ich kann dich nicht daran hindern, wenn du schon den weiten Weg gemacht hast, oder?“

Klick.

Ich hasse diesen Klick.

Meistens heißt das, dass jemand reinkommt. Zu einer Zeit, die stört.

„Wow! Geile Kabine!“

„Jaja… Was willst du – außer neidisch?“

Am liebsten hätte ich gesagt: „Kauf mir die Schüssel ab, für 10 Millionen ist der Seelenverkäufer dir. Du hast ja ein paar hundert Millionen, da fallen zehn nicht weiter auf. Dann bekommst du die Kabine und ich schlafe bis zur Insel auf dem Boden.“ Aber ich habe mal gelesen, dass richtig reiche Menschen solche Sprüche nicht mögen. Also lass ich’s.

Gabby lächelt: „Kaffee?“

„Schaffst du das selbst? Ich bin noch nicht wach? Außerdem muss erst noch der Hamster aus meinem Mund.“

Gabby muss lachen: „Du bist unmöglich!“ Sie hebt den Wasserkocher hoch und prüft den Füllstand, dann stellt sie ihn zurück und schaltet ihn an: „Ich finde es ja immer wieder krass, wie solche Dinge bei solchen Schräglagen funktionieren!“

„Was?“, frage ich: „Zähneputzen?“

„Wie kommst du eigentlich zu so einem geilen Quartier?“

„Ich bin der Captain, ich bin die Eignerin und ich habe die beiden Seeleute, die hier vorher drin waren, rausgeworfen.“

Gabby nickt: „Hört sich nach dir an.“

Warum haue ich mir eigentlich immer gegen die Zähne, wenn ich sie gleichzeitig putze und rede? Und gleichzeitig auf Gabbys enorme Titten starre?

„Du hast immer noch Ärger mit Joana, richtig?“

„Woran erkennst du das?“

„Du schläfst allein.“

Ich verdrehe die Augen: „DAS WAR IRONISCH GEMEINT, WEIB!“ Also manchmal…

Jetzt verdreht SIE die Augen… „Wieviel Löffel?“

„Ich hab nur einen. In der Schublade. Das Boot ist klein.“

„Nein, ich meine… VERY FUNNY!“

„Zweieinhalb.“

„Danke! Also manchmal!“

„Falsche Uhrzeit, Gabby, falsche Uhrzeit.“

„Nun ja…“ Sie schaut auf die Uhr und schüttelt den Kopf: „Egal.“

Ich bin selbst für einen Tee zu müde. Andererseits… „Bist du bald fertig mit deinem Kaffee?“

„Ich glaube, gleich wirst du mich nicht mehr hetzen.“

„Ich hetze dich nicht.“ Aber ich würde dir jetzt gerne in die Titten beißen.

„Du weißt wirklich nicht, warum Joana so sauer auf mich – und damit auch auf dich – ist?

Ich schüttele den Kopf: „Jetzt schütte schon das verdammte Wasser in die verdammte Kanne!“

Ich stehe auf und schütte einen Löffel Ostfriesentee in den Teefilter, der in meiner StarTrek-Tasse steckt.

„Das Drama von ihrer Trennung kennst du aber schon, oder? Das Traumpaar? Er wollte unbedingt Kinder, sie nicht?“

„Und weiter?“ Die älteste Story der Welt. Joana klappert heute noch die Therapeuten ab weil er nicht mehr wollte. Ich hoffe, das Weib ist nicht hier aufgetaucht und säuft mir den Kaffee weg um die alte Story wieder weiter zu tratschen!

„Ja“, nickt Gabby, „eine wirklich langweilige Story“, nickt sie. Und dann: „Ist eigentlich irgendwann einmal anderes Wetter in Sicht? Das ist ja zum Gähnen langweilig hier draußen! Immer das Gleiche! Hier ändert sich ja gar nichts. Wind, Wellen, Temperatur – alles gleich, tagein, tagaus!“

„Sei froh, dass es so ist“, entgegne ich: „Wenn der Atlantik sich etwas Anderes einfallen lässt, wird es richtig ungemütlich!“

Ist die hier um sich mit mir übers Wetter zu unterhalten? Auch nicht besser!

„Du und Eva – ihr versteht euch richtig gut, oder?“, wechselt Gabby das Thema.

„Den Umständen entsprechend.“

„Pah! Du bist verknallt in meine Tochter!“

„Lachhaft! Ich hasse Kinder!“

„Genau wie Joana.“

„Joana ist verliebt in Eva, das ist wahr.“ Aber sowas von! Sie hat kaum etwas anderes im Kopf. Schon bevor wir Krach hatten, war ich irgendwie abgemeldet.

„Vier Minuten.“ Gabby drückt den Kaffee durch, ich hole das Teesieb aus der Tasse.

„Hast du jemals ernsthaft über Joanas Trennung nachgedacht?“

„Was geht mich das an? Schnee von gestern!“

„Vielleicht sollte man das manchmal tun, Tammy. Manchmal versteht man dann auch die Gegenwart besser.“

Dann nimmt Gabby einen Schluck – EINEN! – kippt den Rest der Tasse in meine Spüle und – geht.

Einen Moment lang wechseln meine Blicke zwischen Captain Picard und Gabbys Arsch hin und her und dann:

S.C.H.E.I.I.I.S.S.E!

Tammy

Begrenzte Fluchtmöglichkeiten

Heute liege ich auf dem Vorderdeck in Joanas Armen.

Nicht umgekehrt. Sie weiß warum.

„Es ist schlimmer geworden“, stellt sie fest. Ich nicke.

Hinter uns verstaut Bram das Großsegel.

„Du kommst zurecht?“, fragt sie besorgt.

„Komme ich nicht immer zurecht? Ausserdem bist du doch da.“

„Nicht immer.“

„Vorerst immer“, widerspreche ich.

Natürlich ist sie nicht glücklich darüber. Alle Dreharbeiten sind bis auf weiteres gestoppt.

Das Boot liegt ganz ruhig im Wasser. Der Seegang ist minimal und die Frequenz ist lang und gemütlich. Allerdings ist der Wind deutlich stärker geworden. Trotzdem herrschen 27° im Schatten und in der Sonne etwa 200°.

Eva will unbedingt schwimmen gehen, doch Gabby hat Angst, weil sich unter uns ein paar Kilometer Wasser stapeln. Mütter sind für Vernunft nicht zugänglich, ich weiß das. Unser schwimmendes Becken jedenfalls wird heute nicht ausgepackt, denn nach dem Abendessen geht es direkt weiter!

„Schule beendet für heute?“, rufe ich nach hinten, wo die beiden gerade dabei sind den Tisch für’s Kaffeetrinken zu decken. Eva macht das unheimlich gerne. Irgendwie liebt sie alles was mit Hausarbeit zu tun hat, habe ich mir erklären lassen. Eine Schande für den Feminismus!

„Ich kann jetzt auch Schreibtisch!“, verkündet Eva stolz.

„Sie meint ‚Schreibschrift‚. Wir haben mit Schreibschrift angefangen, du Angeberin!“

Ich schaue Joana an. Ihr Gesicht ist ausdruckslos. Bis heute bin ich mir nicht wirklich sicher, ob sie es nicht doch bereut, kein Kind zu haben.

Ich jedenfalls bin mir, was mich betrifft, ganz sicher. Vor allem, auch wieder als Eva ihrer Mutter die metallene Milchkanne aus der Hand reißt, weil das kleine Biest sie selbst auf den Tisch stellen will. Natürlich fällt sie runter.

Und natürlich genau auf ihre Sandalenzehen.

Joana schaut mich an, verdreht die Augen und seufzt.

Erfahrungsgemäß wird die Sirene jetzt ungefähr zehn Minuten eingeschaltet bleiben.

Und die Fluchtmöglichkeiten auf so einem Segelboot sind begrenzt.


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


Tammys Tagebuch auf WordPress

Tammy auf Twitter

Andrea Downey-Lauenburg auf Facebook

Wie geht man damit um?

Ich habe nie so wirklich mit jemandem darüber geredet.

Ich meine, mit Joana schon, irgendwie, doch auch nicht bis ins letzte Detail.

Und vor ihr? Fehlanzeige. Irgendwie bin ich wieder dazu übergegangen, nicht mehr darüber zu reden. Jedenfalls nicht mehr bis ins Detail und nicht mehr über die Gegenwart. Wahrscheinlich glaubt sie, dass sich das Thema nun mit dem Boot erledigt hat.

Natürlich ist es nicht so ein tolles Zeichen, wenn man über diese Dinge nicht ständig redet, doch ich denke, das mit Zoe ist wirklich ein Sonderfall. Wie könnte es das nicht sein?

Ausserdem ist Joana vollkommen neben der Spur, weil ihr Leben gerade völlig auf den Kopf gestellt ist.

Wegen dem Scheißvirus. Auch ihre Arbeit ist derzeit nicht mehr existent. Hollywood ist nicht nur im Schongang, sondern komplett paralysiert. Im Koma. Und für eine Vollblutschauspielerin wie sie, ist das tatsächlich eine Katastrophe!

Die Leute denken immer, nur weil jemand Hunderte von Millionen besitzt, könnte ihn das alles nicht betreffen, man zieht sich einfach in sein Millionen-Dollar-Heim zurück und die Welt ist in Ordnung – voll daneben!

Jeder leidet auf seine Art.

Joana würde lieber in einem Einzimmer-Apartment leben, statt nicht vor der Kamera stehen zu können.

Und so geht es vielen.

Wie das mit Gabby ist, weiß ich nicht. Dafür kenne ich sie zu wenig. Aber sie ist eine Mutter, da spielen noch andere Interessen hinein.

Von was rede ich eigentlich genau?

Ach ja, von Zoe.

Aber das ist typisch: Wenn Zoe plötzlich wieder auftaucht, fällt es mir besonders schwer damit umzugehen – oder wie in diesem Fall, darüber zu reden.

In diesem Fall… Ja, das Wort hat diesmal noch eine ganz andere Bedeutung. Zoe ist einen Schritt weiter gegangen.

Und ich habe keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll!


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


Tammys Tagebuch auf WordPress

Tammy auf Twitter

Andrea Downey-Lauenburg auf Facebook

Dilemma

Nein, ich schreibe nicht ständig über den Scheißvirus!

Aber manche Sachen lassen sich einfach nicht umgehen, er ist nunmal allgegenwärtig – selbst in meinem Leben – was allerdings hauptsächlich an den anderen liegt.

Z. B. an Joana. Die hat sich nämlich – ENDLICH! – entschieden, doch wieder aufs Boot zu kommen.

Was in erster Linie daran liegt, dass sie keine Lust auf eine Ausgangssperre hat, die unweigerlich auch Bel Air treffen wird. Und da helfen ihr weder Status noch Geld. Kalifornien kennt bei so etwas nämlich keinen Spaß.

Nachher sitzt sie im Flieger hierher. Hauptsache, die Luft wieder ein bisschen mehr verpesten. Hätte ja auch gleich hierbleiben können! (Aber Anik und ich müssen schließlich auch leben, richtig?)

Dummerweise will sie eine Freundin und Kollegin – nennen wir sie Gabby – und ihren Mininachwuchs mitbringen!

Gabby! Das Megaweib, dass sich an Sylvester bei der Hollywoodparty in mich verguckt hat. Warum auch immer. Auch ’ne Hete. Klar. So alt wie ich und sexy as hell!

Problem: Ich kann Kinder nicht ausstehen und schon gar nicht auf einem Boot, auf dem ich mich nicht vor ihnen verstecken kann!

Allerdings hätte ich nicht das Geringste dagegen, ihre Mutter zu ficken.

Und nun?

Dilemma

……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


Tammys Tagebuch auf WordPress

Tammy auf Twitter

Andrea Downey-Lauenburg auf Facebook

Drittes Weib gesucht (Erster Teil von 3/3: Von Diven und Dämonen)

Ja, 3/3 bin ich noch schuldig.

Mir schuldig – oder wem auch immer.

Heiratsgeschichten brauchen in der Regel etwas länger. Was am Hintergrund liegt, den man gerne ins Hochzeitsalbum packt.

Oder daran, dass zum Heiraten im Regelfall mindestens zwei Bräute gehört. Ich stehe nicht gerne einsam und alleine vor dem Altar herum. Und die zweite Braut fehlt mir noch.

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich diesen ersten Teil vom dritten Teil (Cool, oder?!) geschrieben habe. Nicht nur, weil mir im Moment die Zeit für eine tiefergehende Geschichte fehlt*, sondern weil der dritte Teil – die Suche nach der Braut – schlicht der schwierigste von den dreien ist.

Ich habe zwei wundervolle Frauen, die – jede auf ihre ganz besondere Art – einzigartig, besonders und sensationell sind.

Zugegeben: Beide sind nicht wirklich Frauen im herkömmlichen Sinn.

Die eine, die Schauspielerin – wer würde es wagen eine solche Diva jemals „nur“ als Frau zu bezeichnen?

Und die andere, Mazikeen, ist tatsächlich keine Frau. Sie ist ein Dämon – oder in politisch korrektem Neudeutsch: eine Dämonin – und hat deshalb so viel mit einer Frau gemeinsam, wie ich mit einer Nonne.

Arsch, Fotze, Titten – das war’s.

Uh, ich höre sie schon wieder, die erhobenen Zeigefinger**: Wie kann man sich nur selbst auf die Geschlechtsorgane reduzieren?

Also erstens ist der Arsch kein Geschlechtsorgan – er funktioniert aber sexuell mindestens so gut wie die Möse und zweitens ist das ja wohl meine Sache, oder?

Mit Hirn habe ich es nämlich nicht so. Mich stört das meistens. Wenn ich denke, muss ich nämlich schreiben und dabei kann ich nicht ficken. (Oder jedenfalls nicht so viel.) Dumme Sache.

Aber irgendwie schweife ich gerade vom Thema ab.

Welches dritte Weib suche ich denn nun eigentlich? Oder wie sollte es sein, das dritte Weib?

Stellen wir also fest: Da ist die Diva, da ist die Dämonin und da bin ich.

Okay, ich muss aufhören Joana „Diva“ zu nennen. Das ist nicht nett. Eine Diva ist sie wirklich nur manchmal. Ansonsten ist sie der liebste Mensch, den man sich vorstellen kann and I love her to bits. Actually habe ich noch nie jemanden so geliebt und ich fürchte, ich werde auch niemals mehr einen anderen Menschen so lieben können. Joana ist alles was ich jemals wollte und alles was ich jemals wollen werde. Joana ist die Personifikation des Lieben, des Guten, des Schönen. Sie ist meine Aphrodite.

Ausserdem ist sie ein verdammtes Miststück.

Aber das ist okay so, denn das bin ich ja auch.

Mazikeen läuft außer Konkurrenz. Sie ist ja schließlich keine Frau sondern ein Dämon (jaja… Dämonin…). Von daher muß ich sie ja nicht wirklich lieben, es reicht ja, wenn sie für mich da ist. Und Dämonen sind das lebenslang. Was praktisch ist, denn sie sind unsterblich. Zumindest behaupten sie das. Dämonen sagen, sie besäßen keine Seelen und wären lediglich bestimmungsfixiert. Oder sowas. Ich habe das noch nie richtig verstanden.

Ist ja auch egal. Hauptsache man kann sie ficken und sie machen was man will.

Auf dem Gebiet macht Mazikeen ihren Job wirklich gut, das muss ich zugeben. Eigentlich macht sie ihren gesamten Job ziemlich gut.

Ich finde, jede Frau sollte eine Dämonin*** besitzen!

Da wäre dann noch das ewige Thema mit dem Alter.

Joana ist ja nun um Einiges älter als ich. Nicht nur botoxälter, sondern definitiv schon liftingälter als ich. Wobei sie beides verabscheut und beides nicht macht. Was ihr niemand glaubt, weil sie locker 15 Jahre jünger aussieht als sie ist und nach wie vor zu den schönsten Frauen der Welt zählt.

Die Leute, die wissen, dass sie diese ganze Spritzerei und Schnippelei hasst und niemals tun würde, schütteln da nur den Kopf. Es sind der Neid und die Missgunst der Menschen, die den Eindruck erwecken, dass nicht sein kann was nicht sein darf.

Und Mazikeen? Dämonen ( … innen … Ach, fuck it!) haben kein Alter. Keine Seele, kein Alter, kein Botox. Sie sind ein bisschen derb, aber das kommt vom jahrtausendelangen Prügeln. Da wundert man sich aber doch, wie sie es schaffen, trotzdem so eine babyweiche Haut zu besitzen…

Wie auch immer…

Kommen wir zur Sache. Weib Nummer drei: Warum will ich eins?

Mein Hauptproblem ist eigentlich Joana.

Denn Joana ist nicht nur viel zu oft – für meinen Geschmack – in Sachen Arbeit unterwegs, sondern hat auch noch die unangenehme Eigenschaft, dass sie zwischendurch Männer ficken muss.

Ich meine – ich verstehe es ja: Wenn der Körper nach lebendigem Penis mit Eiern und Sauce schreit, dann muss man dem Ruf eben auch manchmal folgen.

Ich hätte ja auch prinzipiell nichts dagegen, wenn sie nicht vor der Welt behaupten würde, sie sei hetero und ich nur eine Freundin. Und sie, zu allem Überfluss, zwischendurch auch noch auf die Idee kommt, irgendwelche Penisse zu heiraten. (Mit meinem Segen übrigens. Sie gehört mir ja nicht.)

Trotzdem finde ich es manchmal schon ein wenig befremdlich, zumal ich es war, die die Reste von ihr, nach ihrer vorletzten Ehe, jahrelang vom Boden aufwischen musste. (Die letzte Scheidung war nicht so schlimm. Der Typ war einfach nur ein Trottel, das musste sogar sie selbst zugeben.) Wobei ich mich frage, warum diese Hollywoodstars immer gleich heiraten müssen. Würde exzessives Dauerficken nicht auch reichen?

So oder so: Diese Penis- und Arbeitsfixiertheit qualifiziert Joana natürlich als reguläres Beziehungsmaterial ein wenig ab. Als Lover: geil; als Ehefrau: nicht so sehr.

Und Dämonen sind bei dem Thema sowieso raus.

Also muss was zum Heiraten her!

Und davon schreibe ich jetzt tatsächlich, großes Tammy-Ehrenwort im zweiten Teil von Teil 3/3.

Wenn jemand noch versteht was ich meine.

Weib Nummer Drei: Warum will ich eins?

*Um den Spöttern gleich zuvorzukommen: Ja, ja… Was ist bei mir schon tiefergehend…?

**Ich nenne Menschen, die anderen versuchen ihre Moral aufzuzwingen gerne „die erhobenen Zeigefinger“. Übrigens sind diese Finger auch sehr oft nass und schleimig… (Aber nur heimlich.)

*** Irgendwann lerne ich diese geschlechterorientierte Sprachverunglimpfung doch noch. Was tut man nicht alles um politisch korrekt zu erscheinen.


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


Tammys Tagebuch auf WordPress

Tammy auf Twitter

Andrea Downey-Lauenburg auf Facebook

Leben mit Zoe

Joana hat jetzt wieder Zeit.

Ihre aktuellen Produktionen sind zum Stillstand gekommen. Ich versuche sie zu überzeugen wieder aufs Boot zu kommen.

Wir liegen jetzt vor Saint Vincent mit seinem 9,000-ft-Airport und könnten durchaus für unsere Diva noch einen Tag dranhängen.

Wie kann man eigentlich so horny sein, obwohl einem alles wehtut, weil man sich mit einem Dobermann geprügelt hat?

Zoe sieht das auch so. Was Zoe so fertig macht ist, dass für ihr Wohlbefinden andere Menschen so wichtig sind. Andere Menschen als diejenigen, die sie hier an Bord findet. Was zu Zeiten von COVID-19 doch eher schwierig ist.

Warum ich über Zoe nachdenke? Weil sie mich fertigmacht. Weil ich weiß, dass sie im Endeffekt doch gewinnt. Weil ich nicht weiß, wie ich mich noch gegen sie wehren soll. Aber das ist ein ganz anderes Thema. (Das nebenbei in meinem aktuellen Roman genauer beschrieben ist.)

So oder so: ich werde darauf zurückkommen müssen, weil es/sie mich kaputtmacht.

Heut Nacht hat mir Maze wieder ein wenig geholfen. Sie kennt das ja alles und erlaubt mir mit ihren Spielen immer wieder – zumindest einen kleinen – Ausflug in Zoes Welt.

Ich sitze gerade im Salon, während ich das schreibe. Es ist drei Uhr Ortszeit und ich weiß, ich werde gleich wieder gefragt sein.

Ich werde noch verrückt vor Geilheit. Warum sind Menschen so?


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


Tammys Tagebuch auf WordPress

Tammy auf Twitter

Andrea Downey-Lauenburg auf Facebook

Elf

„Irgendwas mache ich falsch!“

„Wieso?“

„Auf Facebook folgen mir mehr als 15.000 Menschen und auf Twitter 11. Und das stinkt mir! Seit Wochen sind das 11! ELF! Was mache ich falsch?“

Maze und Joana rollen vor Lachen über den Boden.

„Nur 11 auf Twitter? Seit Wochen?“, fragt Maze ungläubig.

„Nur 15.000 auf Facebook? Seit Wochen?“, fragt Joana ungläubig.

„Okay, Joana! Du bist raus! FRECHHEIT! Ich schreibe Lesbenromane und DREHE KEINE HOLLYWOODFILME!“ Blöde Kuh!

Beide bekommen schon wieder einen Lachanfall.

„Ernsthaft jetzt mal“, reißt Maze sich krampfhaft zusammen: „Du hast seit Wochen nicht mehr als 11 Follower auf Twitter? 11 – wie in E L F?“

„Ja.“

Vermutlich hören die Menschen auf ganz Barbados die beiden Weiber kreischen und wir bekommen eine Anzeige wegen Ruhestörung.

Und wir ankern noch nicht mal.


Pssst: Tammy auf Twitter 😉

11 – wie in E L F?

Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


www.tammysdiary.blog


Tammy auf Twitter

Du darfst dich jetzt ausziehen

Wenn die Frau, die du liebst – wirklich liebst – dir vor anderen Menschen sagt:

„Du darfst dich jetzt ausziehen!“

(Andrea Downey-Lauenburg: J. – Forever. Bei Amazon.)

Was tust du dann? Und nicht vergessen: Die anderen sind und bleiben angezogen!

Nun, ich weiß was ich tue: Ich sage, dass das überhaupt nicht in Frage kommt und dann ziehe ich mich aus.

Das sind so die Situationen im Leben, in denen man entscheiden muss: Will ich ein Standardleben oder will ich ein verrücktes, aufregendes, abenteuerliches Leben. Ich entscheide mich immer für letzteres. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Als Exhibitionistin fällt mir das Ausziehen natürlich leicht

Jetzt sitze ich auf meinem Segelboot in der Karibik und nicht an einem Schreibtisch oder – Himmel hilf! – wische alten Männern den Arsch ab.

Klar, letztere Menschen muss es auch geben, also ist es wichtig, dass sich möglichst viele für ein Standardleben entscheiden – nur eben nicht alle.

Und wenn es schiefgeht? Alten Männern den Arsch abwischen kann ich immer noch.

Ich ziehe immer die Chance der Langeweile vor.

Ich gebe zu: Als Exhibitionistin fällt mir das Ausziehen natürlich leicht, doch die Sache mit J. war auch nur ein Beispiel für viele Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe. (Und noch treffen werde, so die Göttin mich lässt…) Und nicht alle, übrigens, haben mit ausziehen zu tun.

Es gab und gibt immer Entscheidungen, bei denen ich Bauchweh habe, den riskanteren Weg zu nehmen.

Und natürlich werde ich mich nicht für jede Frau vor Wildfremden ausziehen, schon gar nicht, wenn bei diesen Wildfremden auch Männer dabei sind. Es ist alles eine Frage des Vertrauens (das natürlich auch enttäuscht werden kann). Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Es ist auch eine Frage des Selbstbewusstseins.

Mir war klar, dass ich es wert war, nicht fallengelassen zu werden. Mir war klar, dass man mich haben wollte.

Selbstbewusstsein.

Selbstwertgefühl?

Eine Interpretationsfrage. Mein Selbstwertgefühl war stark genug, dass ich wusste, dass mein Wert nicht sank, wenn ich mich auszog, sondern ganz im Gegenteil. Niemand hat mich gezwungen. Niemand hat mir Geld geboten. Es war MEINE Entscheidung ganz alleine.

Ich weiß wer ich bin. Ich weiß ich bin nicht dumm und ich bin sexy. Dass ich nicht dumm bin, würde mir schon reichen, sexy liegt natürlich im Auge des Betrachters. Ich finde mich sexy, andere nicht, die finden andere sexy. Wegen mir. Und natürlich ist auch dumm relativ: Ich bin kein Einstein, doch für meine Belange reicht es.

Angezogen oder nackt.

Nachtrag: Wir mussten doch weg, das Schwimmen ist ausgefallen. Das Wetter ändert sich morgen, Wind kommt auf, auch der Seegang erhöht sich. Wenn wir hier bleiben, ist die Gefahr groß auf Grund zu laufen. Also dann mal los Richtung Nassau!

Dance With The Devil

In sechs Tagen sollten wir dann in deutlich wärmeren Gefilden sein. Darauf freue ich mich wirklich.

Ich wundere mich immer wieder, warum Menschen freiwillig in kälteren Gegenden wohnen.

Obwohl – habe ich in Orcas ja auch. Vielleicht ist es die Liebe zu Jahreszeiten? Oder weil wir glauben, dass wir keine andere Wahl hätten?

Natürlich haben wir eine andere Wahl. Jeder hat eine andere Wahl. Spätestens nach der Ausbildung hat jeder die Wahl. Die Menschen sind nur zu feige oder zu faul Risiken einzugehen. Oder es gefällt ihnen da wo sie sind. Dann sollten sie sich aber auch nicht beschweren.

Wie komme ich denn jetzt eigentlich darauf?

Egal.

Auf jeden Fall will ich ins Warme. Erst einmal. Florida, Karibik, Golf von Mexiko, Mittelamerika, Südamerikas. Für’s erste.

Chris ist oben und hat alles im Griff. Ich kann aber auch nicht schlafen. Nicht mehr, jedenfalls.

Hat alles im Griff… Wie sexy…

Ich habe von der Nacht mit Joana und ihr geträumt. So echt träumen? Gibt’s das? Es war fast so, als hätte ich es nochmal erlebt, nur etwas verrückter. Ich glaube, in meinem Traum war Joana wirklich lesbisch. Mit Haut und Haaren. Obwohl da auch noch ein Typ aufgetaucht ist. Keine Ahnung was der für eine Rolle gespielt hat.

Träume…

Chris erinnert mich in Auftreten (und sogar ein wenig im Aussehen und ganz bestimmt in ihrer Klamottenwahl) an diesen Dämon Mazikeen in Lucifer. Vermutlich haben sie die Figur nach ihr modeliert.

Wenn Chris Mazikeen ist, wer ist dann Lucifer?

Auf jeden Fall ist sie schon gewaltig sexy. Ich überlege, ob ich sie künftig Maze nennen soll. Chris hat gegenüber Joana allerdings den großen Nachteil, dass sie nicht mein Jugendschwarm und weltberühmt ist. Da kommt mein verrückter Faible für Stars wieder durch. Das ist, als wenn man pizzaverrückt ist, und bekommt jetzt gesagt: in Zukunft nur noch Spaghetti Bolognese. Oder so.

Ich bin unmöglich, ich weiß.

Go fuck yourself!

Nachsatz: Auf die Spaghetti will ich nun auch nicht verzichten…

Ich muss jedoch auch sagen, dass Joana wirklich megageil, megasexy, megasüß, megalieb und überhaupt mega ist.

Nur leider eben nicht so 100 Prozent lesbisch. Eher gar nicht. Wir machen nur rum, weil sie weiß, dass ich es brauche. Schon ein bisschen armselig. Von mir. Eigentlich müsste ich ja sagen „lass mal“ und müsste mich mit ihr als allerbester Freundin der Welt zufrieden geben. Andererseits – es ist nunmal Joana. Es sind ihre Titten. Es ist ihre Möse. Und sie zu küssen ist der Himmel auf Erde.

Bei Maze – äh, Chris – ist es eher die Hölle. In a good way.

Ich schreibe Unsinn, heute Nacht.

Muss die Vorfreude auf das schöne Wetter sein.

Weil ich dich liebe

Nachdem wir heute Nacht zu dritt in meiner Kabine geschlafen haben, kam das Thema auf, ob wir nicht einfach mal zu dritt Urlaub machen sollten. Oder gar eine Bootsreise einfach nur zu dritt unternehmen sollten. Vielleicht auf einer kleinen 30ft-Yacht.

Interessanter Gedanke. Aber während der Award-Season natürlich völlig ausgeschlossen.

Irgendwie entwickelt sich das hier gerade zu einer ménage à trois. So war das eigentlich überhaupt nicht gedacht. Immerhin war von Sex zwischen Joana und Chris bislang noch nichts zu sehen. Was aber vermutlich lediglich an Joanas Desinteresse an jeglicher Form von Sex liegt, bei dem kein Penis involviert ist. Insofern kann ich mich wohl nicht nur „von“ sondern gleich „von und zu“ schreiben.

Aber immerhin hat sie keine Berührungsängste. Chris und sie haben heute Morgen beim Aufwachen schon ziemlich kreuz und quer über- und untereinander gelegen.

„Warum geht dir eigentlich jede Form von Eifersucht ab?“, wollte Chris vorhin zum vermutlich 500ten Mal wissen.

„Weil es mir reicht, dass jemand Dinge mit mir machen möchte und es mir nichts nimmt, wenn er die Dinge auch mit anderen machen möchte“, antworte ich zum 500ten Mal.

„Und die Exklusivität?“, fragt sie zum 500ten Mal.

„Sehe ich so naiv aus, dass ich an das Thema ‚ewige Exklusivität‘ glaube?“ Natürlich auch zum 500ten Mal.

Und dann wollte Chris wissen, was das mit ihr und mir sei. Wieso sie so ewig auf mich gewartet hätte und ich, trotz Joana, wieder so eng mit ihr zusammen sei.

„Weil ich dich liebe“, habe ich geantwortet und sie hat angefangen zu weinen.

Süchtig

Wir bringen unsere beiden Mikroskop-Akrobatinnen nicht an den Wunschort.

Das war schließlich auch nicht unsere Vereinbarung. Wir machen auf dem Weg nach Westen einen kurzen Stopp am anderen Ende der Bermuda Inseln für sie.

Nachdem wir Joana mit der Anny X am Flugplatz abgeliefert haben, geht es direkt los, da das Wetter für die geplante Route absolut perfekt aussieht, das will ich ausnutzen.

Ausserdem geht mir das Wetter hier auf den Keks. Ich will endlich ins richtig Warme und meine Klamotten loswerden.

5-6 Tage sollte es bis Florida dauern. Das sollte reichen um Joana nochmal für einen Tag zwischen diesen Scheiß-Awards sehen zu können. Wobei ich ihr ständig in den Ohren liege, dass sie ENDLICH aufhören soll mit der Arbeiterei. Dann könnte sie auch endlich aufhören zu fliegen. Immerhin hat sie versprochen so oft es geht einen Linienflieger zu benutzen. Wir werden sehen…

Wobei ich irgendwie nicht daran glaube, dass sie jemals aufhören wird. Noch nicht einmal kürzer treten traue ich ihr zu!

Dieses movie business scheint wie eine Sucht zu sein.

Nun, über Sucht darf ich mich natürlich nicht auslassen. Ich selbst würde fliegen, bis meine Knochen nicht mehr zusammenhalten würden. Und würde meine Gesundheit es mir nicht verbieten, wäre ich vermutlich jetzt gerade 30.000 ft über der Erde. Das Segeln ist nichts weiter als das Methadon für meine Flugsucht.

Insofern muss ich Joanas Arbeitssucht wohl verstehen und ihre ständigen Besuche und vor allem das Unterbrechen der Drehs wegen mir, ihr ganz besonders hoch anrechnen. Und das tue ich. Vor einem Jahr hat sie sogar eine weitere Doppelgängerin engagiert um die Paparazzi abzulenken, wenn sie mich treffen will.

Was jedoch alles das beleidigende Gefühl nicht vertreibt, dass sie nicht öffentlich zu uns steht. Andererseits – wie würden es ihre Fans aufnehmen, wenn sie jemals wieder einen Typen heiraten würde und wir nebenbei ganz offen ein Verhältnis hätten (oder nicht offen, aber es herauskäme, weil die Paparazzi mich inzwischen kannten)…?

Vor diesem Hintergrund kann ich es schon ein wenig verstehen. Aber nur ein wenig.

Ankerkette

Die Neuen habe ziemlich große Augen gemacht, als Joana gestern an Bord gekommen ist.

Noch viel größer wurden sie, als Joana sich heute Morgen mit uns nackt an den Frühstückstisch gesetzt hat.

Unnötig zu sagen, dass ihre Münder offenstanden, als ich verkündete, dass ich jeden einzelnen an der Ankerkette im Meer versenken würde, der es wagte, ihre Titten – oder sie überhaupt – zu fotografieren und ihnen von verschiedenen Seiten bestätigt wurde, dass meine Aussage NICHT bildlich zu verstehen war.

Ich wäre gerne du

Ich finde es immer wieder herrlich, beim Dinner im Restaurant einer Frau gegenüber zu sitzen, die einen riesigen Strohut mit breiter Krempe und eine pechschwarze Sonnenbrille trägt.

„Ich wäre gerne du“, sagt Joana.

„Wärst du nicht, glaube mir“, entgegne ich: „Und im Übrigen hat jeder sein eigenes Kreuz zu tragen.“

„Ja, ich zum Beispiel dieses verkochte Gemüse hier“, schüttelt Joana den Kopf, knallt ihr Besteck auf den Teller und schiebt ihn von sich.

„Ich liebe dich“, sage ich.

„Das macht das vergammelte Gemüse auch nicht wieder lebendig“, antwortet sie.

Wie ich diese Frau liebe!