Hörorgasmus

Weihnachten ist noch lange nicht vorbei.

Schlimm? Oder gut?

Ich bin nicht sicher, doch ich habe auch keine Lust darüber nachzudenken.

Ich schaue mir lieber das kleine Plastikmodell des Airliners an, den ich fliege. Das Joana mir geschenkt hat. Zusammen mit der Dreifachvinyl „Bridges To Buenos Aires“ von den Stones. Eine Live-LP, die ich schon immer haben wollte, mir aber irgendwie nie gegönnt habe.

Man wird so faul wegen der ganzen Streamerei. Und seitdem es für Audiophile wie mich auch noch echtes Hifi-Streaming gibt – Ich sage nur: Tidal Masters! – gehen einem solche Sachen manchmal durch die Lappen. Mir jedenfalls.

Wie auch immer: Phonoamp, Preamp und Amp anschalten Platte auflegen, Nadel drauf, Augen zu – und ab nach Argentinien!

Konzerte sind ja heutzutage anders nicht mehr drin.

Hat aber den Vorteil, dass Frau beim Hörorgasmus masturbieren kann. Nicht wegen Jagger – Yuck! – sondern wegen Keiths Gitarre.

Ich darf doch sehr bitten!

Wie ein heulender Coyote

Nass wie ein Pudel im Wolkenbruch.

Ja, das war ich.

Die Unverschämtheit dieser Frau war einer der Gründe für die Überflutung.

Ich meine, das muss man sich mal vorstellen: Ich stehe an der Wand, die Beine leicht geöffnet, damit sie besser an alles kommt was sie erreichen will – und ich möchte, dass sie es erreicht – und als ihre Bemühungen erfolgreich sind:

Bang!

Nichts ist mehr!

Sie hört auf, einfach so! Mein Körper und ihr Finger haben nicht mehr als ein paar Sekunden gebraucht um mich abheben zu lassen – und dann ist ihr Finger weg! Wie bei einem Flugzeug das abhebt – und dann fallen alle Maschinen gleichzeitig aus. Nichts ist mehr mit dem Höhenflug. Wenn alle Maschinen gleichzeitig ausfallen, gibt es nur noch eines: Absturz!

Ihr Finger verschwindet genau in dem Moment in dem er mich eine Millisekunde vor den Orgasmus gebracht hat. In dem Moment als es kein Zurück mehr gibt, in dem Moment in dem mein Körper den Rest ganz alleine kann und sich und mich über die Grenze bringt. Er lässt mich abheben und eine winzige Sekunde fliegen. Und dann:

Bang! Die Berührung stoppt.

In dem Moment, in dem ich sie am meisten brauche.

Der Höhepunkt ist da und gleichzeitig bricht er zusammen!

„Hände weg!“, sagt sie rauchig und trocken und geht zur Minibar.

Ich klatsche meine Handflächen an die Wand und ich heule auf wie ein hungriger Coyote als mein Körper krampft und nach Berührung schreit.

Hungrig nach Berührung.

Mein zusammengebrochener Orgasmus lässt auch mich zusammenbrechen.

Ich rutsche jammernd an der Wand herunter, weil mein Körper die Kraft verloren hat, um sich auf den Beinen zu halten, weil er seine gesamte Energie braucht um in meinem Unterleib alle Krämpfe der Welt toben zu lassen.

Bis ich – angespannt und mit gebogenen Zehen und verkrampften Fingern am Boden ausgestreckt die letzten Krämpfe des zerstörten Orgasmus ertrage.

„Ich überlege mir, wann ich dir mehr erlaube.“

Dann höre ich den leisen Klick, der entsteht, wenn man eine neue Colaflasche öffnet.

Mehr erlaubt?, denke ich und: Das kann ja heiter werden!

Fickmaschine

Ich bin nicht der Typ für diesen Angry-Sex.

Man sieht es schon daran, dass mir noch nicht mal das deutsche Wort dafür einfällt.

Und da ich jetzt eine eigene Kabine besitze, weiß ich auch wohin ich gehen muss, wenn ich sauer bin und meine Ruhe haben will.

Dort wartet keine Frau, die mir Vorwürfe machen will oder wird, sondern Vibratoren und eine fuck machine (Fickmaschine?) und die quatschen nicht dumm herum oder zeigen mir die kalte Schulter. Und ich muss auch nicht aufpassen, von welchem Dildo ich mich als nächstes ficken lasse. Keiner ist sauer auf den anderen.

Herrliche, friedliche und vor allem auch befriedigende Welt. Und wenn man müde von einer Schicht an Deck kommt, will man nicht sehr viel mehr als einen unkomplizierten Fick mit ein paar unkomplizierten Orgasmen, einen Tee, der nach Tee schmeckt und ein Schlafstätte für den Schlaf danach.

Ich jedenfalls.

Meine bunten Sexspielzeuge bieten das Eine, meine kleine Küche das Andere und meine kleine Spielwiese sowieso.

Was jetzt nicht heißt, dass ich die Angelegenheit nicht mit einer anderen Frau teilen würde. Nur eben nicht mit denjenigen, die sich partout gar nicht mehr arrangieren wollen.

Irgendwie bin ich sogar froh, dass Mazikeen nicht zur Hand ist, weil sie im Moment das Boot kommandiert und durch die Zwei-Meter-Wellen steuert.

Manchmal bin ich eben ganz froh für etwas Alleinzeit.

Und für meine Fickmaschine, denn die bekommt gerade meine ganzen hässlichen Emotionen zu spüren!

So ganz normal

Sex haben…

So ganz normal. Und süß.

Normal gibt es nicht und süß ist lustig. Aber beides ist herrlich von Zeit zu Zeit. Vor allem mit Joana.

Sie in meinen Arm zu nehmen, meine Hand zwischen ihre Beine zu legen und sie zu küssen bis die Welt untergeht. Und sie dann ganz langsam und zärtlich zu berühren.

Bis sie schreit.

Ja, sie schreit. Hätte ich anfangs nie gedacht. Aber es ist herrlich.

Tammy

Akustisch-vaginaler Orgasmus

Es ist später Vormittag, als Joana an Deck klettert.

Sie blinzelt in die Sonne: „Das ist ja kaum auszuhalten, da unten! Eine Affenhitze.“

Joana zu fragen, ob sie sich eingecremt hat, ist ungefähr so, als würde man Leute fragen, die zur Arbeit unterwegs sind, ob sie sich angezogen haben.

(Nicht, dass Joana irgendein Kleidungsstück am Körper hätte. Dass die Frauen an Bord so oft wie nur möglich nackt sind, ist eine Grundregel auf meinen Booten. Warum nicht die Männer? Blöde Frage!)

Joana ist NIEMALS ohne irgendwelche Cremes unterwegs. Ich wundere mich immer, dass sie mir nicht aus der Hand glitscht.

Sie benutzt nicht nur Tages- und Nachtcremes; meiner Ansicht nach hat sie jeder Stunde ihres Tages ein extra Töpfchen zugeteilt. Sie ist besessen mit ihrer Hautpflege. Sowas würde mich zum Wahnsinn treiben! Nein, eigentlich treibt es mich zum Wahnsinn, weil ich ihr die Hälfte der Zeit zuschauen muss, wie sie ihrer Haut Feuchtigkeit zuführt, wie sie Öle einreibt, Härchen auszupft und auf diese Verletzungen dann Zaubercremes aufträgt und… GRAU. EN. HAFT!

Zugegeben: Ihre Haut und sie sehen 20 Jahre jünger aus, als in ihrem Ausweis steht.

Allerdings würde ich diese Zeit lieber nutzen um zu leben.

Jedem das seine…

„Wie geht es Gabby?“, frage ich.

„Gut. Ich glaube sehr gut. Sie ist aufgewacht, hat mit Eva herumgealbert und hat dann nach dir gefragt.“

Die Reihenfolge hätte ich mir zwar eher umgekehrt gewünscht, aber gut.

„Ist sie nackt?“, frage ich.

„Hast du auch nochmal was anderes im Kopf?“

„Muss ich?“

In diesem Moment taucht Gabbys blonder Schopf aus der schwülen Dunkelheit des Salons auf.

„Äh…“,flüstere ich Joana zu: „Wenn sie nicht mehr krank ist, wieso hat sie dann noch was an?“

„Ach, halt den Mund, Tammy!“

Pah!

„Gefällt dir vielleicht nicht was ich anhabe?“, lächelt Gabby.

MIST! Sie hat mich gehört!

Ich drehe mich zu Ken um und mache ein Zeichen, die Segel zu killen. Geben wir allen ein wenig Pause von drei Tagen Dauersegeln.

„Vorsicht!“, ruft er Joana und Gabby zu und rät ihnen sich ein wenig zu ducken, während er das Ruder dreht um das Boot in Eisen zu legen.

Wir poltern über die kurze Dünung.

Ablenkung.

„Du siehst rattenscharf aus!“, gebe ich schließlich zu, aber beschwere mich gleichzeitig bei Gabby: „Aber wir sind hier auf meinem Boot und nicht in einem Film!“

Meine Regeln sind meine Regeln.

„Habe ich dir nicht gesagt, du sollst den Mund halten, Tammy?“, zischt Joana erneut.

„Ja, halt den Mund, Captain“, lächelt jetzt auch Gabby, nimmt meinen Kopf in beide Hände und küsst mich auf eine Weise, die mir den Boden unter den Füßen wegzieht. Eigentlich wegreißt. Meine Knie werden so schwach, dass ich mich rückwärts anlehnen muss, um nicht wegzuknicken.

„Sorry für das Hemd“, haucht Gabby mit ihrer rauchigen, mit purem Sex aufgeladenen Stimme. Wie halten es die Menschen, die diese Schlafzimmerstimme ständig hören müssen, nur in ihrer Umgebung aus?

„Möchtest du mir das Hemd ausziehen?“ Ihre Stimme bohrt sich ohne Umwege in meine Möse, macht einen leichten Schwenk nach oben und drückt massiv auf den G-Punkt.

„RUNTER, DU IDIOT!“, brüllt Ken den Norweger an, der die Szene mit offenem Mund betrachtet und dabei beinahe über Bord geht.

Ich zittere. Aber ganz bestimmt nicht wegen Elias, dem Idiot.

Alles, an was ich im Moment denken kann, ist der obere Knopf des weiten, weißen Hemds, das locker über ihre enormen Brüste fällt.

Ich hasse winzige Knöpfe. Vor allem bei anderen.

„Soll ich dir helfen?“, hauchen ihre Lippen.

Sie muss ein ganz klein wenig zu mir aufschauen, sie ist nämlich noch kleiner als ich. Unfassbar aber wahr. In ihren Filmen wirkt sie nämlich wie ein 1,80 Meter großes Laufstegmodel zzgl. Brüste. Warum sind diese Superstars alle so winzig? Damit der Regisseur keine Komplexe bekommt?

Den ersten Knopf habe ich aufgezittert. Als ich am zweiten ziehe, offenbaren sich schon die D-Brüste darunter. Ich widerstehe dem Drang hineinzugreifen und sie herauszuholen. Wie kann jemand so klein sein und solche enormen Teile besitzen?

Ich muss mit dem Kopf ein wenig näher heran, damit ich den winzigen weißen Knopf durch das Loch bugsieren kann.

„Danke“, flüstert Gabby.

Ich glaube, ich habe einen Orgasmus. Einen akustisch-vaginalen.

„Für was“, stammele ich und mache mich an den vorletzten, nicht ohne beide Hemdseiten einmal kurz wegzuschieben und mir die Pracht darunter zu betrachten.

„Für Eva“, flüstert sie.

„Die ist nicht von mir. Und ich lasse sie mir auch nicht andrehen!“ Manchmal kann ich mich halt nicht bremsen… Nennt mich Chandler.

Der dritte Knopf war einfach und Gabby ist jetzt quasi nackt. Der vierte ist nur noch Formalität. Wie zwinge ich meinen Mund nur, sich nicht an einem der beiden Nippel festzusaugen?

Als die Formalität mit den Knöpfen erledigt ist, habe ich Gabbys ursprüngliche Aufforderung völlig vergessen, denn ich lasse das Hemd los und schaue zu, wie der Wind abwechselnd die rechte und die linke Brust freilegt. In schöner Regelmäßigkeit.

„WENN DU JETZT NICHT AUFHÖRST ZU STARREN, LASSE ICH DICH AM MAST AUFKNÜPFEN!“

Hä?

Ah, verstehe: Ken meint den Norweger, der schon wieder auf Gabbys D-Pracht starrt. Man kann es ihm nicht verdenken, denn in ihren Filmen scheint man jedes Mal die Pracht ein wenig kaschieren zu wollen und verteilt ihre Brüste immer ein wenig unter den Oberteilen. Aber erst einmal rausgeholt…

„Auf was wartest du?“

Hä?

„Wolltest du mir das Hemd nicht ausziehen?“

Ich kann nicht mehr, ehrlich!

Ich taumele gegen die Wand des hinteren Aufbaus, in dem die Mannschaftsquartiere liegen. Meine Knie sind immer noch weich.

„Was war nochmal mit Eva?“. stammele ich völlig idiotischerweise, weil mir gerade nichts Besseres einfällt: „Geht es ihr gut?“

Geht es ihr gut? Bist du jetzt vollkommen bescheuert, Tammy?

„Ich dachte, du kannst Kinder nicht leiden?“, lächelt Gabby: „Sie scheint total in dich verknallt zu sein. Und sie nennt dich ‚Captain‘.“

Verdammt! Ich will keine Komplimente von dem Balg, ich will die Mutter ficken!

„Was hast du mit ihr gemacht?“

„Hä?“

„Sie hat gesagt, du hättest sie ins Bett getragen. Und du hättest ihr einen Kuss gegeben.“

„EINEN KUSS?! Äh nein, das war… Gar nichts… Völlig platonisch… Ich meine – gute Nacht und so! Ich schwöre!“

Joana prustet los: „DU HAST IHR EINEN GUTE-NACHT-KUSS GEGEBEN? DUUUU???!!!“

„Nein, nein, nein! Das war SIE und… Ach, FUCK YOU!“

„Was ist jetzt mit dem Hemd?“

Welches Hemd?

„Hä?“

„Wolltest du mir nicht das Hemd ausziehen?“

Äh… Stimmt… Daher die Knöpfe… Das überlebe ich nicht! Vor allem, weil mir gerade auffällt, dass Gabby das Höschen weggelassen hat!

An meinen Beinen läuft alles herunter, was mein Körper zu bieten hat.

„Sex“, sage ich.

„Bitte?“, fragt Gabby.

„Manchmal sagt sie so komische Sachen. Der Zusammenhang ergibt sich aber meistens später“, erklärt Joana.

„Sex ist verboten!“, schiebe ich nach.

„Aha“, sagt Gabby.

„An Deck“, füge ich an: „Sex an Deck ist verboten, solange hier Ständer herumlaufen!“

Ken starrt mich an. Joana starrt mich an. Gabby starrt mich an.

„TYPEN! TYPEN herumlaufen!“, verbessere ich mich und zeige auf den Norweger.

Gabby starrt immer noch. Joana legt den Kopf schief und erklärt: „Deine Titten haben sie verwirrt, Gabby.“

„Wirklich?“ Gabby schaut an sich herunter.

„Der zählt aber nicht“, beeile ich mich nachzuschieben und zeige auf Ken: „Der ist schwul!“

Joana vergräbt ihr Gesicht in den Händen während Ken die Augen verdreht: „Manchmal hat sie das“, meint er schulterzuckend und kopfschüttelnd zu Gabby: „Dann ist ihr Hormonhaushalt durcheinandergeraten.“

Gabby wendet sich an Joana: „Sind Lesben immer so?“

„Keine Ahnung. Ich kenne nur eine.“

„Wieso? Wie bin ich denn?“, will ich wissen. Ich habe mich einen Moment von Gabbys Brüsten losreißen können. Das Problem ist, wenn man jeden verfickten Film dieser Frau kennt und man sich wieder und wieder vorstellt, wie sie wohl aussehen mag und man schließlich ihren Body auspacken darf – selbst auspacken darf – wie soll man da noch klar denken können?

Einen Moment lang stelle ich mir vor, wie es wohl aussehen würde, wenn Joana und Gabby… Aber nur einen Moment…

„Du küsst – na ja, dieser Kuss war – göttlich!“, lächelt Gabby. Fast hört es sich an, als würde sie davon schwärmen.

Ja, klar… Ich hatte überhaupt nichts gemacht! Ich war so perplex gewesen, dass meine Zunge wie ein toter Hamster in meinem Mund herumgelegen hat. Göttlich… Lächerlich!

„Äh…“, werfe ich ein.

„Ja, küssen kann sie“, bestätigte Joana: „Damit hat sie mich auch rumgekriegt.“

Fuck! Müssen die sich über sowas unterhalten? Ich kann doch nicht noch nasser werden, verdammt! Und überhaupt ist das alles Quatsch! Wenn hier einer küssen konnte, dann war das Joana. Und das verschenkte sie immer wieder an – MÄNNER!

„Ziehst du es mir jetzt aus? Ich dachte, wir müssen nackt sein an Deck?“

Ich nickte.

Als ich das Hemd über ihre Schultern nach unten ziehe, treten mir Tränen in die Augen. Fuck, was ist denn da los?! Ich bin vollkommen durcheinander!

„Weißt du“, haucht Gabby als ich ihr die Ärmel über die Hände streife, die sie dicht an den Körper angelegt hält: „Jemand, in den sich meine Tochter verliebt…“ Ihr Mund ist ganz dicht vor meinem: „…der kann mit mir machen was er will.“

FUUUUCK!!!

„Alles. Alles, was du willst!“ Purer Sex in ihrer Stimme. Lange Fäden an meinen Oberschenkeln.

Ihr sexuell aufgeladener Atem explodiert direkt vor meinem Mund. Ich zucke zusammen. Durch meine Beine rast ein Kribbeln. Es beginnt bei den Knien und jagt nach oben. Mein Bauch zieht sich zusammen.

Gabby gibt mir ein kleines Küsschen auf die Lippen. Und ich habe ein kleines Höhepünktchen. Mehr Flüssigkeiten habe ich sowieso nicht mehr zu bieten.

„Eines noch“, fragt Gabby und grinst: „Was meint Eva eigentlich damit, dass du nachts immer brummst?“


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Kreuzweise

Und ja: Sex ist immer noch wichtiger!

Ich sage jetzt nicht wichtiger als was, ich sage einfach nur: wichtiger.

Wenn es da unten nass wird, sich ganz langsam etwas hineinschiebt und die Berührungen beginnen…

…DANN KANN MICH DIE GANZE WELT MAL KREUZWEISE!


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35.040 Orgasmen

Ob wohl jemals einer versucht hat, seine Höhepunkte zu zählen?

Nein, nicht die an einem Tag, das kann ja jeder. Fünf oder sechs, sieben oder acht – soweit kommt ja nun wirklich der oder die dümmste.

Nein, ich meine von Anfang an!

Eigentlich gibt es ja alles auf der Welt.

Wenn ich mal so von durchschnittlich drei bis fünf – nehmen wir die Mitte, also vier pro Tag ausgehe, dann sind das pro Jahr 365 * 4 – moment, Taschenrechner:

1.460 Orgasmen. Mit und ohne fremde Hilfe.

Gehe ich nun – konservativ gerechnet – vom 12. Lebensjahr als Beginn aus, dann hätte ich, bis ich 22 war, 14.600 geschafft und bis heute, moment bitte, Taschenrechner:

35.040 Höhepunkt geschafft.

Ganz schönes Beckenmuskeltraining!

Und wenn ich bedenke, dass ich die 4 nur eingesetzt habe, damit die anderen Mädels nicht so neidisch sein müssen…

Mit und ohne fremde Hilfe

Ja, ich weiß auch, dass vier am Tag etwas wenig sind, doch ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich manchmal vor lauter Streß nicht zu mehr als zwei komme. Aber das gleicht sich über die Woche immer wieder aus.

Und wenn ich hin und wieder diese Horrorstorys von Leuten lese, die angeblich tagelang ohne auskommen… Warum schreiben die sowas? Das geht doch gar nicht!

Peng!, würde es machen und Tammy wäre geplatzt. Wie ein roter Luftballon.


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Sexy Finger

Sex macht den Kopf klar.

Jedenfalls meinen. Allerdings half er mir diesmal nicht eine Entscheidung zu treffen.

„Reicht! Ich sterbe!“

Mazikeens Kopf tauchte grinsend zwischen meinen Beinen auf: „Du lässt nach.“

„Ich muss dauernd daran denken, was ich jetzt machen soll.“

„Ich habe da so eine ganz abwegige Idee: Du könntest einfach mal ans Telefon gehen, wenn es das nächste Mal klingelt.“ Sie zeigte auf mein Handy, das auf dem Nachttisch lag. Dann öffnete sie den Mund und saugte alles Mögliche da unten hinein.

„Fuuuuck!“, stöhnte ich.

Sie ließ mich frei, nur um kurz darauf wieder unanständige Sachen mit ihrer Zunge zu machen. Bei Maze war es nicht ich, die zu entscheiden hatte, wieviel Orgasmen ich bekommen würde. Offenbar hatte noch einer gefehlt.

„Weisst du, dass die Sache im Diner eigentlich unheimlich sexy war?“

Maze krabbelte unter der Decke hervor: „Hast du beim letzten Orgasmus daran gedacht?“

„Ne. Nur beim ersten, zweiten und dritten Mal“, antwortete ich wahrheitsgemäß. Mir war allerdings nicht so klar, was so sexy daran sein sollte, jemandem zuzuschauen, wie er an einem Salatblatt herumnagte.

„Quatsch!“, meinte Maze: „Es waren garantiert ihre Finger mit den Pommes von dir. Ihre Finger SIND nämlich sexy.“

„Wahrscheinlich“, nickte ich und ließ das Handy leise vor sich hin klingeln.

Sexy

Ihr seid doch alle kleine Schlampen

Ich bin schon wieder wach.

Richtig: DAS geht immer. So mancher Mann würde mich darum beneiden. Darum, dass es immer geht, meine ich. Na ja nicht immer, aber meistens.

Dass ich hingegen so gut wie immer möchte – DAS sei dann schon eher ungewöhnlich, meinen Joana und Maze in schönen Einvernehmen. Ungewöhnlich – wir vermeiden Wörter wie nicht normal oder pervers wo es nur geht. Jeder ist eben anders. Es kann ja auch nicht jeder Bücher schreiben.

Dass ich so gut wie immer möchte, beschert mir den großen Vorteil, dass ich meinen Lesern ständig etwas zum Thema Sex präsentieren kann. Wenn ich mir vorstelle nicht dauergeil zu sein – wie langweilig wäre das?

Immerhin sind meine Leserinnen allesamt selbst kleine Schlampen. Oder warum lesen sie sonst die Sachen, die ich schreibe?

Es kann ja wohl nicht sein, dass sie das brauchen, damit sie selbst Sex haben können…?

Whatever…

Wo war ich? Ach ja: Schlampe!

Schlampe sein ist cool. Genauso wie Frauenheld. Die Wörter klingen zwar leicht unterschiedlich, doch im Endeffekt besagen sie das Gleiche. Wir sind cool, jede will uns und wir wollen immer.

Und man stelle sich mal nur die ganzen Orgasmen vor! Sie verschleissen zwar Frauen, kosten Batterien und man muss darauf achten, immer ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, doch sie machen mehr Spaß als eine Nacht mit den besten Freundinnen, Eis, Crackers und F.R.I.E.N.D.S.

Und was machen Schlampen, wenn sie mit dem Tagebucheintrag fertig sind? Genau: Sie gehen an Deck und segeln weiter.

Tittentechnisch

Das Wetter wird besser.

Wir sind am ganz frühen Morgen Richtung Great Abaco ausgelaufen. Wir nutzen den letzten Wind aus, denn am Freitag erwarten wir eine Flaute.

Vor dem 10. oder 11. Februar wird Joana sowieso nicht hier sein, das ist jedes Jahr das Gleiche. Und dann kommt es noch darauf an, ob direkt nach den Oscars Drehs angesetzt sind. Was öfter als nicht vorkommt, da diese elende Award Season der gesamten Industrie ein enormes Loch in den Kalender schlägt.

In meinen auch. In den für mein Schlafzimmer.

Tittentechnisch.

Wenn es Maze nicht gäbe, hätte ich hier auf dem Boot ein echtes Problem. Ich habe mich nämlich entschlossen, diese Harakiri-Sache nicht weiter zu verfolgen.

Die quietscht nämlich beim Sex immer so komisch.

Muss ich nicht haben. Ist vielleicht so ein Japanding. Klingt so ein bisschen als würde man einem Vögelchen die Flügel ausreißen.

Da heule ich doch lieber wie ein Wolf. Das klingt wenigsten erwachsen.

Ich werde es ihr mal sagen. Irgendwer muss es ja tun. Ich bin natürlich, wie üblich, diejenige, die sich opfern muss. Aber sonst piepst die noch ihr Leben lang.

Ich muss nur den passenden Moment abwarten. Am besten wenn wir alle zusammensitzen, da bekommt sie die meisten Tips wie sie das Gezwitscher abstellen kann.

Wie war das noch gleich:

Ein Tag ohne gute Tat ist ein verlorener Tag für mich!

Blog exklusiv: Heulen wie ein Wolf

Maze quält mich damit manchmal ewig.

So einen zerstörten Orgasmus kann man, durch geschicktes Berühren, bis zu einer Minute ausdehnen.

Hat Maze gesagt. Ich schaue dabei nicht auf die Uhr, weil ich in dem Moment dabei bin, die Krämpfe und die Verzweiflung auszuatmen. Und mich irgendwo festzukrallen.

Sie macht das immer so lange wie ich es gerade verdient habe. Sagt sie.

Sie behauptet, ich würde dabei so ein wolfsähnliches Heulen von mir geben. Mit weit geöffnetem Mund und aufgerissenen Augen.

Dämonen quälen.

Wenn es dann endlich vorbei ist, gibt es für mich immer die gleichen drei Möglichkeiten: Zu heulen, sie zu beschimpfen oder sie zu würgen.

In der Regel fange ich mit Würgen an, gehe dann zu beschimpfen über, weil sie mich beim Würgen auslacht und fange schließlich an zu heulen, weil mein Körper die Tortur immer noch nicht überstanden hat.

Ich hasse Dämonen! Erwähnte ich das schon?

Blog exklusiv: Academy Award

Und dann hat sie mir mal wieder den Orgasmus so richtig kaputtgemacht.

Mit Absicht.

Ich glaube, ich habe meine Krallen vor Verzweiflung mindestens einen Zentimeter tief in ihren Rücken gegraben.

Und ich könnte schwören, sie hat – während ich tausend Tode gestorben bin – ganz leise „Academy Award“ geflüstert!

Das Biest!

Läufige Bitches

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich mich bei sexy Harakiri einmischen sollte.

Tine und Harakiri klingen so frischverliebt. Zumindest beim Ficken. Den Rest scheinen sie ja vor uns verheimlichen zu wollen. Den Lesbenpart.

Ist das alles kompliziert…

Ach was, ich werde morgen einfach mal den Holzhammer auspacken. Das funktioniert immer und macht Spaß.

Der Sturm kam früher als gedacht. Soviel MAL WIEDER zum Wetterbericht. Die Karibik ist ziemlich unberechenbar. Das hat Ken vorher schon gesagt. Der Scheiß-Wind würde Joana vermutlich in allem bestätigen und ich gebe zu, es ist schon eine ganz schöne Aufgabe sich bei so einem Wetter um so viel Tuch kümmern zu müssen. Und das bei ein Boot mit so wenig Tiefgang. Da bekommst du schon bei 30-35 Knoten Wind Probleme halbwegs dem Kurs zu folgen. Vor allem, wenn auch noch die Dünung ungünstig kommt!

So oder so: es würde ihr gerade mal nicht gefallen! Bzw. hätte ihr nicht gefallen, denn das Wetter hat sich einigermaßen beruhigt und erst am Dienstag frischt es wieder auf. ANGEBLICH! Bis dahin liegen wir aber längst in der Goodman Bay.

Anyway…

Ein Tag ohne Sex. Wie machen die Leute das? Ich meine – Masturbieren eingerechnet. Wenn man so zu gar nichts kommt? Ich rede jetzt nicht vom ganzen Monat, sondern von den beiden Wochen nach der Periode in denen die Hormone uns zu läufigen Bitches machen. (Ich nehme mal das englische Wort. Das deutsche provoziert noch mehr Kreischerei von den Frauen, die behaupten, unsere Triebe und Launen wären ohne Pille steuerbar… Weil wir ja keine Tiere sind… WUFF!)

Wenn ich jedenfalls in den beiden hormonflutenden Wochen bin, brauche ich Frauen oder Batterien. Oder beides.

Langer Rede kurzer Sinn: Bei mir ist gerade Tsunami. (Was nicht heißt, dass zu anderen Zeiten gar nichts geht… Aber da sieht es dann eher so aus wie bei den armen Weibern, die die Pille nehmen. Langweilige Mitte.)

So… Wo genau ist jetzt Maze?

MAZE! MAZIKEEN! WO BIST DU? MAZE!

Nass wie ein Pudel im Regen

„Sie will dich mit ihren Kolleginnen locken?“, fragt Mazikeen ungläubig.

„Ja.“

„Sie will aus unserem Boot einen Fickdampfer machen?“

„Offensichtlich.“

Mazikeen sieht aus, als würden ihre Dämonenaugen gleich anfangen vor Zorn zu glühen: „Ist die lebensmüde?“

„Pass auf, was du sagst, Maze. Wir reden hier von MEINER Joana. Verstehst du?“

„DEINE Joana spinnt!“

„Davon abgesehen“, entgegne ich, immer noch leicht angepisst: „Weißt du eigentlich von welchen Frauen sie redet?“

„Ich bin überrascht, dass sie überhaupt von Frauen redet!“

„MAZE!“ Langsam werde ich wirklich ein klein wenig sauer.

„Jaja… Schon gut… Von wem redet sie?“

„SJ, z.B. oder CD. EB, CT und andere.“ (Ich kann hier natürlich keine richtigen Namen nennen.)

„Rennt sie herum und macht Werbung oder was? Lesbisches Ficksegeln in der Karibik oder so?“

„Ganz ehrlich, Maze: Ich habe nicht die Spur einer Ahnung. Sie ignoriert die Frage.“

Maze nickt: „Ignorieren können diese Diven gut.“

„Spannend ist es schon…“, gebe ich zu.

„Du meinst, du wirst gerade nass wie ein Pudel im Regen.“

„Das auch“, nicke ich.

Ich. Nass.

„Wie kann man nur so verrückt auf Stars sein wie du?“

Ich zucke mit den Schultern. Woher soll ich das wissen?

„Und die Damen trauen sich natürlich alle nicht auf ein älteres Boot…“

„Ich glaube eher, die sind gewohnt im Luxus zu ficken.“

Luxusschlampe. Trocken.

„Luxusfotzen“, nickt Maze.

„Das auch“, grinse ich: „Schlimm?“

„Darf ich Joana bitte doch ertränken? Bitte, bitte!“

Nackt und im Spagat

Es gibt Leute, die stehen darauf die Finger auf der Stelle, ohne Umschweife, brutal und bis zum Hals reinzurammen. Nicht über „Los“ direkt ins „Gefängnis“ zu gehen, sozusagen.

Ich meine, geht schon, wenn du richtig nass bist. (Sturmflut)

Und manchmal habe ich ja auch nichts dagegen. Kommt immer darauf an wer das macht. Und wo. Und wann. Und wie genau.

Aber wenn dann eine kommt und erst einmal Gleitgel auspackt, dann frage ich sie – sobald mein Lachanfall vorbei ist – ob sie

  • erstens glaubt, ich hätte gerade nackt und im Spagat im Sandkasten gesessen,
  • zweitens, ob ich mich nicht doch lieber auf den Gynstuhl setzen soll,
  • drittens, ob sie vorhat, in meiner Gebärmutter zu übernachten oder
  • viertens, ob sie den Abfluss ficken will.

Und fünftens, ganz wichtig, ob sie wisse, wo die Tür ist.

Ist doch wahr!

Erwischt!

Als ob…

Eben habe ich sie erwischt. Selbst Japanerinnen können nicht leise ficken. Die beiden treiben es also tatsächlich miteinander.

Tine und Harakiri meine ich. Und zwar gar nicht mal so unheftig.

Ich musste mich über eine halbe Stunde in die Nähe setzen, damit ich alles mitbekomme. Auf den Boden!

Könnte auch eine Dreiviertelstunde gewesen sein. Das nächste Mal muss ich unbedingt mal auf die Uhr schauen. Auf jeden Fall habe ich mir zwischendurch ein Brot gemacht.

„Ja da! Ja, genau! Oh God! Aaaaah! Tiefer, tiefer! Fuuuuuuuuuck!“

Und so.

Aber wir haben ja alle mal angefangen.

Bin dann danach erst einmal kurz in meine Kabine.

Spuren verwischen.

Wir drei sind schon komisch…

Ich werde das Segeln noch sowas von genießen! Wer weiß, wie lange das mit dieser Scheiß-Krankheit noch geht! Da wird aber auch gar nichts besser! Langsam geht es mir echt auf die Nerven. (Schon irgendwie ein komischer Satz in diesem Zusammenhang.)

Ich bin so zugedröhnt mit Tabletten…

Was mich daran erinnert, dass ich jedem sagen wollte, dass er das Leben genießen soll, solange er noch kann.

Denn plötzlich, von einer auf die andere Sekunde macht es „Bäng“ und Schluss ist mit lustig!

Das kann jede erwischen, ganz schnell, ganz unfair mit egal was.

Bin ich eigentlich blöd? Jammere ich hier jetzt schon wieder rum?

Offensichtlich. Weil mir der Nerv immer wieder eine reinhaut. Wenn ich wenigstens zurückschlagen könnte.

Wie auch immer…

Ich will unbedingt mal so einen Vibrator mit drei – wie nennt man das eigentlich?

Einen Kleinen für hinten, einen Normalen für vorne und was ganz Kleines für die Klit. Ich werde meine Schwester bitten sowas zu besorgen. (Zu unserem Boot schwimmt leider kein Paketbote.) Aber ich will so ein Teil unbedingt mal ausprobieren. Für Erfahrungsberichte bin ich immer dankbar – am liebsten hier in meinem Blog und nicht auf Facebook oder wo auch immer. Ist intimer hier. *zwinker

Maze – Ja, ich hab’s akzeptiert, ab sofort Mazikeen! – hat heute gegen Morgen bei mir… Ach was, das wollt ihr sowieso nicht wissen. Aber es war geil und intim.

Warum ich euch anspreche, obwohl das hier mein Tagebuch ist?

Na ja, ich weiß ja, dass ihr es lest. Also warum nicht ab und zu auch mal einen kleinen Dialog zwischen uns?

Wie auch immer…

Maze ist der Hammer! Unsere Verbindung ist seit heute Nacht eine ganz andere geworden.

Ich habe es Joana geschrieben und sie war total aus dem Häuschen. Richtig happy für mich aber auch für uns. Wir drei sind schon komisch.

Ich liebe sie. Alle beide.

Sie hat gefragt, ob es mir etwas ausmachen würde, wenn sie irgendwann einmal mit Chris – Maze – schlafen würde. Schon schräg. Ich habe ihr ganz ehrlich gesagt, dass ich mir nichts Schöneres vorstellen könnte.

Ich sage ja: Komisch.

Ich liebe sie. Alle beide. Jede auf ihre Art.

Sie macht Dinge, die mich wach werden lassen

Sie wirft mich tatsächlich MORGENS um VIER aus meinem eigenen Bett!

Na ja, sie „wirft“ mich nicht wirklich; sie macht Dinge mit mir, die mich wach werden lasse. Aber trotzdem…

VIER!

Und warum? Sie wird mir die Freundschaft – oder zumindest die Finger – kündigen, wenn wir nicht vor Morgengrauen auf der anderen Seite der Insel und an Bord dieser Rennmaschine sind!

Ich wäge ab: in Zukunft kein Sex mehr mit Chris oder aufstehen?

FUCK!

Interesse an Sex? Wohl kaum!

Ich entschuldige mich dafür, dass…

ich momentan meist über diese Seglerei schreibe. Aber ich mache ja derzeit auch kaum etwas anderes.

Solange ich niemanden mit einem Buch darüber traktiere, oder?

Ausserdem ist das ja schließlich mein Tagebuch. Nichts weiter.

Und wer will schon etwas darüber wissen, wann und wo und wie Chris und ich es getrieben haben?

Oder welche meine Lieblingsvibratoren sind?

Oder warum ich was in welchem Buch geschrieben habe?

Oder dass ich darüber nachdenke, wie ich diesen kleinen Mikroskop-Punk ins Bett bekomme, weil mich das ganze Metall in ihrem Gesicht so anmacht?

Oder an was ich beim Masturbieren denke?

Oder wie Joana von der besten Freundin zur Geliebten wurde?

Und, und, und…

Seht ihr: niemand.

Also kann ich auch in Ruhe mein Tagebuch weiterschreiben.

Unter meiner Decke

Seitdem ich mit Joana zusammen bin, habe ich mehr Sex mit Chris denn je!

Ich muss wirklich aufpassen, dass ich noch Zeit für andere Dinge finde.

Okay, ist natürlich Unsinn: Chris ist mehr mit Werkzeug in der Hand anzutreffen als dass sie sich bei mir unter der Decke herumtreiben würde. Wobei… Das erinnert mich an etwas…

Ich muss jedoch auch zugeben, dass ich weder Chris noch Joana missen möchte.

Und apropos Joana: Sie hat sich immer noch nicht gemeldet. Langsam fange ich an mir Sorgen zu machen. Wenn sie sich bis morgen früh nicht gemeldet hat, werde ich mal ihr Personal ausquetschen.

Kaffeepause

Endlich eine kleine Pause für mich.

Frühstückspause um genau zu sein. Der Wind hat gedreht, bläst jetzt mit knapp 30 Knoten von NW, was nicht sehr nett ist. Boen bis 40 Knoten (Windstärke 8) geben einen kleinen Vorgeschmack auf den Sturm, mit dem wir am Mittwoch zu rechnen haben. Wenn wir es nicht schaffen, den abzuwettern – wird es spannend… Ehrlich gesagt: erleben möchte ich das nicht, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Und dann schweigt auch mein Tagebuch mal für eine Weile…

Ken hat sich auf jeden Fall vorhin fast zwei Stunden mit dem Wetter beschäftigt, wobei es natürlich bis Mittwoch noch lange hin ist. Noch ungünstiger: Vorher müssen wir noch durch eine Flaute durch, was das Umgehen noch schwieriger macht.

Bermudadreieck. Verstehe.

Whatever…

Vorhin ist Zoe aufgetaucht. Sie meinte, ich bräuchte nicht zu denken, dass ich sie los wäre. Ich wäre nicht immer auf dem Boot und Joana wäre nicht immer dabei. Ich schätze, sie hat Chris vergessen.

Hoffe ich.

Andrew macht sich ganz gut bei dem Scheißwetter. Trotzdem muss ich mich noch an den Gedanken gewöhnen, dass da ein Halbgreis in Regen und Sturm an Deck herumturnt. Ich habe diese negativen Erfahrungen an dieses Krankenhaus in Spanien, in dem sie mein Auge in Ordnung gebracht haben, nachdem ich einen anderen Oldie davor bewahrt hatte über Bord zu gehen. Kein gutes Gefühl.

Ken sagt, ich müsse mir keine Sorgen machen, Andrew wäre ein alter Seebär und sicherer an Deck als jeder von uns. Ich hoffe, Neptun sieht das auch so!

Tee. Dann Kaffee. Bei so einem Wetter brauche ich nach meinem Tee einen Kaffee oder zwei. Was ich gerade noch mehr bräuchte, wären die Finger von Chris in meiner Hose. Gerne auch hier am Kaffeetisch. Joana käme natürlich noch besser. (Ich denke heute an dich und drücke ganz fest die Daumen, my love.)

Bin ich sexsüchtig?

Ja.

Warum? Stört es irgendwen?

Cornelia mit Topf und Schürze

Ich muss sagen,

die Sache fängt an, interessant zu werden: Ich beobachte Cornelia beim Kochen und trotz des etwas zweifelhaften Namens, scheint sie sich mit einer Bordküche auszukennen. Ich bin wirklich gespannt, was dabei herauskommt.

Was mich auch interessiert: Haben Cornelia und Andrew wohl noch Sex? Auf einem Boot weiß man das meist nach dem ersten Mal – es sei denn, sie halten sich gegenseitig den Mund zu. Dann sieht man es aber spätestens am dummen Grinsen am nächsten Morgen.

Fit genug scheint der Oldie auf jeden Fall zu sein, so wie er an Deck das Zeug handelt.

Hatte ich erwähnt, dass ich Sex brauche?

Hören und Sehen

Ich verstehe das nicht:

Jetzt durfte Chris mir eine Stunde lang Hören und Sehen vergehen lassen und ich darf immer noch nicht Harakiri sagen?

Bei der Gelegenheit: Sie sagte, ich müsse mal daran arbeiten, „was da alles rein soll“. Wie soll ich denn das jetzt wieder verstehen? Meint sie mehr oder weniger? Oder meint sie welche… Ich kapier’s nicht! Sie muss mir das nachher mal erklären!

Andererseits bin ich der Meinung, jede Frau ist Herrscherin über ihre eigene Möse (ich schreibe jetzt erstmal „Möse“ und „Titten“ bis sich die Leserinnen an Erwachsenensprache gewöhnt haben).

Übrigens hatte ich das Gefühl, dass Andrew uns (mir) zugehört hat. Ich habe ihm mal symbolisch ein Handtuch gereicht.