Die ewige Stadt

Ausgeschlafen? Kaum. Zuviel Tequila. Und zuviel Kakao für die Kleine.

Bram und Elia schnarchen. Mazikeen macht mir Tee. Ich glaube, in sie kann man eine ganze Whisky-Brennerei in sich hinein schütten und sie merkt nichts davon. Liegt wahrscheinlich daran, dass Dämonen keine Seele haben. Was schließen wir daraus? Unsere Seelen werden betrunken, nicht wir selbst.

Auftanken. Passagiere aufnehmen, dann geht es weiter. Von der ewigen Stadt bekommen wir nichts mit, weil wir schlicht an Bord bleiben. Ist wohl auch besser so.

Ich freue mich auf mein glutenfreies Frühstück, weiterer Alkohol wurde mir von heute von Mazikeen verboten. Scheiß-Spiel. Na, dann werde ich mich wohl nachher an mein Surface setzen und an der deutschen Übersetzung von She Doesn’t Do Girlfriend weiterarbeiten.

Was für ein Streß!

Maximal vier Weiber zum Frühstück

Mazikeen hat mir wirklich eine geile Kabine zusammengeschustert.

Unglaublich was dieser Dämon alles drauf hat und das in so kurzer Zeit!

Sie sagt immer, wenn man sie in Ruhe lassen würde, könne sie viel schneller arbeiten. Das stimmt nicht.

Ich habe das Gefühl, sie schummelt und holt, sobald man ihr den Rücken zudreht, ein paar Dämonenfreunde zu Hilfe und sie arbeiten dann im Team! Anders geht das gar nicht!

Ich hoffe nur, es ist kein Dämon zurückgeblieben, ausser ihr. Diese Lilims können nämlich ganz schön unangenehm sein und vor allem – siehe Mazikeen – wird man sie für tausende von Jahren nicht mehr los.

Wo war ich?

Ach ja: geile Kabine, RIEEEESIGES Bett, kleine, eigene Dusche und sogar Platz für meine Hifi-Anlage, die wir schon monatelang mitschleppen, aber seit der Halberg-Rassy nicht benutzen konnten, weil der Platz gefehlt hat! Und eine Mini-Mini-Mini-Küche mit einem Wasseranschlüsslein für die Miniaturspüle, eine kleine Ablage für meinen kleinen Wasserkocher für Tee und Kaffeemaker und einem Mini-Schränkchen, in das fünf Tassen passen.

Also maximal vier Weiber zum Frühstück?

Als ich sie gefragt habe, wann sie denn das Geschirrspülmaschinchen einbauen würde, hat sie mich ganz unterweltlich gefährlich angedunkelt.

„Ich ziehe die Frage zurück, Euer Dämonenhaftigkeit.“

Tammy

Schmeckt das Zeug?

Naaaa, so schlimm bin ich gar nicht.

Ich kann schon zuhören – wenn es interessant ist. Aber wenn jemand seiner ewigen Liebe nachtrauert, die schon seit Jahren Geschichte ist?

Irgendwo hört es dann doch mal auf. Da hilft dann nur noch ein richtiger Therapeut.

Das habe ich ihr auch gesagt.

„Du hast gar nicht richtig zugehört?“

„Nope.“

„Das ist – krass.“

„Ich höre dir gerne tagelang beim Jammern zu, wenn dich gerade dein aktueller Stecher verlassen hat – aber das da? Bin ich hier, weil alle anderen die Geschichte schon auswendig können? Und du neues Publikum brauchst? „

„Du bist – unfassbar!“

„Komm mal wieder runter! Andere Mütter haben auch Arschlöcher, wenn du unbedingt sowas brauchst. Aber die Leute um dich herum vertreibst du mit deinem Genöle.“

„Vertreibe ich dich?“

„Willst du es ausprobieren?“

Joana blieb einen Moment still. Das war hoch gepokert. Doch mir das Ganze noch länger anhören – no way!

„Eigentlich nicht“, gab sie zu. „Aber ich muss zugeben, dass ich gerade – na ja, zumindest muss ich mich ziemlich zusammenreißen! Und wenn ich nicht gerade ein Vermögen für Blumen ausgegeben hätte…“

„Pah! Deine Freunde in der Branche hast Du schon gewaltig dezimiert, richtig?“

„Woher willst du das wissen?“

Ich nuckelte an der dritten Milch: Wenn das Gespräch noch drei Minuten weitergeht, wechsele ich zu Single Malt.

„Ist immer so: Sie heucheln Interesse und freuen sich dabei heimlich an deinem Unglück…“

„Warum sollten sie das wohl tun?“

„Weil sie dich um deinen Erfolg und deine unfassbare Schönheit beneiden?“

Joana schwieg. Ich wusste, dass ihr bei so etwas ein kleines bisschen warm wurde. Wem nicht?

„Und dann wechseln sie zum nächsten Thema.“

Sie schwieg immer noch.

„Bis du schließlich nichts mehr von ihnen hörst, weil du ihnen auf den Keks gehst.“

Schweigen.

„Stimmts?“

Sie zuckte mit den Schultern: „Schmeckt das Zeug?“ Sie zeigte auf meine Milch.

Ich nickte und schob ihr das Glas entgegen.

„Danke“, sagte sie nach einer Weile. Und: „Hast du heute schon etwas vor?“

Schmeckt das Zeug?

Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon

Blog exklusiv: Gute Taten sind nicht einfach

Wenn alles gutgeht, erreichen wir morgen Früh die Südspitze der Insel Abaco.

Das ist eines der schönen Dinge der Karibik: Es gibt viele kleine und größere Inseln, von denen die meisten in ein oder zwei Segeltagen erreichbar sind.

Ich habe schon vorgeschlagen, dass wir morgen mal wieder alle zusammen frühstücken. Dann kann ich Harakiri aus ihrem Elend befreien. Es fällt mir ja schwer, doch es muss wohl sein. Gute Taten sind eben oft nicht einfach.

Mit Joana gibt es nachher wieder Videosex. Auf ihren Wunsch einen Dreier mit Maze. Sachen gibt es…

Maze meinte, ich solle unbedingt aufpassen, dass ich nicht anfange zu zwitschern…

Ankerkette

Die Neuen habe ziemlich große Augen gemacht, als Joana gestern an Bord gekommen ist.

Noch viel größer wurden sie, als Joana sich heute Morgen mit uns nackt an den Frühstückstisch gesetzt hat.

Unnötig zu sagen, dass ihre Münder offenstanden, als ich verkündete, dass ich jeden einzelnen an der Ankerkette im Meer versenken würde, der es wagte, ihre Titten – oder sie überhaupt – zu fotografieren und ihnen von verschiedenen Seiten bestätigt wurde, dass meine Aussage NICHT bildlich zu verstehen war.