Twins

Puh, das war ein Marathon!

Die einen sagen „Ja“, die anderen „Nein“ und die ganz anderen „Vielleicht“.

Anik hat es am Schluß gerreicht: Sie hat den Vertrag genommen und zerrissen. Die Anwälte haben ganz schön blöd aus der Wäsche geguckt! Meine wie ihrer.

Ich habe Beifall geklatscht. Sie hat ja Recht, wer braucht diese Idioten schon? Wir machen das jetzt wie Otto Normalverbraucher: Es wird eine Ltd gegründet und wir sind zu gleichen Teilen Besitzer. Schluß, aus, Ende.

Wer braucht denn schon diese ganzen Anzüge?

„Und ihr verschwindet jetzt. Alle!“, faucht sie die Typen an (Ja, Typen. Alles Penisträger.)

Ich hole derweilen das Feuerzeug.

„Und wenn ihr nicht innerhalb von ein paar Sekunden verschwunden seid, macht sie euch Feuer unter dem Arsch!“

Ich würde das wirklich gerne mal ausprobieren. Aber die rennen so schnell.

Es ist schon ziemlich unfassbar, wie eine Horde Anwälte es schafft, aus Übereinstimmung eine Kontroverse zu machen.

Da haben sie aber nicht mit Zwillingsschwestern gerechnet!

Zwielichtige Gestalten

Anik hat sich angekündigt.

Alle sieben Plagen der Apokalypse fallen über mich her! ICH HABE URLAUB, VERDAMMT!

Doch sie will Geschäftliches mit mir besprechen! Ich glaube das ja wohl nicht!

Nun kann ich ja kaum meiner eigenen Schwester den Zutritt in das Haus verwehren, das meiner Geliebten gehört, oder kann ich? Wohl nicht. Aber ich kann sie ziemlich schnell wieder hinauswerfen. Vor allem, wenn sie mir auf den Wecker geht.

Ob ich meinen Anwalt dazubitten könnte, hat sie gefragt. Sie hat ihren auch dabei, die Firmenverträge müssen unterschrieben werden. Wenn ich eines gelernt habe, ist es, dass man mit Anik keine Handschlaggeschäfte machen darf.

„Nimm meine“, hat Joana vorgeschlagen.

Ich kenne diese zwielichtigen Gestalten sehr gut, denn ich muss mich ja dauernd wegen Joanas Steuern mit ihnen herumschlagen. Ich persönlich möchte denen nicht vor die Flinte laufen.

„Witzig! Wovon soll ich die denn bezahlen?“

„Ich leihe sie dir. Dafür, dass du dich so toll um meine finanziellen Angelegenheiten kümmerst.“

Das klingt fair.

Ich hatte noch nie Anwälte, die 750 Dollar pro Stunde nehmen und nirgendwo mit weniger als vier Leuten erscheinen. Das kann lustig werden.

Fußmatten fickt man nicht

Sturm.

Jetzt ist ihr schlecht. Geschieht ihr gerade recht. Wegen ihr haben wir nicht den Kurs weiter südlich genommen. Ich hoffe sie kotzt!

Oder vielleicht doch lieber nicht? Dann muss ich ja ihre Haare hochhalten! Und mitkotzen! Also bitte, bitte NICHT kotzen! Wäh!

Das kommt davon, wenn man macht, was dieses Weib will!

Was ihre Steuern angeht: Das wird jetzt bezahlt. Die kann mich mal! Das Gejammer, wenn ich sie im Knast besuchen muss, will ich mir gar nicht vorstellen. Das von den Wachen, meine ich. Die kleine Diva hält ja keiner aus. Aber ihr Bankkonto hält alles aus. Und es besteht nicht aus Schulden, wie das von diesem Möchtegern-Präsidenten.

Ich glaube nicht mal, dass sie das wirklich merkt, wenn da irgendwo ein paar Millionen fehlen. Wobei einer ihrer Anwälte mir sagte, er würde sich das nicht trauen. Ich habe nur „Männer!“ geantwortet.

Außerdem glaubt er ja, ich sei lediglich eine Fußmatte wie er.

Bin ich das?

Ach was, Fußmatten fickt man nicht. Oder…? Gab’s da nicht so einen Fetisch? Mmmmh…?

Gab’s da nicht so einen Fetisch?


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

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Die eingebildete Kranke

Wie man so krank und gleichzeitig so eingebildet sein kann…

Aber bei dem Telefonat mit ihrem Anwalt vorhin, als ich den Tequilawitz gemacht und der Typ ganz leise angefangen hat zu gickeln, hab ich mich nur gefragt, wie tief so ein Stock wohl sitzt. Und wie sie es schafft, mit solchen Leuten umzugehen.

„Ich rede nicht mit ihnen“, hat sie mir dann erklärt.

„Du redest nicht mit ihnen?“

„Nein“, hat sie mir – völlig ernstgemeint – erklärt: „Ich sage ihnen, was sie tun sollen.“

„Und wenn sie darauf antworten?“

„Seit wann höre ich zu?“

„Stimmt auch wieder.“ Anderen hört sie tatsächlich so gut wie nie zu. Vermutlich noch nicht einmal dem Regisseur. Oder gerade dem nicht. Nur ihrer Kosmetikerin. Und mir manchmal.

„Aber Anwälte sind doch dazu da zu beraten. Und dazu musst du ihnen ja zwangsläufig zuhören, oder nicht?“

„Nope. Du hörst ihnen doch zu. Das reicht doch wohl, oder?“

Ist sie nicht süß?

Aber wenn die so weitermacht, kann sie sich um ihre Scheiß-Steuern selbst kümmern!

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