How about…

Ich liebe gammeln!

Nachdem wir unser nächstes Ziel – Kiritimati (Christmas Island) – erreicht haben, können Joana und Michael entscheiden, ob sie an Bord bleiben wollen. Denn von Cassidy International Airport gibt es Direktflüge nach Honolulu.

Eva bleibt definitiv noch eine Weile. Wir füllen hier unsere Vorräte auf und warten auf die Ankunft eines Privatlehrers, denn die Kleine soll weiter „zur Schule“ gehen. (Auch hier besucht uns ihre Mutter nicht, sie ist mehr am Millionenscheffeln interessiert. Ich weiß nicht, warum ich jemals so verrückt nach dieser Frau war!)

Die nächsten Stationen unserer Reise sind mehr oder weniger unbewohnte Inseln, bzw. Atolle, und wir wollen uns nicht festlegen, wie lange unsere nächsten Etappen dauern werden. Das ist natürlich auch für Joana ein kleines Problem, denn sie hat wie immer Filmprojekte in der Pipeline, obwohl sie einiges bereits abgedreht hat, was in den kommenden beiden Jahren erscheinen soll. Doch Mazikeen und ich weigern uns strikt, uns auch nur ansatzweise festzulegen, wie lange es bis zur nächsten Fluggelegenheit dauern wird. Die Welt nervt uns zu sehr, als dass wir uns freiwillig in die Zivilisation zurück begeben wollen. „Wir haben hier alles was wir brauchen“, behauptet Maze und hebt ihre neuen Spielzeuge, eine Angel und eine Harpune, hoch. Sie darf gerne das Futter beschaffen. (Das ist außerdem enorm dominant und tierisch sexy!) Aber ich liebe gammeln.

Solange in der EU kein Krieg ausbricht, bekommt mich hier auch keiner weg. Die ganze bekloppte Welt existiert hier nicht mehr. (Und keine Russen, yeah!) Apropos Welt: Ken bastelt uns eine herrliche, private Website von unserer Reise mit Bildern von jedem Tag, vom Boot, unseren Landgängen und uns selbst. Bis jetzt sieht das alles ziemlich cool aus. Vor allem die ganze nackte Haut, die er mit Vorliebe verewigt! Das wird einmal eine tolle Erinnerung im Greisenalter und in leicht zensierter Form auch für den Nachwuchs. (Keiner hat Lust irgendwelchen Bälgern zu erklären, warum Ken oder Zoe Penisse im Mund haben. Immerhin stehe ich persönlich den Anblick inzwischen durch.)

Unser nächstes Ziel ist nur eine Tagesreise von hier entfernt: Jarvis Island. Dass die Insel wieder ein Stück Amerika ist, ist weniger interessant als die Tatsache, dass wir erstmals den Äquator überqueren, um sie zu erreichen. Unser Besuch auf der südlichen Halbkugel bleibt aber für’s erste von kurzer Dauer, denn danach geht es wieder zurück nach Norden, wo wir uns Richtung Marshall Islands orientieren werden. Bis es endgültig Richtung Süden geht, werden wohl noch viele Wochen vergehen.

Falls es jemanden interessiert: Es regnet bei 30 Grad. Unser Soft-Top haben wir längst abgebaut und genießen den nächtlichen Regen nackt an Deck. Gerade schläft hier keiner: diese Chance lässt niemand ungenutzt. Morgen wird dann wieder das Sonnensegel zur Verteidigung gegen den Hautkrebs aufgestellt. Besonders fies ist die brutale Sonne, wenn das Boot unterwegs ist. Jeder sucht dann, voll bekleidet, den Schatten der Segel, wobei ich finde, dass es nackt unter Deck, alle Luken geöffnet, dann noch am angenehmsten ist, weil dort ein wenig Durchzug herrscht. Wie bereits berichtet: Die Klimaanlage taugt weniger als nichts. Mazikeen zerbricht sich seit Tagen den Kopf, wie das zu ändern wäre. Ich bin sicher, sie kommt irgendwann mit irgendeiner verrückten Ingenieursleistung und wir sitzen dann unter Deck und frieren! Das einzige Problem dabei: die fehlende Energie dafür. Es geht uns also offensichtlich nicht anders als der übrigen Welt!

Spaß beiseite: Es ist geil hier und ich gebe gerne zu, obwohl mir die Fliegerei natürlich fehlt, dass es die beste Entscheidung war, unsere Weltreise fortzusetzen.

Auch wenn Zoe hier ist. Obwohl ich mich nie an ihre Anwesenheit gewöhnen werde: Ich stehe es durch, komme da was wolle!

Sex, Suff und Rock ’n‘ Roll: Gammeln macht Laune

Wunschträumerische Illusion?

Je mehr sich die Sache zuspitzt, desto mehr realisiere ich, dass der Krieg vielleicht doch nicht so weit entfernt ist, wie ich glaubte. Zumal ich gestern eine Mail erhalten habe, die mir verraten hat, wohin ich mich „im Verteidigungsfall“ wenden kann. Wow!

Ich weiß ja, ich werde nicht „eingezogen“ oder so etwas Ähnliches, doch für mich steht es außer Frage nur daneben zu stehen, wenn Putin seine dreckigen Finger Richtung Skandinavien ausstreckt. Ich bin Norwegen sehr dankbar, dass es meine Familie aufgenommen hat, und ich werde mich im Ernstfall nicht feige verkriechen. Wozu bin ich Pilotin? Ich kann zwar keine Kampfjets fliegen, doch bestimmte Frachtflugzeuge und Truppentransporter sehr wohl!

Anik hat mir versichert, dass sie mich „persönlich umbringt“, wenn ich es wagen sollte, nach Nato-Norwegen zu kommen. (Dazu muss sie mich aber erst einmal erwischen.) Sie versteht es nicht, wobei ich es ihr nicht verdenken kann – ich verstehe es ja selbst nicht. Eigentlich bin ich ein hochgradig egoistischer Mensch, und doch scheint das an einem bestimmten Punkt aufzuhören. Aber ich stelle fest, dass es vielen Leuten so ergehen muss, anders ist es wohl kaum zu erklären, dass es so viele vollkommen unpolitische und gewaltfreie Menschen in der Ukraine freiwillig an die Front zieht.

Ausserdem – wie hoch ist schon die Gefahr, dass es die Russen nach Norwegen verschlägt? Wozu also die Aufregung? Aber vermutlich haben die Norweger das vor dem Zweiten Weltkrieg auch gedacht. Und was momentan überall auf der Erde passiert, präsentiert verdammt sicher all die Anzeichen für aufziehenden gewaltigen Ärger!

Was ist eigentlich so abwegig an dem Gedanken, dass sich der „regionale Konflikt“ in der Ukraine sich verdammt schnell ausweiten kann? Werden wir keinen Krieg erleben, nur „weil nicht sein kann, was nicht sein darf“? Mittlerweile reden wir von einem totalen Wirtschaftsembargo, wir weisen Diplomaten und sogar Botschafter aus, und planen die Lieferung von Offensivwaffen in riesigen Mengen! Mit Russland und dem (Nato)-Westen prallen nicht zwei Systeme aufeinander, sondern zwei Weltanschauungen. Und das ist nicht mehr witzig. Nein, ich spreche nicht mehr nur noch von Putin, ich spreche von der russischen Nation. Autokrat hin, Diktator her – der Mann hat ein Volk von 145 Millionen Menschen hinter sich, die ihr Land fanatisch verteidigen werden. Egal ob sie belogen werden oder nicht. Wer an einen Umsturz in Moskau glaubt, unterliegt einer wunschträumerischen Illusion: Der Ex-KGBler hat sein Volk fest im Griff.

Natürlich besteht nach wie vor die Chance, dass die Sache „friedlich“ im Sand verläuft. Mir ist nur noch nicht klar, wie das vonstatten gehen soll.

Aber das ist etwas, worüber sich klügere Köpfe als ich selbige zerbrechen müssen. Ich hoffe nur sehr, dass sie sich damit beeilen. Ich möchte eigentlich meine Weltreise nicht schon wieder unterbrechen.

Zwischen den Fronten

Night time. Ich arbeite zusammen mit meinem Schwager in New York an der neuen Webseite.  Nackt. Ich jedenfalls. Es ist eigentlich viel zu heiß zum Arbeiten. (Ich hoffe, dass mein Schwager angezogen bleibt.)

Die Klimaanlage haben wir inzwischen abgeschaltet. Das hat mehrere Gründe: Erstens verbraucht sie viel zu viel Energie, zweitens schafft sie mittlerweile sowieso nur noch 26 Grad und außerdem leckt mir Maze gerne den Schweiß vom Körper. (Keine Panik, liebe Mütter: Liebe gibt es nur wenn das Kind schläft. Gewalt bekommt es allerdings ausreichend in den Nachrichten zu sehen. Wir wollen ja nicht, dass die Kleine denkt, Leben hätte etwas mit Lieben zu tun!)

Wir führen hier gerade eine interessante Diskussion.

Quizfrage: Der Mann meiner Schwester meint, wir sollten den Blog und die Social Media Auftritte endlich auf Likes und Kommentare ausrichten. Ich jedoch meine, dass ich weiterhin schreibe, was ich denke. Wer hat Recht?

Ich habe bis heute nicht verstanden, warum ich Anerkennung von Dummköpfen suchen sollte. Wieso sollte ich mich entweder mit den Gutmenschen oder mit den Ewig Gestrigen solidarisieren, nur damit ich von irgendwelchen unbekannten Hasspredigern bejubelt werde? (In der Tat: Hassen können beide Lager ganz hervorragend.) Wieso sollte ich nicht einfach manches von jener Seite verstehen können, manches von der anderen?

Ich weiß, dass mir meine Gedanken den Hass und den Spott beider Seiten einbringen. Und dass die Grabenkämpfer dann sicherheitshalber alle einen Bogen um mich machen.

Ich weiß aber auch, dass das Leben nicht schwarz oder weiß (grün oder braun, rot oder blau) ist. Und genausowenig bin ich es.

Deshalb, lieber Schwager: In meinem Blog steht auch weiterhin mitnichten das, was „die Leute“ lesen wollen, sondern das, was ich denke. Auch wenn es weder den einen, noch den anderen passt!

Ich vermisse sexy Stewardessen. Wer noch? 😂

Erschreckende Perspektiven

Seltsam wie sich Musikgeschmack verändert! Von Rock über Country bishin zum Jazz. Von Uriah Heep über die Stones, über Gretchen Wilson zu Billy Joel, bishin zu Lyle Lovett. Was kommt als nächstes? Ein erschreckender Gedanke formt sich: Werde ich in zehn Jahren etwa Paganini hören? Ich muss dringend etwas unternehmen, damit ich nicht als Opernfan ende!

Lyle Lovett And His Large Band

Ich habe genug von Windmühlen!

Anders als viele Menschen glauben: Ich bin keine Kämpferin. Nicht, wenn es um Kriege geht, die in den sozialen Medien ausgetragen werden. Noch nicht einmal, wenn es um moderne Bücherverbrennungen geht, wie sie derzeit überall in den Staaten stattfinden. Wer mich kennt weiß, dass ich schreibe, was ich will. Er weiß aber auch, dass ich mich nicht daran störe, ob andere es lesen können oder wollen. Meinen Orgasmus erreiche ich beim Schreiben, nicht beim Lesen der Verkaufszahlen.

Ob meine Bücher in Schulbibliotheken stehen dürfen oder nicht, ist mir herzlich egal. Genauso wie die Information, wie vielen Müttern ich auf die geschundenen Füßchen trete. Und wenn die Armee glaubt, Andrea solle auf den Index: bitteschön. Ich schreibe für mich, nicht für andere. Zwar finde ich es erschreckend, wie sehr die Guten unter uns ach so betroffen von meiner Schreibe sind, doch es juckt mich keinesfalls so, als dass ich mich kratzen wollte. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass jemand meine Bücher einfach nicht lesen sollte, wenn ihm nicht gefällt, was drinsteht.

Der Witz dabei ist noch: Meine Bücher – und deren Verkaufszahlen – sind viel zu unbedeutend, als dass sich irgendwer daran stören könnte. Es gibt sie ja nicht mal in den Buchläden zu kaufen! (Nicht, dass ich mich bemühen würde, das zu ändern. Wer sie lesen möchte, weiß wo er sie findet.)

Was mich umtreibt, sind andere Dinge: Immer genug Wasser unter dem Kiel zu haben, oder genügend Luft, die über die Tragflächen strömt. Das sind die wichtigen Dinge im Leben. (Oder immer genug Frau in der Möse. Das ist fast noch wichtiger. Fast.)

Egoistisch? Ja, und wie! Wer ist das nicht? Ihr merkt es nur nicht selbst und wenn doch, wollt ihr es nicht wahrhaben!

Und wo sind meine einstigen großen, selbstlosen Ziele?

Klimaschutz, Gleichberechtigung, LGBT-Sichtbarkeit, Trump-Ausräucherung? Und manches Andere mehr?

Puff! Puff! Puff! Puff! Puff! In Luft haben sie sich aufgelöst!

Für wen sollte ich wohl das Klima schützen wollen? Für künftige Generationen etwa? Generationen, die ich als überflüssig und unnötig erachte? Ich will keine Kinder und empfinde Menschen, die welche in diese Welt setzen, als hochgradig egoistisch. Ihr wollt unbedingt Kroppzeug? Dann sorgt gefälligst selbst für eure schöne neue Welt!

Gleichberechtigung? #MeToo? Meine Gleichberechtigung ist ein Stück Stahl in der Handtasche und Geld auf dem Konto.

LGBTXYZ-Rechte? Spätestens seitdem ich nicht mehr weiß, was das eigentlich sein soll, kann ich mich in dieser Bewegung nicht mehr wiederfinden (was vermutlich so manchen Neuankömmling im Buchstabensalat freut). Warum sollte ich mich dem Hass einer Bewegung aussetzen, für die ich einst angetreten war, um Liebe zu verbreiten? Nur weil ich einige der Ziele nicht mehr mittragen will?

Und was Trump und alle, die ihn nicht verhindern wollten, angeht: Geht doch mit den Geistern unter, die ihr gerufen habt!

Schreibt mit Doppelpunkten oder redet mit Schluckauf. Verbreitet ruhig euren neuen Sexismus in der Sprache: Ich rede und schreibe weiter, wie ich es gelernt habe. Und wie es mir gefällt.

Impft euch oder lasst es bleiben – wen stört schon das Schicksal der anderen, richtig? (Das kann ich auch.)

Ich bin kein Don Quixote! Ich hab genug von Windmühlen! Ich gehöre zu denen, die aus ganz egoistischen Gründen aufgegeben haben zu kämpfen. Jetzt sind mal andere dran. Ich bin nicht Gutmensch genug, als dass ich mich bis zum Ende meiner Tage mit Dummköpfen herumschlagen wollte!

Und wenn neunmalkluge Kommentarschreiber glauben, sie wüssten etwas von mir und meiner Motivation: Da ist immer noch die Sache mit dem Baum, dem es egal ist, wenn das Schwein sich an ihm kratzt.

In diesem Sinne wünsche ich eine gute Nacht.

Ich bin kein Don Quixote und Masken trage ich bestenfalls gegen eure Viren

Besser vernarbt als gar nicht tot

Dieser Satz fällt mir immer wieder ein, wenn Zoe in meiner Nähe ist. Er macht nicht viel Sinn, ich weiß, jedenfalls nicht, wenn man ihn aus einem „normalem“ Winkel betrachtet. Ändert man die Perspektive, wird er verständlicher. Mein Blickwinkel hat sich längst geändert, ich bin jedoch nicht sicher, ob alle meine Leser das nachvollziehen können (oder wollen).

Offensichtlich hat mich Zoe zu lange verschont, als dass ich mit ihrer Gegenwart auf dem Boot tatsächlich umgehen könnte. Die vergangenen Tage, bzw. die Nächte, haben mich nicht nur ein wenig mitgenommen. Am schlimmsten ist es, wenn es anfängt hell zu werden, doch ich möchte nicht in Details gehen. Jedenfalls nicht in diese. Das wird schon sie für mich machen, es ist nur eine Frage der Zeit, dessen bin ich sicher. Meine Aufgabe ist jetzt lediglich die Fassung zu bewahren und an den Ort zurückzukehren, an dem ich einst war, an dem ich damit zurechtgekommen bin. Leidlich zurechtgekommen, jedenfalls. Wir Frauen sind ja widerstandsfähig.

Ich bin weder sucht- noch suizidgefährdet. Dafür bin ich der Göttin und meiner Familie sehr dankbar. Das sind Dinge, die in unserer Familie nicht existieren, bzw. keine besonders lange Halbwertszeit haben. Ich habe Zoe Jahrzehnte überlebt und das wird sich auch nicht ändern. Ich frage mich nur wieder und wieder, wieso ich offenbar keine Berechtigung habe, mein Leben zu genießen oder wenigstens ertragen zu können?

Jammern auf hohem Niveau? Ja, das sagen Leute, die nicht wissen, worum es eigentlich geht. Meinetwegen. Sollen sie doch denken was sie wollen. Wer hohes Niveau neidet, hat offensichtlich nicht verstanden, wie leiden funktioniert.* Aber da ich weder Lehrerin noch Erziehungshelfer bin – fuck you, ihr Idioten da draußen! Und nein, ich wünsche euch ganz bestimmt keine Zoe an den Hals. Egal, wie lächerlich ich euch finde!


* (Es ist auch ganz sicher nur eine Frage der Zeit, bis das Miststück meine Leser minutiös in ihrer Telegram-Gruppe über ihr Treiben informiert.)

Finger-Weg-Von-Diesem-Film-Figur

Stellt euch vor es ist Oscarverleihung und Joana ist nicht dabei! Genau: So war das in diesem Jahr! Aber Michael war auch nicht dort und die Welt dreht sich immer noch. Andererseits: Vermutlich wäre Joanas Outfit das einzige gewesen, was diesen Abend hätte retten können! Das hatte nämlich ich ausgewählt! Es konnte ja keiner ahnen, dass sie nicht hingehen würde.

Diese Filmpreisverleihung ist aber so oder so zur reinen Farce mutiert, Faustschlag hin, Zuschauerzahlen her. Wer über Jahre der Öffentlichkeit Filme präsentiert, die keiner außer den Feuilletonlesern sehen will, muss sich nicht wundern, wenn am Schluß kein Mensch mehr diese Volkserziehungsveranstaltung sehen will. Kinobesucher wollen Filme schauen, die ihnen den tristen Alltag aufhübschen, und keine, die ihnen beim Ausgehen auch noch die eigene Problemwelt hinterher tragen. Warum also auch noch die Oscars mit ihrer Parade von Gutmenschenfilmstars einschalten?

Für mich ist ein moderner Oscar eine Finger-Weg-Von-Diesem-Film-Figur. Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich dabei um „Meisterwerke“, die mich zu Tode langweilen oder mir einfach auf die Nerven gehen. Früher hat man die in Cannes oder auf der Berlinale versteckt. Wenn ich mich mit Problemen beschäftigen will, reichen mir die Nachrichten völlig. (Oder ein Roman von der aktuellen New York Times Empfehlungsliste.)

Diese Veranstaltung – und ähnliche Filmpreisverleihungen – sind zu demokratischen Wahlveranstaltungen degeneriert. Man zeige mir einen einzigen Republikaner im Saal! Der käme ohnehin nicht durch die Eingangskontrollen. Nicht, dass ich mich in einen Trumpsymphatisanten verwandelt hätte – Igitt, nein! – aber die Hälfte der Amerikaner empfindet nun einmal rot, nicht blau, und warum sollten die sich noch Veranstaltungen (und Kinofilme) anschauen wollen, die nur noch von und für Musterdemokraten gemacht werden? So füllt man keine Gräben, so vertieft man sie. Wer wundert sich da noch, dass Tucker Carlson von „einer dieser stumpfsinnigen Preisverleihungsveranstaltungen“ spricht? Und von Volkserziehung. Und davon, dass Will Smiths Gewaltausbruch „keine besseren Menschen“ hätte treffen können.

Wenn Hollywood-Demokraten glauben, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, und dem Rest der Welt ihre Erkenntnisse als unumstössliche Wahrheiten aufdiktieren wollen, dann brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn kein Mensch mehr ins Kino geht. Und sich Fox News im Fernsehen und Filme aus dem 20. Jahrhundert auf DVD anschaut.

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut

https://t.me/AndreaDowneyLauenburg

Strategie dringend gesucht

Über den heutigen Tag möchte ich nicht sprechen. Und über die vorangegangene Nacht schon gar nicht. Zoe treibt mich zum Wahnsinn! So sehr, dass Mazikeen bereits in Mitleidenschaft gezogen wird! Das geht gar nicht! Sie lässt mir nicht mal Zeit, um mich ausreichend um Eva zu kümmern! Die Kleine tut mir echt leid!

Wenn ich nur wüsste, wie ich dieses Miststück Zoe loswerden könnte. Eine längerfristige Strategie würde mir ja schon reichen. Aber nein: Nichts fällt mir ein, gar nichts!

Wir sind jetzt schon den zweiten Tag auf diesem anderen Boot gewesen. Warum komme ich nur gegen dieses Luder nicht an? Immerhin konnte ich durchsetzen, dass wir endlich die Weiterfahrt planen. Gegen den Willen von Joana und ihrem Kerl, denen das Rumgammeln hier gut zu gefallen scheint. Klar, die haben ja auch keine rachesüchtige Ratte an der Backe!

Das Neueste von Zoe gibt es wieder hier (NSFW):

Oral statt verbal?

Ja, es ist cool hier. Nicht cool im Sinne von kalt, aber echt hot. Hot wie heiß. Und damit meine ich nicht das Wetter, denn 30+ Grad sind wirklich cool.

Das ist nämlich das Problem mit Sprache: Wörter bedeuten und erreichen oft das Gegenteil von dem, was sie eigentlich aussagen und bezwecken sollten. Und dabei spreche ich noch nicht einmal von Ironie, denn die kann das längst nicht so gut, wie das tägliche Leben.

Was ich damit sagen will? Genau!

Wer Zoes Ergüsse liest, könnte meinen, sie wisse wovon sie redet. Das tut sie. Und damit fangen die Probleme an. Kryptische Sprache ist nicht nur mein Problem – meine liebe Freundin meistert sie wie kaum eine Andere. (Nur mit dem Wörtchen vage hat sie wohl ein Problem.)

Ich beginne jetzt keinen dieser in der Trump-Ära modern gewordenen „fact checks“, das wäre zu einfach – und nicht kryptisch genug – sondern verweise lediglich auf Zoes Daseinszweck: mir das Leben zur Hölle zu machen. Das tut sie weniger verbal als oral – um ein Beispiel herauszupicken – und hat darin mittlerweile jahrzehntelange Übung. Was es für andere angenehmer macht als für mich. Zoe hingegen hat dabei immer ihren Spaß. Glaubt sie.

Und da fangen die Probleme an: Alles was sie unternimmt, um mir zu schaden, bleibt letztlich ihr selbst im Hals stecken. Mir vor allem, das war ja der Sinn, doch die Leittragenden ihrer Aktionen sind am Ende wir beide.

Wer anderen Schaden zufügen will, sollte vor allem versuchen nur den Gegner zu treffen, und nicht sich selbst gleich mit. Egomaniebedingter Kollateralschaden des eigenen Selbstbewusstseins lässt einem armselig erscheinen.

Zoe, was du letztlich zu Papier oder Handy bringst, ist egal: ich müsste dir ja keinen Raum gewähren; was du tatsächlich unternimmst ist das Ausschlaggebende. Hast du jemals überlegt, wem du damit am meisten schadest?

Und ganz ehrlich: Fatalismus ist einfach nur dumm.

Wer schläft wo und mit wem?

Zehn vor Eins am Morgen. Joana schläft in meinem Bett.

Die Schlafarrangements zu klären, war erstaunlicherweise gar nicht schwer gewesen. Ich war wirklich überrascht, dass Michael das kapiert hat: Joana gehört zu mir und nicht zu ihm, er darf lediglich ab und zu mal ran! Aber das scheint ihm durchaus zu genügen. Ich kann das verstehen: Damals, als ich noch hoffnungslos in den unerreichbaren Filmstar Joana verliebt war, hätte mich ein Küsschen auf die Wange schon zum glücklichsten Mensch der Welt gemacht. Heute erwarte ich ein bisschen mehr: vor allem, dass Joana mir jeden Wunsch von den Augen abliest. Die Zeiten ändern sich eben. Und offenbar ist das hier an Bord auch allen bekannt. Mit Ausnahme von Gernot natürlich. Ich glaube, er hat sich immer noch nicht von dem Schock erholt, als er Joana das erste Mal zu Gesicht bekommen hat. Ich wusste nicht, dass sich sogar Hardcore-Schwule in weibliche Filmstars verlieben …

„Hier schlafen wir …“, habe ich zu Joana gesagt und nach Achtern sie gezeigt.

Ken hat sich an Michael gewandt: „Komm, wir bringen dein Gepäck nach vorn.“

In der Nähe des Bugs, dort wo das Wasser lauter rauscht als die Niagarafälle, haben wir ihn einquartiert. Zugegeben, in der Doppelkabine gibt es ein (sehr schmales) französisches Bett, damit Joana ihn hin und wieder ungestört beglücken kann. Er hat die Kabine für sich alleine, was eher ungewöhnlich ist, denn eine Doppelbelegung ist im Zweischichtbetrieb bei 24/7-Fahrten durchaus normal. Aber wir haben derzeit keine echte Crew, sondern nur uns selbst, das schafft Platz.
Ken und Gernot haben die Kabine gegenüber. Und selbst Eva hat jetzt ein Bunkbett nur für sich! Der Seemann, den Mazikeen jetzt doch noch anheuern möchte, bekommt die sogenannte Skipperkabine ganz vorne, in die man nur durch eine Luke auf Deck hinabsteigen kann.

Die Mastercabin liegt achtern und ist mit Abstand die größte von allen. Das Bett, das Maze für uns eingebaut hat, hat wahrlich königliche Ausmaßen und ist mit zwei Metern annähernd so breit wie lang (die Miss Brendan hat aber auch einen ziemlich breiten Arsch). Das einzige, was ein wenig stört ist, dass der Besanmast durch die Matratze geht. Ernsthaft!
Zu zweit schafft man es aber locker auf einer Seite davon nebeneinander zu liegen zumal der Mast eher am Fußende steht. Aber man kann ihn herrlich für Spielchen missbrauchen! Aber das ist ein anderes Thema.
Auf jeden Fall ist unser Bett groß genug für drei. Wobei das unterwegs weniger nötig ist, weil Maze und ich meistens getrennte Schichten haben. Vor Anker brauchen wir allerdings den Platz.

„Du weißt schon, dass ich auch mal Zeit für Michael haben muss?“, fragt Joana.

Ja, ich kann es mir denken. Manchmal scheint sie mich echt für blöd zu halten!

„Warum?“, habe ich gefragt.

Joana hat nur die Augen verdreht.

Jedenfalls schläft Joana bei Maze und mir. Und zwar die ganze Zeit. Was sie mit diesem Typ macht, während ich anderweitig beschäftigt bin, kann mir egal sein. Hauptsache sie stinkt nicht nach Penis.

„Würdest du bitte aufhören, dich gegenüber Michael wie ein Arschloch zu benehmen?“, fragt Joana.

„Tue ich das?“

„Ja.“

„Okay, ich gehe gleich runter und biete ihm meinen Körper an.“

„Unterstehe dich!“

„Das traust du mir zu?“

„Ich traue dir alles zu, du kleine Hexe!“

So sieht mich meine beste Freundin? Ich bin entsetzt!

Fronten

„Michael“, sagt er und hält uns die Faust zum Klopfen entgegen.

„Cool“, sagt Ken und klopft.

„Ich freue mich“, sagt Gernot und klopft.

„Okay“, sagt Mazikeen und arbeitet weiter.

„Ich weiß“, sage ich und nicke abwesend.

„Du machst also Bodybuilding“, sagt Zoe, strahlt und klopft zweimal.

Das war die Begrüßung. Nur um mal die Fronten aufzuzeigen.

Joanas neuer Typ ist da

Wie geil faulenzen ist!

35°. Ein paar Wölkchen. Der Wind hat etwas nachgelassen. Übertreibung!

Das Meer hat sich etwas beruhigt, zumal wir uns auch ein Stück dichter ans Atoll getraut haben. Einfahren werden wir nicht, das ist mir zu riskant. Die Einheimischen sagen zwar, das wäre auch mit unserem Zweimaster drin, doch better safe than sorry.

Wir haben unseren schwimmenden Pool ausgepackt. Das Ding ist die Lachnummer für jeden hier. Natürlich ist das Schwimmen auch im offenen Meer möglich, doch Angsthase Gernot hat Schiss vor allem, was unter Wasser lauern könnte. Was tut man nicht alles für seinen schwulen Schiffskoch!

Mazikeen sonnt sich inzwischen auf dem Surfbrett. Lesben sind eben doch eine Evolutionsstufe weiter. Ich persönlich ziehe den Außenborder vor, das ist mehr ladylike.

Seitdem wir hier vor Tabiteuea liegen, weiß ich wieder wie geil faulenzen ist!

Lesben sind eben doch eine Evolutionsstufe weiter

Michael

Natürlich ist er dabei! Heute.

Nicht, weil Schauspieler keine langen Trennungen gewohnt wären, sondern weil sie sich um ihn sorgt. In dieser Zeit. Ausserden ist er passionierter Segler, sagt Joana. (Passioniert steht im Regelfall für Amateur.) Ausserdem ist er jung. Zu jung für Joana. Aber wie ich vor kurzem in anderer Sache erklärte, gibt es keine Altersfrage, und wenn doch, geht es mich nichts an. Ist ja Joanas Stecher und nicht meiner.

Michael heißt er. Jedenfalls für den Zweck dieses Tagebuchs. Serienstar ist er. Ich hätte ja lieber Seriensternchen gesagt, ich bin aber nicht sicher, ob es diese Verniedlichungsform auch für männliche Schauspieler gibt. Soooo bekannt ist er nämlich nicht, vergleicht man ihn mit einem Weltstar wie Joana.

Ein ganzer Mann, also nein, sagt Ken. Aber was weiß der schon! Er kennt Michael ja auch nur aus dem Fernsehen. Ausserdem ist er schwul.

Ob sie denn keine Angst hat, ihn mit aufs Boot zu bringen. Hier gibt es schließlich Konkurrenz, will ich wissen.

„Meinst du etwa dich?“, lacht Joana.

(Eigentlich meine ich niemanden im Speziellen.)

„Oder etwa Mazikeen?“ Sie fängt an zu prusten.

So witzig ist das alles gar nicht! Zoe ist nämlich hier. Und Joana weiß es nicht.

Erster Tag im Paradies

Geschafft! Nach Wochen auf See haben wir wieder festen Boden unter den Füßen!

Mazikeen und ich sind als erste an Land, während Ken sich um die Zollformalitäten gekümmert hat. Behörden. Es ist doch immer das Gleiche, ob Vereinigte Staaten oder Winzrepublik. Aber das Wetter ist geil. Und heiß!

30 Grad und ein wolkenloser Himmel. Weißer Sandstrand. Strahlend blaues Wasser. Wenn hier nicht so viel Ungeziefer herumrennen und der Wind uns nicht so um die Ohren blasen würde, könnte man sich so tatsächlich das Paradies vorstellen.

Apropos Paradies: Ich habe euch jetzt etwas voraus, nämlich Zeit. 11 Stunden, um genau zu sein. Auf der Fahrt hierher haben wir nämlich einen ganzen Tag verloren, es ist Sonntag, 19 Uhr, während es in Deutschland gerade mal 8 Uhr am Morgen ist. Warum? Weil die Line Islands mehr oder weniger auf der International Date Line liegen und der Kalender hier einen Hüpfer macht. Unfair: Da unsere Reise uns nur Richtung Westen führt, werden wir den gestohlenen Tag auch nicht mehr zurückbekommen.

Joana und Eva sind noch nicht angekommen, das macht aber nichts, wir haben Zeit zu warten. Ein paar Tage ohne rauschende Wellen und ohne Schräglage werden uns gut tun. (Ob sie ihren Typ dabeihaben wird, hat sie mir immer noch nicht verraten. Ich fürchte aber schon – warum sonst würde sie sich zu diesem Thema ausschweigen?)

Aber jetzt gibt es erst einmal ein richtiges Abendessen, ohne dass wir unsere Teller festhalten müssen! Nackt an Deck. (Unser kurzer Strandbesuch hat leider im Bikini stattgefunden. Oben oder gar unten ohne ist ja meistens nicht gerne gesehen. Warum auch immer.) Mondlicht, Sternenhimmel und himmlische Ruhe. Leider immer noch unterm Soft-top, weil der Wind uns sonst den Spaß verderben würde.

Mazikeen, Ken, Gernot, ich – und ja: Zoe. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Die Reise hätte so schön werden können!

Sonst noch Fragen?

Die Sache mit der Altersdiskriminierung will mir einfach nicht aus dem Kopf!

Welche Altersdiskriminierung?

Genau. Das ist der Punkt.

Wenn sich jemand anmaßt, über die Beziehung Anderer zu philosophieren oder gar urteilen zu können, nur weil zwischen den Personen ein Altersunterschied besteht, der größer als der erwartete ist – das ist Altersdiskriminierung!

Wenn eine 25-jährige (oder ein 25-jähriger) sich in eine 70-jährige Person verliebt – was geht uns das an? NICHTS! Hört endlich auf von euch auf andere zu schließen! Zum Beispiel das Geld oder den Status des Älteren oder den Body des Jüngeren besitzen zu wollen. Alles, was diese Einmischungen signalisieren – wenn auch noch so versteckt – ist Neid. Purer, simpler, grasgrüner Neid.

Und jetzt erzählt mir bitte nicht, ihr würdet als 50-jähriger niemals freudig die knackfrische 25 Jahre jüngere Frau ins Bett heben (falls es die alten Knochen noch zulassen). Oder als Twen die Kreditkarte des älteren Partners überglücklich zum Schuh-Shopping ausführen. Heuchler, wer das bestreitet! Ich schätze, bei euch wäre das natürlich altersunabhängige Liebe, richtig?

Mein Schwager, der 23 Jahre älter als meine Schwester ist, hat eine Tochter, die gerade mal drei Jahre jünger als seine Frau ist. Als die ihren neuen Freund vorstellt, entblödet dieser sich nicht zu fragen, was denn „das Geheimnis“ meines damals 48-jährigen Schwagers sei. Ganz offen. In dieser Viererrunde!

Dazu fällt mir dann nichts mehr ein.

Ihm schon: „Platinkarten, fetter Benz und Riesenschwanz“.

Meine Schwester Anik hat zustimmend genickt: „Ausserdem fickt er gut. Sonst noch Fragen?“

(Muss ich noch erwähnen, dass meine Schwester diejenige in der Beziehung ist, die das Geld und den Benz mitgebracht hat?)

Erwähnte ich eigentlich schon, dass Zoe wieder aufgetaucht ist? Immer dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann (und man sie am wenigsten erwartet)!

Jugendliche Erbschleicher

Irgendwie habe ich segeln anders in Erinnerung: mehr Romantik, weniger Stress. Aber das muss wohl zu der Zeit gewesen sein, als Andere für uns die Arbeit gemacht haben. Sprich, als wir eine Crew an Bord hatten.

Bei dieser Art Wechselwirkungsanalyse fällt mir eine Situation ein, in der Calista Flockhart in der Serie „Brothers & Sisters“ eine Szene in einem Restaurant modern feministisch kommentiert hat. Zwei Gäste, er 65, sie 25, speisen friedlich in einer Ecke und Kelly/Calista philosophiert gegenüber ihrem Date, wie sehr junge Frauen doch von alten Männern ausgenutzt würden. Für mich hingegen stellt sich die Frage, wer dabei eigentlich wen ausnutzt? UND WAS ANDERE DAS ANGEHT?!

(Bei der Gelegenheit: Mit wem ist Seriensternchen Kelly/Ally/Calista verheiratet und warum?)

Wenn ich mich von alten Männern ficken lasse, weil sie mir Dinge bieten können, die andere nicht im Angebot haben – zum Beispiel Erfahrung, Reichtum, Erbe – DANN IST DAS DOCH WOHL MEINE SACHE! Und wieso soll eigentlich der arme, reiche, alte Sack Schuld haben, wenn jugendliche Erbschleicher ihn angraben? Und überhaupt, wer gibt uns das Recht, andere Menschen für ihre einvernehmliche Partnerwahl zu verdammen?

Wie sehr ich diesen Pseudofeminismus hasse!

Wir setzen ein was wir haben, um zu bekommen was wir wollen. SO WHAT?!

26 Grad und kein bißchen Sonne

Heute erreichen wir den 10. Breitengrad und bis zum Äquator sind es dann nur noch 600 Meilen (500 bis zu unserem Etappenziel). Was sich in den Temperaturen bemerkbar macht: Unter dem Soft-top und unter Deck brauche ich keine Klamotten und schon gar kein Neopren mehr, denn 26 Grad bei bewölktem Himmel Tag und Nacht reichen für wetterbasiertes Glücklichsein. Und der Wind hat uns auch nicht verlassen. Die achterliche 22-Knoten-Brise bläst uns mit sagenhaften 7,5 bis 8 Knoten nach Südwesten. Manchmal passt eben einfach alles.

Da kann ich dann auch schon einmal eine halbe Stunde den Krieg in Europa vergessen.

Eine halbe Stunde – mehr ist nicht drin. Ich bin eben nun einmal ein Nachrichten-Junkie und das scheint sich auch nicht ändern zu lassen, so oft ich es auch versuche! Die deutschen Medien sind nicht mein Problem, die sind nicht nur schlecht, ungenau und parteiisch, sondern gehen mir auch durch ihre ununterbrochenen Versuche den Leser zu erziehen, auf die Nerven. Das letzte Mal, als ich nachschaute, waren Nachrichten noch dazu da, Menschen zu informieren, nicht nach dem Vorbild der Journalisten zu formen. Aber egal: Wozu gibt es englischsprachige Länder? Dort bekommt man wirkliche Informationen und muss dabei keine Schulstunde von Leuten ertragen, die weder informiert noch eloquent sind, für die Rechtschreibung unwichtig ist, und die altersmäßig fast meine Kinder sein könnten!

Habe ich mich jetzt tatsächlich wieder einen ganzen Absatz lang über unfähige und prätentiöse deutsche Journalisten aufgeregt? Sorry. Sei’s drum…

Ich werde mir jetzt erst einmal ein wenig Katie Melua antun, das beruhigt mich meistens. Wieso macht die Frau eigentlich so herrlich gemütliche Musik, obwohl sie selbst solch ein Adrenalin-Junkie ist? ( https://tammysdiary.blog/tammy-und-musik/ )