Mein NEUER Blog!

Nicht vergessen: Meinen NEUEN Blog findet ihr hier:

AndreaLauenburg.com

Frauen in Jeans

Sie sind mein großer Faible: Jeans. Besser gesagt: Frauen in Jeans. Sie machen mich fertig: Heiße Weiber in diesen 70er-/80er-Jahre-Hosen, weit geschnittener blauer Stoff mit einem Arsch zum Reinbeißen. Sie beeinflussen meinen Alltag, jedenfalls den beim Arbeiten. Und so habe ich – tatsächlich in Absprache mit meiner Chefin – die neue Uniform unserer Stewardessen eingeführt. (Ich weiß: Mittlerweile heißt das geschlechtsneutral „flight attendants“ oder „cabin crew“, doch das geht mir am Arsch vorbei. Man muss nicht jeden Scheiß mitmachen. Und ein politisch nicht korrekter Ausdruck mehr oder weniger, hilft meiner Reputation auch nicht. Merke: Nicht die politische Korrektheit zählt, sondern Leistung und Können, ihr Arschlöcher!)

Auf unseren Dash 8 kümmern sich in der Regel vier Stewardessen um die Passagiere, also die doppelte Anzahl als üblich. In der Regel besteht die cabin crew natürlich aus Männlein und Weiblein, doch jeder weiß, dass ich in meinem Flieger nur Frauen hinter mir akzeptiere. Natürlich gibt es keine Dienstanweisung oder Ähnliches, doch ich habe es seinerzeit geschafft, die männliche Stewardessen-Variante in ganz wenigen Flügen hinauszuekeln. Heute macht jeder Steward einen großen Bogen um mich. Die Disposition hat es aufgeben für meine Flüge Schwanzträger einzuteilen.

Frauen in heißen Jeans: Einfach das Oberteil wegdenken!

Männer akzeptiere ich nur in meinem Cockpit. Sexistisch? Aber sowas von! Nein, ernsthaft jetzt: Dass ich Typen neben mir akzeptiere hat zwei Gründe: Zum einen quatschen Männer nicht so viel und zum anderen fliegt für uns zurzeit keine Frau. Was wiederum nicht an mir liegt, sondern daran, dass es erstens zu wenig Pilotinnen gibt und ich zweitens angeblich höhere Ansprüche an das weibliche Geschlecht stellen würde.

Was ist falsch daran, von Frauen mehr zu erwarten? Männliche Nullnummern kann ich ertragen, weil das dem statistischen Durchschnitt entspricht; Weiber die nichts taugen, beleidigen mein Selbstverständnis. Dazu kommen meine Erfahrungen aus kritischeren Situationen, in denen die meisten meiner stehend pinkelnden Co-Piloten der Meinung waren, mir zu sagen, was ich tun sollte, die Frauen hingegen einfach schweigend ihren Job machten. (Was für den Laien vermutlich für die Frauen spricht, doch so funktioniert das nicht: Vom zweiten Piloten wird erwartet, dass er sich mit eigenen Beobachtungen und Ideen einbringt, auch insistierend. Einen Airliner zu fliegen ist ein Teamjob und nichts für Mauerblümchen. Unter anderem deswegen wurden bislang die meisten Weiber von mir nach Trainingsflügen negativer bewertet als ihre männlichen Kollegen.)

Frau, halt die Beine zusammen!

Aber zurück zu den Jeans. Die Uniformen unserer cabin crew bestehen bei den Mädels neuerdings aus 70er-Jahre-Jeans, schwarzen Arbeitsstiefeln und weißem Hemd mit unserem Logo. Das ist möglichst genauf auf der linken Titte platziert, das Namenschildchen direkt darunter. (Ja, das gilt auch für Männer – minus der Titte.) So kommt es, dass fast jede unserer Frauen einen knackigen Arsch hat und die Passagiere einen netten Anblick. Okay, letzteres ist eine Übertreibung. Nicht, weil wir hauptsächlich sexy Weiber beschäftigen, wir versuchen das zwar, doch gleichzeitig gibt es bei uns keine Altersdiskrimierung. Das ist eines der wenigen Dinge, die ich beim Sojamilch-Komplex akzeptiere: Es gibt keinen – nicht einen einzigen – Grund, Menschen wegen ihres fortgeschrittenen Alters nicht zu beschäftigen. Vielleicht verlieren Arsch und Titten nach und nach gegen die Schwerkraft und wir müssen das Airline-Logo bei den älteren Damen tiefer anbringen, doch ihre Erfahrungs- und Leistungskurve zeigt deutlich nach oben. Das gleicht sich aus.

Apropos Kurve: Die Zufriedenheit unserer Passagiere hat sich, seit den neuen sexy Uniformen, weiter gesteigert – was zeigt, dass ich Recht hatte.

Aber jetzt zum eigentlichen Thema dieses Eintrags: Es ist bei uns üblich, dass der Captain – das wäre in der Regel ich – die Passagiere persönlich begrüßt, während sich der Copilot sich um die meisten Preflight-Prozeduren kümmert. Auf unseren Q400 ist das kein Hexenwerk, weil wir nicht mehr als 70 Fluggäste transportieren.

Echt jetzt?

Mein Problem: Frauen in Jeans machen mich fertig, sexuell gesprochen. Es sind weniger die Weiber der Filmcrews – zwar tragen auch die meisten von ihnen Jeans, doch die Studios legen bei den Weibern hinter den Kulissen leider gar keinen Wert auf die Optik, sondern beurteilen nur die Leistung (ja, das gibt’s). Von daher ist selten eine Tussi dabei, die meinen Flüssigkeitshaushalt beeinflusst.

Leider sind meistens auch Schauspielerinnen an Bord. Nicht unbedingt die Megafrauen aus der ersten Liga der Branche – die fliegen mit unseren kleinen Privatjets – aber die meisten der kommenden Film- und Serienstars sind genauso atemberaubend sexy. Jedenfalls wenn sie privat unterwegs sind. Denn dann sind bei ihnen Jeans angesagt. Bei solchen Weibern wird mein Hals trocken, weil alles Flüssige nach unten stürzt. Das ist auch der Grund, warum ich neuerdings meinen FO die Begrüßung machen lasse. Männer haben solche Probleme nicht. Wenn die mit einem Ständer in der Hose die Leute begrüßen müssen, ist das nicht weiter schlimm. Sie können immer noch ein Tablet oder Ähnliches davorhalten. Ich jedoch muss den ganzen Flug in der Soße sitzen oder von vorneherein eine fette Slipeinlage tragen, was ich nicht leiden kann.

Na ja, im Moment habe ich diese Probleme nicht, sondern sitze seit zwei Wochen bei herrlichen Minustemparaturen vor dem Ofen und editiere mein neues Buch. Zwischendurch geht’s mit meinem Motorrad zum Flughafen, wo ich im Hangar oder im Büro mit alten Bekannten Kerosin rede. Am Freitag werde ich wohl meine kleine alte 200er Kawasaki Moto-Cross-Maschine in Daddys Garage ausgraben, denn ab dann soll es schneien. Da ist dann etwas Leichteres als die 800er angesagt, ich will ja nicht auf meinen Titten durch die Gegend rutschen. Ich hoffe, mein Dämon und ich bekommen das kleine Biest zum Laufen.

Wie lange ich hier in Norwegen bleibe, ist unklar und es kommt drauf an, wieviel Arbeit uns an Weihnachten erwartet. Alles kommt drauf an, inwieweit die Studios ihre eigenen Kulissen für die bunte Weihnachtswelt für die 22er und 23er Filme benutzen, oder ihre Szenen doch lieber in Amerikas Städten drehen. Unsere 737 sind jedenfalls für Drehs in Europa ausgebucht.

So viel also zur aktuellen Lage. Und hier noch ein Tipp zur Vorbereitung auf mein neues Buch. Wer mehr politisch nicht Korrektes lesen möchte: J. – Forever. Als E-Book oder Taschenbuch.

Viel Neues im Dezember

Sprache verändert sich und das ist gut so. Sie wächst und gedeiht mit den Bürgern, ihren Ideen und Wertvorstellungen. Mein neues Buch Neun Freundinnen und eine 12 ist mitgewachsen. Darauf bin ich durchaus ein wenig stolz, da die Veränderung der Sprachbasis eine Menge Arbeit mit sich gebracht hat, und ich den Mehraufwand – trotz vieler widriger Umstände – in erstaunlich kurzer Zeit bewältigen konnte.

Es begann damit, dass ich beobachtet habe, wie sich meine eigene Sprache verändert hat. Vielen gefällt meine unbeschwerte Frei-Schnauze-Schreibe, doch mit allem, was um mich herum passiert, wollen offensichtlich meine Texte auf einen anderen Level, um den Anforderungen der heutigen Zeit besser gerecht werden zu können. Die Veränderungen endeten für den Moment damit, dass ich in das Buch Themen integriert habe, die ich noch vor ein paar Jahren nicht anzusprechen gewagt hätte. Selbst in J.-Forever nicht.
Autoren tragen durchaus Verantwortung. Wenn diese schon nicht der Gesellschaft gegenüber besteht, so sollten sie doch zumindest für die Sprache, in der sie sich ausdrücken, ein wenig Respekt zeigen. Der eine oder andere mag diese Aussage nicht nachvollziehen können, aber ich werde Angriffe auf unsere Art zu reden und zu schreiben, nicht unkommentiert lassen. Ich habe mich außerdem dafür entschieden, meinen winzigen Teil beizutragen, das Deutsche, wie es war und (zur Zeit noch) ist, zu überliefern.

Vor dem Hintergrund feministisch-sexistischer Attacken auf die Sprache, die ich so liebe, kann ich eben nicht mehr reinen Gewissens meine Gedanken, wie mir „das Maul gewachsen“ ist (um es mit verschiedenen Klassikern zu sagen), aufs Papier bringen. Rede- und Schreibweisen verändern sich mit den Zeiten. Doch es ist eine Sache, landläufig gebrauchte Wendungen zu integrieren, eine andere aber, zu versuchen, politische Absichten durch Sprachverfälschung durchsetzen zu wollen.

Das sogenannte „Gendern“, das Bestreben das generische Maskulinum durch absurde Satz- und Wortkreationen aus dem Deutschen zu verbannen, ist weniger lächerlich als gefährlich. Wenn gesellschaftliche Kräfte beginnen, Sprache als Waffe zu benutzen, um eigene Ziele zu erzwingen, sollten wir uns vorsehen. Das passierte schon mehrfach und hat nie friedlich geendet. Wohin die Sprachlenkung in den 1930ern führte, wissen wir alle. (Ich empfehle zu diesem Thema den Artikel „Sprache und Sprachlenkung im Nationalsozialismus“ auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung https://www.bpb.de/politik/grundfragen/sprache-und-politik/42752/sprache-zur-ns-zeit ).
Es ist völlig bedeutungslos, ob Sprachterroristen rote, grüne oder braune Hemden tragen – der Angriff auf unsere Sprache bleibt der gleiche. Egal welche Ansprüche Bewegungen haben; das Mittel der Wahl für potentielle Weltveränderer ist die Veränderung der eigenen Sprache. Gezielte Wortmanipulation als Waffe? Sollte uns das nicht erschrecken?
In den 1930ern betrieb die Farbe Braun radikale und unerwünschte Volkserziehung durch Sprachmanipulation, die Farbe Grün macht es heute. Und das, obwohl unseren feministisch-sexistischen Weltverbesserern die sozialen Medien zur Verfügung stehen, wo sie seriöse Überzeugungsarbeit leisten könnten. Dass sie mit der Manipulation des Deutschen bereits Teilerfolge erzielt haben, liegt unter anderem an der unreflektierten Berichterstattung von Journalisten, die überwiegend die gleichen grünen Hemden tragen – und die sich für autorisierte Politiklehrer halten. (Autorisiert durch wen, frage ich mich an dieser Stelle: durch eigene moralische Überlegenheit? Ich glaube kaum!)
Ich suche schon seit Längerem in den großen deutschen Medien nach Artikeln, die den einst noblen Kriterien von Neutralität, Recherche und Fehlerfreiheit entsprechen. Bei ARD und ZDF z.B. ist das nicht nur ein mühseliges Unterfangen, es ist ein meist vergebliches. Reporter scheinen das „Report“ in ihrer Berufsbezeichnung vergessen zu haben, das unter anderem bedeutet, dass man bei politischen Themata nicht nur die eine Seite, sondern – womöglich im selben Artikel – die gegensätzliche Meinung ebenfalls hört und sie möglichst unkommentiert zitiert. Das hieß früher „faire und gerechte Berichterstattung“. Mit „vergessen“ hat das leider kaum etwas zu tun; es ist Volkserziehung, nicht mehr, nicht weniger. Und dass dabei die – von Journalisten angeblich so geliebte – Sprache auf der Strecke bleibt, ist ein in Kauf zu nehmender Nebeneffekt.
Ich bin sicher, dass es auch noch untadelige Medienmacher gibt – doch die sind, wie ich leider immer wieder feststelle, nur mit dem Vergrößerungsglas zu finden.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass die systematische Unterdrückung anderer Meinungen durch die heutigen Medien nichts mit staatlicher Kontrolle oder Vorgaben aus der Politik zu tun hat, wie fehlgeleitete „Querdenker“ und unbelehrbare Rechtsradikale kontinuierlich behaupten. Es ist ausschließlich auf fehlende journalistische Integrität, über die Jahre degeneriertem Berufsethos und mangelnder Ausbildung von jüngeren Reportern und Redakteuren zurückzuführen.

Meinen Schreibstil wieder der deutschen Sprachbasis anzupassen, ist keine leichte Unternehmung, zumal ich gleichzeitig versuchen muss, dass meine eigene Identität nicht auf der Strecke bleibt. Ich behaupte, dass mir das im neuen Buch – Neun Freundinnen und eine 12 – gelungen ist (oder gelingen wird). Es ist nach wie vor Andrea, doch es wurde von einer Andrea geschrieben, die durch die Umstände gezwungen wurde, erwachsener zu werden. (Wobei das Urteil von meinen Fans getroffen werden wird.)
„Erwachsener“ heißt in diesem Zusammenhang nicht „langweiliger“. Ich behaupte, das Gegenteil ist der Fall. Das Buch ist kurzweiliger als manche davor veröffentlichte, es ist leichter lesbar, doch gleichzeitig in seiner Sprache anspruchsvoller. Der „neue“ Andrea-Stil: Überflüssige Wörter entfallen, dafür wird die Ausdrucksvielfalt größer und Wiederholungen reduzieren sich auf das nötige Minimum. Ebenfalls wichtig: Durch einen anderen Editierstil sollen vor dem Druck mehr Fehler entdeckt werden. Ob Letzteres funktioniert, bleibt abzuwarten (und zu hoffen).
Die Dialoge hingegen bleiben „frei Schnauze“. Auch das bewusste Weglassen seitenweiser Veranschaulichungen von Protagonisten und Orten erhalte ich. Leser haben bei Andrea-Büchern zusätzlichen Spielraum für ihre eigene Phantasie. (Was ich vor allem bei Sex und Pornographie für wichtig halte.)

Meine Grundthemen bleiben die gleichen: Liebe und Sex – und zwar in knallharten Details und Beschreibungen. Diese kompromisslose Andrea-Sprache sehe ich seit meinem ersten Veröffentlichung Anna von England auch als Protest gegen die immer stärker werdenden Einflüsse der „Müttermafia“, wie ich passionierte Moralerzieher gerne nenne. Diese Themen und diese Schreibweise gibt es weiterhin, meine Fans können beruhigt sein. Umrahmt von Liebe, Erotik und Pornographie, tauchen aber zusätzliche Themata auf, von denen ich hoffe, dass die Leser sich dafür interessieren.

Eines kann ich jetzt schon sagen: Mainstream-Gedankengut ist in dem neuen Buch nicht zu finden.

(Erscheinungsdatum, aufgrund Meinungsverschiedenheiten mit den Editoren, leider auf 2022 verschoben. Sorry.)

Tanzen mit dem Popstar

Alles was ich jetzt und für die nächsten Wochen mache, ist lernen und schreiben. Das war’s. Okay, zwischendurch noch ein wenig Sex, doch das war es dann wirklich. Ich besuche Auffrischungs- und Trainingskurse in Vorbereitung auf eine Neuzertifizierung für die 737 in den USA und Europa und arbeite intensiv daran, mein neues Buch bis Anfang Dezember druckfertig zu bekommen (ich liege gut in der Zeit). Irgendwelche Bankgespräche und Verhandlungen habe ich mir bis dahin verbeten.
Hier in Kissimmee, Florida, haben wir Tagestemperaturen von über 30 Grad, nachts sinkt das Thermometer gerade mal auf 20. Aber warm ist auch anders (sagt die Wüstenbewohnerin).
Meine Chefin spricht nach wie vor nicht mit mir, aber ich habe ja das Video … (von dem meine Schwester nichts weiß, es sei denn, sie spioniert wieder in meinem Blog, wozu sie eigentlich „keine Zeit und keine Lust“ mehr hat).
Ich freue mich SEHR auf mein neues Buch, es ist so ganz anders als „J.-Forever“, doch es gefällt mir. Der Stil hat etwas für sich, die Wortvielfalt hat sich gegenüber früheren Büchern deutlich erhöht, und das Thema geht in die richtige Richtung. Ob die neue „Andrea-Schreibe“ auch meinen Lesern zusagt, wird sich natürlich frühestens im nächsten Januar zeigen, wenn die Zahlen aus dem Weihnachtsverkauf vorliegen. Ich bin gespannt.
Natürlich werde ich, wie ich das bei jedem Buch mache, in den kommenden Tagen beginnen, kleine Auszüge zu veröffentlichen und ein wenig mehr über und von dem Buch berichten – so die Flugschule und das Training mir genügend Zeit lassen.
Der Titel (leider musste ich den bisherigen zum Untertitel degradieren) lautet:
Neun Freundinnen und eine 12
Eine kleine Geschichte über Brüste

Kurz umreißen möchte ich noch schnell, was diese Dezemberveröffentlichung für meine weiteren Buchprojekte bedeutet. An der deutschen Übersetzung von „She Doesn’t Do Girlfriend“ arbeite ich nach wie vor, sie ist weder vergessen noch abgehakt. Allerdings kocht die Sache derzeit erneut auf kleiner Flamme. Ich habe nach wie vor eine Menge Probleme damit, und schiebe daher das Projekt immer wieder in der Hoffnung zur Seite, doch noch eine durchschlagende Idee zu bekommen, wie daraus ein gutes, deutsches Buch werden könnte.
Als Nächstes geplant habe ich weitgreifende Überarbeitungen meiner Kurzgeschichten (neue, erweiterte Editionen) inklusive meines Lieblingsbuches „Bella und die Frau im Himmel“, dessen Verkäufe eher durchwachsen sind – was ich nicht verstehen kann.
Außerdem möchte ich mindestens eine meiner begonnenen kleinen Geschichten fertigstellen, um anschließend ein Taschenbuch mit allen Neueditionen der Kurzgeschichten herauszubringen. Auch hier wieder inklusive „Bella“. So weit die von mir angedachten Neuveröffentlichungen.
Inwieweit allerdings ein weiteres neues Buch dazwischen kommt, bleibt abzuwarten. Meine langjährigen Leser wissen, wie sprunghaft ich bin.

Was bei mir im Privaten läuft – auch darüber werde ich in den kommenden Tagen – vermutlich eher bruchstückhaft – berichten. Habt Geduld mit mir, liebe Freunde, Schule ist Stress! Vor allem, wenn man gezwungen ist, jedes Fach mit einem „A“ (einer 1) abzuschließen, um sein Ziel zu erreichen.

Neun Freundinnen und eine 12
Mein neues Buch: Neun Freundinnen und eine 12

Frauen, die Frauen lieben

Mein neues Buch wird erneut sehr ungewöhnlich werden.

Ungewöhnlich vor allem in Bezug auf die Themen. Ich schreibe momentan jede freie Minute, weil ich es unbedingt rechtzeitig vor Weihnachten herausbringen möchte. (Und weil es mir eine Menge Spaß macht, dieses Buch zu schreiben.)

Also Andrea-Fans aufgepasst: Wer ein Weihnachtsgeschenk für sich oder Andere sucht: Das neue Buch wirft seine Schatten voraus!

Wie immer gilt: Andrea-Bücher sind nichts für schwache Gemüter. Was euch erwartet ist Pornografie pur, Liebe pur und Drama pur. Erwartet Frauen, die Frauen lieben, erwartet Anderes, Neues, Ungewöhnliches und Inakzeptables.

„Eine kleine Geschichte über Brüste“ – Toleranz ist gefragt.

Blut und Küsse

Ich habe (mir selbst) eine Fortsetzung versprochen. Hier ist sie.

Aber zuerst: Es war schon ziemlich geil, mal wieder einen Gayclub zu besuchen. (Aber musste es mich dafür wirklich bis nach Vilnius verschlagen?)
Ich muss dazu gleich festhalten: Ich mag weder Lesben- noch Gayclubs. Sie sind düster und langweilig. Düster muss ja scheinbar sein, damit man in den Ecken ungestört herummachen kann. Langweilig. Sowohl die Clubs als auch das Herummachen. Jedenfalls wenn man an Letzterem nicht selbst beteiligt ist. Ich gehe ja auch nicht hin, um irgendwen abzuschleppen. Hell, no! Aber mit Frauen zu lachen und zu trinken, von denen jede Einzelne lesbisch (und meist auch horny) ist, ist schon geil. Auch cool: Nach den üblichen Eingangsfragen nach Namen und Herkunftsort, kommt meist natürlich ganz schnell das „Und was machst du so?“. Natürlich könnte ich eine Menge Unsinn antworten, doch das Wort „Pilotin“ sorgt ganz schnell dafür, dass in kürzester Zeit das Herummachen in den Ecken aufhört und sich eine dicke Traube notgeiler Lesben (und auch einige Schwule) um einen versammelt und man sich vorkommt wie eine Präsidentschaftskandidatin. Das ist cool.
Warum? Weil ich mir dann in aller Ruhe eine Kandidatin aussuchen kann, mit der ich in der folgenden Stunde in einer dunklen Ecke herummachen kann. (Ha!) Diesmal waren es zwei. Warum das so einfach ist? Pilotin = Uniform = Geil! Wir Lesben sind doch so berechenbar!
Das ist eigentlich an solchen Abenden alles, was ich will und ich sage es allen Beteiligten auch vorher: Herummachen, sonst gibt es nichts. Herumknutschen und mit Titten spielen. An meine Möse lasse ich niemals eine, denn ich kann ja nicht wissen, wer sich die Finger wäscht, wer nicht und wo die Grabscherchen vielleicht vorher drinsteckten. Also fällt alles unterhalb der Gürtellinie weg, aber der Rest ist ja schließlich auch nicht zu verachten. (Es ist übrigens auch ganz und gar nicht zu verachten, mit zwei Frauen gleichzeitig „herumzumachen“ – GEILES WORT! – und theoretisch wären ja auch drei möglich: links, rechts und knutschen. Ich muss das mal ausprobieren.)
Aber das geht natürlich alles nur eine gewisse Zeit, vor allem wenn ich ständig damit beschäftigt bin, Finger abzuwehren, die versuchen mir an die Möse zu gehen.
Aber – grosses ABER – die Mädels dort waren toll. Eine der beiden habe ich zwar überhaupt nicht verstanden (Litauisch und Russisch), während die andere genug erotisches Englisch konnte, um die Sache mit Dirty Talk zu würzen. Aber selbst mein rudimentäres Russisch (Da! Da! Da!) reichte, um mir den Tequila von den Nippeln saugen zu lassen. Alles in allem ein positives Erlebnis, auch wenn ich keine Visitenkarten verteilt habe.
Zum Stammgast werde ich ganz sicher auch nicht. Wenn ich ficken will, gehe ich in „normale“ Clubs, Klamottenläden und Straßencafés. In Uniform. (Und wenn ich richtigen Sex und megageile Orgasmen haben will, habe ich ja immer noch meine Dämonin, die zu nichts anderem gemacht worden ist, um die Menschen mit tausend Höhepunkten zu Tode zu ficken.)

Vilnius bei Nacht

Aber jetzt zum eigentlichen Thema: was mich eigentlich nach Vilnius verschlagen hat.

Meine treuen Leser haben sicher den Eintrag „Du bist gefeuert!“ gelesen und wissen, dass ich das Meeting mit meiner Chefin Miranda und meiner Schwester Anik mit ausgestrecktem Mittelfinger verlassen habe. (Eigentlich gar nicht wirklich meine Art, doch ich fühlte mich gerade so proletenhaft.) Tatsächlich wollte ich einfach nur raus und wollte den nächsten Flieger nach LA nehmen, um kurz bei Joana in Bel Air vorbeizuschauen, und dann nach Orcas Island weiterfliegen, wo Mazikeen gerade an der Vergrößerung ihres Bootsstegs arbeitete. Gabby konnte ich hier leider nicht besuchen, weil das Miststück gerade mit ihrer Tochter und ihrem Typ eine verlängerte Hochzeitsreise machte. (Ein anderes Thema … Kotz! Die Moral von der Geschichte: Lass dich niemals mit Heten ein!)

„TAMMY!“ Der Ruf kam vom anderen Ende des Flurs, während ich auf den Aufzug wartete. Mirandas unverschämt rauchige Stimme war unverkennbar. (Wie ich sie dafür beneide!)
„Fuck off!“
Doch sie ließ sich nicht beirren, setzte die Maske mit dem Logo unserer Airline auf und rannte mir hinterher. (Meine FFP2-Maske war schwarz. Flammen loderten über Mund und Nase. Ein höllisches Geschenk von Mazikeen, logisch.)
„Darf ich BITTE nochmal mit dir reden?“
Scheiß-Aufzug! Wie lange braucht der eigentlich? Ich antwortete nicht, grinste lediglich, was sie vermutlich nicht sehen konnte. Ich hoffte aber, dass die Flammen dadurch etwas höher loderten.
„Was muss ich tun, dass du deine Meinung änderst?“
„Get lost!“
„Ich möchte diese Flieger. Wirklich! Wir brauchen sie!“
„Was muss ich tun, damit du endlich verschwindest?“
„Mit mir reden!“
„Was muss ich tun, damit du NICHT mit mir reden willst?“
„Schlag mich zusammen, dann musst du nicht.“
Ich starrte sie an. Der Aufzug war fast unten angekommen. „Ich schlage keine Frauen. Jedenfalls nicht, bevor sie darum betteln.“
„Bitte schlag mich zusammen. Bitte, bitte!“
Ich zuckte mit den Schultern und verpasste ihr eine, dass sie gegen die hintere Aufzugswand krachte und langsam zu Boden sank. Wer drum bettelt …

Wer drum bettelt …

Hinter mir öffnete sich die Fahrstuhltür. Im Spiegel, vor dem meine Chefin saß, erkannte ich eine ältere Dame in schickem Tweetoutfit und einen älteren Herrn mit Texaskrawatte. Ich drehte mich zu ihnen um und hob entschuldigend die Hände: „Für gewöhnlich ficken wir. Heute ist eine Ausnahme.“ Mit tiefreligiösen, aufgerissenen Augen, packte der Texaner seine Frau am Arm und sie machten einen kollektiven Schritt nach hinten.
„Fühlst du dich jetzt besser?“ Miranda streckte mir eine Hand entgegen.
„Etwas“, entgegnete ich und half ihr aufzustehen. Ihre schicke Airlinemaske färbte sich langsam rot.
„Jetzt schuldest du mir mindestens einen Drink.“
„Soso …“ Scheiße, ich musste grinsen. Ich hoffte, dass meine Augen das nicht verrieten.
Miranda wandte sich an das Texikanerpaar: „Machen Sie Platz! Wir versuchen abzutreiben!“
Scheiße, ich musste losprusten!
„Sie können allerdings auch stehenbleiben und uns auf je 10.000 Dollar verklagen“, fügte Miranda, bezugnehmend auf das neue, widerliche Gesetz in Texas, hinzu.
„Soll ich dir jetzt in den Magen treten?“, fragte ich, laut genug.
„Das sollte funktionieren“, nickte meine (Ex)-Chefin.
Von den betagten Südstaatlern war danach nur noch ein Luftloch übrig.
Was blieb mir übrig als laut zu lachen?
„Du bist ein ganz schönes Arschloch“, stellte Miranda nach einem Moment Herumstehen fest.
Ich bestätigte das.
„Darf ich dir jetzt einen Drink ausgeben, oder nicht?“
„Aus deiner Maske läuft Blut raus.“
„Ich sage ja, dass du ein Arschloch bist.“

Schließlich landeten wir auf dem Damenklo. ‚Frisch machen‘, wie Miranda das nannte. Während ich pinkele, wischte sie sich das Blut aus dem Gesicht. Sie winselte wie ein junger Hund, wenn sie ihre aufgeplatzte Lippe berührte: „Danke, dass ich alle Zähne behalten durfte“, erklärte sie sarkastisch.
Ich nickte freundlich: „Das war doch das Mindeste, was ich für dich tun konnte.“
„Bar?“, fragt sie, als sie fertig war.
Ich schüttelte den Kopf: „Keine Chance. Du blutest den ganzen Tresen voll. Das ist peinlich.“
Sie verdrehte die Augen.
In diesem Moment kam jemand zur Tür herein: „Raus!“, wurde sie angefaucht. Miranda kann fauchen. Interessant.
„Wir verlieren die Branche, wenn wir nicht aufrüsten. Die großen Airlines warten nur darauf, mit gecharterten Studioflügen Werbung machen zu können.“ Mit ‚Branche‘ meinte Miranda die Hollywoodstudios.
Ich zuckte mit den Schultern: „Eure Bombardiers sind doch voll.“ Ich setzte ganz bewusst die zweite Person Plural ein, um mich von der Firma zu distanzieren. Schließlich hatte sie mich gefeuert und ich war drauf und dran, mein Kapital abzuziehen.
„Sie sind zu klein. Und die Reichweite ist nicht da.“
„Warum?“
„Wir brauchen mindestens 130-180 Plätze und eine interkontinentale Reichweite.“
„Wie bitte? Interkontinental?“
„Immer mehr Drehorte sind in Europa, das weißt du.“
„Bisher haben die Studios es auch ohne 737 über den Teich geschafft.“
„Ohne UNSERE 737. Mit Linienmaschinen und Frachtcharter. Uns geht ein Riesengeschäft verloren. Und wir stehen kurz davor, die ganze Branche zu verlieren. Das erste Studio haben wir schon abgeben müssen. Ich möchte es zurückbekommen.“

Eine 737-800 NG auf dem Taxiway

Wieder öffnet sich die Tür: „RAUS!“
„Nicht überzeugend.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Wie blöd muss man sein, um das nicht zu kapieren?“
„Vermutlich so blöd wie ich“, nickte ich.
„Was können wir denn deiner Meinung nach sonst tun?“, fragte Miranda.
„Nichts. Ihr habt kein Geld für so eine Aufrüstung. Und die Banken werde euch etwas husten. Vor allem jetzt, wo ich aussteige. 737 – so ein Schwachsinn!“
„Du musst ja nicht aussteigen.“ Ihre Lippe blutete immer noch ein bisschen. „Du kannst jede 737 fliegen!“
„Ich kann es aber auch lassen.“
„Ich weiß, du hasst es, mit Airliner Linienverkehr zu fliegen. Wie sagst du immer? ‚Busfahren für Studierte‘. Das ist aber kein Linienverkehr. Das ist Charter und das weißt du. Fast rund um die Welt. Mit einem Standbein in Europa.“
„Das auch noch? Nicht nur FAA, sondern auch noch EASA? Na danke …“
„Seit wann siehst du alles nur noch negativ?“
„Seit ich dich kennengelernt habe.“
„Ist es, weil ich nicht mit dir schlafen will? Eine Frau, die NICHT mit dir ins Bett will, das darf es in deinen Augen wohl nicht geben?“
Ich erinnerte mich an die eine Sache, bei der sie mich in ihrem Büro für ein paar Momente fickte, um das zu bekommen, was sie wollte. Diese Frau war echt das Letzte! „Du willst NICHT? Echt nicht? Was haben dann deine Finger in meiner Fotze gemacht?“
„Dich überzeugen.“ Miranda grinste.
„Hast du jetzt auch vor, mich zu ficken, damit du bekommst, was du willst?“
„Wenn es sein muss …“
„Eine Manager-Nutte. Nett …“ Ich schüttelte den Kopf.
„Darf ich dich an dein jüngstes Buch erinnern?“
J.–Forever? „Was ist damit?“
„Angeblich empfindest du doch Prostitution als ein legitimes Mittel zum Zweck?“

MOMENT MAL!

Wieso konnte die Frau dieses Buch lesen? Es ist doch nur auf Deutsch erschienen?

„Willst du mir jetzt weismachen, dass du Deutsch lesen kannst?“
„Ich kann es nicht nur lesen, sondern auch sprechen und verstehen. Du schreibst wirklich interessante Bücher. Auf Deutsch. Deine englischen Titel sind allerdings miserabel.“

Jetzt erwischte sie mich eiskalt: Sie ANTWORTETE mir AUF DEUTSCH! Zwar mit ziemlich amerikanischem Akzent, doch grammatisch richtig, vollkommen verständlich und – fließend.
„DU SPRICHST DEUTSCH?“, blökte ich auf Dummdeutsch.
Miranda zuckte mit den Schultern: „Und Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und ein wenig Norwegisch. Schlimm?“
„Warum?“ Diese Frage war noch dümmer als die von eben. Aber das war zu entschuldigen, wenn man von einer Sekunde auf die andere erfuhr, dass die Ex-Chefin SIEBEN (7) Sprachen fließend beherrschte! Und man selbst – ich wollte nicht darüber nachdenken.
„Es hilft beim Business. Aber das war nicht unser Thema.“
Sie erwischte mich mit dieser Sprachgenie-Eröffnung so eiskalt, dass ich vergessen hatte, was das Thema war.
„Du stehst auf Nutten. Zumindest kann man das aus J.–Forever herauslesen.“
„Ich brauche einen Drink.“
„Zur Bar?“, lächelte Miranda.
Ich konnte nur noch dümmlich nicken.

Fortsetzung folgt.

Ich glaube, ich bekomme Ärger

Prudhoe Bay. Ein Miniaturstädtchen an der arktischen Küste. Ölindustrie, klar.

Hier kommt einer meiner schlimmsten Albträume zum tragen: eine private Unterkunft! Ich hasse es, wenn Leute Leute kennen, die wiederum Leute kennen, die mich dann so behandeln, als wäre ich frisch ihrer Gebärmutter entschlüpft! Ich kenne diese Menschen nicht! Ich will ein intimes, einsames Hotelzimmer, ohne Aufstehzwang und ohne Essensverpflichtung! Private Unterkünfte sind das Allerletzte! Und ich habe hier noch nicht mal einen Schimmer, wer wen kennt, der jemanden kennt, der mich kennt. Oder der Mazikeen kennt. (Wobei ich Letzteres ernsthaft bezweifeln möchte, denn Maze lernt man eigentlich nur in der Hölle kennen, und hier sieht alles solide und trinkfest aus. Und lebendig.)

Na ja, ist ja – vermutlich – nur für eine Nacht.

Coronavirus causes ConocoPhillips to temporarily cancel flights for workers  to North Slope fields - Anchorage Daily News
Deadhorse, Prudhoe Bay

Was aber noch schlimmer als diese Übernachtung ist, ist der Fakt, dass ich die Landung hier komplett versaut habe. Und mit „versaut“ meine ich vollkommen versaut. Kurz vor Unfall-Untersuchungs-Versaut. Kurz vor Crash-Versaut. So etwas ist mir seit meiner Flugschülerzeit nicht mehr passiert, und ich weiß nicht genau, ob überhaupt. Natürlich legt jeder mal schlechtere Landungen hin, das ist ganz normal – aber das gestern?

Maze meint, wenn ich nochmal todmüde in ein Flugzeug steigen würde, würde sie mir die Klit rausbeißen. Oder den Schlüssel abnehmen. Was gerade besser passt.

Stimmt, ich war todmüde, ich konnte kaum noch die Augen aufhalten. Was hätte ich darum gegeben, wenn ich einen brauchbaren Copilot gehabt hätte. Hatte ich aber nicht. Tatsächlich – und da hat sie natürlich Recht – sollte man in so einem Zustand weder ins Auto, noch aufs Motorrad und schon gar nicht in ein Cockpit klettern. Die Reaktionszeiten lassen gewaltig nach, und man merkt es noch nicht einmal wirklich. Man denkt, okay, gleich sind wir da, nur noch schnell landen und dann ins Bett.

Am Arsch!

Das war hochgradig unverantwortlich und ich hätte es wissen müssen!

„Jetzt siehst du, warum du keine Airliner mehr fliegen solltest“, erklärt mir mein Dämon. Ja, ja, sie hat ja Recht. Und ich fliege ja auch keine mehr. Beruhig‘ dich, Maze! Ich glaube allerdings, dass sie es mir wirklich übel nimmt.
Das Problem mit Dämonen ist, dass sie in der Hölle Folterknechte sind. Und Mazikeen ist ein besonders Guter. Ich fürchte, dass sie mich für diese Sache bei nächster Gelegenheit ziemlich übel auspeitschen wird.

Ich gebe es ungern zu, doch ich habe es wirklich verdient. Nein, es war kein Fehler nach dem Motto: ach Mist, Scheiße gebaut! Nein, das war schon unverzeihlich, denn wir sind wirklich haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrappt.

Das Wetter war ziemlich übel, das wusste ich schon vor dem Start. Der Flug dauerte etwas über eine Stunde; ich dachte, das würde ich noch locker schaffen, doch eine halbe Stunde vor der Landung war meine Müdigkeit nicht mehr zu überspielen, und beim Approach, dem Landeanflug, konnte ich meine Augen kaum noch offenhalten. Glücklicherweise verfügt Runway 6 über ein automatisches Landesystem, das sogenannte ILS (Instrument Landing System). Beim Start war der Overcast in Prudhoe Bay, die Wolkendecke, mit 700 Fuß Höhe angegeben, doch das Wetter verschlechterte sich und als wir schließlich den Flughafen erreichten, hatte sich nicht nur die Wolkendecke auf 400 Fuß gesenkt, sondern auch die Sichtweite lag nur noch bei 5 Meilen. Letzteres ist ganz okay, kein großes Problem, wäre nicht die ganze Landschaft weiß in weiß.
Das ILS, um das kurz zu erklären, führt das Flugzeug vollautomatisch bis zur Landebahn, wo der Pilot das Steuer etwa in Höhe seiner Decision Height, der Entscheidungshöhe, übernimmt. Diese Höhe über Grund, in der Regel etwa 200 Fuß, – ich reduziere sie bei der Diamond auf 150 Fuß – ist quasi die letzte sichere Chance ein Go Around, ein Durchstarten, zu initialisieren: Fahrwerk einfahren, Landeklappen auf Take-Off und Motoren auf Startpower. Eine sehr sichere Sache, führt man das Manöver in akzeptabler Höhe durch.

Mein erster Fehler – abgesehen vom Losfliegen mit Schlafaugen, war das Ignorieren des Crosswindes (Seitenwind), der bei etwa 10 Knoten lag. Nicht zu viel, aber auch nicht zu verachten. Wir brachen also auf 400 Fuß (121 Meter) durch die Wolkendecke, meine müden Augen mussten sich einen Moment an das Weiß gewöhnen, ich erkannte dann aber akzeptabel schnell die Landebahn. Was ich nicht beachtete war, dass der Seitenwind uns schon ein Stück nach links geblasen hatte, und ich schon an diesem Punkt mit dem Ruder hätte korrigieren müssen.
Ich meldete dem Tower, dass wir das Final erreicht hatten – der letzte Teil des Landeanflugs – und fuhr die Landeklappen komplett aus. Das bereits 1,5 Meilen vor dem geplanten Aufsetzen zu tun, ist bei einer Diamond, mit ihren extralangen Flügeln, keine besonders gute Idee. Keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe, sonst mache ich das vielleicht 500 Meter vor dem Aufsetzen; vermutlich schlief dieser Teil meines Hirns: Es hatte zwei Effekte. Zum Einen reduzierte es unsere Geschwindigkeit weiter, zum Anderen blies uns der Wind noch weiter nach links. Das Aligning, das Ausrichten des Flugzeuges mit der Landebahn, wurde schwieriger und schwieriger. Die Kombination aus Seitenwind und niedriger Geschwindigkeit machten es fast unmöglich.
Wir passierten die Go-Around-Marke und als ich auf den Tacho blickte, packte mich das blanke Entsetzen: 80 Knoten! Viel zu langsam! Und die Diamond begann sich schon zu schütteln. Ich schob die Throttles (die Gashebel) ein Stück nach vorne, um nicht weiter an Geschwindigkeit zu verlieren, doch viel zu wenig. Wir sanken bereits vor dem Runway-Threshold, die Marke, die überflogen werden muss.
Flare, flare, flare, dachte ich viel zu spät! Der Flare ist das Heben der Flugzeugnase, damit das hintere Fahrwerk zuerst aufsetzen kann, bevor sich auch das Bugrad auf die Bahn senken kann.
Und dann: Der Threshold war rechts von mir, wo er doch genau unter uns hätte sein müssen! Was nicht mehr und nicht weniger bedeutete, dass wir NEBEN der Landebahn flogen! Und zwar so tief, dass das Aufsetzen unmittelbar bevorstand. Eigentlich hätte es jetzt nur noch eine Chance gegeben: Durchstarten, mit allem, was die Motoren hergaben!
Stattdessen hob ich die Nase zum Flare und war überzeugt, ich könne mittels Ruder die Maschine noch auf die Landebahn ziehen. Fehler.
Die Nase hob sich ganz brav nach oben, aber da wir nicht mehr im Sinkflug, sondern parallel zum Boden unterwegs waren, hatte sich die Sache mit der Sicht nach vorne damit erledigt. Alles, was ich machen konnte, war, mir die Landebahn rechts neben uns zu betrachten. Ich hatte nicht wirklich eine Ahnung, wie tief wir waren, doch da ganz offensichtlich die Groundforce uns über dem Boden hielt, konnten wir eigentlich nur wenige Meter hoch unterwegs sein. Die Groundforce ist eine Kraft, die Flugzeuge ein Stück weit über die Landebahn gleiten lässt, so fern sie schnell genug sind, grob gesagt, ohne dass der Pilot dies aktiv einleiten muss. Die Diamond, vermutlich auch wieder aufgrund ihrer überlangen Flügel, entwickelt davon so viel, dass man den halben Runway damit entlang gleiten kann. Und das war dann wohl auch mein Glück. Sobald ich gesehen habe, dass wir auch nur irgendwie die Landebahn rechts von uns erreicht hatten – Ruder, Ruder, Ruder! – drückte ich die DA62 nach unten und wir setzten krachend mit allen drei Rädern gleichzeitig auf. Nicht im Sinne des Erfinders, doch lieber etwas unelegant gelandet und hinterher das Fahrwerk inspizieren, als die Maschine neben die Bahn zu setzen und sie dabei zu verschrotten. Und billiger ist es außerdem.

Ich schätze, mein Blutdruck lag bei über dreihundert.

Zu müde, Crosswind missachtet, zu langsam, zu tief angeflogen und nicht durchgestartet. Nach zwanzig Jahren Flugerfahrung gleich fünf Anfängerfehler auf einmal.

Ich fürchte, ich habe es verdient, dass mein Dämon die Peitsche auspackt.

Das gibt Ärger!

Masturbationsobjekt

Als ich heute aufgewacht bin, hat alles nach einem normalen Tag ausgesehen.

Nicht entscheiden können, ob Tee oder Kaffee zuerst, Zähne putzen, sich über die schlechten deutschen Nachrichten amüsieren, nachschauen, ob die Titten noch da sind, wo sie gestern waren- sowas eben.

Dann die Grundsatzfrage: Rock, Kleid, Hose, Shorts? Shirt? Bluse? Anschließend der Materialtest: Funktioniert der Stoff ohne BH, oder reibt er die Nippel wund?

Ein Blick auf das neue Passagiermanifest für den heutigen Flug macht die Entscheidung dann leicht: Angel Collins, Sheryl Thornton und Sue Floyd Macdormid. Drei Frauen! Also kurze Shorts, weiße, halbdurchsichtige Bluse, kein BH und darüber die offene Uniformjacke.

Leider – hat mich die freie Namenswahl wieder mal ausgetrickst. Diesmal gleich dreimal! Alles Männer! Schöner Mist. What are the odds? Aber egal, ich kann ja immer noch als Masturbationsobjekt dienen. Geht auch. Hauptsache, sie machen es nicht im Flieger, die Polster sind noch so schön neu!

Also wieder nichts mit einem kleinen Abenteuer heute. Ich bin ja auf die hellen Tageszeiten angewiesen, denn an den Abenden kann ich in der Regel ja Zoe nicht entgehen. Wenn ich nicht todmüde oder wirklich am Ende bin. Was immer wieder mal vorkommt, da wir ja oft mehrere Flüge pro Tag unternehmen. So sehr ich ja auch die Hotels in den Kleinstädten nicht leiden kann, so sehr ängstigt mich auch der Gedanke an einen Zoeabend in einer richtigen Stadt.

Aber gut – um Portland/Oregon bin ich ja herumgekommen und es bestehen gute Chancen, dass ich bei unserer nächsten Landung im Großraum der Stadt meine Tage habe. Und zwar Big Time. Sorry, Zoe!

Mit drei Männern direkt hinter mir zu fliegen ist irgendwie nicht spaßig. Meist kommen irgendwelche saudämlichen Fragen zu den Flugzeugmotoren oder Kommentare, wie der Hersteller oder ich Dinge besser machen könnten. Und das von Leuten, die Flugmaschinen nur von Sitz 36C aus kennen! Wie ich das hasse! Am schlimmsten sind allerdings diejenigen, die zuhause mit dem Flugsimulator spielen und mir weismachen wollen, dass sie die Maschine sicher landen könnten, wenn mir schlecht würde. Vermutlich sagen sie das, damit ich ihnen vor die Füße kotze, damit sie es ausprobieren können. Gott sei Dank sitzt meine Dämonin neben mir, die in diesen Momenten solche Typen mit ihrem Folterblick zum Schweigen bringt.

Frauen beschränken sich meist auf die wichtigeren Fragen, wie zum Beispiel, ob für das Polster auch andere Farben zur Auswahl standen, oder sie machen meinem Hairstyle Komplimente (und meinen damit, dass ich dringend mal zum Friseur sollte). Manchmal, zugegeben, kommen auch Fragen wie „Was passiert, wenn die Motoren ausfallen?“. Ich antworte gerne, dass ich es ihnen ja mal zeigen könnte, doch ihre Kotze würde nicht zu meiner Bluse passen. Ich bin eben auch nur eine Frau.

Das war sexistisch? Aber sowas von! Frauen und Männer sind nun einmal unterschiedliche Wesen – so wie Säugetiere und Insekten – ob das Extrem-Feministinnen nun glauben oder nicht! Ich habe nicht vor, das zu verheimlichen! Wie schlimm es wäre, wenn wir von Natur aus gleich wären! (Wenn ich mir vorstelle, wie ein Mann sein zu müssen … Würg!)

Also was passiert denn nun, wenn ich die Motoren abschalte?

Im Prinzip nicht viel. Wir werden stetig ein wenig langsamer, bis zu dem Punkt, an dem der Luftstrom über den Tragflächen abreißt und wir über einen Flügel (er reißt immer auf einer Seite zuerst ab) spiralförmig zur Erde stürzen.
So weit lässt man es natürlich nicht kommen. Der Pilot drückt die Nase des Flugzeugs ein wenig nach unten und „trades height for speed“, das heißt auf Deutsch, dass wir Höhe opfern, um Geschwindigkeit zu gewinnen, damit der Luftstrom nicht abreißt und wir nicht in einer Spirale nach unten stürzen.
Auf diese Weise können wir rechtzeitig – je nach ursprünglicher Höhe – einen Flugplatz in der Nähe ansteuern, um dort ohne Motorenunterstützung wie ein Segler zu landen. Bei einem Flug über einen Ozean funktioniert das leider nicht, denn Wasserlandungen enden fast immer in einer Katastrophe.
Auch schwierig wird es über hohen Bergen, dort sind Airports seltener und eine Maschine wie meine Diamond kann nicht hoch genug fliegen, um genug Höhe opfern zu können, um auf einem Flugplatz zu landen. Bleiben Straßen oder Wiesen und Felder als Landeplatz. Was aber bei einem, nicht speziell darauf ausgelegten Flugzeug, in der Regel nicht besonders gut ausgeht.

Deshalb: Je höher ein Flugzeug fliegt, desto sicherer fliegt es.

Die „Friedhofs Spirale“ (graveyard spin)

Aber – keine Sorge, meine Damen – ein Twin wie die Diamond verfügt über zwei Motoren, ein Twin eben. Dass beide auf einmal ausfallen, ist selten wie ein Lottogewinn und ein geübter Pilot schafft es ohne große Mühen, die Maschine zum nächsten Flugfeld zu steuern. Bei der Diamond ist das, dem zentralen Motormanagement sei Dank, nicht besonders schwer. Bei einem alten zweimotorigen Flugzeug – wie zum Beispiel der Aerostar 600, die meine Dämonin für uns kaufen möchte – verlangt ein Motorausfall dann doch nach einem sehr erfahrenen Piloten und viel Training mit abgeschaltetem Propeller.

Da ich gerade von Katastrophen spreche: Mein Lieblingsbikini, den ich mir vor zwanzig Jahren zugelegt habe, passt mir nicht mehr! Kreisch! Der Dreiecksstoff, in den ich mit 17 bequem meine Titten einwickeln konnte, bedeckt heute kaum mehr die Nippel und von meinem Arsch will ich gar nicht erst anfangen!!! Wie konnte denn das passieren? Ich habe ja nun wirklich nichts gegen große Möpse – doch muss ausgerechnet ich welche haben? Das Leben ist ungerecht!

Andererseits machen sie sich unter einer halb durchsichtigen Bluse ausgesprochen gut.

Durchaus lesbisch

Für Andrea-Fans: Ein kleiner Einblick in die deutsche Übersetzung meiner Novelle „She Doesn’t Do Girlfriend“


„Erzähl mir nicht, du hättest so etwas noch nicht gesehen!“
Clara verschluckte sich fast an ihrem Kaffee, als Hannah „dieses Ding“ genau vor sie legte. Zwischen sie. Auf den Tisch. Mitten im Café. Einen Strap-on!
Clara starrte. Es war kein Strap-on im herkömmlichen Sinn, es war ein gigantischer Penis, der auf magische Art und Weise mit einem Höschen verbunden war!
„Tu das weg!“, zischte sie.
„Du magst ihn nicht?“, lächelte Hannah: Sie wirkte verwundert. Meinte Clara das ernst?
„Schaff ihn weg! Schaff das Ding da weg!“
„Warum?“
„Weil es peinlich ist! Und außerdem sind wir Lesben!“
„Zusammenhang bitte?“
„Wir sind Lesben!“, betonte Clara erneut.
„Das sagtest du schon. Was es immer noch nicht verständlicher macht…“
„Lesben… Penis…“
„Willst du mir damit sagen, dass Lesben keine Strap-ons benutzen?“ Hannah grinste von einem Ohr zum anderen.
„Das blöde Ding ist immer noch da! Und ja – genau das will ich damit sagen!“
„Stimmt, es ist noch da!“ Hannah tat so, als wäre sie über diesen Fakt selbst verwundert.
„Und warum ist es noch da?“, wollte Clara jetzt leicht genervt wissen.
„Weil es cool aussieht, weil ich drauf stehe, weil ich es liebe, damit zu ficken. Ärsche hauptsächlich.“ Hannah hielt das Penishöschen vor die Freundin und begann den Dildo mit einer Hand zu wichsen. „Und sowieso ist es das Lesbischste überhaupt!“
„HANNAH! HÖR AUF SO ZU REDEN!“
„Der fühlt sich richtig weich an. Willst du nicht auch mal anfassen?“
„Es reicht! Ich verschwinde!“
Hannah schüttelte den Kopf: „Bleib, Spaßverderber!“ Sie nahm das Höschen und stopfte es in ihre Designerhandtasche. Für den Plastikpenis brauchte sie etwas länger, weil er sich querstellte. „Sowas Prüdes!“, grummelte sie dabei.


Die englische Version gibt es hier:

Die englische Version der Novelle von Andrea Downey-Lauenburg

Katz-und-Maus-Spiel

Dieser Blogeintrag wurde von Zoe (ZoeForYou) verfasst

Der Club, den ich hier ausfindig gemacht habe, ist – zumindest für kalifornische Verhältnisse – etwas Besonderes. Ich weiß nicht, ob es so etwas irgendwo auf der Welt noch gibt, vielleicht in Deutschland oder den Niederlanden. Aber das kann ich nicht beurteilen.

Natürlich ist Prostitution hier hochgradig illegal und solche Bordelle ganz besonders. Was nicht heißt, dass es sie nicht gibt. Es gibt sie tatsächlich in allen Preislagen. Sie tauchen irgendwo auf, bleiben ein paar Wochen oder Monate und ziehen dann um. Es ist ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel.
Die Frauen, die in ihnen arbeiten, sind eigentlich immer die gleichen. Mal machen sie für viel Geld die Beine breit, eine Woche später in einem anderen Club für extrem wenig. Sogenannte „High-Class-Escorts“ sind Erfindungen von Hollywood und Co. Die Bevölkerung glaubt wunderbarerweise jeden Mist, den die Traumfabrik ihr vorgaukelt.
Ich lasse mich einmal für 2.000 Dollar ficken, ein paar Tage später für 500 und dann wieder für 50. Das gilt auch für junge, hübsche, „weiße“ Frauen. Es liegt daran, dass es jede Menge Prostituierte mit den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Hintergründen gibt.
Es gibt einfach zu viele von uns, was kein Wunder ist, denn die Schere zwischen arm und reich geht in den US extrem weit auseinander. Und wir werden immer mehr. Der einzig wirkliche Unterschied ist, dass Latinas und schwarze Frauen, viel öfter in den billigen Clubs arbeiten müssen, als andere. Weiße Amerikanerinnen und Osteuropäerinnen haben es leichter, in die teuren Clubs zu kommen und nebenbei noch als High-Class-Escort zu arbeiten. Doch auch sie legen sich hin und wieder in den billigen Bordellen auf den Rücken.

Was Hollywood produziert, entspricht eben doch oft dem Klischee einer Traumfabrik.

Die Polizei ist bei Bordellen ziemlich machtlos, die Tricks der Besitzer sind über Jahrzehnte (Jahrhunderte?) so raffiniert geworden, dass es Razzien eigentlich nur gibt, wenn neue Zuhälter in das Geschäft einsteigen und den schnellen Dollar machen wollen. Wenn ich mich in Bordellen ficken lasse, habe ich keine Angst erwischt zu werden. Die Polizei hat sich längst auf den Straßen- und Hotelstrich konzentriert, weil an die privaten Clubs kaum heranzukommen ist. Und an die teuren Läden sowieso nicht, weil sich dort die Mächtigen die Klinke in die Hand geben.

Aber warum ist das so und wo sind die Läden zu finden? (Vielleicht will ja der eine oder andere Leser selbst etwas Spaß beim nächsten Kalifornienbesuch haben?)
Sie werden ja wohl kaum inserieren? Oder doch? Nein, ich werde jetzt den Behörden keinerlei Insidertipps geben! Nur so viel: In den Städten findet sich kaum einer davon. Die gängigste Methode ist sie auf privatem Land außerhalb zu betreiben, das von allen Seiten mit Zäunen umgeben ist. Selbst wenn die Behörden ahnen – oder „wissen“ – was dort vor sich geht, dauert es ewig, bis sie genügend Beweise zusammen haben, dass sie einen Durchsuchungsbefehl bekommen können. Privatbesitz ist heilig in den Staaten. Und wenn sie es dann geschafft haben und das Gelände stürmen können, ist das Bordell längst weitergezogen.

Ein Katz-und-Maus-Spiel, wie gesagt. Außer, dass die Katzen meist keine Lust mehr haben. Es sei denn, es sind Drogen im Spiel, dann ist Schluss mit Lustig. Weshalb illegale Rauschmittel in den Bordellen strengstens verboten sind.

Wieder was gelernt, oder?

Der Club, in dem ich mich einquartiert habe, ist gerade an einen neuen Ort gezogen und ist – wie gesagt – etwas Besonderes. Jedenfalls ist mir so etwas noch nicht begegnet. Er ist – aufregend. Und irgendwie billig. Wobei die Eintrittspreise alles andere als niedrig sind. 2.000 Dollar zahlt der Freier nur um hineinzukommen. Dafür bekommt er dann auch einiges geboten. Aber davon spreche ich dann beim nächsten Mal.

Das Bordell, in dem ich jetzt arbeite, ist etwas ganz Besonderes

Ja, was denn nun?

Ich vermisse Gabby.

Rein körperlich, meine ich. Das war ja nicht anders zu erwarten. Heute habe ich den ganzen Tag mit Eva verbracht und ich habe mich nicht getraut, es ihr zu sagen. Ich werde zuerst noch einmal mit Gabby telefonieren und sie fragen, wie sie sich das vorstellt: sie in New York und ich hier. Wie sie sich das für Eva vorstellt. Denn eines ist sicher: Für die Kleine ist das, als wenn sich ihre Eltern trennen würden, da bin ich sicher.

Heute ist jedoch erst noch einmal ein Flug mit der Dash angesagt, dann habe ich ein paar Tage Pause.

Meine Mutter hat am Telefon vorgeschlagen, ich könne doch selbst Nachwuchs bekommen. Ich glaube, ich habe seit Jahren nicht mehr so gelacht. Meine Mutter meinte, sie hätte mich noch nie so unflätig grölen gehört. Ich frage mich aber auch ernsthaft, wie sie so etwas sagen konnte?! Ich meine – ich, ein Kind rauspoppen! Das muss man sich mal vorstellen! Oder – besser nicht… Mich mit Gabbys Nachwuchs gut zu verstehen, das ist eine Sache – doch ich mit dickem Bauch, überlaufenden Titten und – lassen wir das. Auf jeden Fall ist es unfaßbar eklig! Yuck, yuck, yuck!

Wie auch immer…

So ganz frei werden die nächsten Tage jedoch trotzdem nicht sein. Ich werde mit Miranda zusammensitzen und mit ihr das Thema Weltumrundung diskutieren, bzw. das passende Flugzeug. Das ist nämlich immer noch nicht entschieden. Noch nicht einmal die Frage, ob es ein kleiner Airliner sein soll, oder ein irgendein Businessjet. Zwar haben wir inzwischen die Länder grob festgelegt, doch für alles Weitere muss ich nun einmal wissen, was für ein Flieger es werden soll.

Außerdem muss ich meine Chefin endlich richtig ins Bett bekommen – ich habe Entzugserscheinungen. Gabby fehlt.
Immer nur Maze – das geht gar nicht! Das war damals auch der Grund unserer Scheidung: Sie hatte es einfach nicht verstanden, dass sie mir nicht reicht – noch nicht einmal für ein paar Wochen. Nicht, dass sie nicht akzeptiert hätte, dass ich auch mit anderen Weibern ins Bett will, das schon, das war auch von Anfang an klar, doch dass sie mir noch nicht einmal für kurze Zeit nicht reicht, damit konnte sie nicht umgehen.
Inzwischen sind wir wieder verheiratet und werden es vermutlich bis in alle Ewigkeit bleiben. Shit happens. Insofern darf Mazikeen sich durchaus mit Recht meine „Dämonin“ nennen – diese Gestalten wird man nämlich auch nie mehr los.
Außer meiner Schwester und Joana weiß übrigens niemand von unserer zweiten Hochzeit, noch nicht einmal meine übrige Familie. Na, und jetzt weiß es auch dieses Tagebuch. Damit also auch meine Mutter. (Sorry, Mom, dass du beim zweiten Mal nicht eingeladen warst… Dabei waren nur Anik und Joana. Das musste reichen. Es war so eine Art Shotgun-Geschichte.)
Mazikeen hat mein Sexleben immer noch nicht kapiert, doch sie akzeptiert es. Außerdem ist sie ja manchmal auch dabei.

Zugegeben: Mein Denken und Handeln verstehen die Wenigsten, zumindest glauben sie, dass sie es nicht verstehen. Ich kapiere ja, dass der Sex mit einer (oder wegen mir auch „der“) vertrauten Person in der Regel am besten ist – zumindest wenn sie aufgeschlossen genug ist, doch uns Menschen begegnen auch immer wieder Weiber, die uns auf irgendeinem Level anmachen. Wer in einer stabilen monogamen Beziehung ist, wird das in der Regel natürlich nicht öffentlich zugeben. Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Und der Quatsch von wegen „Appetit darf man sich holen, doch gegessen wird zuhause“ – damit kann ich gar nicht! Wenn ich auf eine bestimmte Tussi „Appetit“ bekomme, bringt es mir herzlich wenig, wenn ich dann „zuhause“ ficke. Zumal man sich beim Sex ja auch angeblich niemand Anderen vorstellen darf! Ja, was denn nun?
Ich könnte jetzt auch noch damit anfangen, dass die Leute Angst haben, die Andere könne „besser“ sein. Aber ehrlich, das spare ich mir – da wird es kindisch.

Und natürlich wird mir jetzt die Hälfte der Menschheit schreiben, dass sie glücklich sind, in ihrer monogamen Beziehung, und sie gar keine Lust auf andere Weiber haben, oder sie sich auch bremsen können – vielen Dank! Ich freue mich für euch, dann bleiben mehr heiße Chicks für mich übrig! Jeder schläft in dem Bett, dass er sich selbst macht, und muss seine Zufriedenheit selbst definieren. Ehrlich, ihr müsst das hier ja nicht lesen, wenn ihr euch ertappt fühlt.

Ich jedenfalls lasse mir keine Tussi entgehen, die ich haben will. Sofern sie Lust auf mich hat und kapiert, dass es um nichts Anderes geht, als um ziemlich dreckigen Sex.

Go fuck yourself

Meine Mutter war so eine richtige 70er-Jahre-Schlampe.

Geil.

„Damals war die Welt noch herrlich politisch inkorrekt, da musstest du als Frau noch richtig deinen Mann stehen“, sagt sie gerne. „Wenn mir jemand auf den Arsch gehauen hat, hat es mir entweder gefallen oder ich habe ihm eine ernsthafte Ohrfeige verpasst. Und wenn mir einer ungefragt an die Titten gefasst hat, gab es das Knie und keinen Prozess. Damals habe ich mich noch als Frau gefühlt und nicht wie ein Mensch mit Fotze.“

Ihre Worte sind es wert, über sie nachzudenken (vor allem, wenn man so ein Reaktionär ist wie ich).

Ich weiß, ihre Aussagen können moderne Feministinnen zur Weißglut treiben, vorzugsweise diejenigen, die anfangen Sternchen in Wörter zu schmuggeln. Die Antwort meiner Mutter: „Go fuck yourself!“

Obwohl sie solche Redewendungen nur benutzt, wenn sie nicht gerade im diplomatischen Dienst unterwegs ist, kann sich jetzt wohl jeder denken, woher ich meine geblümte Aussprache habe.

Meine Mutter hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin: eine Milleniumschlampe, wofür ich ihr ewig dankbar sein werde.

Dafür, dass ich nicht an jedes dritte Wort ein „innen“ hängen muss, dafür, dass ich mich nicht jeden Tag durch diese Korrektheitsscheiße hangeln muss und vor allem dafür, dass ich ganz offen anders sein darf als die Männer. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Ich darf meine Titten genießen und meine Möse; ich darf „Fotze“ sagen, wenn mir danach ist, und ich darf „moderne“ Frauen auslachen, wenn sie verzweifelt versuchen, sich selbst und der Welt klarzumachen, dass sie Frau und gleichzeitig auch Mensch sein können.

„Ich für meinen Teil muss das niemandem klarmachen. Ich bin eine Frau. Punkt“, sagt Mom.

Ja: Punkt.

Und trotz eingleisiger Fraulichkeit ist aus ihr eine Diplomatin geworden (mit „in“). Zugegeben, ich bin nur eine kleine Pilotin (auch mit „in“) – aber immerhin.

„Frauen wollen heute keine Sexobjekte mehr sein, oder wenn, dann heimlich.“ Meine Mutter weiß das. Aber verstehen muss sie das nicht und das sagt sie auch ganz offen.

„Wir haben damals schon gefickt wen wir wollten: Frau, Mann, Transe – egal. Der Unterschied zu heute ist nur, dass wir das nicht politisch korrekt tun mussten.“

Wie ich diese Frau liebe!

Millenniumschlampe

Der Tag an dem die Filme starben

The Day The Movies Died – der Tag an dem die Filme starben.

Ein saublöder Vergleich, ehrlich!

„Ich habe nicht vor, als Teil einer neuen Flugzeugabsturz-Legende in die Geschichte einzugehen!“, schimpft Joana. Natürlich bezieht sie sich auf diesen unglücklichen Tag vor über 60 Jahren, als drei große Rock’n’Roll-Musiker bei einem Flugzeugabsturz in Iowa ums Leben gekommen sind (Buddy Holly, Ritchie Valens and J.P. Richardson). Dieser Tag ging in die Geschichte ein als „The Day The Music Died“. Don McLean hat diesen Satz in seinem Song „American Pie“ geprägt.

Überreste des Flugzeugs

Unglücklicherweise starben die drei Stars – sowie der 21jährige Pilot – in genau dem Flugzeugtyp, den ich heute fliege: einer V-Tail-Bonanza, auch weltweit als „Doktorkiller“ bekannt – wegen ihrer etwas eigenwilligen Flugeigenschaften, mit denen Hobby- und Freizeitpiloten ihre liebe Not haben. Was soll ich sagen? Ich liebe alte Flugzeuge und ich liebe Herausforderungen.

Eine Bonanza V-Tail ähnlich der Unfallmaschine
(By Bill Larkins – Beech 35 N3188V)

„Es mag ja sein, dass DU ein Adrenalinjunkie bist – ICH bin es nicht!“

Jaja… Zugegeben: Vor ein paar Tagen war meine Landung auf Catalina Island nicht die tollste. Aber meine Bonanza war nach dem Hüpfer von Burbank-Hollywood aus noch knapp unter MTOW (Maximum Take-off Weight, Maximales Startgewicht), was die Flugeigenschaften der kleinen einmotorigen Maschine – sagen wir: nicht positiv – beeinflusst. Die Landebahn des „Airport In The Sky“, wie der Flugplatz genannt wird, ist nicht gerade die längste, was zusammengenommen zu einem sehr langsamen Endanflug führt. Und dann noch der Wind am höchsten Punkt der Insel… Langer Rede kurzer Sinn: Eine V-Tail-Bonanza mag sowas nicht und so eine Landung kann schon mal zu einer Achterbahnfahrt werden. Das Aufsetzen hat uns dann auch die Mägen bis unters Kinn katapultiert.

Anflug auf den Catalina Island Airport

Kann schon mal passieren.

„Hoppla“, habe ich gegrinst, doch meine beiden Edelzicken verstehen bei so etwas leider keinen Spaß. Die kleine Eva hingegen fand es genauso lustig wie ich. Aus der wird mal was!

(Nicht so lustig war der Reifenplatzer und das beschädigte linke Fahrwerk. Scheiße teuer!)

„SCHLUSS MIT DIESEN BAUFÄLLIGEN OLDTIMERN!“, war dann der nächste wütende Kommentar von Joana: „DU KRIEGST MICH NICHT MEHR IN SO EINEN SEELENVERKÄUFER!“

„Wenn du die Bonanza einen Seelenverkäufer nennst, dann solltest du erst einmal mit mir in meiner Texan fliegen! Das hast du mir übrigens versprochen!“ Stimmt schon: Manchmal sage ich die falschen Dinge zum falschen Zeitpunkt.

„Dir ist klar, dass auch meine Tochter in diesem – Flugzeug – sitzt?“ Gabby machte eine kleine Denkpause vor dem Wort „Flugzeug“.

„Deshalb habe ich mich ja auch gegen einen Absturz entschieden…“ Ich sage ja: Manchmal antworte ich die falschen Dinge…

Während der Taxifahrt zu unserem Haus haben sie dann überhaupt nicht mehr geredet. Sie haben noch nicht mal mehr über meine dummen Witze gelacht. Am nächsten Abend sind wir dann mit einer gecharterten Maschine zurückgeflogen, weil meine Bonanza reparaturbedürftig ist: Mit dem angeknacksten Fahrwerk kommt man nicht mehr weit.

Heute haben sie mir dann einen Prospekt auf den Tisch geknallt: „Hier. Modern, bequem, sicher, sieben Sitze, viel Platz für Gepäck und es braucht wenig Sprit.“

Ich habe einen Blick auf den Diamond-Flyer geworfen und den Kopf geschüttelt: „Sowas fliege ich nicht.“

DA 62 Prospekt / DA62 – The ultimate flying machine – Diamond Aircraft Industries

„Dann fliegst du eben künftig alleine“, zuckt Joana mit den Schultern und Gabby fügt hinzu: „Und auch ohne meine Tochter.“

Scheißtag!

Ein Lob für meine Willigkeit

Es ist wirklich unglaublich, was so eine junge, unverschämte Schlampe sexuell alles draufhat!

Nicht, dass alles komplett nach meinem Geschmack gewesen wäre – doch was habe ich dabei schon zu sagen? Ich bin es gewohnt, das zu tun, was Andere mir sagen. Anders darf das gar nicht sein.

Unser erstes ernsthafte Treffen ist dann dank Miriam gleich zu einer ausgewachsenen BDSM-Party ausgeartet und ich muss wirklich sagen, dass diese Frau Fantasie hat – und zwar NOCH mehr als in ihrem öffentlichen Auftreten.

Was mich freut, sind die Komplimente, die ich von ihr bekommen habe. Nicht, dass ich darauf angewiesen wäre, doch trotzdem hört Frau das immer wieder gerne. Nicht nur das allgemeine „Geile Titten, scharfer Arsch und totgeile Möse“ sondern vor allem auch das Lob für meine Willigkeit. So muss das sein. Hinterher natürlich. Währenddessen bekomme ich lieber Ohrfeigen und die Peitsche. Und diverses Andere. Vor allem auch diverses Andere. Diverses Andere ist sowieso das Geilste!

Die Frau hat zwar wenig Titten, doch den Body einer jungen Göttin. Eigentlich gehört sowas verboten. Das Gesamtpaket mit Talent, Stimme und Dreistigkeit kann doch wirklich nicht erlaubt sein! Die Frau macht mich schon nass, wenn ich nur an sie denke.

Wie das bei Gabby ist, weiß ich nicht so genau. Sie war zwar besser bei der Sache als ich es erwartet hätte – vor allem, wenn es darum ging mir wehzutun – doch ich hatte immer das Gefühl, dass solche Spielchen nicht wirklich etwas für sie sind. Sie prügelt lieber aus echter Wut heraus. Na ja, auch okay. Außerdem – ach, egal.

Tatsächlich hätte ich auch mit Miriam gerne mehr zu tun, doch diese Frau ist NUR unterwegs. So etwas habe ich wirklich noch nicht erlebt. Fototermine, Studiotermine, Auftritte, Interviews – unfassbar!

Aber solange sie ja ab und zu ein paar Stunden für „Tammy ficken“ in ihrem Kalender freihält…

Totally crazy!

Sexuelle Hemmungslosigkeit

Natürlich ist die Sache eskaliert.

Aber war das wirklich anders zu erwarten? Spätestens nachdem Miriam uns nackt die Tür geöffnet hatte, war alles geklärt gewesen: Sex war unausweichlich geworden.

Und dann die Sache mit der Holzhütte im ersten Stock… (siehe Scheiße, ist das geil)

Was ich nicht erwartet hatte, war dieser Grad sexueller Hemmungslosigkeit von einer Frau, die viele Jahre jünger war als ich!

Nicht, dass ich mich beschweren würde…

„Was ist das eigentlich mit ihr?“, fragt sie Gabby: „Ist sie sowas wie ein Maskottchen?“

Ich schaue Miriam mit weit aufgerissenen Augen an. Das nackte Luder liegt auf dem Indianerteppich und spricht mit Gabby so, als wäre ich nicht im Raum.

Die zuckt nur mit den Schultern.

„Ein Groupie? Ein Sextoy?“

Gabby lacht. Immerhin.

„Hausnutte?“, schlägt Miriam vor.

„Eher“, nickt Gabby.

Aha.

„Ich darf sie doch benutzen, oder?“

„Sei mein Gast“, grinst Gabby: „Bediene dich.“

Ich sitze am Holztisch auf der Bank und starre auf mein Tequilaglas. Hat Gabby eben „Bediene dich“ gesagt? Eigentlich höre ich ziemlich gut.

„Dann wollen wir mal sehen, ob man sie zu irgendwas gebrauchen kann.“

„Ihr spinnt! Ihr spinnt ja alle!“

„Halt die Klappe!“, fahren mir Miriam und Gabby gleichzeitig über den Mund.

Scheiße, ich ziehe Fäden!

Hausnutte

Scheiße, ist das geil!

Es war ein wenig, als würde ich mich selbst beobachten. Normalerweise bin ich nämlich die einzig Nackte im Raum.

Zu den Angezogenen zu gehören, passt irgendwie gar nicht in meine Vorstellungswelt.

Miriam scheint es ähnlich zu gehen – so ungezwungen, wie sie sich komplett nackt in unserer Gesellschaft bewegt. Und sie kommt nicht ansatzweise auf die Idee, uns vorzuschlagen, dass wir uns doch auch ausziehen könnten.

Es gibt ein Buffet. Ich mache den idiotischen Fehler zu fragen, ob ich ihr auch etwas auf den Teller legen soll, woraufhin Gabby die Augen rollt. Miriam lächelt nur lieb. War aber auch wirklich dämlich von mir.

„Alles für dich, Baby, alles für dich.“

Ich möchte ja jetzt wirklich nicht eklig rüberkommen, doch manchmal frage ich mich ernsthaft, wie die Stoffwechselprodukte von Leuten aussehen, die sich ausschließlich von drei Blättern grünem Salat und einem halben Löffelchen Essig am Tag ernähren.

Ich zucke die Schultern und staple. Auf den Teller. So lange bis die Oliven runterrollen.

„Ich hätte dich gar nicht als so progressiv eingeschätzt“, sagt sie zu Gabby in völlig unschuldigem Ton.

Den Fehler machen viele, denke ich.

Ich folge den beiden mampfend eine Marmortreppe nach oben. Die Stufen schweben frei im Raum, zumindest hat der Architekt diesen Eindruck schaffen wollen. Die Wand daneben besteht aus altem Bruchstein. Seltsame Kombination.

Oben angekommen, wird es noch seltsamer. Wenn ich es nicht genauer wüsste, würde ich sagen, Scotty hat uns gerade in eine Holzhütte nach Kentucky gebeamt. An einer der Wände aus grob geschlagenem Holz, hängen zwei Pferdesättel. ERNSTHAFT!

Scheiße, ist das geil!

Noch bevor mein Teller und ich die letzten Stufen nehmen können, hat sich Miriam auf einem dicken, bunten Teppich niedergelassen. So wie ich sie einschätze, hat sie den aus einem Indianer-Wigwam klauen lassen.

„Gegen den Durst.“ Sie zeigt auf eine Flasche Bourbon auf dem grob gehauenen Holztisch neben der Bruchsteinwand zu meiner Rechten. „Tequila für dich kommt gleich“, grinst sie. „Zum Nachspülen.“

Ich grinse dämlich. Mir liegt eine Antwort auf der Zunge, doch ich spreche nicht mit vollem Mund. Stattdessen lasse ich mich, mit dem Teller in der Hand, neben ihr auf den Indianer-Teppich sinken.

Scheiße, ist das geil!

Teppich, Holzfeuer, zwei Fotzen, vier Titten und der Tequila ist unterwegs – fick mich, ich bin im Himmel!

Schuhfetisch

„Dreckige Füße?“ Ich zeige auf ihre Cowboystiefel.

Miriam ist ansonsten komplett nackt.

„Schuhfetisch“, antwortet Gabby an ihrer Stelle.

Miriam zuckt die Schultern: „Haben wir den nicht alle?“

Wie auf Kommando schauen Gabby und ich gleichzeitig nach unten.

„Mmh…“, antwortet Gabby nachdenklich mit Blick auf ihre Ferragamo Highheels.

Ich antworte nicht, nachdem ich festgestellt habe, dass ich heute meine gold-weißen Glitter-Sneakers von Alexander McQueen trage.

„Schicke Schuhe“, grinst Miriam.

Scheiße.

Die Nackte in den Cowboystiefeln

„Du bringst Verstärkung? Brauchst du beim Ficken ein Kindermädchen?“

WOW! Ich bin sprachlos. ICH!

„Antworte ihr!“, zische ich und gebe Gabby nach einer Schrecksekunde einen leichten Stoß mit dem Ellbogen.

Doch Miriam hat uns längst in der Tür stehen lassen und wackelt mit ihrem nackten Arsch zurück ins Haus.

„Ach, geh schon rein!“, stößt Gabby mich – nach ihrer eigenen Schrecksekunde – kopfschüttelnd in den Flur.

„Pah!“, motze ich und stolpere vorwärts. Ich bin nicht ganz sicher, ob „vorwärts“ die richtige Richtung ist, denn Frauen, die unverschämter sind als ich, machen mich nervös. Nervös ist nicht gut.

„Tür zu!“, ruft Miriam ohne sich umzudrehen.

Gabby tritt sie mit einem Rückwärtskick zu.

„Was, wenn wir ganz schnell abhauen müssen?“, flüstere ich.

„Halt den Mund, Tammy!“ Sie gibt mir erneut einen kleinen Stoß, weil sich meine Beine offenbar noch nicht sicher sind, ob sie der nackten Sängerin folgen, oder doch lieber ihr Heil in der Flucht suchen sollen.

Als wir die monströse, lichtdurchflutete Eingangshalle betreten, habe ich mich entschieden: Wollen wir doch mal sehen, wer unverschämter ist – die nackte Frau in den Cowboystiefeln auf dem einsamen Sofa oder ich!

„Und wer von euch schiebt jetzt wen?“, grinst sie.

Scheiße, das wird nicht einfach werden!

Durchgeknallt

Der Besuch ist weg.

Doch sie hat uns – ja, auch mich – zu sich nach Hause eingeladen. Hat ihr kleines, weiß-goldenes Notebook gezückt und Joana und Gabby gefragt, wann es den passen würde.

Schließlich hat sie es weggesteckt und gemeint, wir sollen doch einfach vorbeikommen. „Sollte ich nicht da sein, macht es euch einfach gemütlich.“

Zu Joana hat sie gesagt, dass „Ich von dir wirklich nicht so viel Progressivität erwartet hätte“. Dann hat sie gegrinst und mir zugezwinkert.

Und zu Gabby: „Bei dir habe ich eigentlich nur darauf gewartet, bis du deine erste Tussi fickst. Hat ja lange genug gedauert.“

Beides, wohlgemerkt, bereits nach ein paar Minuten und ohne dass jemand von uns ihr diesbezügliche Indizien geliefert hätte. Nicht bewußt jedenfalls.

Die Frau ist der Hammer!

„Aber sind wir nicht alle einfach nur Menschen?“, hat sie nachgeschoben.

Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Mir ist das Weib aber zu sprunghaft. Nicht, dass ich etwas gegen ein kleines Abenteuer hätte…

Sie hat zuerst Joana und Gabby begrüßt, dann hat sie mich gesehen (wenn Stars sich treffen, bleibe ich gerne erst einmal im Hintergrund) und die beiden angegrinst: „Schlaft ihr eigentlich nur mit ihr oder auch miteinander?“

Mir ist ein Rätsel, wie sie das so schnell erkannt hat.

Sie selbst, na ja, zu ihr gibt es wenig zu sagen. Würde ich, könnte ich auch gleich ihren Namen in diesen Text schreiben.

So oder so: Die Frau ist genial, aber definitiv kein Beziehungsmaterial. Wobei sie eigentlich genauso durchgeknallt ist, wie ich es liebe. Aber öfter als einmal im Monat könnte ich sie wohl nicht ertragen. Außer, wenn sie singt.

Jetzt weiß also noch jemand, wie Joana, Gabby und ich zusammenhängen.

Es hat übrigens nicht lange gedauert, bis sie sich erinnert hat, dass ich der nackte DJ bei der diesjährigen Hollywood-Sylvesterparty war. Trotz des ganzen Marihuanas scheint also ihr Erinnerungsvermögen noch einigermaßen zu funktionieren. („Geile Titten, Süße.“) Wie gut, dass unser BBQ im Garten stattgefunden hat, so konnte der Qualm direkt abziehen. Er kreist jetzt als einsame Cumuluswolke über der Wüste. Deswegen steht heute im Wetterbericht von Palms Springs „zeitweise bewölkt“.

„Würdest du auch für mich tanzen?“, hat sie mich noch gefragt, bevor sie in ihre Limo gestiegen ist.

„Nur wenn du auch nackt bist“ habe ich ganz ehrlich und unschuldig geantwortet. Ich verschenke einen meiner Flieger um ihren Body zu sehen.

„Nur wenn du einen Joint mit mir rauchst.“

„Also nie…“, seufzte ich.

Scheiße.