Ich habe genug von Windmühlen!

Anders als viele Menschen glauben: Ich bin keine Kämpferin. Nicht, wenn es um Kriege geht, die in den sozialen Medien ausgetragen werden. Noch nicht einmal, wenn es um moderne Bücherverbrennungen geht, wie sie derzeit überall in den Staaten stattfinden. Wer mich kennt weiß, dass ich schreibe, was ich will. Er weiß aber auch, dass ich mich nicht daran störe, ob andere es lesen können oder wollen. Meinen Orgasmus erreiche ich beim Schreiben, nicht beim Lesen der Verkaufszahlen.

Ob meine Bücher in Schulbibliotheken stehen dürfen oder nicht, ist mir herzlich egal. Genauso wie die Information, wie vielen Müttern ich auf die geschundenen Füßchen trete. Und wenn die Armee glaubt, Andrea solle auf den Index: bitteschön. Ich schreibe für mich, nicht für andere. Zwar finde ich es erschreckend, wie sehr die Guten unter uns ach so betroffen von meiner Schreibe sind, doch es juckt mich keinesfalls so, als dass ich mich kratzen wollte. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass jemand meine Bücher einfach nicht lesen sollte, wenn ihm nicht gefällt, was drinsteht.

Der Witz dabei ist noch: Meine Bücher – und deren Verkaufszahlen – sind viel zu unbedeutend, als dass sich irgendwer daran stören könnte. Es gibt sie ja nicht mal in den Buchläden zu kaufen! (Nicht, dass ich mich bemühen würde, das zu ändern. Wer sie lesen möchte, weiß wo er sie findet.)

Was mich umtreibt, sind andere Dinge: Immer genug Wasser unter dem Kiel zu haben, oder genügend Luft, die über die Tragflächen strömt. Das sind die wichtigen Dinge im Leben. (Oder immer genug Frau in der Möse. Das ist fast noch wichtiger. Fast.)

Egoistisch? Ja, und wie! Wer ist das nicht? Ihr merkt es nur nicht selbst und wenn doch, wollt ihr es nicht wahrhaben!

Und wo sind meine einstigen großen, selbstlosen Ziele?

Klimaschutz, Gleichberechtigung, LGBT-Sichtbarkeit, Trump-Ausräucherung? Und manches Andere mehr?

Puff! Puff! Puff! Puff! Puff! In Luft haben sie sich aufgelöst!

Für wen sollte ich wohl das Klima schützen wollen? Für künftige Generationen etwa? Generationen, die ich als überflüssig und unnötig erachte? Ich will keine Kinder und empfinde Menschen, die welche in diese Welt setzen, als hochgradig egoistisch. Ihr wollt unbedingt Kroppzeug? Dann sorgt gefälligst selbst für eure schöne neue Welt!

Gleichberechtigung? #MeToo? Meine Gleichberechtigung ist ein Stück Stahl in der Handtasche und Geld auf dem Konto.

LGBTXYZ-Rechte? Spätestens seitdem ich nicht mehr weiß, was das eigentlich sein soll, kann ich mich in dieser Bewegung nicht mehr wiederfinden (was vermutlich so manchen Neuankömmling im Buchstabensalat freut). Warum sollte ich mich dem Hass einer Bewegung aussetzen, für die ich einst angetreten war, um Liebe zu verbreiten? Nur weil ich einige der Ziele nicht mehr mittragen will?

Und was Trump und alle, die ihn nicht verhindern wollten, angeht: Geht doch mit den Geistern unter, die ihr gerufen habt!

Schreibt mit Doppelpunkten oder redet mit Schluckauf. Verbreitet ruhig euren neuen Sexismus in der Sprache: Ich rede und schreibe weiter, wie ich es gelernt habe. Und wie es mir gefällt.

Impft euch oder lasst es bleiben – wen stört schon das Schicksal der anderen, richtig? (Das kann ich auch.)

Ich bin kein Don Quixote! Ich hab genug von Windmühlen! Ich gehöre zu denen, die aus ganz egoistischen Gründen aufgegeben haben zu kämpfen. Jetzt sind mal andere dran. Ich bin nicht Gutmensch genug, als dass ich mich bis zum Ende meiner Tage mit Dummköpfen herumschlagen wollte!

Und wenn neunmalkluge Kommentarschreiber glauben, sie wüssten etwas von mir und meiner Motivation: Da ist immer noch die Sache mit dem Baum, dem es egal ist, wenn das Schwein sich an ihm kratzt.

In diesem Sinne wünsche ich eine gute Nacht.

Ich bin kein Don Quixote und Masken trage ich bestenfalls gegen eure Viren

1 Kommentar

  1. Auden James sagt:

    Ein energiegeladener Rant. Liest sich nicht schlecht, würde ich sagen!

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