Nackt und wellendizzy

Selbst bei den Seewetterberichten ist die Krise im Flugverkehr spürbar: Die Vorhersagen sind gegenüber der Vorcovidzeit spürbar schlechter geworden. Es war zwar auch heute Nacht spürbar windig (20-25kn), doch der für Freitag und Freitagnacht angekündigte Sturm ist ausgeblieben. Zumindest in Küstennähe. Also sind wir draußen geblieben und erreichen Bergen noch heute. Jedenfalls den dazugehörigen Fjord. Wann genau ist nicht zu sagen, denn der Wind hat gedreht und treibt uns vor sich her. Und wie jeder weiß (😉): Rückenwind mag der moderne Segler gar nicht. Und erst recht nicht bei solchem Wetter. Noch dümmer: Er wird wieder drehen und uns die Rückfahrt erschweren. Na ja, so können wir das Boot wenigsten auf Herz und Nieren testen. Nicht, dass es in Frage käme…

Meinen treuen Lesern wird es aufgefallen sein: Kaum bin ich auf dem Wasser, habe ich mehr Muße für die Tagebucheinträge. Das bleibt nicht aus. Leider ist das nur ein kurzes Zwischenspiel, denn Miranda droht mir jetzt ernsthaft mit Kündigung. Ist schon spannend, wenn ein Mitbesitzer von einer Angestellten gefeuert wird. Aber so funktioniert das heute eben. (Nicht „ebent“, wie die peinliche deutsche Außenministerin es meist so süß ausdrückt. Aber keine Politik hier. Fällt aber schwer im Moment.)

Da fällt mir gerade noch meine nervig ultragrüne Gerade-Noch-Ebent-Journalisten-Freundin aus Deutschland und ihr Tweet ein: Es wäre schon peinlich, wenn sich Leute über das Gendern und die Verunstaltung der Sprache aufregen und selbst „eben“ mit „t“ schreiben. Ich bin gespannt, was sie jetzt sagt. Ob ich sie wohl am Telefon „Frau Baerbock“ nennen sollte?

Was noch nervig ist: keine Zeit für Sex. Mein Dämon segelt nachts, ich am Tag und in der verbleibenden Zeit herrscht wetterbedingter Streß auf dem Boot. Ich weiß ja, erst seit zwei Tagen, doch die Zeit reicht, um bei mir Entzug zu erzeugen, gerade wenn eine passende Frau greifbar ist. Und ich auch noch erotische Geschichten schreibe, beziehungsweise im Kopf habe, denn solche Sachen schreibe ich nicht (mehr) mit dem Handy. Auch das Diktieren habe ich aufgegeben. Zumindest bis auf die Ideenaufzeichnungen. Aber der nächste Fjord naht, dann gibt es keine Ausreden mehr.

Eines steht übrigens fest: Wir werden irgendwann unsere Weltreise fortsetzen, nur der Zeitpunkt ist noch nicht klar. Spätestens wenn meine Krankheit wieder eskaliert oder mir die Gesellschaft und ihr Hass genügend auf die Nerven gegangen sind. Das heißt, wenn ich die Schnauze voll von den Dummköpfen habe. Auf dem Meer begegnen sie mir wenigstens nicht persönlich. Und ob ich zwischendurch an Land gehe, kann ich mir aussuchen. Ich habe ja einen Dämon zum Deligieren. Vielleicht erlebt ja auch Joana wieder eine Beziehungspleite und will weg. Nicht, dass ich es ihr wünschen würde, doch mit ihr gehe ich überall hin!

Ansonsten gibt es da noch eine Freundin von Gabby – auch eine frischgebackene Mutter – die ich ziemlich heiß finde. Eine temperamentvolle Spanierin und damit genau mein Typ! Ich glaube, auch sie hat immer mehr Lust den ganzen Idioten auf der Welt den Rücken zu kehren. Sie steht zwar auch auf Männer, doch nur zwischendurch. Wir schreiben uns jeden Tag und jeden zweiten telefonieren wir. Nur Sex hatten wir noch nicht. (Ja, so etwas gibt es!) Aber ich denke ziemlich oft an sie. Beim Masturbieren.

So, der Tee ruft und ich muss folgen. Nackt und etwas wellendizzy.

Erotische Geschichten schreibe ich nicht mit dem Handy

4 Kommentare

  1. Zum Verständnis: Mazes Hauptarbeit in diesem Zusammenhang ist die eventuelle Installation eines weiteren Tanks und weitere Solarpanele (um Motor und ggf. den Generator weiter zu entlasten). Ausserdem eventuelle weitere Isolierungen. Das Nordmeer ist ein wenig kühler als die Karibik.

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  2. Walter sagt:

    Frage zum Verständnis:
    Ist das Boot bzw. die Kabine so gut geheizt, dass du deine Vorliebe für nackte Titten bei Temperaturen um oder sogar unter Null Ausleben kannst, ohne zu frieren? Womit heizt das Boot, Gas dürfte doch ausscheiden?

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    1. Zuerst: Ich liebe nackt und ich liebe warm. Ein Boot bei dem das nicht möglich ist, kommt nicht in Frage. Auch das ist ein Grund für das Testen einer Yacht. Zweitens: Natürlich gibt es Gas an Bord, in der Regel nur zum kochen.
      Die Heizung unter Deck ist im Prinzip eine Standheizung wie im Auto. (Es gibt sogar welche von Webasto.) Sie funktioniert mit Ausströmern und wird i. d. R. vom Bootsmotor oder einem Zusatzgenerator gespeist. Da wird dann der verfügbare Tankinhalt zu einer wichtigen Frage für die eventuelle Route. Da ich es warm haben will, hat Maze viel Arbeit für eine Nordmeerfahrt vor sich. An Deck und unter dem Hardtop tragen wir Neoprenanzüge um im Ernstfall im eisigen Wasser ein paar Minuten länger überleben zu können.

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      1. Walter sagt:

        Vielen Dank

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